Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 8 Min.

Klein ganz groß


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 13.03.2019

Olympus OM-D E-M1X: Für unseren aktuellen Test hatten wir das bisher größte, schnellste und teuerste OM-D-Modell im Labor. Olympus will damit Profis ansprechen, die auf starken Wetterschutz, hohes Tempo und umfangreiche Ausstattung Wert legen.


Artikelbild für den Artikel "Klein ganz groß" aus der Ausgabe 4/2019 von ColorFoto. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Fotos: Hersteller, Sabine Schneider, Wadim Herdt, Image Engineering

Mit der OM-D E-M1X als Fortsetzung der 1972 gestarteten OMReihe bringt Olympus ein neues Flaggschiff oberhalb der OM-D E-M1 Mk II. Die E-M1X wirbt mit langer Akkulaufzeit, Robustheit, hohem Tempo, Top-Autofokus und dem zweiten Handgriff für Aufnahmen im Hochformat – dieser macht das Gehäuse ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 5,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ColorFoto. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Ausblick ins Heute. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ausblick ins Heute
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Canon EOS RP: P wie „popular“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Canon EOS RP: P wie „popular“
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Fujifilm X-T30: Leistungsstark und kompakt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Fujifilm X-T30: Leistungsstark und kompakt
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Ricoh WG-6: Outdoor-Kamera mit GPS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ricoh WG-6: Outdoor-Kamera mit GPS
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Ricoh GR III: Understatement 3.0. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ricoh GR III: Understatement 3.0
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Kompakte von Panasonic: Für die Reise. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Kompakte von Panasonic: Für die Reise

... zugleich groß und sorgt für den professionellen Look. Mit der – weiter erhältlichen – E-M1 Mk II hat die M1X den 20-Megapixel-Sensor im Micro-Four-Thirds-Format gemeinsam. Beim Preis sind die Unterschiede aber deutlich: Mit 3000 Euro kostet die M1X 1300 Euro mehr als eine M1 Mk II. Offenbar ist die X-Version für professionelle Wildlife-, Sport- und Actionfotografen konzipiert.

Gehäuse und Verarbeitung

Ein Novum an einer Spiegellosen ist ihr integrierter Batteriehandgriff, mit dem die E-M1X als fast quadratischer Koloss erscheint. Zumindest im Segment der MFT-Kameras ist die Größe von 14,4 x 14,7 x 7,5 cm mehr als ungewöhnlich. Die E-M1X bringt ohne Objektiv knapp 1 kg auf die Waage. Dennoch ist sie gut 1,5 cm kleiner und 400 g leichter als die Nikon D5 – aber fast doppelt so schwer wie die E-M1 Mk II. Trotzdem liegt die Neue besser in der Hand. Im Quer- oder Hochformat, mit oder ohne Handschuhe: Die ausgeprägten Griffwülste geben sicheren Halt. So spielt die X-Version zwar nicht die Größenvorteile des MFT-Formats aus, bietet aber Platz für gleich zwei Akkus vom Typ BLH-1, die in nur zwei Stunden vollständig geladen sind und dann nacheinander entladen werden. Damit toppt die E-M1X laut Hersteller die Ausdauer ihrer Mark-II-Schwester um das 2,5-fache – in der Praxis hat man wirklich den Eindruck, die Kamera wird eigentlich nie leer. Da ist es nur konsequent, dass die E-M1X einen doppelten SD-Kartenschacht hat.
Der Body aus einer robusten Magnesiumlegierung ist nach firmeninternen Angaben noch zuverlässiger gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet, als dies CIPX1-Standards gewährleisten: Spritzwasser- und Frostschutz bis -10°C, und dies selbst beim Anschluss von Fernbedienkabel, Mikrofon oder Kopfhörer. Der Sensor vibriert nun bis zu 30 000 Mal pro Sekunde, um unliebsame Staubpartikel zu entfernen.

Sensor

Angesichts der Größe mag es überraschen, dass im Gehäuse weiterhin ein MFT-Sensor (17,3 x 13 mm) mit einer Auflösung von 20,4 Megapixeln steckt. Doch damit bleibt die Systemkompatibilität erhalten. Die Signalverarbeitung und die AF-Steuerung übernehmen gleich zwei True-Pic-VIII-Bildprozessoren. Sie unterstützen die beiden High-Speed-UHS-II-Kartenfächer und spezielle Aufnahmefunktionen wie den verbesserten Pro-Capture-Modus, die Live-Graufilter-ND-Funktion und den neuen Motiverkennungs-AF. Der M1X-Sensor ist beweglich gelagert und gleicht Bewegungen entlang von fünf Achsen aus.

Bedienung

Trotz ihrer eher ungewöhnlich klobigen Abmessungen macht das Fotografieren mit der E-M1X auf Anhieb Spaß, denn die Bedienung geht nach einer Eingewöhnung recht geschmeidig vonstatten. Die Tasten und Einstellelemente wurden mit unterschiedlicher Haptik ausgestattet, und der Auslöser, die beiden Einstellräder, der neue Fokus-Joystick, die AEL/AFLTaste, der ISO-Knopf, die Taste für die Belichtungskorrektur und zwei weitere Tasten sind doppelt vorhanden: an identischer Position in Quer- und in Hochformatlage. Insgesamt stehen 27 Tasten, zwei Joysticks, zwei Hebel, vier Einstellräder, ein Moduswahlrad, zwei Auslöser und ein Einstellknopf parat, von denen sich die meisten zudem individuell konfigurieren lassen. Neu ist die erweiterte C-Lock-Funktion des Hebels unter dem Display, die eine Seite komplett oder nur einzelne Funktionen sperrt. Welche das sein sollen, ist über das Menü zu konfigurieren. Auch an vier Custom-Funktionen wurde gedacht, die sich nebst den PSAM-Modi auf dem verriegelbaren Modusrad befinden. Szenen oder eine Automatik gibt es nicht, daneben nur noch eine Bulb- und eine Videoposition, wohl aber sind im Aufnahmemenü 1 unter dem Punkt „Bildmodus“ 15 Art-Filter versteckt. Das Menü hat deutlich zugelegt und offeriert seine immense Funktionsvielfalt in sieben Untermenüs – das fordert seine Einarbeitungszeit. Zur Vereinfachung hat Olympus der X-Version ein neues „Mein Menü“ verpasst, in dem sich auf vier Unterseiten jeweils bis zu sieben Menüpunkte ablegen lassen, was den Fotografenalltag deutlich erleichtert.

Profiausstattung DieAufnahmeprogramme hat Olympus auf die Profifunktionen PSAM plus Bulb, vier Custom- und eine Videofunktion beschränkt und verzichtet auf eine Komplettautomatik und diverse Szenetools und. Auf die Art-Filter greift man über das Menü zu. Neu ist auch die haptisch punktierte ISO-Direkt-Taste.


Im Aufnahmemenü 2 kann man nun mit der Funktion „Hochaufgel. Aufnahme“ zwischen Freihand- und Stativ-Modi wählen. In beiden Fällen berechnet die Kamera ein hochaufgelöstes Ergebnisbild, das auf mehreren Einzelbildern basiert (Fotos 1 bis 4 unten).


Die Motivverfolgung im AF-Tracking-Modus ist neu hinzugekommen. Je nach Einstellung „Zug“, „Flugobjekte“ oder „Motorsport“ stellt die Kamera automatisch auf entsprechende Objekte scharf und verfolgt sie (Fotos 1 bis 5 rechts).


Im Aufnahmemenü 2 kann der Fotograf die „Live ND Aufnahme“ aktivieren. Je nach gewähltem Filtertyp wandelt die Kamera die Angabe in einen Belichtungswert um und reduziert die Belichtungszeit entsprechend (siehe S. 41 unten).


1


2


3


4


Wenn hohe Auflösung gewünscht und eine Motivbewegung ausgeschlossen ist, hilft die Hi-Resolution-Funktion (Hochaufgel. Aufnahme). Anders als bei der E-M1 Mk II hat man hier die Wahl zwischen dem Stativ- und dem-Modus. Bei der Aufnahme vom Stativ macht die Kamera ein 50-MP-JEPG und ein RAW mit 80 MP (2), dessen Detailniveau deutlich höher ist als das von „normalen“ JPEGs mit 20 MP (1). Bei Freihandaufnahmen erhält man Bilder mit 50 MP (JPEG und RAW). Die unvermeidlichen Handbewegungen reduzieren die Abbildungsleistung. Je nach Zeit, Brennweite und „Schüttelfaktor“ fallen die Ergebnisse mal besser, mal schlechter – doppelte Strukturen – aus (3 und 4). Grundsätzlich hat aber gerade die Freihandfunktion Zukunft.

Alles neu Die Rückseiteder E-M1X erinnert nur sehr vage an die Schwester E-M1 Mk II: Das Tastenlayout ist komplett überarbeitet, neu sind die beiden Joysticks. Der bewegliche Monitor mit 345 667 RGBPixeln ist gleich geblieben, dafür bietet der Sucher jetzt eine 0,83-fache Vergrößerung.


Unterm Strich gibt es also fast 40 Bedienelemente, ein gigantisches Menü und Diskussionen in der Redaktion: Überforderung des Fotografen oder großartige Konfigurationsvielfalt?

Display und Sucher

Auf dem dreh- und schwenkbaren 3-Zoll-Touchscreen mit 345 667 RGBPixeln kann der Fotograf per Touch-Funktion auch den Fokuspunkt setzen. Noch zielsicherer lässt sich das mit dem Joystick erledigen. Wichtige Aufnahmeparameter wie Gitterlinien, Wasserwaage, Histogramm und Belichtungsvorschau lassen sich einblenden. Ein zusätzliches Kontrollpanel zeigt optional 28 Einstellungen auf dem Bildschirm direkt an. Es lässt sich per Joy-stick anpassen. Beim Sucher kombiniert der Hersteller einmal mehr Altes mit Neuem: Die Auflösung von 766 666 RGB-Pixeln ist geblieben, aber mit einer Vergrößerung von 0,83-fach (Mark II: 0,74-fach) hat die E-M1X jetzt einen der größten Sucher am Markt. Er beeindruckt mit kurzer Reaktionszeit und flüssiger Wiedergabe. Ein Näherungssensor switcht automatisch zwischen Display- und Sucherbetrieb, die Touch-Funktion bleibt praktischerweise auch im Suchermodus aktiv. Allerdings haben wir ein zweites Display auf der Kameraschulter vermisst. Das gehört bei der Konkurrenz in dieser Klasse zum Standard und sollte angesichts der Gehäusegröße der E-M1X an Bord sein.

1


2


3


4


5


Tracking-Funktion: Die Kamera kann beim Scharfstellen mit dem kombinierten Autofokus „C-AF + TR“ bestimmte Arten von Motiven erkennen und verfolgen, was bei Motiven mit hohem Tempo – Rennwagen, Zügen und Flugobjekten – herausfordernd ist. Im Test funktionierten das Fokussieren und die Verfolgung der vorbeifahrenden Autos bei Landstraßentempo gut. Zwar war nicht jedes Bild gestochen scharf, doch nur wenige Aufnahmen waren wirklich misslungen.

Video und Zubehör

Die OM-D E-M1X beherrscht Cinema-4K (C4K, 4096 x 2160 Pixel) mit 24 B/s sowie UHD (3840 x 2160 B/s) und Full-HDs (1920 x 1080 Pixel) mit 30 B/s, Full-HD-Zeitlupen sind mit 120 B/s möglich. Um die für Dokumentar- und Naturaufnahmen typischen veränderlichen Belichtungsbedingungen auszugleichen, werden Log-Aufnahmen unterstützt. Zur Ausstattung gehören ein Mikrofon- und ein Kopfhöreranschluss sowie ein Micro-HDMI-Ausgang. Erwähnenswert sind die Feldsensoren, die aus GPS- und Temperatursensor, Manometer und Kompass bestehen. Sie speichern geografische Daten wie Längen- und Breitengrad, Temperatur, Höhe und Ausrichtung der Kamera und fügen diese Aufnahmedetails den Bildern hinzu. Mit der Anti-Flicker-Funktion erkennt die E-M1X die Flickerfrequenz von Kunstlicht und kompensiert ungleichmäßige Belichtung und Farbgebung in Serien. Ein Flickerscan unterdrückt Streifenmuster, die durch die Verwendung des „Silent Modus „(elektronischer Verschluss) und bei Videoaufnahmen entstehen können.

Autofokus

Das AF-System der E-M1X basiert auf dem der M1 Mk II mit 121 Phasen-AFKreuzfeldern und 121 Kontrast-AFFeldern. Der Fotograf kann natürlich auch mit einer Auswahl arbeiten, die dann auf 1, 9 oder 25 Punkte zugreift. Die AF-Positionen für Vertikal- oder Horizontalmodus lassen sich anpassen. Fokuspunkte kann man einzeln oder als Gruppe per Touchscreen festlegen und mit dem Joystick schnell verschieben. Es gibt eine zuverlässige Gesichts- und Augenerkennung sowie eine neue Motiverkennung im Tracking-Modus, die optional automatisch auf Züge, Flugzeuge oder Motorsportfahrzeuge fokussiert und im Test überzeugend funktionierte. Zwar waren nicht alle Bilder einer Serie scharf, aber die Ausbeute war insgesamt sehr gut. Neu ist neben der „AF-S+MF“-Funktion die „AF-C+MF“-Funktion, mit der man nun auch den kontinuierlichen AF manuell überschreiben kann. Die Fokus-Stacking-Funktion verarbeitet bis zu 15 Aufnahmen zu einem Bild mit mehr Schärfentiefe. Der verbesserte Pro-Capture-Modus kann vor der finalen Auslösung bis zu 35 Bilder aufnehmen. So lässt sich später die beste Aufnahme auswählen, was im Test gut funktionierte. Neben der High-Res-Stativ-Funktion, die mit bis zu 80 MP aufnimmt, steht nun die High-Res-Shot-Funktion zur Verfügung, die freihand 50-MPAufnahmen ermöglicht. Die Stativlösung sorgt für sichtbar mehr Details, bei der Freihandfunktion konnten wir kein Plus gegenüber der Standardaufnahme feststellen. Auch im zweiten Anlauf waren die Einzelbilder für eine optimale Verrechnung offenbar zu stark gegeneinander verschoben. Neu ist auch die integrierte Live-ND-Funktion (Graufilter), die Überbelichtungen bei langen Verschlusszeiten vermeiden soll. Bei inaktivem Autofokus ermöglicht die E-M1X Highspeed-Serien mit maximal 59 B/s, sowohl JPEGs als auch RAWS, dabei sind maximal 49/50 Bilder pro Serie möglich. Der Autofokus arbeitet blitzschnell, leise und treffsicher: Die Zeiten von 0,1 bis 0,2 s bei 300/30 Lux sind spitze.

Integrierter Graufilter Wenn lange Belichtungszeiten erwünscht sind, soll die ND-Funktion Überbelichtungen vermeiden. Dazu kombiniert sie Aufnahmen mit kürzerer Belichtung zu einem Foto. Das Resultat wirkt wie eine Aufnahmen mit langer Belichtungszeit. Diesen Effekt kann eine Live-Simulation am Display darstellen. Die Testaufnahme entstand mit einem EV-Filter von drei Blenden bei 0,5 s Belichtungszeit.


Passender Moment Die M1X schafft 59 B/s bei abgeschaltetem AF – eine schnelle UHS-II-Karte und unbewegte Motive vorausgesetzt. Zwar hält sie diese Rate nur rund 50 Bilder durch, dennoch sind die 59 B/s vor allem im verbesserten Pro-Capture-Modus nützlich: Bei halb durchgedrücktem Auslöser zeichnet die E-M1X fortlaufend auf und speichert zusätzlich zur Aufnahmesequenz die letzten 35 Bilder vor dem Auslösen. Bei 50 Bildern in Serie wird somit der Weg des Wassers perfekt sichtbar.


Bildqualität

Mit dem 20,4-MP-MFT-Sensor und zwei TruePic-VIII-Bildprozessoren erreicht die OM-D E-M1X mit 1890 LP/BH eine noch höhere Grenzauflösung als die E-M1 Mark II und hält sie über den ISO-Bereich auch länger. Bis ISO 3200 verliert sie mit dann noch 1847 LP/BH gesamt nur 43 LP/BH. Auch bei den Dead-Leaves bewegt sich die E-M1X auf entsprechend höherem Niveau, wobei sich der Vorteil von teils mehr als 200 LP/BH insbesondere in niedrigen Kontrastbereichen über den gesamten ISO-Bereich zeigt. Allerdings weisen die DL-Cross-Kurven und das Kantenprofil mit ausgeprägten Over- und Undershots darauf hin, dass die E-M1X stark in das Kantenprofil eingreift und Kontraste viel aggressiver nach oben zieht als die Mark II. Die aggressive Nachschärfung lässt die Bilder teils unnatürlich knackig wirken, und es können verstärkt Artefakte und Doppelkonturen auftreten. Deutlicher früher als bei der 1 Mark II steigt das Rauschen an und erreicht mit 2,4 VN bei ISO 1600 einen ungewöhnlich hohen Wert – aber dies ist halt die Kehrseite der höheren Auflösung. Insgesamt ist die Bildqualität bis ISO 400 sehr gut, danach kann sich aber ein Wechsel zu RAW lohnen.

Sabine Schneider, Autorin


Fazit Mit der OM-D E-M1X liefert Olympus ein sehr attraktives Modell hinsichtlich Schnelligkeit, Robustheit und Bedienbarkeit, dank ihres im MFT-Lager exklusiven Hochformatgriffs. Gegenüber der M1 Mark II punktet die M1X mit ihrem größeren Sucher, dem besseren Wetterschutz, Freihandaufnahmen mit 50 MP und der erweiterten Pro-Capture-Funktion. Zugleich verspielt der Griff aber den Größenvorteil des MFT-Systems – kompakt sind natürlich weiterhin die Objektive. In puncto Tempo und AF-Geschwindigkeit liegt die M1X etwa gleichauf mit der E-M1-Mk-II-Schwester. Bei der Bildqualität hat Olympus die Auflösung weiter nach oben getrieben und bezahlt dies mit stärkerem Rauschen – hier wäre weniger mehr. Am Ende bleibt ein großes Fragezeichen: Wie groß ist der Markt für ein 3000 Euro teures und ausgezeichnet ausgestattetes Gehäuse, das die Größe mancher KB-Kamera toppt, aber die Leistungsgrenzen des MFT-Sensors natürlich nicht sprengen kann? War MFT nicht gerade deswegen so sexy, weil viel Leistung auf kleinem Raum Platz fand? Oder wird die Größe des Bodys unwichtig, wenn ohnehin vier Objektive im Koffer liegen?