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Kinoposter: Action-Heldin in Szene setzen: Tomb Raider


DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 06.06.2018

Gabor Richter zeigt in diesem Tutorial, wie Sie mit Photoshop eine dynamische Umgebung erzeugen und ein Model in typischer Heldenpose inszenieren. Hinsichtlich Pose und Kleidung des Models ließ sich der Fotograf von der neuen Tomb Raider-Verfilmung mit Alicia Vikander als Lara Croft inspirieren.


Artikelbild für den Artikel "Kinoposter: Action-Heldin in Szene setzen: Tomb Raider" aus der Ausgabe 4/2018 von DOCMA. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Gabor Richter; Model: Jessica Bisceglia

DER FOTOGRAFISCHE TEIL

01 „MAKE UP“
Eine Visagistin kümmerte sich nicht nur um die Frisur und das dezente Schminken des Gesichts, sondern brachte auch den ganzen Schmutz auf Haut und Kleidung an. Dieser zeigt, dass die Heldin zuvor schon einiges durchgemacht haben ...

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01 „MAKE UP“
Eine Visagistin kümmerte sich nicht nur um die Frisur und das dezente Schminken des Gesichts, sondern brachte auch den ganzen Schmutz auf Haut und Kleidung an. Dieser zeigt, dass die Heldin zuvor schon einiges durchgemacht haben muss. Da die Schmutzspuren sehr schnell trockneten und dann stumpf wirkten, wurden sie beim Shooting des öfteren mit einem Wassersprüher nachbefeuchtet, um den gewünschten Glanz zu erhalten.

02 LICHT SETZEN
Beleuchtet haben wir unser Model mit zwei Striplights. Das hintere(a) sorgte für Streiflichter entlang der Körperkonturen, während das vordere(b) als Hauptlichtquelle diente. Der von einem Assistenten gehaltene Reflektor(c) hellte die ansonsten sehr dunkel ausfallende Rückenpartie dezent auf.

TIPP: Probieren Sie beim Shooting viele unterschiedliche Posen und verschiedene Kombinationen der Ausrüstungsstücke aus. Beim finalen Bild entschied ich mich für eine Version ohne den hier noch sichtbaren Pfeil-Köcher.

DAS MODEL-FOTO OPTIMIEREN UND FREISTELLEN

03 RAW-ENTWICKLUNG
In Camera Raw nutzte ich die Regler im Bereich»Grundelemente«(a) für eine Farb- und Kontrastanpassung des Bildes. Wichtig waren an dieser Stelle vor allem das Abdunkeln der»Lichter« und das Aufhellen der»Tiefen« , um möglichst viele Details von Haut und Kleidung sichtbar zu machen. Durch kräftiges Anheben der»Klarheit« verstärkte ich die Formen und Strukturen im Bild, also zum Beispiel die Falten von Hemd und Hose und die Schmutzspuren auf der Haut.

TIPP: Um die Hauttöne frischer zu gestalten, bietet es sich an, wie in diesem Fall im Reiter »HSL«, die »Sättigung« und die »Luminanz« für die »Orangetöne« leicht zu erhöhen(b) .

04 MEHR DETAILS
Um noch mehr Details aus Bildern herauszukitzeln, nutze ich gerne das Plug-inColor Efex Pro aus der aktuell noch kostenlos verfügbarenGoogle Nik Collection . Ich duplizierte die Bildebene und setzte im Plug-in den Filter»Detail Extractor«(a) ein, ohne weitere Änderungen vorzunehmen. Über die Schaltfläche»Hinzufügen«(b) kann man im Plug-in weitere Filter hinzuschalten. Darüber wendete ich zusätzlich»Tonal Contrast«(c) an, der etwas anders als der»Detail Extractor« wirkt, diesen aber gut ergänzt.

TIPP: Wenn Sie auf das kleine Dreieck vor »Kontrollpunkte« klicken(d) , wird ein »Deckkraft«-Regler eingeblendet, mit dem Sie die Stärke jedes hinzugefügten Filtereffekts reduzieren können.

05 DODGE & BURN
Auf einer Ebene mit der Füllmethode»Ineinanderkopieren« verstärkte ich die Plastizität des Bildes, indem ich mit weißer Farbe Bereiche selektiv aufhellte und mit schwarzer Farbe andere Bereiche abdunkelte (neutrales Grau hat bei dieser Füllmethode keine Auswirkung). Meine Malspuren zeigen Ihnen, wo ich aufgehellt und abgedunkelt habe. Dabei nutzte ich einen Pinsel mit geringer Deckkraft und wechselte bei Bedarf mit der Taste»X« schnell zwischen Schwarz und Weiß.»Ineinanderkopieren« hat eigentlich den Nachteil, dass Sie durch kräftiges Abdunkeln verbrannt wirkende Haut erhalten. Das können Sie aber auch nutzen, wenn Sie genau diesen Effekt erzeugen wollen.

06 FREISTELLEN
Das»Schnellauswahl-Werkzeug« würde hier wahrscheinlich funktionieren. Doch auch bei glatten Kanten wie diesen muss man oft sehr viel nacharbeiten, damit das Ergebnis gut aussieht. Deshalb nehme ich lieber gleich den»Zeichenstift« , auch wenn das Freistellen damit ein wenig langwierig sein kann. Dafür erhält man direkt exakte Konturen. Nachdem ich Pfade entlang der Konturen gelegt hatte(a) , wechselte ich in das Bedienfeld»Pfade« , klickte mit gehaltener»Strg/Cmd« -Taste auf den Arbeitspfad, um ihn als Auswahl zu laden, und fügte diese dann als Ebenenmaske hinzu. Die Haar-Details optimierte ich über»Auswählen und maskieren« , indem ich mit dem»Kante-verbessern-Pinsel« über die Konturen der Frisur malte(b) .

TIPP: Nutzen Sie den Regler »Weiche Kante« in den Masken-Eigenschaften, um die nach einer Pfadfreistellung sehr harten Korrekturen leicht zu soften.

HINTERGRUND

07 FOTOELEMENTE
Den Hintergrund setzte ich über einer weißen Farbflächen-Ebene aus drei verschiedenen Fotos zusammen. Diese platzierte ich als Smartobjekte, wodurch ich sie bei Bedarf beliebig oft skalieren oder rotieren konnte, ohne Bildqualität zu verlieren. Die Fotos der Felsen stellte mir freundlicherweise Tobias Ackermann zur Verfügung. Mit diesen Bildern gestaltete ich die linke und rechte Hälfte des Hintergrunds und orientierte mich bei der Ausrichtung an einer in Photoshop erzeugten Hilfslinie, mit der ich die Lage des Horizonts festlegte. Auf eine Ebene darüber legte ich mit reduzierter Deckkraft einen wolkenverhangenen Himmel. Ein Schwarzweiß-Verlauf in der hinzugefügten Ebenenmaske sorgt für einen weichen Übergang zum Wasser und lässt den Hintergrund neblig erscheinen.

Hintergrundfotos: Tobias Ackermann

DEN VORDERGRUND UNTER WASSER SETZEN

08 UNTERWASSER-BEREICH ANLEGEN
Mit dem»Zeichenstift« erzeugte ich eine Auswahl des unteren Bildbereichs, dessen obere Kante ich so anlegte, dass sie den Schwung der mir vorschwebenden Wasseroberfläche bildete. Im Bedienfeld»Ebenen« legte ich eine Gruppe an, der ich die Auswahl als Maske hinzufügte. In dieser Gruppe platzierte ich alle Ebenen, die sich nur auf die Unterwasserbereiche auswirken sollten – also beispielsweise eine»Farbfläche« -Füllebene im Modus»Multiplizieren« , die den Unterwasserbereich cyanfarben abdunkelt. Mit einer Kopie dieser Füllebene im Modus»Farbe« konnte ich die originalen Farben der Felsen überschreiben und für eine gleichmäßige Einfärbung sorgen. In dieser Gruppe platzierte ich auch einen passend transformierten Ausschnitt von Felsen aus den Fotos von Tobias Ackermann. Um die Ebene über den Beinen des Models auszusparen, kopierte ich die Maske aus Schritt 6 und invertierte sie. Mit Dodge & Burn passte ich die Helligkeiten der unterschiedlichen Elemente an und sorgte für mehr Tiefe.

09 WASSERKANTE
Um die Wasserkante mit etwas realistisch geschwungener Struktur zu versehen, kopierte ich einen rechteckigen Ausschnitt der Wasseroberfläche aus einem der Hintergrund-Bilder auf eine neue Ebene(a) . Mit»Bearbeiten > Transformieren > Verformen « beziehungsweise»Bearbeiten > Formgitter« erhielt ich nicht das gewünschte Ergebnis. Deshalb nutzte ich den Filter»Verflüssigen « . Dort aktivierte ich die Option»Hintergrund einblenden«(b) mit»Verwenden: Alle Ebenen« bei einer»Deckkraft« von 60 %, um sehen zu können, wohin ich gerade die Pixel mit dem»Mitziehen-Werkzeug«(c) verschiebe. Damit konnte ich den eingefügten Bereich der Wasseroberfläche intuitiv durch Klicken und Ziehen an die im vorigen Schritt festgelegte Wellenlinie anpassen.

10 SPRITZER ENTLANG DER WASSERKANTE
Um die Welle mit Wasserspritzern realistischer darzustellen, kopierte ich mit dem Lasso verschiedene Bereiche aus den Hintergrund-Fotos und fügte diese als neue Ebene ein(a) . Als Füllmethode eignete sich hier»Negativ multiplizieren« , wobei ich mit einer»Tonwertkorrektur« dafür sorgte, dass unerwünschte dunkle Ebenenteile ausgeblendet wurden und nur noch die hellen Pixel übrig blieben(b) . Harte Übergänge glättete ich durch Malen in der Ebenenmaske mit einer weichen Pinselspitze und konvertierte die Ebene in ein Smartobjekt (hier nicht gezeigt). Anschließend nutzte ich»Bearbeiten > Formgitter« , um die Spritzer an die geschwungene Wasseroberfläche anzupassen, und verwendete mehrere Kopien um die Wasserkante interessanter zu gestalten. Ich setzte eine andere Bildstelle der Ozeanfotos ein(c) , um die größeren Spritzer zu erzeugen.

EFFEKTE UND FINALE ABSTIMMUNG

11 FUNKENFLUG UND FEUERSCHEIN
Um links außerhalb des Bildes ein Feuer anzudeuten, fügte ich fliegende Partikel ein. Leider hatte ich bei früheren Gelegenheiten keine hochauflösenden Fotos, sondern nur Videos von Feuerstellen aufgenommen. Doch das hatte den Vorteil, dass ich mir in Quicktime die besten Frames der Film-Clips aussuchen konnte. Davon machte ich dann einen Screenshot und fügte ihn in die Photoshop-Arbeitsdatei ein. Mit der Füllmethode»Negativ multiplizieren « blendete ich den schwarzen Hintergrund der Funken aus. Auf einer weiteren Ebene in der Füllmethode»Negativ multiplizieren« malte ich mit roter Farbe und reduzierter Pinseldeckkraft einen roten Lichtschein an Armen und Rücken des Models ein.

12 HOSE ANFEUCHTEN
Die Hose wirkte sehr trocken. Um Sie nass erscheinen zu lassen, legte ich eine Einstellungsebene vom Typ»Tonwertkorrektur« an und dunkelte hier die Mitteltöne ab. Die Maske der Einstellungsebene kehrte ich um und malte mit weißer Farbe den Abdunklungseffekt selektiv nahe der Wasserkante ein. Hierfür nutzte ich verschiedene Spritzer-Pinselspitzen, die ich auf Deviant-Art fand. Die Downloadlinks haben wir für Sie im Kasten unten rechts zusammengestellt.

13 ENDKORREKTUREN
Die letzten Feinkorrekturen führe ich gern im»Camera Raw-Filter« durch, da hier vieles einfacher und schneller als in Photoshop geht. Ich fasste alle Ebenen mit»Strg/Cmd-Alt-Shift-E« zu einer neuen Ebene zusammen und konvertierte diese in ein Smartobjekt, sodass ich den Filter nicht-destruktiv anwenden konnte. In den»Grundeinstellungen« erhöhte ich die»Klarheit« und die»Dynamik« etwas, um die Details zu verstärken. Ich nutzte dann ausgiebig den»Radial-Filter« , um einzelne Bildstellen selektiv aufzuhellen beziehungsweise abzudunkeln und so den Blick des Betrachters auf das Model zu lenken.(og)

MEHR ZU DIESEM THEMA

Die in Schritt 4 eingesetzte Google Nik Collection können Sie kostenlos unterwww.docma.info/21290 herunterladen. Die Splatter-Pinsel-Spitzen aus Schritt 12 finden Sie auf Deviant-Art überwww.docma.info/21292 undwww.docma.info/21293 .

Der Videokurs zum Tutorial

Dieser Artikel ist ein Auszug aus Gabor Richters zweieinhalbstündigem Fotografieund Photoshop-Tutorial „Poster erstellen im Stil von Tomb Raider“ bei PSD-Tutorials.de. In der Download-Version kostet es 29,95 Euro. Sie finden es über folgenden Kurzlink:www.docma.info/21291