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Kinder und berufstätige Eltern: Schlechtes Gewissen muss nicht sein


ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2012 vom 21.09.2012

Die Kinderstudie 2010 hat gezeigt, dass größere Kinder es völlig in Ordnung finden, wenn beide Eltern arbeiten gehen – so lange die zeitlich begrenzte Zuwendung sicher und zuverlässig ist.


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Foto: itstock

Viele Mütter , die berufstätig sind, haben einen zuverlässigen, aber lästigen Begleiter, der sich nicht leicht abschütteln lässt: das schlechte Gewissen. Hin- und hergerissen zwischen den Anforderungen der Kinder einerseits und denen des Jobs andererseits haben sie nur allzu oft das Gefühl, keinem von beiden voll gerecht zu werden. Oft genug kommt zusätzlicher Druck von außen: Nach wie vor sehen sich arbeitende Mütter – zumal wenn ihre Kinder noch klein sind – dem reflexhaften Vorwurf ausgesetzt, Rabenmütter zu sein. Erst recht, wenn sie Vollzeit oder gar in verantwortlicher Position arbeiten.

Doch wie finden das eigentlich die Kinder? Leiden sie darunter, wenn nicht nur Papa arbeitet, sondern sich auch Mama im Beruf engagiert? Fühlen sie sich vernachlässigt, haben sie Nachteile in Kita oder Schule?

Zufriedene Eltern wichtig

Die vom Kinderhilfswerk World Vision herausgegebene Kinderstudie 2010 hat mehr als 2.500 Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren danach gefragt – und die fanden es überwiegend in Ordnung, wenn Mutter und Vater arbeiten gehen. Die meisten (78 Prozent) gaben an, dass entweder beide Eltern oder wenigstens ein Elternteil hinreichend, der andere „mal so, mal so“ Zeit für sie haben. Neun Prozent berichteten, dass nur ein Elternteil genügend Zeit für sie aufbringe. Über einen Mangel an Zuwendung klagten dagegen 13 Prozent der Kinder. Das allerdings, ergab die Studie, sind vorwiegend nicht jene, deren Eltern erwerbstätig sind, sondern eher Kinder, deren Eltern arbeitslos oder aus anderen Gründen nicht erwerbstätig sind.

Fazit: Ausreichende Zuwendung und verstärkte Erwerbstätigkeit der Eltern sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Wenn beide Eltern arbeiten, stabilisiert das die häuslichen Verhältnisse und hilft, die gemeinsame Zeit intensiver zu nutzen. Mit anderen Worten: Zufriedene Eltern haben zufriedene Kinder.

Dass besonders die mütterliche Zufriedenheit die kindliche Entwicklung prägt, hat auch der bekannte Psychoanalytiker und Familientherapeut Wolfgang Schmidbauer schon vor Jahren erkannt und eine „ele mentare Rangliste“ erstellt: „Am besten für kleine Kinder ist die zufriedene Hausfrau, dann die zufriedene berufstätige Mutter, dann die unzufriedene berufstätige Mutter. Am schlechtesten für das Kleinkind“, sagt er, „ist die unzufriedene Hausfrau.“

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