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KLOP P WAR TRAURIG UND W OLLTE, DASS ICH BLE IBE


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 26/2022 vom 29.06.2022

BUND SLIGA

Artikelbild für den Artikel "KLOP P WAR TRAURIG UND W OLLTE, DASS ICH BLE IBE" aus der Ausgabe 26/2022 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 26/2022

SADIO MANÉ

SPORT BILD: Herr Mané, Sie kommen als einer der Topstars der Premier League in die Bundesliga, verdienen ein Millionen-Gehalt. Dabei haben Sie nie Ihre Heimat vergessen. Zuletzt gab es Bilder, als Sie auf einem matschigen Platz in Bambali im Senegal ein Spiel austrugen. Wieso haben Sie das gemacht?

SADIO MANÉ (30): (lacht) Wer kickt nicht gerne m it seinen b esten Freunden im Regen? Es ist immerückzugehen, wo alles begann. s chön für mich, dorthin zu- Ich habe genau auf dem Platz gespielt, wo ich auch als Kind war.

Da kommen immer viele Erinnerungen hoch. Es ist wichtig für mich, nicht zu vergessen, wo ich herkomme.

In Ihrem Heimatdorf haben Sie mit Ihrem Geld ein Krankenhaus und eine Schule gebaut.

Ist es auch richtig, dass Sie jeder Familie monatlich 70 Euro zahlen, um deren Lebensunterhalt zu sichern?

Darüber spreche ich nicht so gerne. Ich bin keiner, der sich hinstellt und ...

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... sagt: „Schaut mal, was ich alles gemacht habe.“ Ich will immer mein Bestes geben, um zu helfen. Mein Heimatdorf ist klein, hat 2000 bis 3000 Einwohner. Es fehlt dort an vielem, darum haus habe ich ein Kranken- und die Schule gebaut. Wenn du dort aufgewachsen bist, wo ich aufwuchs, willst du einfach etwas zurückgeben.

2018 verrieten Sie in einem SPORT BILD-Interview, dass Ihre Eltern nicht wollten, dass Sie Fußballer werden, sondern Lehrer. Darum sind Sie einmal mit 15 Jahren ausgerissen, mit 17 zogen Sie dann endgültig weg.

Jeder Treffer aufgelistet: So erzielte Sadio Mané seine 120 Liverpool-Tore

Zum Abschied aus Liverpool bekam Sadio Mané von zahlreichen Kollegen Whats-App-Nachrichten. In 269 Spielen machte Mané 120 Tore – viele davon waren spektakulär! Als einen seiner „zwei besten Treffer“ bezeichnet der Angreifer, der bei Bayern die Rückennummer „17“ erhält, das Tor im Champions-League- Achtelfinale in München, als er am Strafraum-Eck Manuel Neuer austanzte und den Ball ins Tor löffelte.

Das muss Neuer künftig nicht mehr fürchten …

Wie finden Ihre Eltern heute Ihre Entsch eidung?

(lacht ) Heute geben Sie mir natürlic h recht und sind sehr stolz auf m ich. Aber ich weiß auch:

Mein eEltern wollten damals nur d as Beste für mich. Sie wollten n icht,dass ich meine Zeit versc hwende. Sie müssen wissen: N iemand aus meinem Dorf ist die sen Weg vor mir gegangen.

Ich habe ihnen gesagt, dass es bei m ir anders laufen wird und ich ei n erfolgreicher Fußballer werde . Jetzt sind meine Eltern sehr g lücklich.

Ein en Luxus leisten Sie sich:

In Liverpool hatten Sie einen eig enen Koch ...

Sie k önnen jeden fragen, der mich kennt: Ich bin ein sehr schle chter Koch. In meiner Kindh eit durften wir Jungs nicht in die Küche. Ich musste in die Schul e und auf der Farm helfen.

Der F okus bei Männern lag auf der A rbeit außerhalb des Haushalts. Deswegen habe ich leider nie ge lernt zu kochen. Mehr als Porri dge kann ich nicht. Der Koch kommt nicht mit nach Münc hen. Ich suche mir jetzt erst e inmal ein Haus, und vielleicht kann ich ja doch noch lernen, w ie man sich etwas Gesundes zu bereitet.

Der FC Bayern hätte Sie schon zw eimal nach München holen kö nnen.Aus Salzburg 2014, da nn noch mal 2016 vom FC So uthampton. Hat Sie die Ba yern-Offensive im dritten An lauf daher überrascht?

Es sti mmt, dass es schon früher Konta kt zu meinem Berater gab.

Der FC Bayern hat mich schon imme r fasziniert, gerade in der Zeit b ei Salzburg habe ich den Klub in der Bundesliga genau verfo lgt und bewundert. Ein Wech sel kam aber nie zustande.

Ich bi n dann meinen Weg gegangen zu Southampton und Liverpool u nd habe mich dort weiterentwi ckelt. Jetzt komme ich mit noch mehr Erfahrung zu Bayern, das is t für beide Seiten jetzt ein Gewin n.

Sie gelten heute als Vorzeige-Pro fi. Von Sa lzburg hatten Sie sic heinst allerdings wegge streikt. Wie denken Si e darüber heute?

Ach, das ist lange her und war a uchgar nicht so, wie e s in der Öffentlichkeit dargestellt wurde.

Ich habe ein sehr gutes Verh ä ltnis zum Verein, da is t nichts hängen geblieb en. Mir haben viele Leut e aus Salzburg zum Wech sel zu Bayern gratulie rt. Ich werde im Somm er bestimmt mal hinfa hren. Von München aus ist es ja nicht weit w eg.

W a nn genau haben Si enun im dritten A nlauf erstmals vo m Bayern-Interes s e gehört?

Vor e inigen Wochen hat m ir mein Berater mitg eteilt, dass der FC B ayern Interesse und f ü r mich angefragt hat. Kurz darau f sind Hasan Salihamidzic, Julia n Nagelsmann und Marco Nepp e (Technischer Direktor des FC Bayern; d. Red.) zu mir nach Liver pool geflogen und haben mir i h r Projekt vorgestellt. Ich war s ofortbegeistert. Deshalb habe ich noch am selben Tag gesagt: Ich will zum FC Bayern wech seln!Auch, wenn andere Klub sinteressiert waren: Die Ents cheidung stand für mich fest.

Was hat Sie so überzeugt?

Ich h a be sofort gespürt, dass sie mich wirklich wollten, daher war f ü r mich auch schnell klar, dass i ch zum FC Bayern wechseln m öchte. Die Art und Weise, wie d er FC Bayern in Zukunft mit m irspielen will, hat mich sofor tfasziniert. Dieses hohe Pres singkenne ich auch von mein en vorherigen Stationen.

Das System von Bayern ähnelt dem v on Liverpool schon sehr.

Der FC Bayern passt zu meinem Spiel und ich zum FC Bayern.

Das h at auch Julian Nagelsmann mir s o gesagt.

Hasan Salihamidzic verriet ve rgangene Woche in SPORT BI L D folgende Anekdote von Ihr em Geheimtreffen in Liverpo ol:Als Trainer Julian Nagelsmann und er Sie zu Hause besuchten, begrüßten Sie die De legation des FC Ba yern, wä hrend Si eeine Mango schälten.

Wie wichtig si ndMango s für Sie?

Ja, st i mmt. Ich habe gerade in dem Moment eine M ango geschäl t . Sie erinnert mich an mein e n Heimatort B ambali im Senegal, an den P latz, an dem ich aufgewach s en bin. Schon als Kind habe ich immer Mangos gegessen, da um unser Haus einige Plantagen liegen.

Si e sollen im Gespräch mit Nage lsmann den Wunsch geäuße rt haben, Führungsverantwo rtung zu übernehmen und ju nge Spieler mit weiterzuen twickeln.

Ja, d asist richtig. Wobei man sich Führungsverantwortung nicht wünschen kann, man muss sie le b en. Ich bin in einem Alter, in dem ich mit meiner Erfahrung den j üngeren Spielern helfen kann und möchte – auf und neben dem Platz. Ich freue mich auf diese Aufgabe, auch wenn es bestimm t etwas Zeit braucht. Klar ist: Ic h gebe immer mein Bestes, egal i n welcher Rolle.

Was haben Sie gedacht, als der FC Bayern vergangene Saison ge gen Villarreal in der Champi ons League ausschied und da mit nicht Liverpool-Gegner im Halbfinale wurde?

Ich h a be die Spiele natürlich gesehen . Die Bayern haben alles versu c ht, aber sie konnten nicht ihre T op-Leistung abrufen. Das Gefüh l kenne ich nur zu gut, so ergin g es uns bei Liverpool in der Vorsa ison bei Atlético Madrid.

Ich ve rsichere aber: Nächste Saison w ird das anders! Jetzt bin ich hier, u nd wir werden alles geben.

Wir müssen überzeugt sein, dass wir alles schaffen können. Und wenn ich die Qualität dieser Mannschaft sehe, gehört sie für mich zu den besten in Europa.

„Die Ar t und Weise, wie Bay ern mit mir spielen will, hat mich sofort fa sziniert“

„Wir wollen alle Trophäen ge winnen, die möglich sind “

„Der Glaube ist alles für mich im Leben. Ich bin Moslem und sehr stolz darauf“

Was sind Ihre Ziele in den nächsten Jahren?

Es sind nicht nur meine Ziele, sondern die Ziele von jedem Spieler, der beim FC Bayern unterschreibt. Wir wollen in der kommenden Saison alle Trophäen gewinnen, die für uns möglich sind! Das will ich, das will der FC Bayern, das gehört zur Mentalität dieses Klubs! Nicht jede Saison können alle Ziele erreicht werden, aber wir werden alle unsere Kraft dafür aufwenden, damit wir ihnen so nah wie möglich kommen.

Beim FC Liverpool haben Sie alles gewonnen. Wie schwer Ihnen der Abschied nach sechs Jahren gefallen?

Natürlich war es schwer für mich, Aber glücklich und stolz, bei Bayern zu sein. punkt. Ich hatte wundervolle sechs Jahre in Liverpool, habe alles mit dem Klub gewonnen. Sie wollten mich anfangs nicht gehen lassen, aber am Ende haben sie meine Entscheidung akzeptiert.

Wa s sagten denn Ihre Kollegen Virgil van Dijk, Mohamed Salah & Co. zu Ihrer Entscheidung?

Sie haben sich wirklich alle für mich gefreut und wünschen mir nur das Beste. Aber natürlich waren sie auch etwas traurig. Ich habe erlebt. Viele haben sich gewünscht, dass ich meine Karriere dort es eben an der Zeit zu gehen.

Bei Liverpool spielt mit Thiago ein Ex-Bayer. Haben Sie sich viel mit ihm über Ihren Wechsel ausgetauscht?

Ja, als ich meine Entscheidung getroffen hatte, habe ich mit ihm gesprochen. Er meinte, dass der FC Bayern ein toller Klub ist, alle dort München eine wunderschöne Stadt gutes Gefühl.

Jürgen Klopp gilt als Menschenfänger. Hat er noch versucht, Sie zum Bleiben zu überzeugen?

Der Trainer wollte, dass ich bleibe und war traurig. Aber meine Entscheidung stand sehr schnell fest.

Bei Liverpool stürmten Sie mit Salah, Firmino & Co., bei Bayern mit Gnabry, Coman, Sané und vielleicht Lewandowski.

We lche Offensive ist nun die bessere?

Das sind alles Top-Spieler mit hoher Qualität. Ich habe vor allen viel Respekt. Für mich wird es eine tolle, neue Erfahrung bei Bayern, und ich bin mir sicher, dass der Start für mich viel leichter wird, weil meine Mitspieler alle großartig sind.

Salah sagte kürzlich: „Wenn man mich mit anderen Spielern auf meiner Position vergleicht, nicht nur in Liverpool, sondern auf der ganzen Welt, wird man sehen, dass ich der Beste bin. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit, und meine Zahlen sind der beste Beweis für das, was ich gesagt habe.“ Hat er recht?

Was ich dazu sagen kann: Salah ist ein großartiger Spieler. Ich habe mit ihm jahrelang zusammengespielt und kenne ihn sehr gut.

Er arbeitet sehr hart an sich.

Sie spielen eine ähnliche Position. Würden Sie so etwas über sich selbst auch sagen?

(lacht) Ich spreche nicht gerne über wenn das oft von Spielern gesagt wird, lich: Mir geht es immer in erster Linie will ich natürlich immer meine beste Leistung auf den Platz bringen, aber immer alles für den Erfolg der Mannschaft. Mein Ziel ist es, zu schießen, aber genauso freue ich mich über Assists für meine Kollegen.

Einem, dem Sie Tore auflegen könnten, wäre Robert Lewandowski. Wie schmerzlich wäre es, wenn er den FC Bayern verlassen würde?

Ganz klar, Robert Lewandowski ist einer der besten Stürmer der Welt. tige Person, um über seine Zukunft zu was der Klub nun machen soll.

Mit Bouna Sarr treffen Sie auf einen Nationalmannschaftskollegen, zusammen haben Sie für den Senegal den Afrika-Cup gewonnen.

Bouna war der erste Spieler, mit dem ich über Bayern gesprochen habe bei der Nationalmannschaft. Als ich 19 Jahre alt war, spielten wir bereits in der Jugendakademie beim FC Metz zusammen. Dann ist jeder Bei der Nationalelf haben wir uns dann wiedergetroffen. Er ist ein die Situation bei Bayern ist geradder Profi will immer spielen, aber der Coach entscheidet. Ich kenne ihn, er wird kämpfen, um eine neue Chance zu bekommen.

Sie Mensch, beten morgens immer. Wie wichtig ist Ihnen Glaube?

Der Glaube ist alles für mich im Leben. Ich bin in einer sehr religiösen Familie aufgewachsen.

Ich habe mich dazu entschieden, Moslem zu sein, und bin sehr mir. Ich bete mehrmals täglich.

Das gibt mir Kraft.

Es kursiert ein kurioses Video von Ihnen im Internet. Darin wischen Sie eine Moschee.

Wollen Sie uns die Geschichte dahinter erzählen?

Ja, ich kenne das Video. Die Geschichte dahinter ist für mich nichts Außergewöhnliches, und ich wollte auch nicht, dass es gefilmt wird. Ich war in der Moschee zum Beten. Als ich damit fertig war, sah ich einen guten Freund, der den Boden wischte. Für mich war es da völlig normal, dass ich ihm helfe.

Mané nimmt sich Zeit und bekommt Mangos

Eine Stunde nahm sich Sadio Mané im Hotel Kempinski Vierjahreszeiten für die Reporter Lena Wurzenberger (l.) und Christian Falk Zeit. Als Antrittsgeschenk gab es für den neuen Superstar sein Lieblingsessen, mit dem er auch die Bayern-Delegation in seinem Haus begrüßt hatte: frische Mangos.