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kita: GUTER START INS KITALEBEN


familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 01.08.2018

Mit einer sanftenEingewöhnung klappt der Wechsel in den Kindergarten. So können Eltern ihre Kleinen dabei unterstützen


Artikelbild für den Artikel "kita: GUTER START INS KITALEBEN" aus der Ausgabe 9/2018 von familie & co. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: familie & co, Ausgabe 9/2018

Teamarbeit: Eltern und Erzieher sollten bei der Eingewöhnung gut zusammenarbeiten


Endlich geht’s los: Der erste Tag im neuen Kindergarten steht bevor – und damit beginnt eine aufregende Zeit. Vor allem für die kleinen Kita- Neulinge. Alles ist anders: fremde Menschen, große Räume, neue Regeln. Bis sie sich damit zurechtfinden, brauchen Kinder vor allem Zeit, je jünger sie sind, desto mehr. Und sie brauchen Erwachsene, die sie gut im Blick haben. „Nur wenn die Kinder sich sicher und ...

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... wohlfühlen, können sie von den Bildungsangeboten in einer Kita tatsächlich profitieren“, schreibt Rahel Dreyer, Professorin für Pädagogik und Entwicklungspsychologie der ersten Lebensjahre, in ihrem Buch „Eingewöhnung und Beziehungsaufbau in Krippe und Kita“ (Herder, 19,99 Euro). Zu den Qualitätsmerkmalen der Kindertagesbetreuung gehöre deshalb auch eine professionelle Eingewöhnung. Sie sorgt dafür, dass der Start für die Kleinen so sanft wie möglich wird und sie in der neuen Gruppe gut ankommen.

Auch kleine „Profis“ brauchen Zeit
Wer vorher schon in Krippe oder Tagespflege war, hat es beim Übergang in die „große“ Kindergartengruppe der Drei- bis Sechsjährigen natürlich leichter. Das sind nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes bundesweit mittlerweile etwa 33 % der Kinder. Sie haben die zeitliche Trennung von ihrer Familie schon einmal bewältigt. Aber: Ohne Eingewöhnung geht es auch bei ihnen nicht. Die neue Gruppe oder Einrichtung ist für sie schließlich genauso fremd wie für die Kinder, die direkt aus den Familien kommen.
Wie eine Eingewöhnung konkret verläuft, dazu gibt es verschiedene Modelle. Das bekannteste ist das „Berliner Eingewöhnungsmodell“. Es wurde ursprünglich für Krippen entwickelt, wird jetzt in abgewandelter Form aber auch mehr und mehr für ältere Kinder genutzt. Kernpunkt dieses Modells ist der Gedanke, dass Kinder sich in der Kita dann wohlfühlen, wenn sie eine sichere Bindung zu einer pädagogischen Fachkraft aufgebaut haben. Das schaffen sie nur mit der Hilfe ihrer Eltern. Am Anfang der Eingewöhnung sind die Kinder nach der Idee des Berliner Modells nur ein bis zwei Stunden im neuen Kindergarten und ein Elternteil – Vater oder Mutter – ist die ganze Zeit dabei. So hat das Kind einen sicheren Hafen, von dem aus es die neue Welt erkunden kann. Dann ziehen sich die Eltern Stück für Stück zurück und die zuständige Fachkraft bringt sich mehr und mehr ein.
Wenn alles klappt, kann das Kind dann schon für kurze Zeit allein in der Gruppe bleiben. Fühlt es sich bei der neuen Bezugsperson gut aufgehoben, kann die Zeit langsam ausgedehnt werden. In dieser Phase brauchen auch Eltern viel Vertrauen und die Bereitschaft, das Kind wirklich abzugeben.


Geschafft: Wenn das Kind freudig mitspielt, ist es in der Gruppe angekommen


Die Eingewöhnung ist gut investierte Zeit
Wenn Vater oder Mutter nicht loslassen können, wird die Eingewöhnung schwierig. Je offener das Verhältnis und die Absprachen mit der neuen Bezugsperson sind, desto leichter wird der Weg fürs Kind. Eingewöhnung ist Teamarbeit. Wie lange sie dauert, ist individuell unterschiedlich. Im Durchschnitt benötigen Kinder sechs bis 14 Tage, um sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Im Einzelfall könne das auch bis zu drei Wochen dauern, erklärt Rahel Dreyer. Kinder brauchen also je nach Persönlichkeit und Temperament ihre individuelle Zeit und sie brauchen von den Eltern das klare Signal: „Alles okay. Hier bist du gut aufgehoben.“
Um Schnelligkeit geht es bei der Eingewöhnung nicht. Wenn das Kind etwas länger braucht, ist das kein Problem, denn diese Zeit ist gut investiert. Am Ende klappt es dann doch – manchmal eben früher, manchmal etwas später.

VERHALTENSTIPPS: Ihr Kind braucht jetzt klare Signale

Sicherer Hafen Bleiben Sie während der Eingewöhnung in der Gruppe zurückhaltend, zeigen Sie Ihrem Kind aber: Wenn du mich brauchst, bin ich da!

Volle Konzentration Seien Sie aufmerksam: kein Handy, kein Lesen, kein Spiel mit anderen Kindern. Das kann Ihr Kind irritieren.

Verlässliche Absprachen Halten Sie sich genau an die abgesprochenen Zeiten.

Langsames Loslassen Überlassen Sie der neuen Bezugsperson mehr und mehr das Feld. „Kleben“ Sie nicht an Ihrem Kind.

Kurze Abschiedsszenen Wenn die Zeit gekommen ist, verabschieden Sie sich kurz von Ihrem Kind – und gehen dann zügig.

Der magische Moment

Auch für diepädagogischenFachkräfte ist die Eingewöhnung keine leichte Zeit, sondern jedes Mal wieder eineHerausforderung. Doch wie lässt sich in kurzer Zeit der richtige Zugang zu einem Kind finden? Das geht nur mitProfessionalität und Gefühl. „Ich schaue dem Kind oft in die Augen und versuche, es wirklich zu sehen, sein Wesen zu erspüren“, sagt Erzieherin Christiane Kollmann, die in einer Kita südlich von Hamburg arbeitet. „Wenn mir das gelungen ist und wir das erste Mal zusammen lachen, ist das für mich immer einmagischer Moment.“

Das Kind bestimmt das Tempo

In vielen Kitas ist die Eingewöhnung längst fester Bestandteil der Pädagogik – so auch bei derFRÖBEL- Gruppe ,die bundesweit 165 Einrichtungen betreibt. Bei der Aufnahme eines Kindes planen alle FRÖBEL-Kitas eine feste Zeit für die Eingewöhnung ein, die sich an etablierten Modellen wie demBerliner Modellorientiert. Die Kinder müssten Stück für Stück die Kita und die Fachkräfte kennenlernen und diese Phase werde behutsam und individuell begleitet, heißt es bei FRÖBEL: „Sie richtet sich nach den Bedürfnissen des Kindes, das das Tempo selbst bestimmt. Auch der partnerschaftlicheAustausch mit den Familienist ein wichtiges Element. Denn nur wenn die familiären Bezugspersonen Vertrauen in die Einrichtung aufbauen, kann das auch dem Kind gelingen.“ Mehr Infos: www.froebel-gruppe.de


FOTOS: GETTY IMAGES/ISTOCK/STEVE DEBENPORT; GETTY IMAGES/ISTOCKPHOTO