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Kleine Plagen


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 60/2018 vom 05.10.2018

Sie sind klein, aber gemein. Sie knabbern, zupfen und zerren an unseren Ködern und töten uns durchdauernde Fehlbisse den letzten Nerv. Was tun gegen unerwünschte „Mitesser“ im Forellensee? Dieter Schröder hat so seine Erfahrungen mit den Quälgeistern gemacht und weiß Rat.


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Bildquelle: ANGELSEE aktuell, Ausgabe 60/2018

Minibarsch statt Forelle. Und es war ein so schöner Biss …


Größere Barsche schrecken auch vor knackigen Mehlwürmern nicht zurück.


Ich sitze am Teich und angele auf Wels und Stör, da wegen der großen Hitze in diesem Sommer kein Besatz an Forellen stattgefunden hat. Langsam setzt sich die Pose in Bewegung, zieht einen halben Meter zur ...

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... Seite und taucht dann ab. Aber mein Anschlag geht ins Leere. Und das wiederholt sich in den nächsten zehn Minuten noch dreimal. Dann endlich hängt etwas am Haken. Es ist aber nicht der erhoffte afrikanische Wels, dem ich meine Würmer angeboten habe. Zum Vorschein kommt ein Krebs …

KREBSE

Gerade im Sommer sind diese Grundbewohner besonders aktiv und interessieren sich für die Köder, mit denen vielfach auf die besagten Welse und Störe geangelt wird. Diese Köder sind Würmer, Räucherlachs oder Fischfetzen. Kurz gesagt, die Krebse sind bei diesen Ködern einfach nervig. Da stellt sich klar die Frage, wie kann man mit diesen Plagegeister umgehen?

Geht es auf die Welse, kann der Köder 15 bis 20 cm über Grund angeboten werden. Die Welse neh-ihn auch in dieser Tiefe, Krebse bleiben dagegen in der Regel am Grund. Geht es auf Stör, sollte man überlegen, ob man nicht mit Boilies oder Pellets angelt. Zwar werden auch diese von den Krebsen attackiert, allerdings in nicht so hohem Maße. Wenn in Grundnähe auf Forellen geangelt wird, sollte der Köder ebenfalls 15 bis 20 Zentimeter über Grund schweben. Keine Schwierigkeiten mit Krebsen gibt es nach meiner Erfahrung beim Angeln mit Forellenteig.

Wer mit Maden am Grund angelt, darf sich über Bisse von Gründlingen nicht wundern.


Wer viele Fehlbisse auf kleine Köder hat, weil sich die Plagegeister daran gütlich tun, sollte es mit größeren Happen versuchen. Forellen lassen sich davon nicht abhalten.


Zur Ehrenrettung der Krebse sei gesagt: Krebse werden gezielt besetzt, da sie verendete Fische fressen und so verhindern, dass die Wasserqualität leidet. Deshalb sind sie, auch wenn sie nerven, eigentlich sehr nützliche Teichbewohner.

GRÜNDLINGE

Kommt es auch ohne Krebs-Besatz zu Bissen auf Fischköder oder auf Würmer am Grund, kann hierfür der Gründling die Verantwortung tragen. Diese kleinen Friedfische tummeln sich nämlich auch in dem einen oder anderen Angelsee. Um sie zu umgehen, gilt das gleiche wie beim Krebs: den Köder höher anbieten.

Bei Maden als Köder nützt das allerdings wenig, denn die zählen zur Lieblingsspeise der Gründlinge. Sie sollten deshalb in Teichen, in denen Friedfische oder auch Minibarsche vorkommen, nach Möglichkeit auf diesen Köder verzichten. Wollen Sie ihn doch benutzen, so angeln Sie am besten mit Bündeln von acht bis zehn Maden auf einem größeren Haken. Diese Happen sind den kleinen Plagegeistern zu groß, werden aber von Forellen ohne Schwierigkeiten genommen. Selten zu groß ist ein Madenbündel aber eventuell vorkommenden Barschen.

BARSCHE

Die kleinen Stachelritter beißen auf alles, was sich bewegt und machen auch mitunter vor einem Tauwurm nicht Halt. Insbesondere sind es aber Würmer und Maden, die Minibarsche zum Biss reizen. Auch Bienenmaden oder Mehlwürmer stehen auf ihrem Speiseplan. Man trifft die Barsche zu allem Überfluss auch noch in jeder Wassertiefe an. Mein Tipp: Kommen zu viele Barsche vor, dann sollten Sie beim Forellenangeln auf Teig setzen oder einen Lebendköder mit Teig kombinieren.

Schön, aber unerwünscht. Rotfedern und andere kleine Weißfische kommen in vielen größeren Teichen vor und beißen auf fast alles.


Krebse sind zwar nützliche Wasserbewohner, können aber beim Grundangeln auf Welse und Störe zur Pest werden.


Beim Stör-und Welsangeln sind die Barsche wegen der größeren Köder in der Regel, nicht ganz so nervig. Wenn Barsche im Teich vorkommen, sollten Sie in jedem Fall den Betreiber fragen, ob Sie die Fische entnehmen sollen.

FRIEDFISCHE

Gerade in größeren Teichen siedeln sich schnell diverse Friedfische an oder werden von den Betreibern ausgesetzt, um den Pflanzenbewuchs zu reduzieren. Was für das Gewässer gut ist, kann aber die Angler nerven. Rotfedern oder Rotaugen knabbern gern an kleinen Ködern. Deshalb sollte man auf ein bis drei Maden, kleine Würmer und Mais als Köder verzichten. Vereinzelt vergehen sich die Friedfische auch an einer Bienenmade oder einem Mehlwurm. Größere Köder, mindestens drei Stück am Haken, sorgen meist für Abhilfe. Da die Rotaugen in allen Wassertiefen präsent sind, bringt eine Veränderung der Angeltiefe hier leider nichts.

STICHLINGE

Der für mich größte Plagegeist in den Teichen ist eigentlich der Kleinste, nämlich der Stichling. Er wird nicht besetzt, sondern gelangt durch den Zufluss von Wasser aus Bächen in die Angelteiche. Dort vermehrt er sich zum Teil enorm und kann beim Angeln mit Mehlwürmern, Bienenmaden und normalen Maden zur Plage werden. Ich habe es sogar einmal erlebt, dass ich mit einem Haken zwei Stichlinge gleichzeitig an Land beförderte. Einer hing am 12er-Haken, der zweite hatte sich darunter an der Bienenmade festgebissen.

An einem bestimmten Teich, den ich öfter besuche, angele ich wegen der Stichlingsplage nur noch mit Teig oder Pellets, aber selbst die Pellets wurden schon von den Winzlingen angegangen. Tiefenwechsel bringt bei Stichlingen auch nichts, man muss einfach mit größeren Ködern angeln, also statt einem Mehlwurm oder einer Bienenmade ruhig drei Stück auf den Haken ziehen, wobei der Haken etwas größer als normal gewählt werden kann. Teig schützt auch hier vor dauernden nervtötenden Bissen.

Auf der rechten Seite habe ich zusammengestellt, was mir gegen die kleinen Plagen geholfen hat.

Eine Horde Stichlinge im Teich kann einen zur Weißglut treiben.


Forelle und sonst nix: Mit Paste am Haken ist man vor den meisten Köder-Räubern sicher.


Das kann doch einen Stichling nicht verschrecken … Das Pellet war zu groß für den kleinen Quälgeist, aber die darunter sitzende Made des Kombi-Köders hat er fest gepackt.


Abhilfe

Was kann man tun!

● Angeln Sie auf Welse, wenn Krebse oder Gründlinge vorkommen, nicht ganz nah am Grund!
● Störe beißen auch auf Boilies und Pellets!
● Beim Forellenangeln ist Teig so gut wie immun gegen die kleinen Plagegeister.
● Ansonsten angeln Sie mit mehreren Lebendködern am Haken oder kombinieren Sie Teig und Lebendköder.
● Setzen Sie ruhig etwas größere Haken ein, auch so können Sie die eine oder andere Kleinfisch-Attacke vermeiden.

Fotos: D.Schröder

Fotos: D. Schröder