Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Kleines Zuhause, großes Glück


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 28/2019 vom 03.07.2019

„Tiny Houses“, also „winzige Häuser“, liegen im Trend. Auch bei uns in Deutschland ziehen jetzt immer mehr Menschen ins XS-Eigenheim


Wie wenig auch mehr sein kann

Artikelbild für den Artikel "Kleines Zuhause, großes Glück" aus der Ausgabe 28/2019 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 28/2019

Mein Haus, meine Terrasse, mein Garten: Ein Mini- Heim bietet wenig Platz, aber dafür ganz viel Freiheit


Ganz modern statt wildromantisch


Clevere Stauraum- Ideen für die Küche


Idyll: inmitten von Grün und viel Natur


Platz ist eben auch in der kleinsten Hütte


Vorteil: Einige Modelle lassen sich „umparken“


Große Häuser mit möglichst vielen Quadratmetern und Zimmern sind immer noch ein Statussymbol – aber längst nicht mehr für alle. In den USA gibt es ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 0,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Lea. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 28/2019 von Liebe Leserin, lieber Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserin, lieber Leser!
Titelbild der Ausgabe 28/2019 von Wer fliegt denn da?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wer fliegt denn da?
Titelbild der Ausgabe 28/2019 von Diese Woche neu in den Läden!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Diese Woche neu in den Läden!
Titelbild der Ausgabe 28/2019 von „Wie toll, danke, genau mein Stil!“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
„Wie toll, danke, genau mein Stil!“
Titelbild der Ausgabe 28/2019 von Sexy, sexy!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Sexy, sexy!
Titelbild der Ausgabe 28/2019 von Die 20 wichtigsten Sommer-Urteile. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die 20 wichtigsten Sommer-Urteile
Vorheriger Artikel
Ihre Sterne
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Leider, leider durchgefallen!
aus dieser Ausgabe

... schon seit ein paar Jahren die Idee der „Tiny Houses“. Das meint kleine Häuser, meist weit unter 50 Quadratmetern, die weniger Raum für Dinge, aber mehr Platz, Flexibilität und Freiheit für das Leben an sich bieten.

Der Wunsch, mit weniger Sachen zu leben, also minimalistischer, ist ein Phänomen unserer Zeit. Nicht ohne Grund verkauft Aufräum-Spezialistin Marie Kondo weltweit Millionen Bücher, die sich im Grunde darum drehen, wie man sich von Überflüssigem trennt – und mit weniger, aber dafür den richtigen Dingen glücklicher lebt. Keinen unnötigen materiellen Ballast mit sich herumzuschleppen befreit. Sich auch beim Wohnraum zu beschränken, wäre nur konsequent. Mittlerweile ist der „Tiny House“-Trend auch in Deutschland angekommen. Klein, praktisch und günstig: Geht so das Wohnen der Zukunft?

Bettina (56) wohnt in einem Schiffscontainer auf 28 m2:

„Wenn man jung ist, sammelt man Sachen, später werden sie zur Last“

Bettina macht sich ihre Welt, wie sie ihr gefällt. In Oberbayern hat sie sich auf 1.500 Quadratmetern ihr eigenes Reich erschaffen. Inmitten von Feldern und Wiesen lebt sie jeden Tag ihren Traum von Freiheit und Selbstbestimmung – ohne Ballast.

Der Wunsch, weniger zu besitzen, entstand während einer Motorrad-Tour durch Afrika. „Das war das einschneidendste Erlebnis in meinem Leben“, erinnert sie sich. „Dort sieht man, was wirkliche Armut ist. Als ich wieder in Deutschland war, habe ich mich gefragt, was das alles soll. Ich wollte einen Neuanfang – und ich wollte Freiheit …“


„Ich brauche keine großen Häuser mehr“


Heute stehen auf ihrem Grundstück zwei Bauwagen, einige Hütten und ein ganz neues „Tiny House“. Alles hat Bettina über die Jahre selbst gebaut, ohne Hilfe, aus Weggeworfenem, Ungenutztem und Ungeliebtem. In den Sommermonaten vermietet sie über Airbnb an Feriengäste. Sie selbst lebt in einem alten Schiffscontainer, den sie für einen Euro online gekauft und selbst umgebaut hat. Viel Platz und Komfort hat sie hier nicht, aber den benötigt sie auch nicht. Nicht mehr. „Wenn man jung ist, sammelt man Sachen, später werden sie zur Last“, sagt sie. Dass Bettina mit weniger lebt, heißt nicht, dass es bei ihr karg oder ungemütlich wäre. Im Gegenteil: Mit ihren Lieblingssachen, alten Reisekoffern, einem Vintage-Tisch, einer gusseisernen Badewanne und selbst gemalten Bildern ist es gemütlich – und wunderbar individuell.

In der großen, überdachten Outdoor-Küche zaubert Bettina auch 5-Gänge-Menüs. Ab und zu schaut eins ihrer Pferde rein


TIPS UND INFOS ZUM THEMA

Tiny Houses: Das ist wichtig

E igenheim zum Günstigpreis: Für Menschen, die nicht viel Platz benötigen, kann ein Mini- Haus eine Alternative zur Mietwohnung sein. Allerdings gibt es in Deutschland einige Auflagen und Voraussetzungen. In größeren Städten sind passende Grundstücke oft rar bzw. unbezahlbar.

1Stellplatz Für ein Mini-Haus braucht man, sofern es nicht mobil ist, eine Baugenehmigung von der zuständigen Gemeinde.

2Als Wochenend-Haus Nutzt man das Domizil nur zeitweise, eignet sich dafür auch eine Parzelle in einem Ferienhaus-Gebiet.

3Kosten Der Preis für ein „Tiny House“ hängt von Hersteller, Größe, Ausstattung und Eigenleistung ab. Fertige Mini-Häuser bekommt man in der einfachsten Variante ab etwa 15.000 Euro.

4Probewohnen Wer testen will, wie es sich in einem Winzig- Haus lebt, kann z. B. über Airbnb für eine begrenzte Zeit eins mieten.

Unser Buch-Tip:

Autorin Julia Seidl hat für ihr Buch in ganz Deutschland zehn spannende Bewohner kleiner Häuser besucht und porträtiert.20 Euro. Ludwig

Nikki (56) lebt in einem Mini-Fertighaus auf 44 m2:

„Ich fühle mich jetzt total befreit“

Seit einem Jahr lebt sie im 110.00 Euro- Modul-Haus


Fotos: Getty Images, living4media, Stefan Rosenboom (3), Schäferwagen Manufaktur, stock.adobe.com, Tiny House Diekmann (2)

Klein, fein, mein“, sagt Nikki Oehme und meint damit ihr neues Zuhause. Letztes Jahr hat sie sich verkleinert, ist alleine mit ihren Hunden Schoki und Mopsi in ein Zwei-Zimmer- Mini-Haus gezogen. Ein großer Schritt. Vorher hat die Physiotherapeutin mehr als 25 Jahre mit ihrer Familie in einem riesigen Schleusenwärterhaus mit großem Garten gelebt, auf 160 Quadratmetern. Als ihre Kinder auszogen, war sie dort allein – und kümmerte sich um alles. Das war nicht nur viel Arbeit, sondern auch eine große finanzielle Belastung. „Ich habe so viele Jahre in dem Haus gewohnt, ich wollte einfach nicht mehr. Ich hatte keinen Urlaub, keine Freizeit, ich lebte nur für dieses Haus.“ Nach einigen schlaflosen Nächten entschied sie sich damals für den Verkauf. Nicht alle verstanden das. „Es war ein großer und schwerer Schritt, aber ich bin froh, dass ich ihn gemacht habe.“ Was ihr dagegen viel leichter fiel als befürchtet, war sich von ihren Sachen zu trennen. Und das musste Nikki, denn in ihrem Wohnwürfel ist nur noch Platz für einen Bruchteil ihres Besitzes. „Überall im alten Haus waren Sachen. Im Keller, im Schuppen, im Nebengebäude, alles war, zugeschissen‘ mit Zeug“, sagt Nikki. Vieles verschenkte und verkaufte sie, einen Teil lagerte sie ein. Als sie letztes Jahr, bis das neue Haus geliefert wurde, noch einige Wochen in einem Wohnwagen auf ihrem Grundstück überbrücken musste, stellte sie fest, wie wenig sie brauchte und vermisste. „Dinge haben mir Lebenszeit genommen. Jetzt fühle ich mich frei.“


„Hier ist alles meins, keiner redet mir rein“