Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 6 Min.

KINDER IM NETZ: ABER SICHER!


Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 17/2019 vom 02.08.2019

Im Internet gibt’s für Kinder viel zu entdecken,aber es lauern auch Gefahren . So schützen Sie die Kleinen.


Die ausufernde Nutzung von PCs, Smartphones und Internet kann bei Kindern und Jugendlichen zu ernsthaften Entwicklungsstörungen führen. Das ist keine plumpe Panikmache, sondern Ergebnis einer Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums mit Teilnehmern im Alter von drei bis 14 Jahren. Häufige Folgen sind Konzentrationsschwächen, Hyperaktivität, bei den Kleinsten sogar Sprachstörungen.

Zudem ist das Netz voller Inhalte, die den Nachwuchs verstören und verängstigen können. Eine weitere Gefahr ...

Artikelbild für den Artikel "KINDER IM NETZ: ABER SICHER!" aus der Ausgabe 17/2019 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 17/2019

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Computer Bild. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 17/2019 von Soft- und Hardware für mehr Nachhaltigkeit Verdammt heiß!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Soft- und Hardware für mehr Nachhaltigkeit Verdammt heiß!
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von NEWS Bild der Woche: 1916 New Mobility. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS Bild der Woche: 1916 New Mobility
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von NEWS TOP-STORY DER WOCHE: SICHERER BR OWSER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS TOP-STORY DER WOCHE: SICHERER BR OWSER
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von NEWS DER WOCHE Neue Produkte: IMMER UNTER STROM. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS DER WOCHE Neue Produkte: IMMER UNTER STROM
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von Gewinnspiel IFA: EXKLUSIVE VERLOSUNG: TICKETS FÜR DIE IFA ABSTAUBEN!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Gewinnspiel IFA: EXKLUSIVE VERLOSUNG: TICKETS FÜR DIE IFA ABSTAUBEN!
Titelbild der Ausgabe 17/2019 von „Rocket League“-Turnier: BALLABALLA. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
„Rocket League“-Turnier: BALLABALLA
Vorheriger Artikel
MANN, ALT AUS SIEHST DU
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel DIE GROSSE:LESER WAHL
aus dieser Ausgabe

... sind Abo- und Bezahlmodelle für Online-Spiele mit gezielt eingesetzten Sucht-Mechanismen. Diese Games fressen gern mal das ganze Taschengeld auf. Aber wie schützt man das Wohl der Kinder? Experten raten, die Medienkompetenz der Kleinen zu stärken. Kinder bei Ihren Ausflügen ins Netz zu begleiten und ihnen zu erklären, welche Inhalte gut für sie sind, bleibt das A und O. Aber oft ist eben doch striktes Durchgreifen gefragt. Zum Glück gibt’s Programme, Apps und Einstellungen an PC und Smartphone, dank derer Eltern die Kontrolle behalten. Was Sie dazu wissen müssen, lesen Sie hier.

SICHERER SPASS MIT MEDIEN

Das Internet verschwindet nicht mehr. Und es ist weder sinnvoll noch möglich, Kinder davon fernzuhalten. Leider bieten technische Maßnahmen nie kompletten Schutz vor allen Gefahren. Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), dass Eltern ihren Nachwuchs früh an den bewussten Umgang mit den neuen Medien heranführen. Auf http://bit.ly/BSI-Medien gibt die Behörde Anregungen für ein Eltern-Kind-Gespräch, zudem hat das BSI dort Links zu kindgerechten Inhalten und nützliche Broschüren gesammelt. Viele Tipps und Materialien sind auch auf www.surfen-ohne-risiko.net zu finden.

Auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums gibt’s etwa Netzregeln zum gemeinsamen Bearbeiten und Ausdrucken, einen Passwort-Automaten sowie Vorschläge für kreativen Spielspaß im Internet. Die Rubrik MachMit! listet zahlreiche Kinderseiten nach Kategorien auf.

Sinnvoll beschränken

Auf www.schau-hin.info gibt es neben vielen anderen Tipps auch Empfehlungen für angemessene Medienzeiten. Diese sollten bei Kindern bis fünf Jahren nicht länger als eine halbe Stunde am Stück betragen, zwischen sechs und neun Jahren eine Stunde. Bei älteren Kindern wird ein Zeitkontingent von zehn Minuten pro Lebensjahr am Tag oder eine Stunde pro Lebensjahr in der Woche vorgeschlagen.

FRÜHERZIEHUNG

Komplexe Themen wie PC-Sicherheit müssen für Kinder nicht langweilig sein. Das zeigt Hersteller G Data mit dem Kinderbuch „Lina und die Computerviren“, das den Nachwuchs unterhaltsam an die Materie heranführt. Auf 50 bunt illustrierten Seiten erzählen Jessika Lüning und Ines Maria Eckemann die Geschichte von Lina, die lernt, was PC-Viren anrichten und was man dagegen tun kann. Sie finden das komplette Buch gratis auf der Heft-CD/DVD.

KINDERKONTO AM PC EINRICHTEN

Kind als Benutzer anlegen

Um die Kontrolle über die Aktivitäten Ihres Sprösslings am PC zu behalten, können Sie ein Kinderkonto einrichten. Damit lassen sich Installationen verhindern, Aktivitätsberichte abrufen, Zeitlimits festlegen, Websites sperren und mehr.

In Windows 10 öffnen Sie nun diePC-Einstellungen , indem Sie im Startmenü links auf das kleine Zahnradsymbol klicken. Im nächsten Fenster wählen SieKonten , dannFamilie und andere Benutzer und zuletztMit einem Microsoft-Konto anmelden . Loggen Sie sich mit Ihren Zugangsdaten ein, die Sie ab sofort für Ihr Benutzerkonto auf dem PC verwenden.

Die EMailAdresse Ihres Kindes erscheint nun automatisch als Konto und muss nur noch durch Klicken auf den ButtonZulassen aktiviert werden.

Um das Konto Ihres Kindes zu verwalten, loggen Sie sich in Ihr eigenes MicrosoftKonto ein und wählen unterFamilie den EintragFamilie verwalten . Wenn Sie nun beispielsweise die Bildschirmzeit beschränken wollen, gehen Sie aufComputerzeit und aktivieren im folgenden Fenster den Schalter neben dem Gerät Ihres Sprösslings. In dem nun angezeigten Kalender klicken Sie in eine der Zeitleisten, dann öffnet sich eine Übersicht für diesen Tag. Standardmäßig ist dort 7:00 bis 22:00 Uhr eingetragen. Wenn Sie andere Zeiten festlegen wollen, klicken Sie erst mal daneben aufEntfernen , um diesen Zeitraum zu löschen. Dann geben Sie nacheinander die Anfangsund Endzeiten Ihrer eigenen Freigaben ein und bestätigen jeweils mitHinzufügen , um sie in die Liste aufzunehmen. Ist alles fertig, klicken Sie aufSpeichern , um den Plan zu aktivieren.

PC MIT ZUSATZPROGRAMMEN ABSICHERN

Ein Microsoft-Kinderkonto ist eine gute Grundlage zum Schutz, allerdings reicht es allein nicht. So funktioniert das Blockieren von Websites beispielsweise nur auf den Browsern von Microsoft.

Internet-Security-Suiten

Viele Internetsicherheitsprogramme bieten neben dem Schutz vor bösartiger Software und Hackerangriffen auch Tools für die Kindersicherheit. Wenn Sie beispielsweise Bitdefender in der Version Internet Security und Total Security besitzen, können Sie dafür ein spezielles Modul aktivieren. Dazu gehen Sie im Hauptfenster links unten aufMein Konto und im Fenster dann aufBitdefender Central aufrufen .

Dadurch kommen Sie auf die Konfigurationsseite im Internet, in die Sie sich einloggen und dann den LinkKindersicherung wählen. Auf der nächsten Seite klicken Sie unten auf den ButtonCreate a Child Profile . Es öffnet sich ein Fenster, in dem zunächst Name und Geburtstag des Kindes eingetragen werden, um diesem dann ein Gerät zuzuweisen. Wird ein Geräteeintrag angeklickt, erscheint ein Menü für die Auswahl des Kinderkontos auf dem PC. Dann wird per Fernzugriff automatisch das Kontrollmodul auf dem Gerät installiert. Wenn Sie nun auf den Eintrag Ihres Kindes klicken, gelangen Sie auf eine Seite, auf der sich Aktivitäten und Apps überwachen, Websites nach Kategorien oder über Listen sperren beziehungsweise freigeben und Bildschirmzeiten festlegen lassen.

Spezialfilter

Nicht ganz so detailliert, dafür aber kostenlos klappt das Sperren und Filtern von Websites mit der Software JusProg (www.jusprog.de). Nach der Installation des Programms und Vergabe eines Elternpassworts lassen sich ebenfalls Kinderprofile mit Altersangabe für bestimmte Benutzerkonten anlegen.

Social-Media-Portale wie Facebook oder YouTube können Eltern dann ganz speziell freigeben oder sperren, ebenso die Nutzung von Suchmaschinen. Jus-Prog blockiert außerdem Websites, deren Altersklassifizierung nicht dem Alter des Kindes entspricht. Unbekannte Seiten untersucht die Software vor dem Anzeigen auf unangemessene Inhalte und filtert Fragliches gegebenenfalls raus. Außerdem ist es möglich, Angebote von Hand über Positiv- und Negativlisten freizugeben oder zu sperren.

Internetschutzprogramme wie Bitdefender haben oft ein Modul, mit dem sich beispielsweise Internetzeiten festlegen und Gefahren aus dem Netz abwenden lassen.


„Aufklärung und Technik kombiniert bieten den besten Kinderschutz.“


Heiko Bauer Autor


FRITZBOX MIT SCHUTZFUNKTION

Nicht immer ist es möglich, den PC oder das Smartphone des Kindes direkt zu verwalten, vielleicht weil es schon zu alt dafür ist. Dann hilft ein Internetrouter, der das Internet für einzelne Geräte im Heimnetz beschränken oder filtern kann. Die weit verbreiteten Fritz Boxen von AVM etwa verwenden dafür das Modul der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM).

Schnell eingerichtet

Rufen Sie im Browserfritz.box auf, und melden Sie sich am Router an. Gehen Sie links aufInternet und dann aufFilter . Suchen Sie in der Liste das Gerät Ihres Kindes, und klicken Sie rechts neben dem Eintrag auf dasStiftsymbol . In der RubrikZeitbeschränkung wählen Sieeingeschränkt . Nun lassen sich mit Stift oder Radiergummi Freigabezeiten hinzufügen oder löschen. Aktivieren Sie das Kästchen darunter, um den Gastzugang zu sperren, und weiter unten das Kästchen nebenInternetseiten filtern . Zum Schluss klicken Sie aufOK .

SICHER AUCH MIT ANDROID UND iOS

Smartphones sind heute nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder ständige Begleiter. Das Problem: Sobald der Nachwuchs damit außer Haus ist, können Eltern die Nutzungszeiten nicht mehr kontrollieren. Auch welche Apps die Kleinen installieren, lässt sich schwer beeinflussen. Immerhin haben Google und Apple Möglichkeiten für Eltern geschaffen, die mobilen Aktivitäten des Nachwuchses von ihren eigenen Geräten aus zu überwachen und zu beeinflussen. Bei Android gibt es dafür seit 2017 die Elternaufsicht mit Google Family Link, Apple lässt ab iOS 12 unter der Bezeichnung Bildschirmzeit umfangreiche Einstellungen und Beschränkungen zu. In der Spalte rechts finden Sie noch mehr Apps für beide Smartphone-Betriebssysteme, die weitere Spezialfunktionen zum Schutz der Kinder bieten.

ANDROID

Für Android-Smartphones braucht der Nutzer ein Google-Konto. Dafür gibt es ein Mindestalter, das in Deutschland bei 16 Jahren liegt. Die Einrichtung eines Android-Gerätes für ein jüngeres Kind müssen Eltern daher erst über Ihr eigenes Konto freigeben.

Für die Verwaltung installieren Sie auf Ihrem eigenen Smartphone (auch auf iPhones) die App Google Family Link für Eltern. Nach dem Start führt Sie die App durch das Anlegen eines Google-Kontos. Sie können sich dann als Verwalter des Kontos eintragen und zum Beispiel Nutzungszeiten festlegen. Dazu tippen Sie aufZeiten für die Gerätenutzung , aufEinrichten und aktivieren dann den SchalterTageslimit rechts oben. Nun können Sie für jeden Wochentag eine maximale Nutzungsdauer festlegen. UnterSchlafenszeit lässt sich ein Zeitraum festlegen, in dem der Nachwuchs das Smartphone gar nicht verwenden darf.

APPLE

Bei Apple lässt sich für Kinder unter 13 Jahren kein eigener iTunes-Account einrichten. Kinder können aber als Mitglied einer Familiengruppe angemeldet werden. Das klappt etwa am iPhone nach Tippern aufEinstellungen und Ihren Namen. Tragen Sie Kinder unter der Familienfreigabe ein, anschließend ist auf dem Gerät Ihrer Sprösslinge bereits die Kaufanfrage aktiviert: Sie bewirkt, dass Eltern Käufe im App Store erst freigeben müssen. Außerdem gibt es seit iOS 12 in den Einstellungen dieBildschirmzeit . Darin können Eltern von ihren eigenen Geräten aus für das Kind bildschirmfreie Zeiten einrichten (Auszeit ) und die Nutzungsdauer für einzelne Apps beschränken (App-Limits ). UnterBeschränkungen lässt sich genau festlegen, welche Inhalte iOS herausfiltern soll, welche Apps der Sprössling nutzen darf und welche Gerätefunktionen erlaubt sind.

APPS FÜR KINDERSCHUTZ

Kidslox

Die Kidslox-Kindersicherungsapp kann Internetund App-Nutzungszeiten einschränken sowie Webinhalte filtern. 4 €/Monat, 41 €/Jahr

JusProg

Die Macher des Filterprogramms für den PC haben auch einen speziellen Kinderschutzbrowser für iOS im Programm. Kostenlos

TimeLimit.io

Mit dieser nützlichen App sind präzise Zeitsperren für einzelne Apps oder selbst eingerichtete App-Gruppen möglich. 1 €/Monat, 10 €/Jahr

Salfeld

Die Salfeld Kindersicherung filtert Internetinhalte und kann die Nutzung einzelner Apps per Fernzugriff beschränken. 30 €/Gerät f. 24 Monate


Fotos: iStock; Montage: COMPUTER BILD

Fotos: iStock; Montage: COMPUTER BILD