Lesezeit ca. 10 Min.
arrow_back

Kleiner Freund ganz groß


Logo von auto motor und sport
auto motor und sport - epaper ⋅ Ausgabe 24/2022 vom 03.11.2022

RENAULT CAPTUR

Artikelbild für den Artikel "Kleiner Freund ganz groß" aus der Ausgabe 24/2022 von auto motor und sport. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: auto motor und sport, Ausgabe 24/2022

Glänzender Auftritt: Gegenüber seinem Organspender Clio wirkt der Captur deutlich eleganter, erst recht mit größeren Rädern

SUV stehen ja derzeit im Kreuzfeuer: zu groß, zu schwer, zu durstig. Und beim Crash lebensgefährlich für kleinere Unfallgegner.

Alle SUV? Nein, ein ganzes Stück unterhalb der dicken Brocken tummelt sich die Klasse der Subkompaktoder Mini-SUV, die gar nicht als solche wahrgenommen werden und daher höchst sozialverträglich sind. Erste Ansätze dazu lieferte VW 2004 mit dem Polo Fun und dann ab 2006 mit dem Cross-Polo, bei denen aber lediglich die originale Karosserie um 15 Millimeter angehoben und mit ein paar Zierteilen aus der Offroad-Schublade aufgehübscht worden war. Erst ab ungefähr 2012 tauchten die ersten eigenständigen Zwerg-SUV auf. Und auch Renault gehörte mit dem Captur zu den viel bestaunten Pionieren.

Wollte man ein Patentrezept für diese Gattung entwerfen, sähe das in etwa so aus: Länge um vier Meter und mindestens 15 Zentimeter Bodenfreiheit. Aber kein Allradantrieb, was ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von auto motor und sport. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 24/2022 von Was für ein ewiges Gezerre um neue Abgasgrenzwerte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Was für ein ewiges Gezerre um neue Abgasgrenzwerte
Titelbild der Ausgabe 24/2022 von Skoda macht Passat zum neuen Phaeton. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Skoda macht Passat zum neuen Phaeton
Titelbild der Ausgabe 24/2022 von Leiseste Luxus-Gewalt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leiseste Luxus-Gewalt
Titelbild der Ausgabe 24/2022 von „Euro 7 ist sinnlos“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
„Euro 7 ist sinnlos“
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Kleiner und weiblicher
Vorheriger Artikel
Kleiner und weiblicher
Solides Ergebnis
Nächster Artikel
Solides Ergebnis
Mehr Lesetipps

... die Kleinen von talentierteren Kraxlern wie Toyota RAV4, Mitsubishi Pajero Pinin oder diversen Suzuki unterscheidet und den Preis niedrig hält.

Angereichert wird das Ganze dann noch mit einer üppigen Karosseriehöhe. Der Captur bringt es auf rund 1,57 Meter. Dadurch lassen sich die Passagiere aufrechter platzieren, was bei vorgegebener Innenraumlänge für ein luftigeres Package mit mehr Beinfreiheit sorgt. Wobei diese beim Captur auch noch von recht kleinen Sitzen unterstützt wird. Die kosten selbst zwar nur wenig Platz, lassen aber Urlaubsreisen nicht gerade verlockend erscheinen. Dabei wäre genügend Gepäckraum vorhanden, mit 377 Litern liegt der Renault, gemessen an seinen Außenabmessungen, im Vergleich weit vorn. Zusätzlich lässt sich die Rückbank um 16 Zentimeter vorschieben, womit das Stauvolumen auf 455 Liter wächst.

Irgendwas klappert immer

Allerdings verlangt so eine variable Rückbank auch Zugeständnisse. Hier in Form einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber Störgeräuschen. Denn wo viel geklappt und geschoben wird, schleicht sich mit den Jahren auch Spiel ein. Und dann scheppert so eine Bank auf schlechten Straßen stetig vor sich hin. Auch aus anderen Ecken des Gehäuses knackt und zirpt es gelegentlich, eine leichte Grundklapprigkeit in der Konstruktion kann also auch der Captur nicht leugnen.

HIER LÄSST ES SICH AUSHALTEN

„Kleine SUV liegen im Trend, deshalb stehen gebrauchte Captur nie lange. Auf dem Land gehen auch Diesel stets schnell weg“

Patrick Hekman, Verkauf Autohaus Brunkhorst

Wobei die Federung sich größte Mühe gibt, erst gar keine Erschütterungen durchzulassen. Im Grunde lobenswert, wo heutzutage doch alles sportlich abgestimmt sein muss und kein Autohersteller damit werben würde, ein gemütliches Auto zu bauen. Genau das aber ist der Captur (na gut, bis auf die Sitze), und deshalb gewinnt er auch keinen Dynamikpreis. Kurven umsegelt er mit deutlicher Schräglage stur untersteuernd. Sobald die Reifen das erste zarte Fiepen der Querbeschleunigung von sich geben, packt auch schon das übervorsichtige ESP zu.

„Der Captur ist ein ziemlich anspruchsloses Auto, die Probleme mit der AGR teilen heute alle Marken“

Ralf Warnke, Serviceleiter Autohaus Brunkhorst

Also surrt man besser entspannt über Land, erfreut sich des niedrigen Innengeräuschpegels und der sanften Federung. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Vom beschwingten Wogen eines R4 oder auch des frühen R5 ist der Captur natürlich weit entfernt. Die Karosserie bleibt ruhig, kurze Unebenheiten werden in Form von Poltergeräuschen vor allem akustisch weitergegeben. Physik lässt sich nun mal nicht überlisten. Wie die meisten anderen SUV macht eben auch der Renault deutlich, dass an einer leichten Karosserie vier große und entsprechend schwere Räder hängen, die mittels straffer Dämpfung irgendwie am Springen gehindert werden müssen – Stichwort ungefederte Massen.

Zurück zum Surren: Das Fotomodell auf diesen Seiten stammt vom Autohaus Brunkhorst in Zeven (Landkreis Rotenburg an der Wümme, Niedersachsen), trägt den Namen 1.5 dCi 110 eco hoch zwei XMOD Energy und hat beim Entstehen dieser Zeilen bereits einen neuen Besitzer. Erstmals zugelassen im März 2017, knapp 72 000 Kilometer abgespult und mit 13 990 Euro bepreist, hört sich das erst nach einem guten Deal an. Der – so viel sei bereits verraten – auch auf der Hebebühne keine anderslautenden Erkenntnisse beschert.

Von Renaults 1,5-Liter-Diesel sind ohnehin keine Hiobsbotschaften zu befürchten. Die Dinger laufen, halten sich mit dem Durst zurück und verenden eigentlich nur dann unplanmäßig, wenn irgendwann in soundsovielter Hand der alle 150 000 Kilometer oder sechs Jahre fällige Zahnriemenwechsel vergessen wird.

Abgesehen davon teilen sie die üblichen Gebrechen aller modernen Turbodiesel, die mittels hoher Abgasrückführungsraten die Stickoxide bekämpfen müssen, wobei der Ansaugtrakt sich derart mit Schmutz aus Öl und Ruß zusetzen kann, dass die Leistung nachlässt und irgendwann die Motorlampe auf leuchtet. Das passiert auch, wenn die Stauklappe hinter dem Partikelfilter mit den Jahren schwergängig wird, bis sie völlig klemmt oder der für ihre Betätigung nötige Motor durchbrennt.

Auch das Abgasrückführungsventil selbst kann so verrußen, dass es klemmt. Weil verschiedene Renault-Diesel bei Abgastests mit deutlich überschrittenen Grenzwerten aufgefallen waren, gab es mehrere Updates fürs Motorsteuergerät, bei den Automatikversionen außerdem fürs Getriebesteuergerät. Und dann wäre da noch die Sache mit den verrosteten Einspritzdüsen. Denn der Captur gehört zu jenen Autos, bei denen Regenwasser – trotz geschlossener Haube – auf den Motor tropfen kann. Und weil steter Tropfen nicht nur Steine höhlt, verrotten mit der Zeit die Injektoren. Und zwar so sehr, dass sie sich dann nicht einmal mehr demontieren lassen, weil sie im Zylinderkopf festkorrodiert sind. Der dann im Extremfall mit erneuert werden muss. Es kann also nicht schaden, die Vertiefungen, in denen die Injektoren sitzen, nach Regen auf Nässespuren zu untersuchen und eventuell den Wasserablauf vor der Frontscheibe zu modifizieren.

Problemzone Steuerkette

Bei den Benzinern tritt dieses Problem seltener auf, die plagen dafür andere Sorgen: Dreh- und Angelpunkt bei den TCe-Motoren ist der Steuertrieb, also die Kette samt Gleitschienen und Spannvorrichtung. Im 100 000-Kilometer-Dauertest eines Renault Scénic (Heft 6/2020) meldete die Motorkontrolle schon vor Erreichen von 60 000 Kilometern eine gelängte Kette. Da haben die Franzosen tief und fest geschlafen. Schließlich hatte der VW-Konzern bei Erscheinen der TCe-Benziner bereits jahrelang Watschn für das Ketten-Desaster seiner TSI-Aggregate bezogen. Das Problem zu labil dimensionierter Kettentriebe durfte also als bekannt vorausgesetzt werden.

Davon abgesehen sind jedoch auch die Benziner des Captur solide Langläufer, kleinere Probleme mit der Abgasreinigung mal ausgenommen. So wurde die Entschwefelung des NOx-Speicherkats anfangs zu spät angestoßen, was wiederum die Motorlampe erstrahlen lässt. Sollte aber inzwischen mittels Software-Update behoben sein.

AUF DIESE BEREICHE GILT ES BEIM CAPTUR ZU ACHTEN

1 Auf der Hebebühne ist der Captur ein seltener Gast, um seine Zuverlässigkeit ist es gut bestellt. 2 Der K9-Diesel von Renault gilt als solider Dauerläufer, selbst Mercedes hat ihn als OM 607 für diverse Baureihen adoptiert. Zu beachten ist jedoch dessen Zahnriemen-Wechselintervall von 150 000 km oder sechs Jahren. 3 Motorlampe an? Könnte ein Problem mit der Abgasreinigung oder der Steuerkette bedeuten. 4 Die Leuchtweitenregulierung machte von 2017 bis 2019 Probleme, war ab Werk falsch initialisiert. 5 Der Bildschirm hat manchmal Aussetzer, zeigt ein gestreiftes Bild oder schaltet sich mit Start-Stopp ab, aber nicht wieder an. 6 Die Stauklappe der Abgasrückführung (AGR) setzt sich manchmal fest, auch dann leuchtet die Motorkontrolle. 7 Hält eine ganze Weile: Der Endtopf lässt sich mit dem Rosten Zeit. 8 Hängen gelegentlich fest: Die Kühlluft-Jalousie klemmt mitunter. 9 Typisches Renault-Leiden: Die vordere Bremse hat innen kein Schutzblech, weshalb die Bremsscheibe zügig rostet und so Beanstandungen bei der HU provoziert. 10 Grundsätzlich solide: Die Radaufhängungen hatten in der Anfangsphase aber noch Probleme mit ausgeschlagenen Führungsgelenken und Koppelstangen des Stabilisators. 11 Wehret den Anfängen: bereits vom Rost angeknabberter Motorträger. 12 Ebenfalls ein Quell gelegentlichen Ärgers: die Lambdasonde. 13 Nachgearbeitet im Zuge eines Rückrufs: Die Radhausinnenverkleidung konnte dem Bremsschlauch zu nahe kommen. 14 Dunkle Stunden beim TÜV: Die Scheinwerfer ernten überdurchschnittlich viele Beanstandungen bei der HU

Modelle und Motoren

Facelift 2017

Nachfolger ab 2020

Alternative: Clio Grandtour

? Im Verlauf seiner siebenjährigen Bauzeit erhielt der Captur nur eine große Modellpflege, am deutlichsten erkennbar an den C-förmigen Tagfahrleuchten. Drinnen hielten etwas hochwertigere Materialien Einzug, ohne dass die Verarbeitungsqualität nun als echtes Argument taugen würde. Ab Januar 2020 stand der Nachfolger in den Showrooms, optisch ähnlich, aber mit 33 Millimetern mehr Radstand und entsprechend geräumiger. Die Motoren blieben weitgehend gleich: Nur noch ein Diesel, im Sommer 2020 kam noch ein Plug-in-Hybrid mit 9,8- kWh-Akku und 45 Kilometern elektrischer Reichweite. Mögliche Alternative: der etwas preiswertere Clio Grandtour.

Mehr Sorgen kann der Antriebsstrang bereiten, insbesondere die Getriebe. Am solidesten ist noch der Sechsgang-Handschalter, der zwar etwas teigig zu bedienen ist, aber dafür wenig Ärger bereitet. Die Fünfgang-Ausführung hingegen hat noch das gesamte Mängel-Repertoire früherer Renault-Radsätze in petto wie rausspringende Gänge und Ölverlust an diversen Stellen. Umfangreich auch die Geräuschbeschreibungen der Renault-internen Anweisung zur Fehlersuche, vom Heulen, Jaulen bis zum Gurren ist alles dabei. Als Reaktion hat der Hersteller ein Maßnahmenpaket entwickelt, höchste Eskalationsstufe ist dabei der Komplettaustausch.

Ein Fall für sich ist weiterhin das automatische Doppelkupplungsgetriebe, zugeliefert von Magna Powertrain. Wird die Dichtung seiner Eingangswelle durchlässig, verölt die Doppelkupplung und bedarf dann der Erneuerung – wofür zusätzlich acht Arbeitsstunden zu bezahlen sind, sofern keine Gebrauchtwagen-Garantieversicherung auf kommt.

Aber um diese Schaden-Litanei richtig einzuordnen: So was kann passieren, muss aber nicht. Schließlich ist der ADAC voll des Lobes über den Captur, stuft ihn in den Baujahren 2014 bis 2018 in die dunkelgrüne Gruppe ein – besser geht’s nicht. Lediglich der Jahrgang 2019 schafft nur hellgrün, was aber immer noch weit entfernt ist von unzuverlässig.

Ähnlich sieht es beim TÜV aus: Der Anteil der Captur ohne erkennbare Mängel lag im Prüfjahr 2021 deutlich über dem Durchschnitt aller geprüften Fahrzeuge, Exemplare mit leichten bis erheblichen Beanstandungen jeweils darunter. Wenn etwas zu bemängeln war, dann Klassiker wie ausgenudelte Radführungsgelenke und Koppelstangen, ganz vereinzelt ein paar Bremsschläuche und – selten, aber nicht ausgeschlossen – Rost, bevorzugt am vorderen Aggregateträger. Kein Grund also, den Captur von der Einkaufsliste zu schubsen. Andere Autos sind auch nicht fehlerfrei, irgendwas ist immer.

Doch bei diesem Renault stimmt vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer also einen sozialverträglichen Mini-SUV für den Alltag oder als Rentner-Hochsitz sucht, darf einen gepf legten Renault Captur getrost in die engere Wahl nehmen.

Text: Hendrik Dieckmann

Fazit

? Wer einen – gemessen am derzeit üblichen Kostenrahmen – preiswerten Mini-SUV sucht, sollte sich den Captur durchaus mal ansehen. Den Alltag meistert er in der Tradition früherer Renault-Klassiker wie R4 und R5 – also überaus praxisgerecht. Deren Grundklapprigkeit hat er allerdings ebenfalls geerbt, der Rostschutz ist mittlerweile natürlich erheblich besser. Weil auch TÜV und ADAC kaum Kritik äußern, ist die erste Generation des Captur somit ein Tipp.

Auf einen Blick: Renault Captur

(Typ J5, 2013 bis 2020)

ab 8000 Euro

Modellgeschichte

3/2013 Vorstellung. Zwei Benziner (0,9 und 1,2 Liter, 90 und 118 PS), 1,5-Liter-Diesel (90 PS) 6/2013 Start in Deutschland 9/2013 Einführung dCi 90 mit Sechsgang-DKG (EDC) 3/2014 Zusätzlich dCi 110, nur mit Sechsgang-Schaltgetriebe 5/2015 Sondermodell XMOD mit Offroad-Akzenten und großem Infotainment-Paket 6/2016 Zusätzlich TCe 120, zuerst nur mit EDC-Getriebe 6/2017 Facelift, hochwertigere Einrichtung, neu gegliederte Ausstattungsvarianten 1/2019 Start TCe 130 und TCe 150 mit Ottopartikelfilter, Sechsgangschaltung, TCe 150 auch mit EDC verfügbar 7/2019 Vorstellung Captur II

Unterhaltskosten

Die Versicherungskosten des Captur 1 bewegen sich im mittleren Bereich ihrer Klasse, liegen im Vergleich jedoch über jenen seines Plattformspenders, dem Renault Clio.

Besorgniserregende Schwächen sind dem Captur fremd, die wesentlichsten Probleme fallen in die Rubrik „normaler Verschleiß“. Wie im weitesten Sinne auch die sich längenden Steuerketten der TCe-Motoren. Deshalb der Tipp: Wenn bei diesen Aggregaten die Motorkontrollleuchte erscheint, nicht ewig weiterfahren, sondern eine Werkstatt anlaufen und die Kette auf Längung kontrollieren lassen. Ansonsten kann die Motorenwahl bedarfsorientiert erfolgen, abzuraten ist von keinem Triebwerk. Etwas sorgfältiger ist das Getriebe zu prüfen, die Fünfgang-Ausführungen neigen zum Hakeln, im schlechtesten Fall springen Gänge heraus, und das Getriebe muss ersetzt werden. Die Karosserie gibt wenig Anlass zur Sorge, nur in Extremfällen kann der vordere Aggregateträger so verrostet sein, dass die Prüforganisationen bei der Hauptuntersuchung ein Veto einlegen.

Marktsituation

Wer sich für den knuffigen Captur 1 interessiert, stößt auf ein breites Angebot. Über 1200 Exemplare stehen in den einschlägigen Online-Börsen zum Verkauf. Das Angebot beginnt bei 8000 Euro für knapp motorisierte, mager ausgestattete Modelle mit fünfstelligem Tachostand und noch mindestens sechs Monaten bis zur nächsten HU.

Kurz und knapp

? Gutes Raumangebot ? Sanfte Federung ? Sparsame Motoren (sowohl Benziner als auch Diesel) ? Akzeptables Gebrauchtpreisniveau ? Variabler Innenraum

Zu kleine, unbequeme Sitze Poltergeräusche vom Fahrwerk Etwas schwammiges Fahrverhalten Synthetisches Lenkgefühl mit wenig Rückmeldung

Empfehlenswerter Antrieb

Captur TCe 120 (118 PS)

Im Prinzip genügen beim Captur schon die schwächsten Motoren, mehr als 100 PS bringen jedoch auch mehr Souveränität beim Überholen. Zudem laufen die Vierzylinder etwas ruhiger als die Dreier. Es gibt aber auch gute Argumente für die Nachfolger mit 130 oder 150 PS: Sie bringen serienmäßig einen Ottopartikelfilter mit – wer weiß, vielleicht geht es irgendwann mal nicht mehr ohne.

Daten (1.2 TCe 120)

Vierzylinder-Reihenmotor, vorn quer, Bohrung x Hub 72,2 x 73,1 mm, Hubraum 1197 cm³, Leistung 87 kW (118 PS) bei 5000/min, max. Drehmoment 205 Nm bei 2000/min, Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, Vorderradantrieb.

Maße und Gewichte

Länge x Breite x Höhe 4122 x 1778 x 1566 mm, Leergewicht 1297 kg.

Fahrleistungen/Verbrauch

0–100 km/h 10,7 s, Vmax 182 km/h, Testverbrauch 7,9 Liter.

Sicherheit

Euro-NCAP-Crashtest 2013

?????

Mit Crashtests kennt sich Renault aus, auch der Captur erzielt eine Top-Bewertung. Der Überlebensraum gibt keinen Millimeter nach, lediglich die Pedale verschieben sich geringfügig. Ebenfalls sehr gut: der Schutz des Nachwuchses in geeigneten Kindersitzen.

Tests in diesen Ausgaben

Renault Captur dCi 90: VT 17/13, 15/14; dCi 110: VT 24/15, 26/16, 18/17; TCe 90: VT 16/15; TCe 120: VT 12/13, 10/15, 20/16