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Kleiner Big Bang


IT Administrator - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 31.08.2021

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Bildquelle: IT Administrator, Ausgabe 9/2021

W indows 11 soll laut Microsoft Ende 2021 erscheinen und wird über mehrere Monate hinweg ausgerollt. Das Upgrade der heute im Einsatz befindlichen Windows-10-Geräte soll sich 2022 über die erste Jahreshälfte erstrecken. Ab Herbst 2021 können Unternehmen dennoch offiziell an Windows 11 gelangen. Zum einen wird bei den meisten neuen Computern Windows 11 vorinstalliert sein, der Kauf eines neuen PCs umfasst also zumeist automatisch eine Windows- 11-Lizenz. Zum anderen können Interessierte am Windows-Insider-Programm teilnehmen, um die Preview-Builds [1, 2] von Windows 11 zu erhalten.

Neues für den Anwender

Windows 11 erneuert diverse Bedienelemente, darunter der Start-Button und die dazugehörigen Menüs, die jetzt standardmäßig in der Mitte der Task-Leiste statt am Rand zu finden sind. Das neue Betriebssystem bringt auch Widgets zurück. Über diese personalisierbaren kleinen Fenster lassen sich ...

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... beispielsweise Nachrichten, Wetterberichte oder die Ergebnisse der favorisierten Fußballmannschaft anzeigen.

Das Kontextmenü, das bei einem Rechtsklick auf eine leere Fläche oder ein Element neben dem Mauszeiger auftaucht, soll produktiver werden. Microsoft plant, in Windows 11 häufig genutzte Kommandos wie Ausschneiden, Entfernen, Kopieren, Dateinamensänderung oder Verschieben direkt in die oberste Zeile neben dem Mauscursor einzufügen. Die jeweiligen Elemente werden durch leicht erkennbare Icons repräsentiert. Diese erscheinen immer dann, wenn Nutzer einen Rechtsklick auf eine Datei ausführen. Wichtige Befehle wie "Öffnen" und "Öffnen mit" werden nun zusammen direkt untereinander angezeigt. Außerdem bekommt das Kontextmenü einen verbesserten Teilen-Dialog verpasst. Dieser öffnet sich bei bestimmten Dateitypen wie Excel-Dokumenten oder PDF-Dateien. Über einen neuen Dialog teilen Nutzer Dateien mit Geräten, Kontaktpersonen oder anderen Apps auf dem lokalen System.

Durch die Anpassungen entfallen aber auch wichtige Dinge. Zum Beispiel lässt sich nicht mehr per Rechtsklick eine Verknüpfung für eine Datei erstellen. Dies erfolgt nun im neuen Kontextmenü im Unterpunkt "Weitere Optionen anzeigen", was wiederum das klassische Windows- 10-Kontextmenü aufruft.

Über den "Snap Navigator" gestalten Nutzer ihre eigenen Desktops. Während bislang in offenen Windows-Fenstern rechts oben "Minimieren", "Maximieren" und "Schließen" zur Auswahl standen, soll nunmehr das Maximieren-Feld durch eine Auswahl ersetzt werden. In dieser kann der Anwender beispielsweise das Fenster auf der linken Hälfte des Bildschirms verankern ("to snap"). Daran ausgerichtet lassen sich anschließend weitere Fenster platzieren. Sinnvoll ist das besonders beim Einsatz großer oder mehrerer Bildschirme. So gruppierte Anwendungen lassen sich zudem als Snap Group speichern und diese Einstellung somit wiederverwenden. Eine weitere Neuerung sind verschiedene Desktops. So können Nutzer schnell zwischen einem Arbeits- und einem Freizeit-Desktop hin- und herwechseln. Zudem hält Microsoft daran fest, Windows-Geräte sowohl mit Tastatur als auch über Touchscreens bedienen zu lassen.

Optisch verabschiedet sich Windows 11 von den Kacheln und sieht mit Milchglasoptik eleganter aus. Alles wurde so designt, dass es laut Microsoft möglichst viel Ruhe ausstrahlt. Runde Ecken lassen die GUI ein wenig weicher aussehen. So pinnen User im Startmenü statt sperriger Kacheln nun App-Icons der wichtigsten Anwendungen an.

Integration von Teams

Mit Windows 11 ist Skype Geschichte und macht Platz für Microsoft Teams. In der Taskleiste findet sich dafür ein Chat-Symbol – eine weiße Kamera in einer violetten Sprechblase. Ein Klick darauf öffnet eine Liste der zuletzt geführten Chats. Hier lassen sich aber auch neue Teams-Chats starten oder digitale Konferenzen anberaumen. Unten im Fenster gibt es zudem eine Schaltfläche zum Start von Teams in voller Größe – unabhängig von der Taskleiste. Dies bringt alle aus Teams bekannten Funktionen auf den Bildschirm. Ist Teams nicht gestartet und eine Chat-Nachricht trudelt ein, erscheint diese als System-Benachrichtigung über der Windows-Uhr. Neben der Nachricht steht direkt ein kleines Textfeld für eine schnelle Antwort.

Um Kontakte hinzuzufügen, erlaubt Teams, eine Einladungs-E-Mail oder -SMS an den gewünschten Gesprächspartner zu versenden. Auch bestehende Kontakte aus Skype oder Outlook lassen sich dazu übernehmen. Ist Teams auf dem Smartphone installiert, können Nutzer ihre Telefonkontakte mit Teams synchronisieren und so auf einen Schlag viele Kontakte im Windows-11-Chat verfügbar machen.

Link-Codes

[1] Vorbereitung für Windows-11-Insider-Builds l9z41

[2] Windows 11 Insider Preview Build 22000.100B l9z42

[3] Fragen an Microsoft zu Windows 11 l9z43

Neues für den Admin

Nach allen bislang veröffentlichten Informationen zu Windows 11 sollten Admins, die bislang Windows-10-Rechner verwalten, keine große Mühe beim Umstieg haben. In Sachen Administration bleibt weitgehend alles beim Alten. Windows 11 basiert auf Windows 10 und soll sich wie ein Windows-10-Update planen, vorbereiten und bereitstellen lassen. Bekannte Verwaltungsfunktionen wie Microsoft Endpoint Manager, Cloudkonfiguration, Windows Update for Business und Autopilot stehen weiterhin zur Verfügung.

Mit dem Endpoint Manager verwalten Admins alle Windows-Geräte über die Cloud – unabhängig davon, ob sie auf Windows 10, Windows 11 oder sogar mit Azure Virtual Desktop laufen. Das Windows-11-Deployment soll mit Microsofts Cloudkonfiguration schneller werden und Endpoint Analytics analysiert den Erfolg beim Umstieg auf Windows 11.

Windows 11 verfolgt zudem den Design- Grundsatz der App-Kompatibilität. Mit App Assure will Microsoft kostenlos dafür sorgen, Unternehmenskunden mit 150 oder mehr Anwendern Probleme mit Anwendungen zu beheben, sodass diese auch unter Windows 11 reibungslos laufen.

Kein Weg vorbei an unterstützter Hardware

Mit Windows 11 will Microsoft auch mehr Systemsicherheit auf den Weg bringen, allerdings auf Kosten recht hoher Mindestanforderungen für die Hardware. Neben 64 GByte Massenspeicher, 4 GByte RAM und einem 64-Bit-Prozessor verlangt Windows 11 ein Trusted Platform Module (TPM) 2.0. Dieses kann als dedizierter Chip auf dem Mainboard vorliegen oder per Firmware direkt auf der installierten CPU laufen. TPM-Chips sind in den meisten moderneren Business-Notebooks und integrierten Systemen verbaut, während das Firmware-TPM (fTPM) auf Intel-, AMD-und einigen ARM-Prozessoren vorhanden ist.

Windows 11 ist derzeit nur für Intel- CPUs der achten Generation (Core i 8000) oder neuer oder AMD-Prozessoren ab Ryzen 2000 kompatibel. Wichtig ist zudem, dass auf den Systemen Secureboot und TPM 2.0 aktiviert sind. Gerade Letzteres ist meist ab Werk nicht eingeschaltet, da es bisher schlicht nicht immer notwendig war.

In einem AMA-Call (Ask Microsoft Anything) [3] hat Microsoft klargestellt, dass Windows 11 nur für unterstützte Hardware ausgeliefert wird. Darin gibt der Hersteller zu, dass es "doof sein wird, dass einige Geräte nicht für Windows 11 geeignet sind", dies sei jedoch im eigenen Interesse der Nutzer, um Geräte sicherer und produktiv zu halten.

Auch Gruppenrichtlinien werden nicht dabei helfen, ein Update auf Windows 11 trotzdem noch über Umwege durchzuführen, denn inkompatible Geräte werden schlicht geblockt. Die Einschränkung gilt für lokale und auch auf Update-Servern innerhalb des Unternehmens laufende Richtlinien. Auf diese Weise sollen sich Admins immer sicher sein können, dass die genutzten Geräte kompatibel sind.

Nur ein Update pro Jahr

Windows 11 soll nur noch ein statt bisher zwei jährliche große Feature-Updates erhalten. Einzuplanen ist dies laut Microsoft immer in der zweiten Jahreshälfte. Zwar gelangen neue Features so weniger schnell zum Nutzer, allerdings erhöht Microsoft auch die Supportzeiträume für Inhalts-Patches. Windows 11 Pro, Pro Education, Pro for Workstations oder Home erhalten 25 Monate Support, Lizenzen von Windows 11 Enterprise, Education oder IoT Enterprise werden sogar 36 Monate lang in Sachen Inhalts-Updates unterstützt.

Da Microsoft Windows 11 und 10 in vielen Unternehmen parallel zum Einsatz kommen werden, könnten sich die Supportzeiträume auch bei Windows 10 ändern. Das würde zumindest Verwirrung bei der Kundschaft vorbeugen. Andererseits sind längere Supportzeiträume und daher weniger Arbeitsunterbrechungen durch Updates auch ein Anreiz für Unternehmen, möglichst schnell auf Windows 11 zu wechseln. Bestätigt ist der verlängerte Support zum Redaktionsschluss jedoch noch nicht.

Zukunft von Windows 10

Microsoft hat bereits bei der Vorstellung von Windows 11 angekündigt, in diesem Jahr noch eine weitere Version von Windows 10 zu veröffentlichen (21H2). Sie soll Updates für Universal Print (Drucken in der Cloud) sowie für Admin-und Deployment-Werkzeuge wie Autopilot bringen. Ob Windows 10 noch weitere neue Versionen erhalten soll, ist bislang unklar. Bestätigt ist jedoch, dass einige Windows-11-Neuerungen auch in Windows 10 Einzug halten werden. Dazu gehört der neue Store – allerdings ohne Unterstützung für Android-Apps.

Ein Enddatum für Windows 10 steht trotzdem fest: Am 14. Oktober 2025 will Microsoft letztmalig Sicherheits-Updates veröffentlichen. Es gibt allerdings eine Einschränkung, denn Microsoft verspricht zwar Updates bis 2025, aber nur für "mindestens eine Veröffentlichung des halbjährlichen Windows-10-Kanals". Was aber bedeutet, dass Admins noch mindestens einen Versionssprung von Windows 10 mitmachen müssen. Denn der Support für die derzeit aktuelle Windows-Version 21H1 endet am 13. Dezember 2022. Sofern die Varianten Enterprise oder Education zum Einsatz kommen, ist es noch komplizierter, denn die im Herbst erscheinenden Windows-10-Versionen erhalten längeren Support als die Frühjahrs-Pendants. Daher endet der Support für den 21H1-Vorgänger 20H2 erst am 9. Mai 2023.

Fazit

Die hohen Hardware-Anforderungen und Microsofts strenge Ausschlusspolitik nichtkompatibler Geräte sorgen bereits jetzt für Windows-11-Ärger in den Unternehmen. Zu viele Geräte werden nicht in den Genuss von Windows 11 kommen. Andererseits macht Microsoft nun mit TPM und Verschlüsselung ernst – was einst mit Windows 8.1 nicht gelang. Und wenn davon ausgegangen werden darf, dass für eine Windows-11-Lizenz in der Regel keine zusätzlichen Kosten fällig werden, ist ein Mischbetrieb mit Windows 10 bis zu dem Tag, an dem auch der letzte Client getauscht ist, sicher vertretbar.