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KLEINE STÖPSEL GROSSER SOUND


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 08.04.2022

In-Ear-Kopfhörer

WIRELESS-IN-EAR-KOPFHÖRER

Egal ob in der U-Bahn, im Büro oder beim Sport: Kabellose In-Ears – auch True-Wireless-Kopfhörer genannt – stecken mittlerweile in vielen Ohren. Die kleinen Bluetooth-Stöpsel haben ihre Kabelkollegen in der Beliebtheit abgehängt – nicht zuletzt wegen des großen Erfolgs der Apple AirPods.Wer die haben will, muss um die 200 Euro hinlegen. Doch es geht auch günstiger. Dank der großen Konkurrenz um den Platz im Ohr gibt es Stöpsel bekannter Marken wie JBL und Sony inzwischen schon für unter 100 Euro. COMPUTER BILD hat jeweils sieben Modelle beider Preislagen getestet. Was dürfen Musikfans von den günstigen Modellen erwarten? Was können AirPods & Co. besser? Hier gibt’s Antworten.

Fester Sitz ohne Druck

Wichtig für genussvolles Musikhören ist ein hoher Tragekomfort. Die kleinen Stöpsel sollten fest im Ohr sitzen, dort allerdings auch keinen unangenehm starken ...

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... Druck aufbauen. In der unteren Preisklasse boten die Panasonic RZ-B210 die beste Mischung aus sicherem Halt und angenehmem Tragegefühl. Im Lieferumfang befinden sich Dichtgummis (Ear-Tips) in drei Größen. Da ist für die meisten Ohren etwas Passendes dabei, allerdings wären noch einige Zwischengrößen wünschenswert. In dieser Preisklasse sind aber mehr als drei Aufsatzgrößen eher die Ausnahme. Im Bereich um 200 Euro protzt der Testsieger von Technics mit sieben Aufsätzen.

1 Die Ear-Tips lassen sich einfach tauschen. Hier bei den Sony. 2 Die Ladeboxen wie die von Tribit beziehen Strom über USB-C. 3 Über Touch-Flächen an den Außenseiten lassen sich viele In-Ears bequem bedienen, im Bild die Testsieger Technics EAH-AZ60.

Mit einem Tipper zur Musik

Kaum Unterschiede gibt es bei der Bedienung: An den Außenf lächen der Stöpsel befinden sich entweder Touch-Flächen oder Tasten. Per Tippen oder Drücken geht’s dann beispielsweise zum nächsten Titel oder mit der Lautstärke rauf oder runter.

Besonders überzeugend war hier Newcomer Grell. Firmengründer Axel Grell war lange Jahre Entwickler bei Sennheiser. Die TWS/1 lassen sich per Tipp,Wisch und kreisenden Fingern komplett ohne Handy steuern. Die vielen Gesten erfordern zwar etwas Übung, nach kurzer Zeit klappt das jedoch gut. Grell ist aber auch der einzige Hersteller der 200-Euro-Klasse, der sich eine ergänzende App spart. Bei den günstigen Modellen bietet nur die Hälfte der Hersteller eine App an.

KLEIN & PRAKTISCH

Apple geht einen Sonderweg und hat nur eine Android-App. Macht aber nichts. iPhone-Besitzer haben ihre AirPods 3 über die Geräteeinstellungen des iPhones voll im Griff. Die besten Apps liefern in beiden Preisklassen Jabra und JBL. Über das Smartphone können Nutzer etwa den Ladestand einsehen und den Klang per Equalizer anpassen. Zudem bieten die Apps eine Suchfunktion für die Stöpsel – praktisch, wenn mal einer oder gar beide verschwunden sind.

Günstig oder gut?

Im Hörtest gab’s gleich mehrere Überraschungen: In der 100-Euro-Klasse spielte sich mit dem Sony WF-C500 der günstigste Testkandidat an die Spitze. Bei einem Preis von unter 60 Euro kann er wie auch der Jabra Elite 3 klanglich sogar mit 200-Euro-Kandidaten zumindest mithalten. Bei denen wiederum bildete Neuling Grell auf Anhieb mit den AirPods eine Doppelspitze. Die teuren Modelle überzeugten durchweg mit natürlichem Klang ohne auffällige Verfälschungen. Die unterschiedlichen Frequenzen sind dabei ausgewogen dosiert, weder Bässe noch Höhen überzogen. Apple bietet mit Spatial Audio und Dolby Atmos zusätzlich Raumklang an. Den gibt es unter anderem mit Filmen und Serien von Apples eigenen Streaming-Dienst Apple TV sowie mit Netflix. Dank der besonders kurzen Latenz bleiben Bild und Ton schön synchron. Außerdem bieten einige Titel bei Apple Music den etwas räumlicheren sowie breiteren Klang.

Die günstigen Sony WF-C500 lieferten einen rundum gefälligen Sound. Sie spielten Musik mit einem angenehmen Bassfundament und warmen Klangfarben. Die Höhen waren angenehm, die Mitten recht präzise. Weniger Hörspaß gab’s mit den Tribit FlyBuds 2. Hier hängt der Klang sehr stark von der Position im Ohr ab. Sitzen die Stöpsel wie eigentlich vorgesehen locker vor den Gehörgängen, liefern die kleinen In-Ears dosigen und kraftlosen Klang. Gehaltvoller und angenehmer tönen sie erst, wenn der Hörer sie bis zum Anschlag in den Gehörgang drückt. Das ist jedoch bei dieser Bauform nicht vorgesehen, und entsprechend unangenehm fühlt es sich an.

Acht geben Ruhe

Beide Testsieger sowie sechs weitere Modelle haben eine aktive Geräuschunterdrückung per Active Noise Cancelling (ANC) an Bord: Im Inneren der True-Wireless stecken kleine Mikrofone, die den Umgebungslärm einfangen. Die Kopfhörer erzeugen dazu genau gegenläufige Schallwellen. In den Ohren löschen sich Umgebungsgeräusche und der Antischall aufgrund der Überlagerung gegenseitig aus – und es herrscht Ruhe. Am besten klappt das bei einer gleichförmigen Klangkulisse wie den Fahrgeräuschen einer Bahn. Bei Stimmen sowie hohen Frequenzen stößt die Technik oftmals an ihre Grenzen. So blenden die JBL-Kopfhörer nervige Hintergrundgeräusche aus, kommen aber nicht gegen plappernde Mitreisende in der Bahn an. Das schaffen nur wenige Modelle wie die Technics, Grell oder Jabra Elite 7 Pro. Gegen dieses Trio haben die meisten lästigen Geräusche keine Chance.

Dauerbeschallung

Im Akkutest gab Sony wieder den Ton an. Mehr als 14 Stunden spielten die WF-C500 mit einer Ladung, das ist unter True-Wireless-Stöpseln ein neuer Rekord. Unter den Kandidaten um 200 Euro bewiesen die JBL Reflect Flow Pro den längsten Atem. Selbst mit aktivierter Geräuschunterdrückung überschritten sie knapp die Neun-Stunden-Marke.

Davon können die Marshall Moitf A.N.C. nur träumen. Den kabellosen Rockern ging im Test bereits nach 3 Stunden und 55 Minuten der Saft aus. Dafür laden sie richtig flott – nach zehn Minuten haben sie Energie für zwei Stunden und 40 Minuten Musik, während die Grell nach so kurzer Ladepause keine Stunde spielen.

Ab in die Hosentasche

Zum Aufladen und Aufbewahren gehören bei True-Wireless-Kopfhörern Ladeboxen zum Lieferumfang. Die enthalten Akkus, sodass sich die In-Ears auch unterwegs laden lassen. Aber nicht jede dieser Dosen passt problemlos in die Hosentasche, ohne eine allzu dicke Beule zu hinterlassen. Je nach Hersteller fallen die kleinen Cases unterschiedlich aus. Hier zeigt Apple, wie es richtig geht: Die sehr kompakte Plastikbox wirkt gut verarbeitet und passt mit ihrer abgerundeten Form problemlos in die Hosentasche. Die Ohrhörer kann der Besitzer ohne Fummelei entnehmen. Das Döschen lässt sich sogar mithilfe eines Wireless-Chargers kabellos aufladen. Weniger praktisch ist die klobige Transportdose der JBL Reflect Flow Pro. Die Oberfläche ist anfällig für Kratzer und wirkt etwas billig verarbeitet, vor allem aber passt die Box kaum in die Hosentasche. [rl]

FAZIT

Der Testsieg um 100 Euro geht an die JBL Tune 230NC TWS: Die kabellosen In-Ears verdienen sich mit ihrem angenehmen Klang sowie der langen Akkulaufzeit den Testsieg. Ungewöhnlich ist in dieser Preisklasse zudem das effektive Noise-Cancelling. Den etwas besseren Klang liefern aber die Preis-Leistungs-Sieger Sony WF-C500. Sie stellten zudem mit 14 Stunden einen Rekord bei der Akkulaufzeit auf. Allerdings bieten sie keine aktive Geräuschunterdrückung. Wer besseren Ton und ANC will, muss ein paar Scheine drauflegen. Die Technics EAH-AZ60 sichern sich den Testsieg in der 200-Euro-Klasse mit sauberem, lebendigem Klang. Zudem überzeugten sie mit sehr effektivem Noise-Cancelling. Dank hohem Tragekomfort und langer Akkulaufzeit möchte man die Technics nicht mehr aus dem Ohr nehmen. Überraschung: Die Apple AirPods 3 holten den Preis-Leistungs-Sieg. Sie boten mit den Grell TWS/1 den besten Klang im Test und gleichzeitig einen hohen Tragekomfort.

Mehr Sound

In der kostenlosen Smartphone-App „Headphones“ von JBL lässt sich der Ladestand von Stöpsel und Case 1 ablesen. Beim Equalizer 2 passen Musikfans den Klang der In-Ears einfach per Schieberegler an oder wählen aus den vorgespeicherten Presets aus. Ebenfalls praktisch: Die Befehle an den Außenseiten der Ohrhörer lassen sich anpassen 3 . So legen Nutzerinnen und Nutzer etwa fest, ob sie per Tipper die Lautstärke, Wiedergabe oder die Geräuschunterdrückung steuern wollen. Für jeden Stöpsel gibt es mehrere Befehls-Kombinationen.

JBL

TUNE 230NC TWS

HUAWEI FREEBUDS 4

GESCHMACKSSACHE: DICHT ODER NICHT?

„Komfort entscheidet, nicht abdichtende Stöpsel sitzen bei mir besser.“

Marco Apel Leitung S&K

„Lieber bequem statt abgeschirmt. Das schaffen nur In-Ears ohne Gummis.“

Jan Michelsen Redakteur Hardware

„Beim Joggen brauche ich fest sitzende Stöpsel – ich nutze welche mit Gummi.“

Georg Oevermann Stellv. Chefredakteur

„Ich setze auf dichte Kopfhörer – die sperren alle nervigen Geräusche aus.“

Janina Carlsen Redakteurin TK

AUSDAUER: SO LANGE LAUFEN DIE AKKUS

Stundenlanger Musikgenuss ist auch mit kabellosen In-Ear-Kopfhörern kein Problem mehr. Bereits die erste Generation der AirPods erlaubten rund sechs Stunden Hören. Bei einigen Herstellern liegen die Werte mittlerweile darüber, andere schaffen diese Marke aber auch heute nicht. Den besten Wert lieferten die Sony WF-C500 mit beachtlichen 14 Stunden und 13 Minuten. Am unteren Ende der Akku-Tabelle platzierte sich der Marshall Motif A.N.C. – nicht einmal vier Stunden Musik sind drin.