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KLASSISCHE ALTERNATIVEN MITSUBISHI PAJERO V80: VON ECHTEM SCHROT UND KORN


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 11.09.2019

Das Angebot an neuen Geländewagen reduziert sich stetig. Wer in den diversen Showrooms der Hersteller seinen Traum-Offroader nicht mehr findet, hat immer noch die Möglichkeit, auf klassische Alternativen auszuweichen. Eine davon: der Pajero der letzten Baureihe V80.


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 10/2019

Anfang 1983 bringt Mitsubishi den Pajero auf den europäischen Markt, entwickelt ihn über Jahrzehnte kontinuierlich weiter und fährt mit ihm reihenweise Dakar-Siege ein – um ihn dann, im vergangenen Jahr, still und leise aus der Preisliste zu streichen: Eine Geländewagen- Ikone verschwindet nach 35 Jahren sang- und klanglos von der ...
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Anfang 1983 bringt Mitsubishi den Pajero auf den europäischen Markt, entwickelt ihn über Jahrzehnte kontinuierlich weiter und fährt mit ihm reihenweise Dakar-Siege ein – um ihn dann, im vergangenen Jahr, still und leise aus der Preisliste zu streichen: Eine Geländewagen- Ikone verschwindet nach 35 Jahren sang- und klanglos von der europäischen Bildfläche, da Mitsubishi die notwendigen Modifikationen zum Einhalten und Erreichen der Euro-6-Vorgaben zu aufwändig erscheinen.
Auf dem Pariser Automobilsalon im Jahr 2006 zeigt sich noch ein ganz anderes Bild: Hier präsentiert Mitsubishi erstmals den Pajero V80, deutsche Kunden müssen sich mit der Auslieferung aber noch bis zum Februar 2007 gedulden. Die neue, vierte Pajero-Generation lehnt sich mit der selbsttragenden Monocoque-Karosserie und Einzelradaufhängung rundum stark an das Vorgängermodell an, doch tatsächlich wurden über 70 Prozent der Fahrzeugteile und Komponenten neu entwickelt und dabei der Anteil an verzinktenblechteilen zum Korrosionsschutz verdoppelt.

Karosserie und Ausstattung

Wieder stehen ein Dreitürer mit kurzem Radstand (2545 mm) und ein 4,9 Meter langer Fünftürer mit 2780 mm Radstand zur Wahl. Dabei ist der Pajero V80 ein „richtiger Geländewagen“ geblieben – ein knapp 1,9 Meter hohes Monument mit Kanten in der Karosserie und steil stehender Hecktür. Der Einstieg in das mit 23 Zentimeter Bodenfreiheit gesegnete Auto gleicht einem Entern. Die Sitzposition ist nahezu erhaben und erlaubt einen souveränen Überblick über das Verkehrsgeschehen. An Raumgefühl und Platzangebot gibt es – speziell im langen Pajero – nichts zu mäkeln. Satte 690 Kilo kann er zuladen und bis zu sieben Personen befördern – alternativ stehen maximal 1,8 Kubikmeter Laderaum zur Verfügung. Und an den Haken dürfen dann nochmal bis zu 3,5 Tonnen schwere Trailer. Neu sind, je nach Ausstattungsvariante, ein hochwertiges High- End-Technikpaket mit 30-Gigabyte- Festplatte für Navigation und Musik-Server, eine Rückfahrkamera und eine 860-Watt-Audioanlage mit zwölf Lautsprechern. Ebenfalls neu ist das „Mitsubishi Multi Communication System“ (MMCS), dessen 30-GB-Festplatte deutlich höhere Zugriffsgeschwindigkeiten bietet als damals übliche Systeme. Auf dessen 6,5-Zoll-Farbmonitor mit Touchscreen-Bedienung können unter anderem Navigationskarten, dreidimensionale Citykarten, Fotos und andere datenreiche Inhalte dargestellt werden.

Hubraumstarke Motoren

Auch beim Pajero der neuen Generation besteht die Wahl zwischen einem 3,2 Liter großen Vierzylinder-Diesel und einem V6 Benziner. Der nun mit Common- Rail-Einspritzung ausgestattete Selbstzünder leistet in Verbindung mit dem serienmäßigen Fünfgang- Schaltgetriebe 160 PS, während in Kombination mit der optionalen Fünfstufen-Automatik 170 PS an der Kurbelwelle anliegen. Dennoch hat der Dieselmotor allerhand mit dem Pajero zu tun. Das gilt einmal mehr für den langen Radstand mit fünf Türen. Immerhin wiegt das Fahrzeug stattliche 2,3 Tonnen. Und so vermittelt der 3,2-Liter-DI-D niemals den Eindruck, dass der Pajero übermotorisiert sei.
Deutlich dynamischer zur Sache geht der erstmals verbaute, aus dem US-Modell Eclipse stammende 3,8-Liter-V6-Benziner mit va riabler Ventilsteuerung „MIVEC” und 248 PS, der bei adäquater Fahrweise aber auf einem deutlich höheren Drehzahl- und Verbrauchsniveau bewegt sein will: Werte von 15 Liter Super auf 100 Kilometer sind realistisch.

@@Motoren: Der 3,2 Liter große Dieselmotor erfreut sich großer Beliebtheit.


@@Verschränkung: Bis zu 190 Millimeter sind möglich.


@@Schaltbefehle: Hebel zum Schalten, keine Knöpfe zum Tippen.


@@Kofferraum: Die Sitzlandschaft im Fond ist äußerst variabel und offeriert einen glatten Boden bis zur Ladekante.


Feintuning für den Diesel

Zum Modelljahr 2009 legen die Ingenieure nochmals Hand an ihr Offroad-Urgestein: Das Ergebnis ist eine auf 200 PS gestiegene Höchstleistung des Diesels bei gleichzeitig deutlich reduziertem CO2-Ausstoß. Möglich wurde dies durch die umfangreiche Überarbeitung vieler Motorenkomponenten wie Zylinderkopf, Kolben, Wasserpumpe, Turbolader, modifizierte Einspritzdüsen und elektroni sche Steuereinheit. Darüber hinaus verfügt der Pajero des neuen Modelljahrgangs über ein Dieselpartikelfilter- System, und ein neues 5-Stufen-Automatikgetriebe sorgt für spürbar weichere Schaltpunkte sowie für mehr Kraftstoff- Effizienz. Um einiges schneller spurtet er nun vom Stand los und überbrückt auch den beim Überholen wichtigen mittleren Geschwindigkeitsbereich souveräner. Das wirkt sich auch auf die Verkaufszahlen aus. Der gleichfalls angebotene, deutlich zu durstige Benziner gerät in der Gunst der Käufer mehr und mehr ins Hintertreffen. Was beim Diesel geblieben ist, sind sein bulliges Drehmoment aus dem Keller (441 Nm stehen bereits bei 2 000 U/min an), aber leider auch das nachlassende Temperament jenseits der Autobahn- Richtgeschwindigkeit. Hier spürt man einfach, dass der Pajero kantig im Wind steht.

Böschungswinkel: Mit dem Mitsubishi Pajero lassen sich Steigungen gut anfahren. Einzig das Heck der langen Version zieht bei einem Böschungswinkel von nur 25° Kerben in das Gelände.


Der hohe Schwerpunkt, das stattliche Leergewicht von weit über zwei Tonnen und sein komfortables, für europäische Verhältnisse sehr weich abgestimmtes Fahrwerk bewirken mitunter, dass sich der Japaner in schnell gefahrenen Kurven merklich zur Seite neigt – und auch die Zahnstangenlenkung mit ihrer geschwindigkeitsabhängigen Servounterstützung trägt aufgrund fehlender Rückmeldung nicht gerade zur flotten Kurvenhatz bei. Der Pajero ist in jeder seiner Adern ein Geländewagen von echtem Schrot und Korn – trotz der beachtlichen Menge an Komfort-Features und Hightech unter demblech.

@@Sitzlandschaft: Die lange Version hält fünf Sitzplätze und zwei weitere im Kofferraum parat.


Aufwändiger Allrad

Zu Letztgenanntem zählt der aufwändige Allradantrieb, der bei Mitsubishi auf den Namen „Super Select 4WD“ hört. Er verteilt über ein Zentraldifferenzial die Antriebskraft des Motors permanent an beide Achsen, wobei im Normalfall ein Drittel davon nach vorne und zwei Drittel nach hinten geleitet werden. Sollte diese vom Werk vorgewählte Standard-Kraftverteilung nicht den gewünschten Vortrieb aufbauen, sorgt eine Visco- Kupplung für die bedarfsgerechte Sperrwirkung zwischen den beiden Achsen. Die Sperrung des Zentraldifferenzials kann der Fahrer aber auch manuell über den zweiten, kleineren Hebel auf der Mittelkonsole vornehmen sowie die Geländereduktion einlegen. Letztendlich ist der Vorderradantrieb auch noch komplett abschaltbar, der Pajero ist dann mit reinem Hinterradantrieb unterwegs.
Mit diesem Permanent-Allrad ist der Mitsubishi Pajero selbst für grobe und anspruchsvolle Geländeausflüge bestens gerüstet und auch die weiteren Geländewerte stimmen zum Großteil. Das Fahrwerk verschränkt zwar ein wenig unwillig, dafür schlägt es selbst bei groben Bodenverwerfungen und Schlaglöchern nicht sofort durch. Bodenfreiheit und Böschungswinkel sind in Relation zu den Karosserie-Abmessungen okay, für steile Bergabfahrten steht eine Bergabfahrhilfe bereit, und für Extremfälle kann auch noch das Hinterachsdifferenzial manuell zu 100 Prozent gesperrt werden (Serie ab Ausstattungsversion „Invite“).

@@Cockpit: Die Instrumentierung wirkt noch modern und lässt nur wenig Wünsche offen.


>>> UNSER FAVORIT

Da neun von zehn Pajero mit Dieselmotor ausgeliefert worden sind, ist nur hier die Auswahl an gebrauchten wirklich groß – wobei die 200-PSVersion den souveräneren Eindruck hinterlässt und auch deutlich sparsamer ist (je nach Modellversion 8,5 bis 9,3 Liter im kombinierten Verbrauch) als der V6-Benziner. Bereits die Ausstattungsversion „Invite“ lässt es an nichts Wesentlichem fehlen, Komfort bringt dann das nächsthöhere Paket „Intense“, während die Top-Ausstattung „Instyle“ schließlich „volle Hütte“ garantiert. Die 2009 lancierte neue Basisversion „Inform“ ist dagegen nur für Puristen empfehlenswert, verzichtet sie doch auf Essenzielles wie Hinterachssperre, Dachreling oder Alufelgen.

Der Mitsubishi Pajero V80 in Deutschland

BAUZEIT Im Februar 2007 geht der Pajero V80 in Deutschland an den Start. Im Frühjahr 2011 verschwindet der V6-Benziner aus den Preislisten und im Juli 2012 erhält der Pajero ein leichtes Facelift. 2018 wird der Verkauf in Europa eingestellt – ohne einen direkten Nachfolger. Für Märkte außerhalb der EU wird der Pajero jedoch bis heute weiter gebaut.

DER MITSUBISHI PAJERO IN OFF ROAD

OR 3/2007: Einzeltest Pajero 3.2 DI-D Fünftürer
OR 5/2007: Vergleichstest Pajero 3.2 DI-D Fünftürer
OR 7/2007: Vergleichstest Dreitürer Pajero 3.2. DI-D Invite
OR 9/2009: Fahrbericht Pajero 3.2 DI-D Fünftürer, Mj. 2009
OR 7/2011: Gelände-Vergleichstest Pajero 3.2 DI-D Fünftürer
OR 5/2012: Megatest Pajero 3.2 DI-D Fünftürer
OR 9/2013: Megatest Dreitürer Pajero 3.2 DI-D 3-Türer
OR 5/2014: Vergleichstest Pajero 3.2 DI-D Fünftürer