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KLASSISCHE SPITZEN


video - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 05.04.2019

Durch das Wettrüsten von 8K gegen OLED wird Sonys beste 4K LCD-TV Serie dieses Jahr XG95 heißen. Mit Local Dimming und Superchip besitzt sie Technologien, die es bisher nur teurer zu kaufen gab. Wir testen das 65-Zoll-Exemplar.


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Bildquelle: video, Ausgabe 5/2019

Sony hat im Bereich der Spitzengeräte in den letzten Jahren viel Boden gutgemacht. Die OLEDs bestechen durch eine unsichtbare, aber äußerst präzise Klangerzeugung, und bei LCD-Geräten hatte die legendäre „Z“-Serie durch über 1000 lokal dimmende Backlight LEDs neue Dimensionen von Schwarz eröffnet. Dieses Jahr sollen die „Z“-Fernseher bereits ein 8K-Panel bekommen, dessen ...

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... gigantische Auflösung ja erst in Zukunft richtig etwas bringen wird. Und damit wird der hier getestete KD-65XG9505 einer der sinnvollsten LCD-TVs des Jahres werden. Mit 2800 Euro unverbindlicher Preisempfehlung liegt er knapp unter dem ZF9 des letzten Jahres, mit dem er technisch extrem vergleichbar ist. Weitere Größen sind 55_ (2000€) und 75_ (4500€). Eine 85_-Variante, deren Preis noch nicht fest steht, soll im Laufe des Jahres folgen.

Der besagte KD-65ZF9, das Topmodell von 2018, kam erst letzten Herbst auf den Markt, sodass wir ihn in unserer Ausgabe 11/2018 testen konnten. Seinen Bildverarbeitungschip „X1 Ultimate“ finden wir jetzt auch im 65XG9505, genauso wie die Verbesserung des Schwarzwertes durch lokales Dimmen der Hintergrundbeleuchtung. Im Grunde gleichen sich auch Ausstattung und Bildfeatures. Das ist aber bei allen 9ern von Sony, also den Top- TVs, der Fall. Unterschiede gibt es hauptsächlich beim Panel, der Kontrastoptimierung, HDR-Brillanz und Featuredetails. So entdecken wir beim Blick durch unser Labormikroskop ein klassisches, messerscharfes VA-Panel, das eher dem direkten Vorgänger entliehen scheint als dem letzten „Z“. Letzterer besaß eine zusätzliche Filterscheibe, die das Licht horizontal verteilte und den Blickwinkel deutlich erhöhte. Sony nennt diese Technologie „X-Wide Angle“, und bei den neuen XG95ern ist sie den 75_- und 85_-Modellen vorbehalten. Im 65XG9505 wird ein Panel eingesetzt, das für VA-LCD-Verhältnisse bereits einen ordentlichen Blickwinkel bietet – aber halt keinen besonders tollen.

Echte Innovationen

Sonys eigentliche Sensation des Produktjahres 2019, die wir in diesem Gerät das erste Mal miterleben dürfen, ist die Rückbesinnung auf klassische Fernsehwerte. Endlich wurde die alte Fernbedienung mit ihrem „Action- Menu“ und „Discover“ ad acta gelegt und auf ein übersichtlicheres Exemplar im Metall-Look gesetzt. Und was vor ein paar Jahren, als Sony auf Android als Betriebssystem umstieg, noch undenkbar schien, wurde jetzt konsequent umgesetzt: Man kann aus jeder App oder Quelle heraus, ja sogar vom Hauptmenü weg schnell auf TVSender zugreifen und einfach fernsehen. Die „TV“-Taste bildet unter dem Navigationskreuz das Zentrum der Fernbedienung, und wenn man sie drückt, erscheinen am unteren Bild rand kleine Vorschaubilder mit Senderkennung, Programmname und Balken für die bereits abgelaufene Zeit. Das ist schön übersichtlich. Genauso intuitiv werden andere Quellen wie AV-Eingänge und Digitalmedien gehandhabt. Die Auswahl erscheint bei Druck der Eingangswahltaste (siehe Foto rechte Seite unten). Das Action- Menü, das sich die Verantwortlichkeiten relativ unkoordiniert mit den Einstellungsmenüs teilte, ist jetzt Geschichte. Beim Druck der „Zahnrad“- Taste erscheint ebenfalls am unteren Bildrand ein Setup-Menü, dessen Inhalte man sich sogar konfigurieren kann. Wer wie wir häufig die Bildeinstellungen optimiert, legt sich den Knopf dazu nach vorn ins Auswahlmenü. Von diesem zentralen Anlaufpunkt kommt man zu jeder Einstellung. Er blendet sich sogar über dem eigentlichen Hauptmenü ein (Home, siehe Bild rechte Seite), das mit Android 8.0 nun auch sehr übersichtlich, schnell bedienbar und inhaltsbezogen ist – und sogar die TVSender enthält.

Sonys neue Funkfernbedienung sieht viel besser aus als die alte und bringt gewaltige Vorteile.


Die Rückwand und ihre Anschlüsse sind nicht ganz so geschlossen wie bei denTopmodellen. An beiden Füßen lassen sich jedoch Kabel bündeln und herunterführen.


Das Beste beider Welten

Natürlich stehen bei Android als modernem Betriebssystem die tollen Apps und zukunftsweisende Kommunikationsmethoden im Fokus, doch optimal fernsehen sollte man mit einem TV-Gerät doch auch können. Dazu ist der Doppeltuner mit USBAufnahmefunktion und übersichtlichem Programmführer nun bestens gerüstet. Auf der Smart-TV-Seite wird das ergänzt durch schier unendliche Möglichkeiten an smarten Extras. Selbst das Programm Kodi, das seinerseits Hunderte von Medienerweiterungen liefern kann, lässt sich auf dem MT5893-Chip (Quadcore A73) installieren. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit erscheint deutlich höher als bei den Vorgänger-TVs. An Streamingservices sind alle entscheidenden Partner an Bord, auch Medienquellen gibt es zuhauf. Dank Android-Basis klappt das Spiegeln von Smartphones per „MiraCast“ problemlos. DLNA-Steaming ist eine Selbstverständlichkeit, doch ein eingebautes Chromecast ist schon etwas Besonderes. Mit einem Firmwareupdate wird dieses Jahr auch die Applewelt mehr Freunde an Sony-TVs bekommen. Die Geräte werden kompatibel zu Airplay 2, und sogar mit dem HomeKit zu steuern sein. Von Google hat dieser XG9505 den Assistenten zur Verfügung gestellt bekommen: Heißt, dass er die ganze Welt von Google per Sprachbefehl unter Kontrolle hat. Erst auf ausdrücklichen Wunsch hin hört der TV selbst mit, was im Raum gesprochen wird, und leitet die Befehle intelligent weiter – oder gibt Suchergebnisse beziehungsweise Ratschläge preis.

Kalibration

Bildprofis gefällt es besonders, wenn TVGeräte eine automatische Kalibrierung unterstützen. Bei diesem Sony muss man eine Calman Bravia Android App installieren und bekommt den 20-Punkt-Weißabgleich sowie Profimodi freigeschaltet. Mit unserer kostspieligen Calman-Suite, einem Messgerät und Generator klappt dann Autocal schnell und sehr präzise.

Durch die schlanke Form an den Seiten wirkt der Körper gar nicht stolze sieben Zentimeter tief. Zudem sehen die Standbeine von vorn äußerst dezent aus.


Alles für höchste Qualität

Jedes Jahr wird etwas mehr aufgerüstet, was besondere Verbesserungen des Bild- und Tonerlebnisses betrifft. Sony hatte dafür den steinigen Weg zu DolbyVision erfolgreich beschritten, jetzt kommt per Firmwareupdate noch DolbyAtmos hinzu, dessen Daten über den erweiterten Ton-Rückkanal (eARC) von HDMI an Soundbars oder Surroundanlagen weitergegeben werden können. Netflix hatte ja letztes Jahr bereits seinen eigenen kalibrierten Modus erhalten, nun steht IMAX Enhanced – ebenfalls per Update – in den Startlöchern. Von HDR10+ ist jedoch keine Rede.

Viel wichtiger für uns als Fetischisten studionaher Bildverarbeitung war Sonys Entscheidung, einen ordentlichen Abgleich der RGB-Balance und des Farbraums in den Menüs zugänglich zu machen. Das wurde erweitert durch die Möglichkeit einer automatischen Kalibration mittels Profiequipment, wie im Kasten linke Seite unten getestet. Schon im Werkssetup überzeugte uns der 65XG9505 jedoch mit einer exzellenten Voreinstellung.

Farben wie im Studio

Wie üblich ist die erste Einstellung nach dem Aufstellen des TVs, „Standard“, bereits leicht überzogen und spielt zu viel mit Schärfe und Artefaktbewältigung herum. Wer auf „Kino“ oder „Benutzer“ wechselt, erhält jedoch sofort eine überaus neutrale und angenehme TV-Darstellung, an der es erst einmal nichts zu meckern gibt. Sogar wer wie wir die Lichtstärke respektive das Backlight hochtreibt und damit die brutale Akzentuierung aller Quellfehler in Kauf nimmt, ist überrascht, dass das nicht weh tut. Sonys Glättung von quellbedingtem Banding, am besten in Kombination mit leichter Artefaktoptimierung, hilft sogar bei den unterirdischen SDShoppingkanälen oder Youtube. Gut, wenn man in etwa weiß, was die vielen Einstellungen zur Reality Creation und den Enhancern bewirken. Auch bei HDR lässt Sony nichts anbrennen und wird mit stabilen kalibrierten 1100 Nits vielen Masterings ohne großartiges Clippen völlig gerecht. Der Farbraum ist dabei groß und wird intelligent genutzt. Das für den Schwarzwert und damit Kontrasteindruck entscheidende lokale Dimmen konnten wir nur in circa sechs Spalten, die sehr gut abgesoftet sind, nachweisen. Vertikal gibt es viel mehr Cluster, die neben der effektiven Abdunklung von Letterboxbalken für ein Scannen des Backlights eingesetzt werden. Hier werden die Übergänge der LCDFrames genutzt, um eine besonders flüssige Wiedergabe von Bewegungen zu gewährleisten. Die Schärfe von bewegten Objekten ist damit besser als bei vielen Konkurrenten, die sogar dasselbe Panel einsetzen. Dass der „X1-Ultimate“ Chip, der seine Algorithmen bereits mit maschinellem Lernen optimierte, lange bevor künstliche Intelligenz zum Buzzwort wurde, bei Skalierung, Säuberung und Verbesserung des Bildes Großartiges leistet, ist nichts Neues. Mit „Object-based HDR-Remaster“ wurde jetzt eine Nahfeld-Kontrastverstärkung addiert, die Anteile des Bildes akzentuiert, die sonst durch zu große oder zu flaue Helligkeitsdifferenzen kaum wahrnehmbar wären. So wird jetzt nicht nur allen HD-Inhalten ein HDRLook, sondern sogar HDR eine noch bessere Durchzeichnung verliehen – natürlich leicht abweichend vom Studio- Original.

Eine kleine Innovation hat Sony dem Klang angedeihen lassen. Zusätzlich zu den zwei Breitbändern, die nach unten feuern, befinden sich kleine Hochtöner außen an der Rückwand, die seitlich strahlen. So wird vor allem Sprache besser differenzierbar und räumlicher, da sich die Schallquelle nicht virtuell unter dem TV befindet. Am Mangel an Grundtönen ändert sich dadurch natürlich nichts.

Der KD-65XG9505 steht leicht geneigt auf seinen nach hinten ausladenden Füßen. Zu den Seiten hin strahlende, kaum erkennbare Hochtöner (Pfeil) bringen etwas Pfiff in die klangliche Räumlichkeit.


Das Hauptmenü von Android 8 ist schön übersichtlich und inhaltsstark, das neue Toolmenü am unteren Rand ein riesiger Vorteil.


Die Einstellungen sind bestens sortiert. Am unteren Bildrand werden Quellen und Programme schneller gewählt denn je.


Klassisches Panel
Dieses VA-Panel ist unter dem Mikroskop nicht von den Vorgängern zu unterscheiden. Erst das größere Modell hat X-Wide-Angle.


Blickwinkel
Wie bei VA-LCDs (Vertical Alignment) üblich, ist der Kontrast von vorn exzellent, fällt aber schnell ab, da Schwarz verblasst.


• = ja // – = nein *Abkürzungen für Smart-TV-Dienste: A=Amazon, Ap=Ampya, D=Deezer, G=Google, M=Maxdome, Mg=Magine, N=Netflix, R=Rakuten-TV, S=Sky, Sv=Save.TV, So=Sony E.N., Sp=Spotify, Vc=Videociety, Vl=Videoload, W=Webbrowser, Y=Youtube, Z=Zattoo

AUS DEM MESSLABOR

Bildmessung HDTV

Ohne großartige Korrekturen wird im Modus „Anwender“ ein Bild gezeigt, das fast Studioambitionen entwickelt. Dazu ist es auf Wunsch noch mit fast 600 Nits brutal brillant.

Bildmessung UHD-HDR BT.2020

Auch hier ist der Messgraph von EOTF und Weißabgleich kaum zu erkennen, liegt doch alles zu nah an den Sollkurven. Mit 1100 Nits Helligkeit und 93% DCI-Fläche wird sattes HDR gezeigt.

Fazit

Was erst nach dezenter Produktpflege aussah, erwies sich im Alltagstest als Riesenschritt für Sony: Gute Bildqualität und überwältigendes Smart-TV gehen jetzt mit leichter Bedienung einher.