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KEINE SORGE, WENN ETWAS PASSIERT


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Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 09.06.2022

Unfall im Urlaub

Artikelbild für den Artikel "KEINE SORGE, WENN ETWAS PASSIERT" aus der Ausgabe 7/2022 von Auto Bild reisemobil. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
FOTOS: VALESKA ACHENBACH, RA SIEGERT-PAAR, M.BACHMANN , HANS LAMMINGER, MAURITIUS IMAGESS

SIE KENNEN DAS: Wenn es nach den Versicherern geht, sollten Sie vor dem Urlaubsstart im Mietmobil unbedingt eine Scheibenwischerausfall-Police abschließen. Am besten im Paket mit dem Kühlschrankinhaltsschutz für den Fall eines Stromausfalls bei Vollmond. Klar, das ist überspitzt, denn solche Policen gibt’s (noch) gar nicht. Zu hemdsärmelig sollten Reisemobilurlauber das Thema Versicherungen aber nicht angehen.

Im Interview mit AUTO BILD REISEMOBIL erklären die Versicherungsfachleute Julia Alice Böhne, Sören Heinze und Matthias Siegert-Paar, welche Policen wichtig sind, um Fahrzeug, Inventar und Reisende richtig zu schützen – und warum beim Mieten und Sharing von Mobilen sowie bei Auslandsreisen ganz besondere Vorsicht geboten ist.

Brauchen Reisemobilmieter eine Vollkaskoversicherung, oder reicht eine normale Haftpflicht?

Sören Heinze: In der Regel gibt es neben der ...

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... obligatorischen Haftpflichtversicherung auch gleich eine Vollkasko-Police vom Vermieter dazu. Möglichst inklusive Diebstahlschutz. Auf einen Selbstbehalt sollten Mieter dabei verzichten.

Aber ein Selbstbehalt verringert doch den Versicherungsbeitrag!

Matthias Siegert-Paar: Richtig, aber mit einem Selbstbehalt von 500 oder 1000 Euro sparen Mieter nur wenige Euro Versicherungsprämie. Im Fall eines Schadens wird aber sehr häufig der kom- plette Selbstbehalt fällig. Denn schon ein kleiner Parkrempler kostet heutzutage leicht 1000 Euro und mehr. Da ist es sinnvoll, ein paar Euro mehr für den kompletten Versicherungsschutz auszugeben und keinen Selbstbehalt zu vereinbaren. Was ist im Hinblick auf den Vollkaskoschutz noch wichtig?

SH: Mieter sollten darauf achten, dass auch Reifen, Felgen, Dach, Unterboden und Glas ausdrücklich mitversichert sind. Schäden an diesen Teilen sind relativ häufig und oft teuer. So kann zum Beispiel die Panorama-Frontscheibe eines vollintegrierten Mobils 4000 Euro und mehr kosten.

Kommt die Vollkasko auch für durch einen Unfall beschädigtes Inventar oder vom Heckträger gestohlene E-Bikes auf?

MSP: Das hängt vom Mietvertrag ab. Meist ist das Inventar aber nicht über die Kasko des Vermieters versichert. Schwierigkeiten kann es insbesondere dann geben, wenn Sie mit dem Mobil ins Ausland fahren. Da heißt es: vorab die Bedingungen der Vollkasko des Vermieters checken!

Wie kann ich teure E-Bikes versichern?

Julia Alice Böhne: Es gibt Fahrradversicherungen, die Bestandteil der Hausratversicherung sind und 24-Stunden-Schutz für Räder bieten, der auch im Campingurlaub gilt. Darüber sind die Räder auch gegen einfachen Diebstahl versichert, wenn sie zum Beispiel über Nacht auf dem Heckträger angeschlossen waren. Besonders teure Räder können auch mit einer von der Hausratversicherung unabhängigen Fahrradversicherung abgesichert werden. Je nach Anbieter erstreckt sich der Schutz auch auf Vandalismus-, Unfallund Sturzschäden. Die Policen sind allerdings teuer und deshalb nur im Einzelfall lohnend. Zudem sollte man sich beim Versicherer erkundigen, ob die Police auch im Ausland gilt.

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UNFALL IM AUSLAND: WAS MUSS ICH JETZT TUN?

Wer mit dem Reisemobil oder dem Auto ins Ausland reist, sollte immer an zwei wichtige Dokumente denken: die grüne Versicherungskarte und den Europäischen Unfallbericht auf Deutsch und am besten auch in der jeweiligen Sprache des Urlaubslandes. Die grüne Versicherungskarte gibt es kostenlos vom Versicherer und gilt im Ausland als Nachweis dafür, dass eine Haftpflichtversicherung fürs Fahrzeug besteht. Zwar ist die Karte innerhalb der Europäischen Union und in einigen anderen europäischen Staaten nicht zwingend notwendig. Dennoch ist sie hilfreich, wenn es im Ausland kracht.

Falls Sie in einen Unfall verwickelt sind, sollten Sie immer die Polizei rufen. Häufig rückt sie allerdings bei einem Unfall mit Sachschaden gar nicht mehr aus. Dann müssen die Unfallbeteiligten den Unfallhergang selbst dokumentieren, und zwar möglichst exakt. Hier kommt der Europäische Unfallbericht ins Spiel. Er erleichtert die Dokumentation, wird von allen Unfallbeteiligten getrennt ausgefüllt und unterschrieben. Sinnvoll ist es, den Unfallort zusätzlich aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren. Ganz wichtig: Informieren Sie gegebenenfalls sofort den Vermieter des Reisemobils und geben Sie niemals ein Schuldanerkenntnis ab! Anhand der Dokumentation klären die Versicherer im Nachgang, wer die Schuld an dem Unfall trägt.

Ist das übrige Reisemobilinventar über die Hausrat geschützt?

JAB: Für den Campingurlaub greift die Hausratversicherung grundsätzlich nicht. Sie bezieht sich auf den Versicherungsort, also nur auf die eigene Wohnung. Als Außenversicherung leistet die Hausrat nur, wenn sich der Diebstahl zum Beispiel im Hotel oder einem anderen Gebäude ereignet hat. Zwar bieten viele Versicherer einen eingeschränkten Versicherungsschutz, der auch bei einem Diebstahl aus einem verschlossenen Auto greift, nicht aber aus einem Reisemobil.

Was kann ich dann tun, um Wertgegenstände im Reisemobil zu versichern?

JAB: Es besteht die Möglichkeit, das Inventar über eine Inhaltsversicherung zu schützen. Alternativ geht dies per Camping-Versicherung.

Was genau ist über solche Policen versichert?

JAB: Je nach Tarif können neben dem beweglichen Inventar zusätzlich Unterhaltungselektronik sowie Sportausrüstung abgesichert sein. Hinzu kommen beispielsweise das Vorzelt, Markisen oder die Solaranlage auf dem Dach. Versichert sind meist Beschädigung, Verlust oder Zerstörung dieser Gegenstände – unter anderem durch Brand, Explosion, Unwetter inklusive Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmung sowie Diebstahl und Raub.

MSP: Es ist wichtig zu dokumentieren, dass das teure Laptop oder E-Bikes mit auf Reisen sind.

Denn im Schadensfall fordern die Versicherer häufig einen Nachweis darüber, dass all das auch tatsächlich an Bord war. Das gilt insbesondere für Auslandsreisen.

Sind die Entschädigungssummen der Versicherer gedeckelt?

JAB: Das hängt vom Tarif ab. Wichtig ist, dass die Höhe der Versicherungssumme zum tatsächlichen Wert des Reisemobilinhalts passt. Es ist wie bei einer Hausratversicherung: Übersteigt die Höhe des Schadens die Versicherungssumme, bleiben die Geschädigten auf einem Teil der Kosten sitzen.

Darf ich mit dem Mietmobil ins Ausland fahren? Oder kann das zu Problemen führen?

MSP: Im Regelfall gibt es einen schriftlichen Mietvertrag für das Reisemobil. Darin kann der Vermieter Auslandsreisen komplett ausschließen oder nur für Fahrten in bestimmte Länder zulassen.

Häufig schließen Vermieter Reisen ins Nicht-EU-Ausland aus, zum Beispiel nach Nordafrika oder den asiatischen Teil der Türkei.

Und wenn ich mich über das Verbot hinwegsetze?

MSP: Das sollten Mieter keinesfalls tun. Denn wenn im Ausland etwas passiert – das Mobil wird gestohlen oder in einen Unfall verwickelt –, verstößt der Mieter möglicherweise gegen seine Obliegenheitspflichten. In der Konsequenz kann das bedeuten, dass eine Versicherung im Schadensfall zum Teil nicht leistet oder der Mieter sogar schadenersatzpflichtig gegenüber dem Vermieter wird. Das geschieht in der Praxis immer wieder. Der Schaden für Mieter kann in die Zehntausende gehen.

„Der Vermieter des Mobils muss mit Reisen ins Ausland einverstanden sein.

Kann ich die Zustimmung des Vermieters telefonisch oder per Mail einholen, wenn ich spontan ins Ausland fahren möchte?

MSP: Es ist keine gute Idee, einfach nur anzurufen. Ich benötige zwingend die schriftliche Zustimmung des Vermieters, dass er entgegen der bisherigen Absprache mit der Auslandsreise einverstanden ist. Er muss nicht nur wissen, wohin die Reise geht. Er muss ihr auch schriftlich zustimmen. Sonst kann es sein, dass der Mieter ein massives Haftungsproblem bekommt. Was ist wichtig, wenn ich ein Reisemobil im Ausland miete?

SH: Die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung sollte mindestens eine Million Euro betragen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, eine sogenannte Mallorca-Police abzuschließen. Diese Zusatzversicherung erhöht zusätzlich die Deckungssumme der Haftpflicht. Im Fall eines Unfalls übernimmt die Versicherung die Differenz zwischen dem Schaden und der möglicherweise zu geringen Deckungssumme. Die Mallorca-Police hebt quasi den Schutz auf deutsches Niveau an. So sind Reisende vor hohen Zuzahlungen durch eine zu geringe Versicherungssumme geschützt.

Und wenn die Gegenseite den Unfall verursacht hat, deren Haftpflicht aber keine ausreichende Deckung bietet?

MSP: Bei einem gemieteten Reisemobil ist gewöhnlich eine Vollkaskoversicherung vorhanden, die dann auch den Schaden übernimmt, den der Unfallgegner verursacht hat.

Dann haben Urlauber, die im eigenen Mobil und ohne Vollkasko unterwegs sind, also in einem solchen Fall ein Problem?

JAB: Gut möglich. Denn in manchen Fällen reicht die Deckungssumme des Unfallgegners nicht aus, um den Schaden auszugleichen. Schon die Ermittlung des zuständigen Haftpflichtversicherers kann schwierig werden.

MSP: Wer in einem solchen Fall keine Vollkaskoversicherung hat, muss schlimmstenfalls den kompletten Schaden am eigenen Reisemobil oder einen Teil davon selbst tragen, obwohl ein anderer die Schuld daran trägt.

Kann ich mich davor schützen, ohne eine Vollkasko fürs eigene Mobil abschließen zu müssen?

JAB: Der Auslandsschadenschutz als Erweiterung der Kfz-Haftpflicht ist eine Alternative. Er ersetzt den Schaden, für den eigentlich der Unfallgegner einstehen müsste. Und zwar so, als ob er bei Ihrem Versicherer haftpflichtversichert wäre. Falls etwas passiert, erfolgt im Gegensatz zur Vollkasko keine Rückstufung in der Schadenfreiheitsklasse. Es ist wichtig zu dokumentieren, dass das teure Laptop mit an Bord war.

MSP: Die Police hat den zusätzlichen Vorteil, dass sie auch bei einem Diebstahl leistet. In dem Punkt stellen sich Vollkaskoversicherer manchmal schon quer, wenn es um einen Diebstahl in Norwegen geht. Das gehört zwar zu Europa, aber eben nicht zur EU. Darum muss die Vollkasko auch hinsichtlich des Diebstahlschutzes gut geprüft werden. Passt sie zu meinem persönlichen Urlaubsplan? Falls nicht, kann zusätzlich die Auslandsschadenschutz-Police auch für Reisemobilmieter sinnvoll sein.

WAS ZAHLT WELCHE VERSICHERUNG?

Kfz-Haftpflicht

Sie ist eine Pflichtversicherung und entschädigt Unfallopfer inklusive aller Mitfahrer des Unfallverursachers bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme. Über die Police sind zudem Schäden an fremden Fahrzeugen sowie Abschleppkosten, durch den Unfall bedingte Wertminderung, Nutzungsausfall, Mietwagen- sowie Anwalts- oder Gutachterkosten der Gegenseite enthalten. Bei einem Totalschaden zahlt die Haftpflicht den Wiederbeschaffungswert des Autos.

Teilkaskoversicherung

Eine freiwillige Zusatzversicherung zur Kfz-Haftpflicht. Sie kommt für Schäden am eigenen Fahrzeug auf. Und zwar dann, wenn diese durch Brand, Explosion, Diebstahl, Raub, Naturgewalten wie Sturm oder den Zusammenprall mit Rehen, Wildschweinen und anderem Haarwild entstanden sind.

Vollkaskoversicherung

Wie die Teil- ist auch die Vollkaskoversicherung eine freiwillige Police. Sie schließt den Teilkaskoschutz ein und versichert zudem gegen Vandalismusschäden sowie selbst- und fremdverschuldete Schäden am Fahrzeug.

Ist der Auslandsschadenschutz für jedes Reiseland buchbar?

JAB: Nein, er ist nicht für jedes Land zu haben. Falls mein Versicherer ihn nicht für mein Urlaubsland anbietet, kann ich versuchen, den Auslandsschadenschutz bei einem anderen Anbieter einzukaufen. Geht auch dies nicht, bleibt mir nur die Vollkaskoversicherung fürs eigene Reisemobil.

Doch die Vollkasko für ein Reisemobil ist im Vergleich zum Pkw sehr teuer. Woran liegt das?

SH: Bei Reisemobilen besteht im Vergleich zum Pkw ein größeres Risiko eines selbst verursachten Schadens. Das ergibt sich insbesondere aus der Art der Nutzung. Erstens sind viele Fahrerinnen und Fahrer aufgrund der eher sporadischen Nutzung ein- oder zweimal im Jahr weniger geübt im Fahren des Fahrzeugs. Hinzu kommt die ungewohnte Größe des Reisemobils. Seine Maße unterscheiden sich meist erheblich von dem im Alltag genutzten Auto. Zweitens kommt es auf dem Campingplatz nicht selten zu Schäden am Fahrzeug beim Einparken, Rangieren oder auch während der Nutzung des Innenraums, der ja als Aufenthaltsort und Schlafplatz dient. All dies hat Auswirkungen auf die Höhe der Versicherungsprämie.

Thema Reisemobil-Sharing: Was muss ich beachten, wenn ich ein Reisemobil von privat miete?

MSP: Ganz wichtig ist es, dass das vermietete Reisemobil als Selbstfahrer-Vermietfahrzeug zugelassen ist. Das ist für den Versicherungsschutz des Reisemobils entscheidend.

Warum ist die Zulassung als Selbstfahrer-Vermietfahrzeug so wichtig?

MSP: Beim Abschluss einer normalen Haftpflichtversicherung fragt der Versicherer immer, wie das Fahrzeug genutzt wird. Eine rein private Nutzung ist versicherungsmäßig natürlich immer deutlich günstiger als die gewerbliche.

„Im Campingurlaub greift die eigene Hausrat-Police grundsätzlich nicht.

Hat der private Vermieter gegenüber der Versicherung angegeben, dass er sein Reisemobil ausschließlich privat nutzt, darf er es nicht vermieten. Denn das wäre eine kommerzielle Nutzung. Vermietet er es aber doch, dann kann es im Schadensfall sein, dass die Versicherung nicht leistet.

Was heißt das für den Vermieter?

MSP: Im Außenverhältnis haftet der Versicherer und reguliert den Schaden mit dem Unfallgegner. Doch im Innenverhältnis wird er versuchen, sich das Geld vom Versicherungsnehmer, also dem Vermieter des Reisemobils, wegen der nicht vereinbarten kommerziellen Nutzung zurückzuholen.

Kann dadurch auch der Mieter des Reisemobils ein Problem bekommen?

MSP: Allerdings! Für den Fall, dass beim Halter des Reisemobils nichts zu holen ist, wird sich die Versicherung an den Mieter beziehungsweise Fahrer des Reisemobils wenden. Denn Halter und Fahrer haften immer gesamtschuldnerisch. Das kann bei einem fünfstelligen Schaden sehr bitter werden. Darum ist es nicht nur für den privaten Vermieter, sondern auch für den Mieter so immens wichtig, dass der Campingbus oder das Reisemobil als Selbstfahrer-Vermietfahrzeug zugelassen ist.

Wo kann ich das überprüfen?

MSP: Das steht in der Zulassungsbescheinigung, Teil I. Diesen Eintrag sollten sich Mieter unbedingt zeigen lassen. Das Gleiche gilt natürlich für die Versicherungsunterlagen des Vermieters.

Es ist sinnvoll, dass Mieter eine Kopie aller Unterlagen mit in den Urlaub nehmen.

Woran müssen Urlauber, abgesehen vom Schutz fürs Reisemobil, noch denken?

JAB: Unverzichtbar ist auch auf Reisen die private Haftpflichtversicherung. Sie leistet bei Schäden, die man anderen zufügt. Genauso wichtig ist die Auslandsreisekrankenversicherung. Sie übernimmt die gegebenenfalls von der gesetzlichen Krankenkasse nicht gedeckten Kosten für eine Heilbehandlung im Ausland. Zudem zahlt sie zumindest einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Hause. Auch für privat Krankenversicherte ist der Abschluss dieser zusätzlichen Police meist sinnvoll. Besonders dann, wenn die private Versicherung die Kosten für den Rücktransport nicht übernimmt.

Was ist mit den von vielen Versicherern beworbenen Fahrer-Unfallversicherungen?

JAB: Sie zahlen bei Verletzung oder Tod des Fahrers durch einen selbst verschuldeten Unfall. Infrage kommen zum Beispiel Leistungen wie Schmerzensgeld, Ausgleich von Verdienstausfällen oder die Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe. Wer aber schon eine Krankentagegeld-, Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsund eventuell eine Unfall- oder Risikolebensversicherung hat, der braucht keine Fahrer-Unfallversicherung mehr. Die genannten Versicherungen bieten einen bedarfsgerechten und wesentlich umfassenderen Schutz als die Fahrer-Unfallversicherung.

Jens Lehmann