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KLASSISCHE ALTERNATIVEN HUMMER H2: HUMMER FÜR DEN ZIVILDIENST


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 08.10.2019

Das Angebot an neuen Geländewagen wird immer dünner. Wer hier seinen Traum vom Wunsch- Offroader nicht mehr verwirklichen kann, hat immer noch die Möglichkeit, auf klassische Alternativen auszuweichen – wie den Hummer H2.


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 11/2019

Im Herbst 2002 debütiert mit dem Hummer H2 der zivile Nachfolger der Geländewagen- Legende HMMWV , alias „Humvee”, von dem 150 000 Fahrzeuge ihren Dienst in der US-Army verrichten. Deren dauernde und martialische Präsenz in der Medienberichterstattung über die Krisenregionen der Erde weckt natürlich auch Begehrlichkeiten bei pazifistischen Offroad-Freaks. So entschließt sich General ...

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Im Herbst 2002 debütiert mit dem Hummer H2 der zivile Nachfolger der Geländewagen- Legende HMMWV , alias „Humvee”, von dem 150 000 Fahrzeuge ihren Dienst in der US-Army verrichten. Deren dauernde und martialische Präsenz in der Medienberichterstattung über die Krisenregionen der Erde weckt natürlich auch Begehrlichkeiten bei pazifistischen Offroad-Freaks. So entschließt sich General Motors – seit 1999 Inhaber der Markenrechte am Hummer – mit dem H2 eine zivile Version des Urgesteins aufzulegen, das gleichzeitig auf Hummer H1 umbenannt wird.
Um die Zivilversion vom martialischen Image des H1 profitieren zu lassen, holen sich die Designer Inspiration vom kriegerischen Schwestermodell: Aufgesetzte Türen und Fenster im Schießscharten- Format dokumentieren dies ebenso wie riesige Abschleppschäkel oder die außen angebrachten Verschlüsse für die Motorhaube.

GROSSE HÜTTE

Für europäische Vorstellungen ist das amerikanische Midsize-SUV ein Riese: 4,82 Meter misst der H2 in der Länge (mit Reserverad am Heck sind es sogar 5,17 m), knapp zwei Meter in der Höhe und mit seiner Breite von 2,06 Metern füllt er die meisten Supermarkt-Parkplätze mehr als nur aus. Wer über die seitlichen Trittbretter den Innenraum entert, kann einen der fünf bis optional sieben Sitzplätze wählen – doch stets werden Großgewachsene mit der geringen Kopffreiheit hadern. Der Fahrer freut sich dagegen über den überdimensionalen Automatik-Wählhebel, der dem Schubregler eines Düsenjets nachempfunden ist, sowie die Bedienelemente im Lenkrad für den Mega-Bordcomputer und das Bose-Soundsystem

KOMFORT STATT SPEED

Mit seiner vorderen Einzelradaufhängung und der schraubengefederten Hinterachse – Technikspender ist der Chevrolet Tahoe – schluckt der H2 im Straßenbetrieb Fahrbahnunebenheiten souverän weg und verwöhnt mit einem Pkw-ähnlichen Fahrkomfort. Mit der direkten Lenkung und dem nicht zu schwammigen Fahrwerk lässt sich das Riesenbaby handlich über die Asphaltpisten dirigieren, wobei früh einsetzendes Reifenquietschen rechtzeitig zur Vorsicht mahnt.
Der Smallblock-V8 schöpft nominell 315 PS aus sechs Litern Hubraum, doch Sportlichkeit ist für den H2 ein Fremdwort. Zwar hat das Vortec-Triebwerk mit seinen maximalen 488 Nm Drehmoment genug Kraft, um bereits ab 1500 Touren für spürbaren Vortrieb zu sorgen. Doch drei Tonnen Masse wollen erst einmal in Schwung gebracht und die riesige Stirnfläche durch den Fahrtwind getrieben werden. Nicht gerade hilfreich ist dabei die ellenlang übersetzte Viergang-Automatik, deren dritte Übersetzungsstufe selbst beim zügigen Beschleunigen von Autobahn- Tempo 120 hinauf zur Höchstgeschwindigkeit von abgeregelten 159 km/h bemüht werden muss. Autobahn-Bolzerei rächt sich so mit Verbrauchswerten von bis zu 30 Litern. Wer es dagegen ruhiger angehen lässt, spart deutlich Sprit und erreicht, ohne zum Verkehrshindernis zu werden, den OFF ROAD-Testverbrauch von rund 23 Litern.

Imposant: Der Automatik-Wählhebel im Düsenjet-Design und die üppige Vollausstattung.


Kommandozentrale: Schalterpaket für Untersetzung und Sperren.


V8 Benziner: Zunächst mit 315 PS, ab Modelljahr 2008 sind es 393 PS.


Sperriges Reserverad: Innen montiert, macht es den Hummer vom Sieben- zum Sechssitzer.


IM GELÄNDE EIN MEISTER

Wird der H2 im Gelände losgelassen, gibt es kaum eine Bodenformation, die ihn vor Probleme stellen könnte. Die Lamellenkupplung, die für die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse zuständig ist, kann manuell gesperrt werden, die kurz übersetzte Reduktion lässt den H2 jede Steigung erklimmen und bremst ihn bergab trotz Automatik zuverlässig ein. Extrem knappe Überhänge sorgen für große Böschungswinkel und die Bodenfreiheit von 25 Zentimetern lässt ihn auch Geländeverwerfungen souverän überfahren. Wenn trotz der guten Achsverschränkung ein oder zwei Räder mal den Bodenkontakt verlieren, hilft die serienmäßige Traktionskontrolle weiter, die per Knopfdruck mehr Radschlupf zulässt – das mobilisiert vor allem auf weichem Untergrund zusätzliche Traktionsreser- ven. Dem gegenüber stehen die üppigen Abmessungen, die speziell im Gelände die Handlichkeit einschränken, und die schlechte Übersichtlichkeit aufgrund der niedrigen Fenster. Und auch das vordere Ende des H2 kann wegen der abfallenden Motorhaube nur erahnt werden.

Geländegänger: Mit einer Bodenfreiheit von 25 Zentimetern und einem Rampenwinkel von 26° überfährt der Hummer die meisten Geländeverwerfungen souverän.


Ausgewogen: Sowohl der vordere als auch …


… der hintere Böschungswinkel betragen 40°.


Vorderachse: Querlenker und Drehstabfedern.


H2 SUT: Unter dieser Bezeichnung bringt GM 2005 auch eine Pick-up-Version des Hummer auf den Markt.


FRISCHZELLENKUR

2005 bringt GM auch eine Pick-up- Version auf den Markt. Der H2 SUT (Sports Utility Truck) ist ebenfalls viertürig, erhält anstatt der dritten Sitzreihe aber eine 87 Zentimeter lange Ladefläche. Der Clou daran: Die Rückwand der Fahrerkabine lässt sich ebenso umklappen wie die hintere Sitzbank, wodurch die Länge der Ladefläche auf 2,03 Meter wächst. Zum Modelljahr 2008 erhält der H2 eine Frischzellenkur, die vor allem den Innenraum (neues Armaturenbrett und überarbeitete Sitze) sowie den Antrieb betrifft. So wächst der Hubraum um 200 Kubikzentimeter auf 6,2 Liter, wodurch die Leistung des Vortec-V8 auf 393 PS steigt und das maximale Drehmoment auf 574 Nm wächst. Gleichzeitig ersetzt GM die uralte Viergang-Automatik durch eine moderne Konstruktion mit sechs Übersetzungsstufen. Dieses neue Antriebslayout tut dem H2 gut: Er absolviert den Standardsprint auf Tempo hundert nun in 7,8 Sekunden und ist damit um dreieinhalb Sekunden schneller als bisher. Die Höchstgeschwindigkeit steigt auf 168 km/h, dafür sinkt der Verbrauch auf 21,4 Liter im OFF ROAD-Test.

Traktionskontrolle: Bringt auf Knopfdruck mehr Radschlupf und damit zusätzlichen Vortrieb.


DES TUNERS LIEBLING

Natürlich regt der große Ami die Phantasien der Tuner an. So bietet GeigerCars einerseits einen Flüssiggas- Umbau an, der die Spritkos- ten senkt, und entwickelt ande-rerseits eine Kompressor- Aufladung, die den H2 „Hannibal” auf 533 PS befeuert. Gleichzeitig liftet er die Karosserie auf eine Höhe von 2,44 Metern, was eine Bodenfreiheit von knapp 30 Zentimeter ermöglicht. Und für alle, denen das noch nicht genug ist, hat der Münchner US-Car-Spezialist dem Hummer einen Kettenantrieb spendiert: Vier Mattracks Gummiketten – an jeder Radaufnahme eine – sorgen für grenzenlose Traktion und 32 Zentimeter mehr an Bodenfreiheit

UNSER FAVORIT

Einen Hummer H2 kauft wohl kaum jemand aus rein rationalen Gründen. Dennoch hinterlässt die zweite Modellgeneration (Modelljahr 2008 bis 2010) im Alltagsbetrieb einen souveräneren Eindruck. Nicht der stärkere Motor ist dafür maßgeblich, sondern die zeitgemäße Sechsstufen-Automatik. Im Gelände dagegen zeigen sich alle Baujahre als erstklassige Offroader, die auch schwierigstes Terrain meistern.

Der Hummer H2 in Deutschland

BAUZEIT
Der Hummer H2 wurde von 2002 bis 2009 gebaut, aber nie offiziell nach Deutschland exportiert. Dennoch weisen die Zulassungsstatistiken der Jahre 2006 bis 2010 rund 600 H2-Zulassungen in Deutschland aus.

DER HUMMER H2 IN OFF ROAD
OR 03/2003: Test Hummer H2 6.0
OR 10/2006: Tuning-Test Hummer H2 6.0 von GeigerCars
OR 01/2009: Fahrbericht Hummer H2 6.2
OR 06/2009: Tuning-Vergleichstest Hummer H2 Geiger XXL, Jeep Wrangler ORZ