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Kleiner Waxenstein: Bike & Hike: KAMINSTEIGER


Bergsteiger - Das Tourenmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 13.06.2020

Den meisten Bergsteigern, die von Norden Richtung Garmisch-Partenkirchen fahren, dürfte der markante Zacken im Wetterstein schon aufgefallen sein. Aber nur die wenigsten haben den Kleinen Waxenstein auch als Ziel. Dabei führt eine schöne Tour mit einigen Kraxel-Einlagen hinauf, die man unten gut mit einem Rad abkürzen kann.


Artikelbild für den Artikel "Kleiner Waxenstein: Bike & Hike: KAMINSTEIGER" aus der Ausgabe 7/2020 von Bergsteiger - Das Tourenmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bergsteiger - Das Tourenmagazin, Ausgabe 7/2020

Zwei markante Wächter hat das Höllental. Im Osten, etwas höher, mit flacheren Flanken und stark frequentiert, die Alpspitze. Auf der anderen Seite, spitz und einsam, der Kleine Waxenstein (2136 m) – ein kühn gebauter Felsobelisk, wie es im Alpenvereinsführer heißt. Während die ...

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... Alpspitze mit Seilbahn, Wegweisern, Drahtseilen und unzähligen Trittbügeln gezähmt wurde, ist man am Kleinen Waxenstein auf sich allein gestellt. Orientierungsvermögen und etwas Kraxelerfahrung sollte man deshalb ebenso im Gepäck haben wie ausreichend Wasser. Denn Quellen gibt es keine, geschweige denn eine Hütte. Bevor allerdings der spannende Teil der Tour beginnt, sind einige Kilometer auf Forstwegen zurückzulegen. Glücklich, wer da ein Fahrrad dabei hat. Oder auch nicht. Die Oberschenkel brennen, Schweiß läuft in die Augen, und dann dreht auch noch das Hinterrad durch. Absteigen und fluchen. Mit dem Puls beruhigt sich aber kurz darauf auch das Gemüt. Wirklich steil ist ja nur dieses kurze Stück im letzten Drittel. Runter wird es mit dem Radl dann dafür viel flotter gehen.

Aber jetzt heißt es erst mal rauf auf den Kleinen Waxenstein. Bei dem Gewirr an Wegen am Fuße des Wetterstein ist eine Karte hilfreich. Welchen der Wege man nimmt, hängt von Startpunkt der Tour ab. Mit dem Fahrrad bietet sich die Anreise per Bahn an, so lassen sich auch die horrenden Parkgebühren in Hammersbach sparen.

Anspruchsvolle Kraxelei: Eng geht’s her im Manndlkamin.


1 Auf dem Weg zum Fahrraddepot finden sich ein, zwei Trails.


2 Noch einmal das Panorama genießen, bevor es zum Gipfel geht.


Wir radeln in der Nähe des Eibsees los. Ein kleiner Steinmann am rechten Rand der Forststraße zeigt das Ende der Radlstrecke. Fahrraddepot. Auf einem schmalen Pfad kommen wir nach kurzer Zeit aus dem Wald heraus zu einem ausgetrockneten Bachbett, das von der Mittagsreissen unter der gleichnamigen Scharte herunterzieht. Die Sonne taucht gerade die Ostseite der Zwölferspitze rechts davon in warmes Licht. Sonst liegt noch alles im Schatten. Links von der Scharte ragt der Kleine Waxenstein empor. Einige Klettertouren durchziehen die Nordwände des Waxensteinkamms, eine ganz große Überschreitung führt über den ganzen Kamm bis zur Riffelscharte. Das wäre eigentlich auch mal was. Vor lauter Schauen und Pläneschmieden dürfen wir aber nicht den Weg zum Manndl verpassen, ein dem Kleinen Waxenstein nordöstlich vorgelagerter Latschenkopf. Denn die Abzweigung aus der Schuttreissen über eine plattige Rampe in die Flanke des Manndl ist nicht ganz offensichtlich.

Im Boden steckende dunkelgrüne Stangen, Steigspuren und vereinzelte Steinmänner führen durch Schrofengelände und Latschen hinauf. Im grasigen Sattel zwischen Manndl (1889 m) und der Nordwand des Kleinen Waxenstein setzen wir uns kurz in die Sonne. Trotz des schattigen Aufstiegs sind wir gut ins Schwitzen gekommen und den Kamin wollen wir lieber mit trockenen Händen angehen. In der Literatur ist der Manndl kamin mit II beschrieben, uns kommt er eher schwieriger vor, dabei mögen wir Kamine und Verschneidungskletterei.

Anspruchsvoller Kamin

Alle Viere gegen die Wände stemmend arbeiten wir uns durch den Kamin. Leo und ich erinnern uns mit etwas Schaudern, wie wir im Jahr zuvor bei Regen durch den schmierigen Kamin absteigen mussten. Als damals am Gipfel unerwartete Wolken immer schneller näher kamen, hatten wir beschlossen, den Normalweg über die Schrofen zu nehmen, dann aber den Abzweig übersehen.

Das Ende des Kamins ist diesmal schnell erreicht. Eine etwas knifflige Wandstufe, eine Querung und eine bröselige Rinne später sind wir am Grat – und zurück in der Sonne. Wieder etwas einfacher geht es immer den Grat entlang zum Gipfel, nur kurz davor ist es nochmal ziemlich ausgesetzt. Aus einer kleinen Scharte kommend queren wir eine kleine Wand und haben dabei ziemlich viel Luft unterm Hintern, genaugenom men bis hinunter ins Höllental. Aber die Stelle ist kurz und die Griffe gut. Am breiten Gipfel genießen wir das Panorama mit Alpspitze, Höllental, Zugspitze und Eibsee und freuen uns, dass wir diesen tollen Platz ganz für uns allein haben.

MACH’S MIT!

Kopfschutz bei Bike&Climb-Touren

Dass man bei einer kombinierten Bike&Hike-Tour mit Kraxelstellen auf den entsprechenden Teilstrecke einen Helm tragen sollte, ist klar. Aber welchen? »Beim Radeln mit dem richtigen Kletterhelm muss man höchstens Abstriche beim Komfort machen, während ein Fahrradhelm beim Klettern einen sicherheitsrelevanten Nachteil hat. Denn aufgrund der großen Belüftungslöcher schützt er schlecht vor Steinschlag«, sagt Nils Beste von Petzl. Der Bergführer rät deshalb zu sogenannten In-Mold-Helmen. Das sind Helme aus EPS-Schaum mit einer dünnen Schale. Denn anders als klassische Hartschalen-Helme schützen diese Hybridmodelle nicht nur vor Steinschlag, sondern dank EPSSchaum auch bei einem (seitlichen) Aufprall, wie bei einem Fahrradsturz.

Die mit einem Steinmann markierte Stelle, an der wir den Grat für den Normalweg verlassen müssen, finden wir gut. Teilweise ist es sehr bröselig. Über Bänder, Felsstufen und zuletzt eine Rinne gelangen wir zurück zum Sattel und stellen fest: Geschenkt ist der Kleine Waxenstein auf keiner der beiden Varianten. Da passt der Name doppelt gut, denn das alte, bayerische »wax« bedeutet nicht nur scharf/spitz/steinig, sondern auch bockbeinig/ störrisch/trotzig.

Nach Großem und Kleinem Waxenstein fehlt Franziska Haack nun noch der Hintere Waxenstein sowie die große Überschreitung des ganzen Waxensteinkamms.

KLEINER WAXENSTEIN (2136 M)

Unterwegs zum östlichsten Gipfel im rauen Waxensteinkamm

Auffahrt (ab Hammersbach): 5,5 km, 530 Hm, 1 ¼ Std.
Aufstieg: ca 4 km, 870 Hm, 3 Std.
Abstieg: ca. 4 km, 870 Hm, 2 ½ Std.
Abfahrt (über Trail): 3,5 km, 530 Hm, ca. ½ Std.
Gesamt: ca. 17 km, 1400 Hm, 7 ¼ Std.

Die genauen Angaben für die Radauffahrt hängen vom Ausgangspunkt ab, sie sind hier für Hammersbach angegeben. Wer mit der Bahn bis Garmisch-Partenkirchen reist, muss entsprechend etwas draufschlagen.

Charakter: Durchaus anspruchsvolle und lange Tour auf einen eher einsamen Gipfel. Egal welche Variante man wählt, um zum Grat zu gelangen, müssen Kletterstellen im II. Grad gemeistert werden. Es gibt einige alte Schlaghaken. Teils recht ausgesetzt und nicht ganz einfach in der Wegfindung. Auch Mountainbiker auf der Suche nach Trails werden fündig. Der direkteste Weg nach Hammersbach hinunter ist ein eher schwerer Trail.
Ausgangspunkt: Hammersbach (750 m)
Route: Über Forststraßen zum Bikedepot auf 1300 m – Pfad zur Mittagsreissen – ein gutes Stück unterhalb des Beginns der Felsen unter der Mittagsscharte über eine plattige Rampe nach links in die Wand des Manndl – Sattel zwischen Manndl und Kleinem Waxenstein – Manndlkamin – Nordgrat – Gipfel – auf gleichem Weg oder über die Schrofenwand zurück zum Manndl (dafür bei Steinmann den Grat nach rechts verlassen, über Bänder und Felsstufen in breite Rinne) – Raddepot – gleichen Weg zurück oder auf etwa 1050 m von Forststraße auf steilen Trail abbiegen
Karte: Alpenvereinskarte 1:25 000, BY8 »Wettersteingebirge, Zugspitze«

Weitere lohnende Touren in der Nähe:

• Klettertour »Eisenzeit« auf die Zugspitze, (2150 Hm, 8 Std., Klettern bis VI-, meist deutlich einfacher), leichte Alpinklettertour mit historischem Flair, da teils auf dem alten Tunnelbauersteig; der vielleicht schönste Anstieg auf die Zugspitze

• MTB-Umrundung des Zugspitzmassivs (80 km, knapp 2000 Hm, gut 8 Std.), technisch einfacher Ausdauerhammer durch grandiose Landschaft

3 Das Gipfelkreuz des Kleinen Waxentstein