Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 6 Min.

KILOPREIS-KÖNIGE


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 01.07.2021

Artikelbild für den Artikel "KILOPREIS-KÖNIGE" aus der Ausgabe 8/2021 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild allrad, Ausgabe 8/2021

Zwei alte Bekannte in der Mitte; jüngster Testkandidat ist der Isuzu (links), auch der Toyota ist frisch renoviert

PICK-UPS MAG MAN – oder eben nicht. Das hat unser Kollege Thomas Rönnberg schon vor vielen Jahren geschrieben, und es gilt bis heute.

Steuertechnisch ist der Käufer seit Jahresanfang endlich auf der sicheren Seite mit einem solchen sogenannten „leichten Nutzfahrzeug“. Denn zuvor konnten einer Sonderregelung nach Paragraf 18, Absatz 12 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes zufolge Pick-ups wie ein Pkw besteuert werden, also nach Hubraum und CO 2 -Normausstoß – teuer! Nutzfahrzeug-üblich ist sonst eine gewichtsbezogene Besteuerung. Strittige Fälle gab es vor allem bei den Doppelkabinern; hier nahm das Hauptzollamt die Einordnung vor. Ob der Doppelkabiner als Pkw oder als Leicht- Nutzfahrzeug zu sehen ist, war Auslegungssache und die Kfz- Steuer-Belastung folglich nicht planbar zum Zeitpunkt der Anschaffung. Da wurden Maßbänder gezückt und Innenraumlängen mit der Pritschenlänge verglichen. Offenbar ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Auto Bild allrad. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2021 von DIE NEUE BASIS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE NEUE BASIS
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von END STUFE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
END STUFE
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von DER BESSERE ID.4 ?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DER BESSERE ID.4 ?
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von Der Ur-Benziner wird grün. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Der Ur-Benziner wird grün
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von Kia Sportage, der fünfte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Kia Sportage, der fünfte
Titelbild der Ausgabe 8/2021 von TANKEN DARF KEIN LUXUS WERDEN!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TANKEN DARF KEIN LUXUS WERDEN!
Vorheriger Artikel
GESCHLIFFENES EX- RAUBEIN
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel ALPINAS ALLZWECKWAFFE
aus dieser Ausgabe

... entschieden die Ämter nicht immer zugunsten der Besitzer; Schätzungen gehen von 100 Millionen Euro Mehreinnahmen für den Staat aus.

Das Änderungsgesetz schafft seit Jahresbeginn endlich Klarheit: Ist der Pick-up in den Papieren als Lkw eingetragen, wird er auch als solcher besteuert – und zwar nach zulässigem Gesamtgewicht. Punkt.

Dennoch bleiben Pick-ups kontrovers. Wer nur den Coolness- Faktor sieht oder das reichliche Metall fürs Geld, wird ein solches Fahrzeug möglicherweise schnell leid: sperrige 5,30 Meter lang, hinten arbeiten an Postkutschen erinnernde Blattfeder-Hinterachsen (Ausnahme: Nissan), gern in Tateinheit mit übereifrigen Dämpfern, die das Leiterrahmen-Gefährt auf Betonfugen in eine permanente Stuckerbewegung versetzen. Auf unebener Fahrbahn ist bei allen diese typische Disharmonie spürbar zwischen williger Vorder- und bockiger Hinterachse. Alle unsere Testkandidaten bieten rund eine Tonne Zuladung, eine gewisse Steifigkeit der Hinterhand liegt in der Natur der Sache. Alle vier Lastesel haben diesen typischen Pick-up-Zitterich, der Ford etwas weniger, der Nissan mehr.

Ebenfalls ins Kalkül zu ziehen: Bei den günstigen Einstiegspreisen bleibt es nicht. Eine Schutzwanne (um die 300 Euro), die rund 1700 Euro für ein Abdeckrollo oder um die 2500 Euro für ein Hardtop sind einzurechnen, machen sie den Pick-up doch erst alltagstauglich. Perfekt ausgeführt sind solche Hardtops selten, auch beliebte Abdeckrollos wie die von Mountain Top funktionieren mal auf Anhieb, mal nicht – diese Teile sind offenbar einstellungsempfindlich.

Zum Pick-up-Fahrgefühl zählen auch die eher indirekten Lenkungen. Aber: Alle Kandidaten erweisen sich als fahrsicher – das war nicht immer nicht so. Beim Ausweichen lässt sich keiner aus der Reserve locken, keiner überbremst ein Vorderrad bei dieser Übung. Wir können mit diesen Autos unbeladen bei 70 km/h einen Ausweichhaken beschreiben, ohne einen Überschlag zu riskieren. Vor 20 Jahren war das noch keine Selbstverständlichkeit.

Vom technischen Grundlayout her mögen unsere vier Pick-ups identisch sein – Heckantrieb, Vorderräder elektrisch zuschaltbar, und eine sperrbare Hinterachse ist bei allen serienmäßig. Im Detail aber offenbaren sie deutliche Unterschiede. So sind etwa die Lenkungen mal elektrohydraulisch (Toyota, Nissan), mal elektromechanisch (Isuzu, Ford) servounterstützt. Das Automatikgetriebe in Isuzu und Toyota bietet jeweils sechs Gänge, das im Nissan sieben, die Automatik des Ford zehn.

Irgendeine kluge Detaillösung hat jeder der Kandidaten zu bieten: Der Ford hat als Einziger einen Stromanschluss an der Ladefläche. Der jüngste Testkandidat, der Isuzu, kommt als V-Cross serienmäßig mit einer aufgesprühten elastischen Ladeflächenbeschichtung, die nicht so schnell verwittern und brechen soll wie die übliche Plastikwanne. Leider verhagelt der 1,9 Liter kleine Diesel dem Neuling das Testergebnis, denn Letzterer rappelt beim Losfahren wie ein alter Selbstzünder aus den 1990er-Jahren. Stärken des Isuzu sind der geringe Verbrauch, die Lenkung und der Pick-up-untypisch angenehme Sitzkomfort auf der Rückbank – vor Jahren war es noch die reinste Strafe, in einem Pick-up hinten zu sitzen.

Der Nissan Navara bietet die wirksamsten Bremsen, das variabelste Verzurrsystem (mit Verzurrschlitten, ab Ausstattungslinie Tekna) und insgesamt viel Auto fürs Geld.

Der Toyota Hilux offeriert einen Hauch mehr Bodenfreiheit als die anderen und einen Stahl-Unterfahrschutz von Motor und Getriebe in einer Stärke, für die man sonst zum Offroadausrüster gehen müsste.

Der Toyota auf dem letzten Platz? Wir wissen, dass den Hilux ein Unzerstörbarkeits-Mythos umgibt – dessen Wahrheitsgehalt wir nicht anzweifeln, der ihm aber in einem Testbewertungsschema keinen Vorteil bringt. Obwohl keineswegs das älteste Auto im Vergleich (seit 2016), wirkt er beim Fahren eine ganze Generation hinter den anderen. Und er gibt Punkte ab im Kostenkapitel (15 000-Kilometer- Wartungsintervalle) sowie beim Sitzkomfort hinten. Positiv ragt sein Wiederverkaufswert heraus.

Der Ford Ranger gibt, obwohl die älteste Konstruktion im Vergleich (seit 2013, zwei Facelifts), den Punktesammler und zieht den anderen davon in den Kapiteln Platzangebot, Qualitätseindruck, Sitze, Federung, Getriebe, Agilität, Bremsen und auch bei den Online-Funktionen.

Kurzum: Alle Pick-ups erfordern Zugeständnisse – sei es in Sachen Komfort auf der langen Reise, bei der Parkplatzsuche in engen Großstädten oder auch nur, weil beim Einsteigen bei Schmuddelwetter garantiert immer mindestens ein Hosenbein dreckig wird. Wer sich für einen unserer vier Testkandidaten entscheidet, darf – und wird – sich daran aber sicher nicht stören. Denn: Einen Pick-up mag man eben – oder halt ... na, Sie wissen schon.

Toyota Hilux 2.8 D-4D

4 MIT GRÖSSEREM DIESEL SOUVERÄN, NICHT SPARSAM

Der nachgereichte 2,8-Liter-Diesel stemmt sich gegen den Downsizing-Trend und wirkt klar souveräner als der parallel angebotene 2,4-Liter. Ein Sparwunder ist er nicht. Das liegt an der Automatik- Abstimmung – noch immer keine Stärke von Toyota. Der Automat lässt manuelles Hochschalten oft nicht zu. Im Hilux sitzt der Fahrer näher am Boden als in den anderen (250 mm), er bietet den dicksten Stahl-Unterfahrschutz und die niedrigste Ladeflächenwand. Rahmen, Wandler, Lenkung – alles an diesem Auto wirkt irgendwie weich. Einziger Testkandidat ohne Lendenwirbelstütze im Fahrersitz.

Fondpassagiere wissen nicht so recht, wohin mit den Füßen. Zudem fällt die Lehne zu steil aus – ein Pick-up alter Schule.

Punkte gesamt 524

Per Drehschalter zuschaltbarer Allrad auch beim D-Max, plus Hinterachssperre und Bergabfahrhilfe. Selten: Infotainment mit CD-Schacht, navigiert wird übers gespiegelte Smartphone; Apple CarPlay funktioniert kabellos. Elastisch beschichtete Pritsche. Notbrems- und Notfall-Spurhalteassistent sowie Totwinkelwarner

3 Punkte gesamt 536

FEINE NEUKONSTRUKTION, RAPPELIGER SPARDIESEL

Gerade erschienen, kommt die dritte Serie des D-Max mit dem alten 1,9-Liter-Diesel. Leider rappelt er beim Losfahren laut, klingt rau und angestrengt. Ob das eine gute Idee war, die D-Max-Motorisierung in zwei Schritten (2012 und 2017) zu verkleinern?

Die Sechsstufenautomatik von Aisin schaltet etwas planlos, lässt den Diesel bis 3200 U/min hochdrehen. Auf der Habenseite stehen der geringste Verbrauch im Vergleich, die relativ exakte Lenkung, ungewöhnlich guter Sitzkomfort im Fond und prima Details wie Laderaum-Beschichtung und unterstützte Ladeklappe.

Weiterer Fortschritt: Die Heckkamera hat jetzt die AHK-Kugel immer im Blick.

Nissan Navara 2.3 dCi

2 Punkte gesamt 547

Nissan verwendet einen Nutzfahrzeug-Diesel von Renault, gebaut in Frankreich, und paart ihn mit einer unnötig oft zurückschaltenden Siebenstufenautomatik. Enttäuschend: Einziger mit Schraubenfedern hinten, aber ohne Komfortvorteil. Keiner bremst so gut wie der Navara – der Einzige im Test mit Scheibenbremsen auch hinten. Lenkung sehr schwammig bei Autobahntempo. Schiebedach ist Serie, nimmt aber viel Höhe weg. Schwach: Lenkrad nur höhenverstellbar, nicht längs, Fond mit zu steiler Lehne und wenig Knieraum, wenig robuster Kunststoff-Unterfahrschutz, Heckklappe schwer.

1 Punkte gesamt 565

Ford Ranger 2.0 EcoBlue Wildtrak

PICK-UP MIT WENIG TYPISCHEN NACHTEILEN

TOP-BREMSEN, FEDERUNG TROTZ SPIRALFEDERN DERB

Mit der Kombination aus dem 213-PS-Diesel – bekannt aus dem Raptor - und der einmaligen Zehnstufenautomatik legt der Ford den flottesten Spurt hin, trotz des höchsten Gewichts. Auch der Ranger fährt sich typisch für einen Pick-up, federt aber weniger steifbeinig als die anderen, die elektromechanische Lenkung arbeitet relativ direkt und linear. Sitzkomfort im Fond ähnlich gut wie im Isuzu. Unterfahrschutz auch hier aus Stahl, dünner allerdings als beim Toyota. Praktisch macht den Ford das Raumteilersystem an Schienen auf der Pritsche (im Paket, 1900 Euro Aufpreis), das das Ladegut längs abstützt. Die Ladeklappe ist per Federstahl zumindest etwas unterstützt. Eine Dachreling ist nur bei Ford und Nissan Serie.

FAZIT

Nachteile haben alle diese Pickups – beim Ford Ranger sind sie am wenigsten spürbar, so Pkw-ähnlich und harmonisch fährt er. Es zahlt sich aus, dass Ford immer wieder in dieses Modell investiert hat. Sein Marktführer-Status in unseren Breiten erscheint uns verdient.