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KLEIN, CROSS UND EIN BISSCHEN GENIAL


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auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 29.12.2021

VERGLEICHSTEST | Mini-SUV

ES IST VIELLEICHT KEIN GENIESTREICH MEHR, jedoch ein ziemlich sicherer Weg zum Erfolg: Autos, die sich verkaufen sollen, werden höhergelegt – und im Kleinwagensegment dann sehr gern Cross genannt. Inzwischen sind es so viele, dass wir hier längst nicht alle Typen beisammen haben, die sich so nennen. Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir also nicht. Aber unser Testfeld ist immerhin ein besonders buntes.

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Gemeint ist nicht der glänzende Lack. Es geht vielmehr um die unterschiedlichen Fähigkeiten dieser vier kleinen Crossover. Nach Antrieben sortiert sieht die Sache so aus: Honda und Toyota treten mit Hybridtechnik und CVT-Getrieben an. Der Unterschied: Beim Yaris Cross handelt es sich (wie bei den beiden Europäern) um einen Dreizylinder, der Jazz Crosstar hat hier den einzigen Vierzylinder unter der Haube. Und im T-Cross und im C3 Aircross boostet statt eines ...

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... E-Motors ein Abgasturbolader. Dazu verfügen beide über ein manuelles Sechsganggetriebe.

Haben sich Ihre Präferenzen zugunsten des einen oder anderen Mini-SUV bereits verschoben? Abwarten, denn auch sonst gehen die vier ihren Job ziemlich unterschiedlich an. So nimmt der ganz frisch überarbeitete und nach wie vor etwas pummelig wirkende Citroën C3 Aircross hier die Rolle des gemütlichen Kumpels ein, der es gern gemächlich angehen lässt. Der Honda Jazz Crosstar, seit 2020 auf dem Markt, gibt das kleine, clevere Bürschchen, baut in diesem Crossover-Quartett am kürzesten, schmalsten und flachsten. Denn er ist als Einziger kein eigenständiges Modell, sondern die rustikal beplankte Version des Honda Jazz – und wie dieser mit pfiffigen Details am Start. Der Yaris Cross hat erst vor wenigen Wochen den europäischen Markt erreicht und wirkt optisch besonders bemüht, als echter SUV wahrgenommen zu werden. Dabei setzt er auf eine dynamische Linie, fährt zum Beispiel (wie der VW) mit einem mächtigen 18-Zoll-Räderwerk vor und streckt sich noch ein paar Zentimeter länger als der C3. Und der VW T-Cross? Der alte Hase ist bereits seit 2018 auf dem Markt und ein stets bemühter Kavalier, möchte es vielen recht machen und am besten nirgendwo anecken.

! Recht tief sitzt man im Honda (60 cm), am höchsten im Citroën (67 cm). In VW und Toyota sind’s 63 cm

Grundsätzlich übrigens gut, dass keiner hier das Thema SUV übertreibt. Auf Allrad können (und müssen außer dem Yaris) alle verzichten, Gewichte und Verbräuche bleiben so im verträglichen Rahmen. Dass es hier nicht um Prestigegehabe, sondern vornehmlich um höheres Sitzen, um bessere Platzverhältnisse und um einen größeren Kof ferraum geht, nimmt man den kleinen Crossies mit ihrem leicht abenteuerlichen Look sofort ab – genau das finden wir ein bisschen genial. Wer das mit dem Cross-Sein am besten hinbekommt, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

TOYOTA YARIS CROSS 1.5 HYBRID

489 Punkte

Sparsamer, vergleichsweise harmonischer Hybridantrieb, umfangreiche Sicherheitsausstattung und viele Assistenten an Bord.

Geringste Platzverhältnisse, nur mäßige Funktionalität und geringe Variabilität. Dazu teuer und nur kurze Wartungsintervalle.

WIR SIND BEEINDRUCKT! Optisch ist Toyota mit dem Yaris Cross ein großer Wurf gelungen. Richtig routiniert spielt der Neue die traditionelle Hybrid-Karte aus. Der eingespielten Einheit aus Verbrenner, E-Motor und CVT-Getriebe merkt man fast nicht an, dass Toyota sein System hier erstmals mit einem Dreizylinder paart. Vor allem in der Stadt geht es besonders entspannt voran, wo es Spaß bereitet, problemlos Verbräuche unterhalb von vier Litern zu realisieren. Doch leider macht der Crossover zu wenig aus seiner Größe, was man vor allem im Fond spürt. Bereits der Zustieg über die nicht sehr weit öffnenden Türen ist beschwerlich. Und auf der Rückbank bekommen große Typen schnell Beklemmungen. Außerdem hadern wir mit der Abstimmung des Fahrwerks. Schon über kleinere Kanten stolpern die 18 Zoll großen Räder ziemlich ungeschickt. Und auf unebenen Landstraßen wird es im Yaris Cross am unangenehmsten.

Der Hybridantrieb wirkt souverän, das Fahrwerk nicht

Seine drei Konkurrenten geben hier eine bessere Figur ab, stressen Fahrer und Passagiere merklich weniger. Auch beim Preis kann dieser Japaner nicht punkten. Zwar ist die Elegant-Ausstattung ziemlich komplett, kostet aber saftige 7300 Euro. Sind in Summe knapp 30 000 Euro – etwas viel Geld für so wen ig Auto.

4 Unsere Platzierung

CITROËN C3 AIRCROSS PURETECH 110

492 Punkte

Gute Variabilität, dazu größter maximaler Stauraum und höchste Zuladung. Günstigster Grund- und Testwagenpreis.

Wirkt beim Fahren recht behäbig, mit über 38 Metern langer Bremsweg. Totwinkelwarner nicht serienmäßig an Bord.

EIN UNAUFGEREGTER TYP! Beim C3 Aircross hat Gemütlichkeit Vorrang. Wer sich darauf einlassen kann, der nimmt seine langen Schaltwege und die grundsätzlich eher behäbige Gangart wohlwollend in Kauf, lässt sich vom C3 Aircross entspannt über die Straßen tragen und genießt auf 67 Zentimeter Sitzhöhe den besten Ausblick.

Dank guter Variabilität, großem Kofferraum und viel Zuladung schließt der Franzose das Karosserie-Kapitel noch als Zweiter ab. Doch in den weiteren Wertungskapiteln bleibt der Crossover dann ziemlich blass. Besonders komfortabel ist er nicht, was auch auf das Konto der Sitze geht, die nur in optischer Hinsicht liebevoll gestaltet wurden. Auf schlechten Straßen war es das mit der Gemütlichkeit angesichts starker Aufbaubewegungen. Dazu wirkt sein Dreizylinder im Vergleich zu seinen Konkurrenten nicht besonders gut gedämmt. Dass die Fahrleistungen nur mäßig sind, stört weniger als die schwachen Bremsen, allein hier können die Mitstreiter bis zu sechs Punkte mehr einfahren. Ganz vorn mischt er dann wieder bei den Kosten mit. Zum Preis-Leistungs-Sieger reicht es zwar nicht, doch dank seines besonders günstigen Kaufpreises und der geringen Wartungskosten schafft er es gerade noch aufs Treppchen.

Der C3 Aircross ist ein Typ für die entspannte Gangart

3 Unsere Platzierung

HONDA JAZZ e:HEV CROSSTAR

523 Punkte

Genügsamer Hybridantrieb, hohe Variabilität, kleiner Wendekreis, guter Komfort, bestes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Unter Last lauter Antrieb, jenseits von 130 km/h geht dem Motor die Puste aus. Keine Anhängevorrichtung bestellbar.

SCHRÄG IST NUR DIE OPTIK. Denn wer am Steuer des Jazz Crosstar sitzt, wird schnell zum Fan. Das beginnt schon bei der Übersicht. Trotz seiner relativ knappen Abmessungen fühlt man sich selbst in der zweiten Reihe dank ausreichend Platz und gemütlicher Sitze wohl. Dazu lassen sich die „Magic Seats“ einfach hochklappen, sodass in Sekundenschnelle ein zweiter, gut nutzbarer Laderaum entsteht – clever! Und Honda beweist mal wieder, dass sie es beherrschen, einen stimmigen Hybridantrieb auf die Räder zu stellen. Ja, die Gasannahme ist einen Tick verzögerter als beim Yaris Cross. Und unter Last wird es eine Spur kerniger. Doch mit dem Sprit kann der Honda genauso gut knausern, er gleitet ebenso unangestrengt dank seines stufenlosen CVT-Getriebes durch die City. Angenehm: Ab 100 km/h ist er hier sogar der Leiseste. Beim Federungskomfort erreicht er fast das hohe Niveau des VW. Nach kurzer Eingewöhnung wird man auch mit dem Infotainmentsystem warm, das sogar kabelloses Apple CarPlay beherrscht. Dank des moderaten Preises, der längeren Garantie (drei Jahre) und des variableren Innenraums arbeitet sich der Jazz Crosstar dicht an den ersten Platz heran. Und schnappt sich den Preis-Leistungs-Sieg.

Der kleine Crosstar wirkt ziemlich erwachsen

2 Unsere Platzierung

VW T-CROSS 1.0 TSI

529 Punkte

Sehr gute Platzverhältnisse, toller Komfort, drehfreudiger Dreizylinder, effektive Bremsen, günstige Typklasseneinstufung.

Spärliche Sicherheitsausstattung, hoher Grundpreis, dazu teure Ausstattungspakete. Nur zwei Jahre Garantie.

SO KANN MAN DAS MACHEN! Die Schwächen des T-Cross sind weit schneller abgehandelt als seine Stärken. Dennoch zollen wir dem VW erst mal Respekt für seine rundum gelungene Abstimmung. Antrieb, Fahrwerk und Karosserie – hier leistet sich der kleine Kraxler keine Fauxpas. Das manuelle Sechsganggetriebe ist stimmig abgestuft, lässt sich dank kürzerer Wege und besserer Ergonomie flotter durchschalten als im Citroën.

Und sein sauber abgestimmtes Fahrwerk wird sogar kaum von den großen 18-Zöllern beeinträchtigt. Und wer häufig zu viert unterwegs ist, dem sei der T-Cross mit seinem großen und bequemen Fond besonders nah ans Herz gelegt. Obendrein nimmt er mit 1,1 Tonnen auch noch am meisten an den Haken.

Wie immer ein Ärgernis: die hohen Preise. Zum Grundpreis von 20 240 Euro summiert sich beim Testwagen die 6070 Euro teure Ausstattungslinie Style.

Die größte Schwachstelle des T-Cross: sein hoher Preis

Und das Navi Discover Pro ist darin noch nicht enthalten, kostet weitere 2110 Euro extra – autsch! Zumal die Konkurrenz für weniger (Honda) oder das gleiche Geld (Toyota) auch noch einen aufwendigeren und sparsameren Hybridantrieb an Bord hat. Das beste Gesamtpaket liefert dennoch der VW, auch wenn es diesmal knapp war.

1 Unsere Platzierung

PL ATZIERUNG

Punkte maximal 800

TEST- SIEGER

1. VW T-Cross Viel Platz, Komfort und etwas Sportlichkeit bringen den Sieg. 529 Punkte

2. Honda Jazz Crosstar Effizient, clever, günstig – nur knapp unterlegen. 523 Punkte

3. Citroën C3 Aircross Sehr variables Schnäppchen, Komfort mäßig. 492 Punkte

4. Toyota Yaris Cross Sparsam, jedoch teuer und nicht sehr geräumig. 489 Punkte

FAZIT

STEFAN NOVITSKI, MIRKO MENKE

Die vielen Stärken des VW führen konsequenterweise zum Sieg. Doch das war knapp: Der clevere Honda zog beinahe am teuren T-Cross vorbei. Citroën und Toyota fallen hier etwas ab. Weil der Yaris Cross nur mit seinem wirtschaftlichen Antrieb überzeugen kann, nicht aber beim Preis, schafft es der Aircross noch auf das Treppchen.