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KLUGETRADER SAMMELN PRÄMIEN: Die Profistrategie für Privatanleger


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 13.08.2020

ln unserer Titelgeschichte stellen wir Ihnen eine Strategie vor, mit der Sie jeden Monat systematisch Einnahmen generieren können, um jährliche Renditen von 20 Prozent oder mehr zu erzielen. Das ist selbst dann möglich, wenn sich die entsprechenden Aktien nur seitwärts bewegen oder entgegen Ihrer Einschätzung etwas im Kurs fallen. Erst bei sehr großen Kursverlusten bekommen Sie Aktien eingebucht - zu einem deutlich günstigeren Preis als dem Einstandspreis. Diese kurze Beschreibung umreißt die Grundzüge des Handels mit Cash-secured Puts. Richtig angewandt sorgt der Ansatz dafür, dass Sie sprichwörtlich ...

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Bildquelle: Traders, Ausgabe 9/2020

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... fürs Warten bezahlt werden. Wir zeigen Ihnen detailliert, wie das funktioniert.


Ein paar Grundlagen zu Optionen
Optionen sind Termingeschäfte und werden über Kontrakte gehandelt. Ein Kontrakt ist die kleinste handelbare Einheit und bezieht sich auf 100 Optionen beziehungsweise 100 Stück der jeweils zugrunde liegenden

Aktie (mit wenigen Ausnahmen). Wenn also eine Option zum Beispiel zu 0,50 US-Dollar gehandelt wird und Sie einen Kontrakt kaufen, werden Sie dafür 100 x 0,50 US-Dollar = 50 US-Dollar bezahlen. Wenn Sie stattdessen einen Kontrakt verkaufen, vereinnahmen Sie 50 US-Dollar als Prämie. Grundsätzlich haben alle Kontrakte ein Verfallsdatum, das dem Ende der Laufzeit einer Option entspricht.

Es gibt zwei Optionsarten, nämlich Puts und Calls. Der Käufer eines Calls hat das Recht, aber nicht die Pflicht, 100 Aktien eines Unternehmens zu einem bestimmten Preis (dem Basispreis) bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (dem Verfallsdatum) zu kaufen. Der Käufer eines Puts hat das Recht, aber nicht die Pflicht, 100 Aktien eines Unternehmens zu einem bestimmten Preis bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen.

Eric Ludwig

Eric Ludwig setzt seine Affinität für Zahlen seit mehr als 16 Jahren aktiv an den Finanzmärkten ein. Dabei konzentriert er sich auf Strategien, die in jeder Marktphase Gewinne erzielen und den Markt dauerhaft schlagen.

Beim Handel von Optionen wird zwischen Long und Short Trades unterschieden. Dabei steht der Begriff „Long" für einen Kauf. Wenn Sie einen Long Call oder einen Long Put eingehen, kaufen Sie also die Option wie oben beschrieben. Der Begriff „Short" steht für einen Verkauf beziehungsweise Leerverkauf. Wenn Sie einen Call oder einen Put verkaufen, den Sie nicht besitzen, gehen Sie short, unabhängig davon, ob Sie die zugrunde liegende Aktie im Depot halten. Sie sind der Verkäufer, der sogenannte „Stillhalter", und halten einen negativen Bestand an Optionen.
Der Kauf von Optionen ist einfach zu verstehen, aber der Leerverkauf kann anfangs verwirrend sein. Wenn Sie eine Aktie leerverkaufen, also short gehen, setzen Sie darauf, dass die Aktie fallen wird. Mit Optionen ist es nicht unbedingt so: Wenn Sie zum Beispiel einen Short Put eingehen, können Sie gewinnen, wenn die zugrunde liegende Aktie steigt, sich seitwärts bewegt oder sogar bis zu einem gewissen Kurs fällt.
Während der Käufer von Optionen das Recht hat, die Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, sind Sie als Stillhalter gegebenenfalls dazu verpflichtet, die Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Diese Pflicht kann aber viele Vorteile mit sich bringen. Short Puts und Short Calls lassen sich grundsätzlich der Kategorie der Einnahmestrategien zuordnen: Dadurch, dass Sie die Optionen verkaufen, kassieren Sie automatisch eine Prämie, die auf Ihr Konto fließt. Für Long Puts und Long Calls müssen Sie bei der Trade-Eröffnung dagegen einen Betrag zahlen. In Tabelle 1 wird deutlich, wie sich die Kursentwicklung einer Aktie auf den Verlauf des Trades auswirkt, abhängig von der Optionsart und davon, ob es sich um eine Einnahmestrategie handelt.

Bei Optionen dreht sich alles um Wahrscheinlichkeiten

Wussten Sie schon, dass Ihre Gewinnwahrscheinlichkeit immer geringer als 50 Prozent ist, wenn Sie Put-Optionen kaufen? Egal welchen Basispreis und welche Laufzeit Sie wählen, mit einem Long Put ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Gewinn immer geringer, als wenn Sie im Casino auf Rot oder Schwarz setzen würden. Das gilt übrigens auch für Call-Optionen: Ihre Gewinnchancen mit gekauften Calls sind geringer als beim Roulettespiel.
Warum das so ist? Dafür gibt es drei einfache Gründe, die wir anhand eines gekauften Puts erläutern:

1 Um mit einem gekauften Put einen Gewinn zu erzielen, muss der zugrunde liegende Basiswert, beispielsweise eine Aktie, unbedingt fallen. Allein dadurch liegt die Wahrscheinlichkeit schon unter 50 Prozent, da die Aktie entweder fallen, steigen oder sich seitwärts bewegen kann. Sie müssen mit Ihrer Einschätzung der Kursrichtung richtigliegen, um eine gute Chance auf einen Gewinn zu haben - und das gelingt auf Dauer nur wenigen.

2 Die zugrunde liegende Aktie muss zudem genügend stark fallen, um die Kosten des gekauften Puts wettzumachen und so die Gewinnschwelle zu erreichen. Es reicht also nicht, dass die Aktie in geringem Maße fällt, um mit dem Put einen Gewinn zu erzielen: Sie muss, je nach gehandeltem Put, um einen nicht unerheblichen Betrag fallen. Dieser Aspekt verringert die Gewinnwahrscheinlichkeit weiter.

3 Zusätzlich muss die zugrunde liegende Aktie in einem festgelegten Zeitraum fallen, um einen Gewinn liefern zukönnen. Wie bereits erwähnt, sind Optionen Termingeschäfte und laufen zu einem bestimmten Zeitpunkt ab. Die Laufzeit kann sich dabei je nach Put über Wochen, Monate oder sogar Jahre erstrecken. Wenn der Put jedoch bis zum Ende der Laufzeit seine Gewinnschwelle nicht erreicht hat, werden Sie mit dem Trade Verlust einfahren. Sie müssen also nicht nur die Kursrichtung der Aktie richtig einschätzen, sondern auch das richtige Timing zum Einstieg in den Put finden. Die Zeit spielt dabei gegen den Put-Käufer und verringert die Gewinnwahrscheinlichkeit.

In Bild 2 wird die Situation am Beispiel eines Long Puts auf eine Aktie, die bei 45 US-Dollar notiert, verdeutlicht. Ein Put mit Basispreis 40 US-Dollar und 45 Tagen Laufzeit wird zu einem US-Dollar gehandelt. Ein Put-Kontrakt, der, wie oben beschrieben, 100 Optionen umfasst, ist in diesem Beispiel also 100 US-Dollar wert.
In dem Moment, in dem Sie den Trade eingehen, liegt Ihre Gewinnwahrscheinlichkeit schätzungsweise nur bei etwa 15 bis 25 Prozent. Wenn die Aktie schnell (innerhalb von einigen Tagen) von 45 US-Dollar auf beispielsweise 42 US-Dollar oder noch tiefer fällt, würde sich der Put verteuern und der Trade sich entsprechend gewinnbringend entwickeln. Wenn nicht, läuft die Zeit zum Nachteil des Put-Käufers. Denn wenn die Aktie bis zum Ende der Laufzeit steigt, sich seitwärts bewegt oder nicht tiefer fällt als bis zur Gewinnschwelle von 39 US-Dollar, wird der Anleger einen Verlust erleiden. Die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts liegt in diesem Beispiel bei etwa 75 Prozent bis 85 Prozent.
Erst wenn die Aktie unter 39 US-Dollar notiert, wird der Put auch am Ende der Laufzeit mehr als einen US-Dollar wert sein. Die Aktie muss also innerhalb von 45 Tagen um mehr als 13 Prozent fallen, damit Sie mit dem gekauften Put einen Gewinn erzielen. Das ist keine ideale Ausgangslage. Wenn die Wahrscheinlichkeit also gegen den Put-Käufer steht, liegt es auf der Hand, dass der Put-Verkäufer die besseren Karten hat, um mit seinen Trades Geld zu verdienen.

Der Cash-secured Put: Die Wahrscheinlichkeit und die Zeit als Verbündete

Drehen wir also den Spieß um und schlagen uns auf die Seite des Stillhalters, der den Put (leer)verkauft. Wir bleiben beim Beispiel der Aktie, die bei 45 US-Dollar notiert. Wir sind von der Qualität des Unternehmens überzeugt, möchten aber nicht mehr als 40 US-Dollar für diese Aktie ausgeben. Sollte die Aktie nicht auf 40 US-Dollar fallen und sich stattdessen seitwärts bewegen oder steigen, möchten wir trotzdem Geld verdienen.
Wir verkaufen diesmal den beispielhaften Put mit Basispreis 40 US-Dollar und einer Laufzeit von 45 Tagen. Der Put wird, wie bereits erwähnt, zu einem US-Dollar gehandelt. Diesmal zahlen wir aber die 100 US-Dollar für den Kontrakt nicht, da wir ihn nicht kaufen, sondern vereinnahmen diese Summe als Verkaufsprämie. Durch den Verkauf des Puts fließt dieses Geld automatisch als Einnahme auf unser Konto.
Der Kapitaleinsatz je Kontrakt wird bei diesem Trade einfach ermittelt, indem wir den Kurs des Puts von seinem Basispreis abziehen und das Ganze dann mit 100 multiplizieren:


Kapitaleinsatz = (Basispreis - Kurs des Puts) x100 = (40 US-Dollar -1 US-Dollar) x100 = 3900 US-Dollar


Wichtig ist: Bei einem Cash-secured Put müssen wir unseren Kapitaleinsatz bar im Depot halten, um den Trade einzugehen. Daher kommt der Begriff „Cash-secured". Dieser Betrag ist auch unser maximales Verlustrisiko, das aber nur in dem unwahrscheinlichen Fall relevant wird, dass die Aktie auf null fällt.
Bild 3 zeigt das Performanceprofil eines solchen Cash- secured Puts. Zu dem Zeitpunkt, an dem Sie den Trade eingehen, liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit schätzungsweise bei 75 bis 85 Prozent.
Solange die Aktie am Ende der Laufzeit über 39 Euro notiert, gewinnen Sie.

Szenarioi

Die Aktie steigt: maximaler Gewinn
Wenn die Aktie über 45 US-Dollar steigt, verfällt der Put am Ende seiner Laufzeit wertlos und der Put-Verkäufer kassiert ohne weitere Verpflichtung die Prämie von 100 US-Dollar als maximalen Gewinn. Der Anleger kann sofort einen neuen Cash-secured Put eröffnen und weitere Prämien vereinnahmen. Die Rendite des Trades wird einfach ermittelt, indem die vereinnahmte Prämie durch das notwendige Kapital für den Trade dividiert wird: 100 US-Dollar / 3900 US-Dollar = 2,56 Prozent in 45 Tagen. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 20,8 Prozent.

Long-Optionen profitieren von nur einer Kursbewegung, während Short-Optionen einen positiven Verlauf auch bei Seitwärtsbewegungen der Aktie aufweisen. Short-Optionen liefern dem Trader Prämien und gehören deshalb zu den Einnahmestrategien.


Die Grundvoraussetzungen sind identisch mit denen des Long Puts in Bild 2. In drei von vier Szenarien kassiert der Put-Verkäufer einen Gewinn. Erst bei einem Aktienkurs unter 39 US-Dollar rutscht er in eine „relative“ Verlustzone. In diesem Szenario erwirbt er die Aktie am Laufzeitende der Option, was bei stark gefallenen Kursen einem deutlichen Verlust gegenüber dem dann aktuellen Marktpreis entspricht. Dank der vereinnahmten Prämie ist der Optionshändler aber selbst in diesem Szenario noch besser aufgestellt als wenn er die Aktie direkt erworben hätte.


Wir müssen übrigens nicht bis zum Ende der Laufzeit warten, um den Trade zu beenden. Wenn ein Großteil der Prämie schon vorher als Gewinn mitgenommen werden kann, kann der Put jederzeit während der Laufzeit zu einem niedrigeren Preis zurückgekauft werden.

Szenario z

Die Aktie bewegt sich seitwärts: maximaler Gewinn
Die Aktie schwankt bei einem Kurs von etwa 45 US-Dollar seitwärts. Da sie aber über dem Basispreis des Puts von 40 US-Dollar notiert, verfällt auch in diesem Szenario der Put am Ende seiner Laufzeit wertlos und der PutVerkäufer kassiert die Prämie von 100 US-Dollar als maximalen Gewinn.

Szenario 3

Die Aktie fällt nicht unter 39 US-Dollar: maximaler Gewinn, Teilgewinn oder günstige Einbuchung der Aktien
Wenn die Aktie bis auf den Basispreis von 40 US-Dollar fällt, erhält der Verkäufer weiterhin die Prämie. In diesem Szenario verdient der Verkäufer also immer noch Geld - sogar den Maximalgewinn -, obwohl die Aktie um mehr als elf Prozent gefallen ist. Mit anderen Worten: Der Put-Verkäufer muss mit seiner Einschätzung der Kursrichtung der Aktie nicht richtigliegen. Er darf bis zu einem gewissen Grad falschliegen und gewinnt trotzdem.
Wenn die Aktie zum Verfallsdatum des Puts zwischen 39 und 40 US-Dollar notiert, gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Der Put-Verkäufer kauft den Put noch vor dem Verfallsdatum zurück und nimmt einen Teilgewinn mit. Würde die Aktie beispielsweise kurz vor dem Verfallsdatum bei 39,50 US-Dollar notieren, könnte der Anleger den Put zu knapp 0,50 US-Dollar zurückkaufen. Sein Gewinn beläuft sich dementsprechend auf 50 US-Dollar. Schließt der Put-Verkäufer seine Position früh genug, vermeidet er dadurch die Ausübung des Puts.

2. Der Put-Verkäufer kann die Option automatisch ausüben lassen, sodass ihm 100 Aktien zu einem Einstiegskurs von 40 US-Dollar (Basispreis des Puts) ins Depot eingebucht werden. Umgerechnet hat er die Aktien aber zu einem Kurs von 39 US-Dollar pro Aktie erworben, da er die vereinnahmte Prämie von 100 US-Dollar behalten darf. Damit erwirbt er die Aktie insgesamt um 13,3 Prozent günstiger als zum ursprünglichen Kurs von 45 US-Dollar. Die vereinnahmte Prämie hat ihm geholfen, die Kostenbasis für den Erwerb der Aktie drastisch zu reduzieren

Tabelle 2 vergleicht dieses Ergebnis mit dem Ergebnis eines Anlegers, der sofort 100 Aktien zu 45 US-Dollar gekauft hätte. Die Gewinnschwelle des Cash-secured Puts liegt genau bei 39 US-Dollar: Wenn die Aktie zum Verfallsdatum über diesem Kurs notiert, ist der PutVerkäufer im Gewinn. Der Aktienkäufer dagegen verfügt nicht über dieses Sicherheitspolster von 13,3 Prozent (im Vergleich zum Kurs von 45 US-Dollar).

Nur wenn die Aktie über 46 US-Dollar steigt, würde der Aktienkäufer mehr als der Put-Verkäufer verdienen. Beim Aktienkauf ist der Gewinn unbegrenzt, während der Gewinn beim Cash-secured Put auf die vereinnahmte Prämie begrenzt ist. In allen anderen Situationen weist der Trade mit dem Cash-secured Put bessere Ergebnisse auf.

Die meisten Aktien werden in einem kurzen Zeitraum von wenigen Wochen ohnehin keine großen Kurssprünge verzeichnen. Statt also mit einem Aktienkauf eine kleine Chance auf einen großen Gewinn zu wahren, ergreift der Put-Verkäufer lieber eine größere Chance auf viele moderate Gewinne. Der Erfolg der Cash-secured Puts liegt in der Akkumulation dieser Gewinne über die Zeit.

Szenario 4

Die Aktie fällt unter 39 US-Dollar: Einbuchung der Aktien oder „Rollen" des Puts
Wenn die Aktie zum Laufzeitende der Option unter 39 US-Dollar notiert, kann der Put-Verkäufer wie im Szenario 3 die Aktien durch die Ausübung des Puts ins Depot einbuchen lassen. Eine anschließende Strategie wäre in diesem Fall beispielsweise der Verkauf sogenannter Covered Calls, um weitere Prämien zu vereinnahmen und die Aktien potenziell wieder gewinnbringend zu verkaufen. Dabei wird je 100 Aktien im Depot eine Call-Option leerverkauft, typischerweise mit einem Basispreis, der dem Einstiegskurs in die Aktie entspricht. Steigt die Aktie über den Basispreis des Calls, wird der Aktienbestand zum Verfallsdatum zu diesem Basispreis verkauft. So kann sich eine Erfolgsspirale entwickeln, wodurch permanente Einnahmen von Optionsprämien generiert werden.


„Der Handel von Cash-secured Puts ist in der Regel besser und sicherer, als eine Aktie direkt zu kaufen."


Der Put-Verkäufer kann sich aber stattdessen auch für ein sogenanntes „Rollen" der Position entscheiden. Dabei kauft er den laufenden Put zurück und verkauft sofort einen neuen Put mit längerer Laufzeit, wodurch er eine weitere Prämie vereinnahmt. Dadurch hält er den Trade am Laufen. Idealerweise sollte das Rollen so durchgeführt werden, dass die vereinnahmte Prämie des neuen Puts mindestens die Kosten der Schließung des ursprünglichen Puts abdeckt.

Beim Rollen wird der Put-Verkäufer versuchen, den Basispreis zu verringern. In unserem Beispiel wäre das etwa ein neuer Put mit Basispreis nah am Kurs von 39 US-Dollar und mit einer Laufzeit von weiteren 45 Tagen. Die Hauptsache ist dabei, dass der Trader mit dem neuen Put genügend Prämie erhält, um die Verluste bei der Schließung des 40er- Puts wettzumachen. In diesem Fall müsste sich die Aktie nur auf 39 US-Dollar statt auf 40 US-Dollar erholen, um mit dem Trade den maximalen Gewinn zu erzielen.

Zusammenfassung

Alle vier Szenarien bringen also Vorteile mit sich: Sie verdienen Geld in Form von Prämien - und falls Sie die Aktie erwerben, verbuchen Sie sie zu einem deutlich rabattierten Kurs. Geht es mit der Aktie deutlich bergab, sind Sie besser aufgehoben als der Aktienkäufer und verfügen über Techniken, um den Trade später in den meisten Fällen noch im Gewinn zu beenden.
meisten Fällen noch im Gewinn zu beenden. Zusammengefasst liefert der Cash-secured Put also in drei von vier möglichen Szenarien einen sicheren Gewinn:

1. wenn die Aktie steigt

2. wenn sich die Aktie seitwärts bewegt

3. wenn die Aktie bis auf die Gewinnschwelle fällt (in diesem Beispiel 13,3 Prozent unter dem ursprünglichen Kurs).

Bei einem Kursrückgang unter die Gewinnschwelle können Sie die Position rollen, was ebenfalls zu einem Gewinnszenario führen kann. Hier ist das „Schlimmste", was passieren kann, dass Ihnen die Aktien mit hohem Abschlag ins Depot eingebucht werden.
Entscheidend ist bei dieser Strategie, dass der Cash- secured Put vom Zeitwertverfall der Optionen profitiert. Jeder Tag, der ohne nennenswerte Rückschläge vergeht, verringert den Zeitwert. Bleibt die Aktie bis zum Verfallsdatum über dem Basispreis des Puts, wird dieser wertlos verfallen. Das ist das Ziel eines Stillhalters: Die Option für eine festgelegte Prämie verkaufen und sie entweder extrem billig zurückkaufen oder wertlos verfallen zu lassen.
Unsere Szenarien zeigen, dass der Handel von Cash- secured Puts in der Regel besser und sicherer ist, als eine Aktie direkt zu kaufen. Wenn Sie den Vorgang systematisch wiederholen und regelmäßig Cash-secured Puts verkaufen, können Sie auf diese Weise Monat für Monat Einnahmen generieren.

Die Wahl der richtigen Aktien

Bei Cash-secured Puts müssen Sie darauf achten, dass Sie ausschließlich Puts auf Aktien verkaufen, die Sie auch gerne im Depot halten würden. Sie sollten sich also Unternehmen aussuchen, von deren Qualität und Überlegenheit gegenüber Wettbewerbern Sie überzeugt sind.

Die Frage nach der Qualität ist an dieser Stelle entscheidend. Es bringt natürlich nichts, eine Aktie mit Rabatt für 39 US-Dollar zu erwerben, obwohl der aktuelle Kurs bei 45 US-Dollar liegt, wenn das Geschäftsmodell des Unternehmens so schlecht ist, dass die Aktie bald auf 20 US-Dollar oder noch tiefer fallen könnte.
Zwar kann eine qualitativ hochwertige Aktie in schwierigen Marktphasen auch 30 Prozent verlieren. Wenn das Geschäftsmodell jedoch solide ist, dürfte sie nicht auf null fallen. Mit Cash-secured Puts und der Technik des Rollens lassen sich Kursrückgänge abfedern und die Trades so lange anpassen, bis sich die Aktie wieder erholt.

Fazit: Permanente Einnahmen, günstigere Aktien und sicherer Handel

Cash-secured Puts sind ein Beispiel dafür, dass der Handel von Optionen sogar sicherer als der Handel von Aktien sein kann. Dabei ist die vorgestellte Strategie sowohl einfach als auch bestechend: Wenn Sie eine passende hochwertige Aktie gefunden haben, verkaufen Sie eine Put-Option auf diese Aktie leer, vereinnahmen dadurch die Prämie und sorgen dafür, dass auf Ihrem Konto genügend Cash liegt, um diese Aktie kaufen zu können, sollte ihr Kurs unter den Basispreis des Puts fallen. Bleibt die Aktie über dem Basispreis, haben Sie eine Einnahme generiert (die Prämie) und können sofort den nächsten Trade eingehen. Rutscht die Aktie unter den Basispreis des Puts, können Sie den Put rollen oder sich die Aktie mit einem deutlichen Abschlag ins Depot einbuchen lassen.


Quelle: eigene Grafik des Autors

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