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Kill Me Tender ... Elvis und der vertu schte Mord!


die aktuelle Krimi - epaper ⋅ Ausgabe 16/2021 vom 08.08.2021

Es ist der 16. August 1977, ein Dienstag, früh am Morgen. Elvis Presley kommt einfach nicht zur Ruhe. Der Sänger ist ohnehin ein Nachtmensch. Doch heute ist es besonders schlimm. Unruhig tigert er zu Hause in Graceland herum, seinem Anwesen südlich von Memphis (Tennessee). Er hat spät nachts noch mit drei anderen Racquetball (eine Art Squash) gespielt. Er hat auf dem Klavier geklimpert. Er hat etwas ferngesehen. Sogar die Haare hat er sich waschen und föhnen lassen – um sechs Uhr morgens! Mittlerweile ist es acht. In wenigen Stunden sollen Elvis und seine gesamte Crew zu einer neuen Tournee aufbrechen – und der Superstar liegt noch hellwach im Bett! Er steht wieder auf, will im Badezimmer etwas lesen. Um 14.30 Uhr findet seine Freundin ihn dort auf dem Boden. Das Gesicht in den Teppich gepresst, die Zunge halb abgebissen, der Körper kalt. Elvis Presley, 42, ist tot!

In Windeseile verbreitete sich ...

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Bildquelle: die aktuelle Krimi, Ausgabe 16/2021

Der Beginn seiner Filmkarriere: Mit diesem Plakat wurde 1956 Elvis? Kino-Debüt ?Love me Tender? beworben
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... die Nachricht vom Ableben des Musikers rund um den Globus. Die Welt stand unter Schock. Das konnte doch nicht wahr sein! Ausgerechnet er, der King of Rock ’n’ Roll, der mit seinem Hüftschwung Generationen von Frauen in Ekstase versetzt hatte! Der Charts-Stürmer, Film-Star, Bühnen-Gott, der in einem Atemzug mit Legenden wie James Dean, † 24, oder Marilyn Monroe, † 36, genannt wird. Elvis’ Tod war schier unbegreiflich. Überall im In- und Ausland trauerten die Menschen um den Jungen aus Mississippi, der es aus einfachen Verhältnissen (sein Vater war Landarbeiter, seine Mutter Textilarbeiterin) mit seiner einmaligen Stimme ganz nach oben geschafft hatte – vom Gospel-Knaben zur internationalen Rock-Ikone! Und nun dieses tragische Ende …

■ Er ist der King, der Rock-Gott:ELVIS PRESLEY – eine Legende für die Ewigkeit! Vor 44 Jahren starb der unvergleichliche Sänger mit dem erotischen Hüftschwung. Aber bis heute bleibt sein jähes Ende rätselhaft. Ein treuer Bodyguard und sein größter Fan bringen Licht ins Dunkel. Eine atemberaubende Spurensuche …

Wurde Elvis von seinem geldgierigen Leibarzt vergiftet?

Das Irrationale daran: Elvis Presley verabscheute Drogen zutiefst, seine Medikamente aber betrachtete er nicht als solche. Die kleinen Hilfsmittel bekam er schließlich offiziell verordnet – und zwar von seinem Leibarzt, Dr. George Constantine Nichopoulos, † 88, kurz Dr. Nick genannt. Allein in seinen letzten 31 Lebensmonaten soll ihm Dr. Nick 19 000 Tabletten verschrieben haben! Wie konnte ein halbwegs verantwortungsbewusster Mediziner so was tun?! Hatte er seinen berühmten, zahlungskräftigen Patienten sehenden Auges ins Verderben laufen lassen, ihn also indirekt vergiftet? Bei seiner Vernehmung redete sich der Weißkittel heraus. Er habe geglaubt, Elvis versorge auch sein Team mit den Arzneien. Und: Er habe verhindern wollen, dass sich der labile Künstler die Tabletten anderweitig besorgen und unkontrolliert einnehmen würde. Und natürlich hätte seine Großzügigkeit am Rezept-Block rein gar nichts damit zu tun, dass Elvis ihm ein Darlehen für sein Haus gegeben hatte …

Am Ende wurde Dr. Nick freigesprochen. Die Diskussion um eine mögliche Überdosis riss allerdings nicht ab. Gegner der Theorie brachten vor, Elvis’ Körper sei an die großen Mengen gewöhnt gewesen.

Musste Elvis sterben, weil er seine Verlobte abser vieren wollte?

Außerdem habe er sich am Ende selbst so gut ausgekannt, dass er niemals Pillen verwechselt hätte. Das wiederum führte andere zu der Annahme, Elvis könnte bewusst einen tödlichen Mix geschluckt haben. War der Star etwa depressiv, wie einige Quellen behaupten? Ausgerechnet Priscilla heizte die Selbstmord-Diskussion weiter an, als sie erklärte: „Er wusste, was er tat“. Wusste er das wirklich?

Einer, der bis zuletzt nicht an einen Selbstmord glaubte, war Elvis’ langjähriger Bodyguard Dick Grob, † 80. Zehn Jahre lang hatte der Ex-Polizist für den Rock-Gott gearbeitet. An jenem schicksalhaften 16. August sah er ihn zuletzt um halb sechs Uhr morgens. Die beiden hätten über die bevorstehende Tournee gesprochen, dabei habe Elvis auf ihn optimistisch und voller Vorfreude gewirkt. Nur eines sei dem Sänger ge hörig gegen den Strich gegangen: Seine Freundin Ginger A. (die Frau, die mit ihm das Bett teilte und ihn später im Badezimmer fand) habe sich geweigert, ihren Liebsten auf der Tour zu begleiten. Laut Grob hatte Elvis ohnehin die Nase voll von ihr – er glaubte, Ginger sei nur hinter seiner Kohle her. Ihre Mutter soll finanzielle Probleme gehabt haben. Elvis aber wollte kein Geld mehr in diese Familie investieren. Sein Bodyguard verriet, dass der Sänger längst ein anderes Feuer im Eisen hatte: „Es war alles sehr diskret vorbereitet, dass sie (die „Neue“, Anmerkung der Redaktion) in Portland, Maine, zur Tournee stoßen würde.“ Derweil sollte sich Elvis’ Vater um das „Problem zu Hause“ kümmern. Ob Ginger ahnte, dass Elvis sie abservieren wollte?

Jedenfalls gab sie laut Grob später zu, sie sei irgendwann am Morgen von einem dumpfen Schlag aufgewacht, habe das Geräusch aber ignoriert und einfach weitergeschlafen. War das der Moment, als Elvis zusammenbrach? Seine Freundin fand ihn erst Stunden später. Dick Grob besaß aber angeblich Telefon-Verbindungsdaten, die belegen, dass Ginger erst einen Klatsch-Reporter anrief, bevor sie Hilfe holte. In einem zweiten Telefonat habe sie diesem Journalisten dann gesagt, der King sei tot – da lag Elvis noch im Rettungswagen Richtung Krankenhaus. Für Grob war die Sache klar: Ginger wollte aus der Geschichte Profit schlagen. In ihrer Situation war ein toter Elvis offensichtlich lukrativer als ein lebender. Dazu passt nach Ansicht des Bodyguards auch, dass Ginger einen Ring, den Elvis ihr mal geschenkt hatte, plötzlich an der linken Hand trug. Bis heute gilt sie als Verlobte des Rock-Idols. Laut Grob völliger Quatsch. Trotzdem unterstellte er ihr nicht, Elvis umgebracht zu haben. Er glaubte nur, „es wurden möglicherweise bestimmte Dinge unterlassen.“ Dinge, dank derer Elvis hätte überleben können …

Rächte sich die Mafia an Elvis, weil er undercover dem FBI half?

Fortsetzung von Seite 15

Vielleicht hätte es aber auch gar nichts genützt, wenn schon früher Hilfe gekommen wäre – weil sowieso alles ganz anders war. Diese Ansicht vertritt jedenfalls Elvis-Superfan Stephen B. Ubaney (Foto oben). Er ist bei seinen Recherchen auf allerlei Ungereimtheiten gestoßen. So machte ihn beispielsweise stutzig, dass sich die Zeugen bei der Beschreibung des Tatorts so stark (teilweise selbst) widersprochen hatten – und dass dieser gereinigt worden war, bevor die Ermittler ihn genauer unter die Lupe nehmen konnten. Heute ist sich Ubaney sicher: Der King wurde ermordet! Und er glaubt auch zu wissen, wer dahintersteckt …

In diesem Zusammenhang wird Elvis Presleys zwielichtiger Manager wichtig: Für Tom „Colonel“ (dt.: „Oberst“) Parker, † 87, soll sein Superstar vor allem eines gewesen sein: ein Goldesel! Denn der „Colonel“ hatte ein Problem: Er war spielsüchtig. 1977 hatte er, so heißt es, allein im „Hilton“-Hotel über 30 Millionen Dollar Schulden. Das ging nur gut, weil er, laut Stephen B. Ubaney, mächtige Freunde bei der Mafia hatte, die zu dieser Zeit die Casinos in der Spielerstadt kontrollierten. Dumm nur: Sein Schützling Elvis war ja ein vehementer Gegner von Drogen – und die waren nun mal ein Hauptgeschäft der Mafia …

Der Sänger hatte sich in den Kopf gesetzt, Präsident Nixon, † 81, im Kampf gegen den Drogenhandel zu unterstützen. Und das tat er – oft mehr, als dem FBI lieb war. Doch so kam es, dass auf einmal Bundes- „Schnüffler“ in Elvis’ Team eingeschleust wurden, um während seiner Shows undercover ermitteln zu können. Die Mafia-Bosse sannen auf Rache. Für Elvis’ Manager wurde die Situation zunehmend unangenehm. Aufgrund der Medikamenten-Sucht war sein Goldesel immer schwerer zu handeln. In Tom Parkers Augen, in denen nur die Dollar-Zeichen leuchteten, schien der „tote Elvis einfacher zu kontrollieren als der lebende.“ Als Elvis und sein Vater dann auch noch von der Mafia übers Ohr gehauen wurden und als Hauptzeugen in einem Gerichtsprozess aussagen sollten, stand laut Ubaney fest: Elvis muss weg!

Der Autor will sogar ganz genau wissen, wie der Mord ablief: Am Morgen des 16. August passierte ein Post- Liefer wagen das Tor zu Elvis’ Anwesen: Ein Einschreiben für den King! Während der Bote (der, wie sich später herausstellte, natürlich kein Post-Mitarbeiter war) klingelte, schlich sich eine zweite Gestalt zum Hintereingang – und, als Elvis unten den Brief entgegennahm, hinauf in dessen Badezimmer. Dort musste der Killer nur noch auf die Rückkehr seines Opfers warten. Er tränkte einen Lappen mit dem Betäubungs mittel Chloroform. Kaum hatte Elvis den Raum betreten, näherte sich der Mann von hinten und presste ihm den Chloroform-Lappen ins Gesicht. Der Sänger sackte bewusstlos zusammen. Mithilfe einer Spraydose klemmte der Täter dann die Sauerstoff-Zufuhr seines Opfers ab. Elvis Presley starb einen lautlosen Tod. Dass die wahren Umstände nie ans Licht kommen würden, dafür war gesorgt ... – Trotz all dieser Indizien bleibt das traurige Ende des King im Dunkeln. Nur für ein Grüppchen besonders treuer Fans nicht. Die sind sich bis heute sicher: Elvis lebt!

Kathrin Feulner