Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Knochenhart


ÖKO-TEST Kompakt Fit & Gesund - epaper ⋅ Ausgabe 15/2008 vom 01.07.2008

Osteoporose ist eine Volkskrankheit, an der allein in Deutschland rund 7,8 Millionen Menschen leiden. Ursache ist in den meisten Fällen eine Unterversorgung mit Vitamin D und dem Mineralstoff Calcium. Die meisten Testprodukte zur Behandlung solcher Mangelzustände sind in Ordnung.


Artikelbild für den Artikel "Knochenhart" aus der Ausgabe 15/2008 von ÖKO-TEST Kompakt Fit & Gesund. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Kompakt Fit & Gesund, Ausgabe 15/2008

Menschen, die an einer Osteoporose (Knochenschwund) leiden, brechen sich die Knochen aus geringstem Anlass. Wirbelkörper, Hüfte und Unterarm sind besonders gefährdet, aber auch jeden anderen Knochen kann es treffen. Laut dem Kuratorium für Knochengesundheit sind in Deutschland 7,8 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen, ...

Weiterlesen
Artikel 1,90€
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Kompakt Fit & Gesund. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 15/2008 von Auf dem Weg zu neuen Ufern. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Auf dem Weg zu neuen Ufern
Titelbild der Ausgabe 15/2008 von Hormoneller Sinkflug. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Hormoneller Sinkflug
Titelbild der Ausgabe 15/2008 von Beschwerden in den Wechseljahren. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Beschwerden in den Wechseljahren
Titelbild der Ausgabe 15/2008 von Gesundheitliche Risiken nach den Wechseljahren. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Gesundheitliche Risiken nach den Wechseljahren
Titelbild der Ausgabe 15/2008 von TEST Teststreifen Menopause: Pausenfüller. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Teststreifen Menopause: Pausenfüller
Titelbild der Ausgabe 15/2008 von Soja nun auch nicht. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Soja nun auch nicht
Vorheriger Artikel
Gesundheitliche Risiken nach den Wechseljahren
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TEST Teststreifen Menopause: Pausenfüller
aus dieser Ausgabe

Menschen, die an einer Osteoporose (Knochenschwund) leiden, brechen sich die Knochen aus geringstem Anlass. Wirbelkörper, Hüfte und Unterarm sind besonders gefährdet, aber auch jeden anderen Knochen kann es treffen. Laut dem Kuratorium für Knochengesundheit sind in Deutschland 7,8 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen, Tendenz steigend. 400.000 Knochenbrüche waren der Erkrankung im Jahr 2004 zuzuschreiben.

Frauen sind durch die Wechseljahre deutlich häufiger betroffen als Männer, da ihr Körper dann weniger Östrogen produziert, das schützend auf den Knochen wirkt. Osteoporose ist ein schleichender Prozess, der zu Beginn häufig unbemerkt bleibt. Äußere Anzeichen zeigen sich erst im fortgeschrittenen Stadium: der Rundrücken, auch Witwenbuckel genannt, oder das Tannenbaumphänomen, bei dem die Hautfalten in der Taille von hinten betrachtet einem Tannenbaum ähneln.

Hauptursachen sind Bewegungsmangel, Ernährungsfehler und die Tatsache, dass die Menschen immer älter werden. Eine optimale Zusammensetzung der Nahrung mit den Bausubstanzen des Knochens (Calcium, Phosphat, Eiweiß) und Vitamin D sowie ausreichende körperliche Belastung sind folglich ideal, um den Knochenaufbau zu fördern und den -abbau herauszuzögern. Vitamin D spielt eine zentrale Rolle im Calciumund Phosphatstoffwechsel und hat damit große Bedeutung für den Knochen.

Zwar kann der Körper Vitamin D bei ausreichender UVBestrahlung weitgehend selbst herstellen. Dafür muss man sich aber viel im Freien aufhalten – und das ist gerade bei eingeschränkter Beweglichkeit oder gar Bettlägerigkeit häufig nicht der Fall. Außerdem nimmt auch die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu bilden, im Alter ab.

ÖKO-TEST hat 53 Mittel zur Stärkung der Knochen bzw zur Vorbeugung oder Therapie von Osteoporose – 32 Nahrungsergänzungen und 21 Arzneimittel – eingekauft und begutachten lassen.

Das Testergebnis

• Erfreulich: Alle Arzneimittel im Test schneiden mit „sehr gut“ ab. Bei den Nahrungsergänzungen sieht es nicht ganz so positiv aus, die meisten schneiden mit „gut“ ab – zwei Präparate sind aber „ungenügend“.

• Als Anwendungsgebiete beanspruchen die Arzneimittel nachgewiesenen Calcium- und Vitamin-D-Mangel sowie die unterstützende Behandlung von Osteoporose. Die Wirksamkeit ist in klinischen Studien gesichert. So beeinflusste die kombinierte Gabe von 20 μg Vitamin D und 1.200 mg Calcium die Knochendichte zwar nur mäßig, reduzierte aber deutlich das Erstauftreten von Frakturen wie Schenkelhalsbrüchen. Unerwünschte Wirkungen sind nicht zu erwarten, sofern vorab ausgeschlossen wurde, dass der Patient an Nierensteinen leidet oder zu viel Calcium im Blut hat.

• Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sieht eine mittlere Tagesdosierung von 500 bis 1.000 mg Calcium zur Vorbeugung und Therapie einer Osteoporose vor. Die Kombination mit 12,5 bis 25 μg Vitamin D ist zur Prävention von Knochenschwund geeignet. Zur Therapie einer Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren muss diese Calciumdosis jedoch mit mindestens 25 μg Vitamin D kombiniert sein. Beim Vitamin-D-Gehalt erreichen lediglich dieOsteoplus, Brausetabletten die zur Therapie empfohlenen 25 μg, die anderen Präparate sind aber zur Vorbeugung geeignet.

• Ein Sonderfall sind dieFrubiase Calcium forte 500, Trinkampullen aufgrund des Vitamin-D-Gehalts von 75 μg pro Tagesdosis. Der Anbieter nennt als Anwendungsgebiet Osteomalazie, eine Störung der Knochenmineralisation aufgrund von Vitamin-D-Mangel.

• Die Nahrungsergänzungsmittel im Test sind ausgelobt zur „Unterstützung starker Knochen“ oder „für starke und feste Knochen“. Sie sind deutlich niedriger dosiert als die Arzneimittel, da sie nicht zur Osteoporosevorbeugung oder gar -therapie geeignet sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel die Zufuhr von maximal 500 mg Calcium und 5 μg Vitamin D pro Tag. In den meisten Präparaten zur Nahrungsergänzung stecken jedoch 800 oder 1.000 mg, in denAktivpunkt Osteodirekt, Tabletten sogar 1.200 mg Calcium. DenNobilin Osteo, Tabletten sind satte 10 μg Vitamin D zugesetzt.

• Einige Anbieter setzen ihren Nahrungsergänzungen weitere Vitamine, Spurenelemente oder Mineralstoffe zu. Das ist überflüssig, da es praktisch keine Unterversorgung mit diesen Substanzen gibt. Zudem überschreiten viele der Zusätze die vom BfR empfohlenen Tagesrationen für Nahrungsergänzungsmittel. Für diese Überdosierungen kassieren die Mittel kräftig Minuspunkte.

• Zwei Präparate enthalten Fluorid. Zwar gibt es fluoridhaltige Arzneimittel zur Osteoporosebehandlung. Sie gelten jedoch nicht als Mittel der Wahl. Vom Einsatz in Nahrungsergänzungen rät das BfR sogar ab, um eine unkontrollierte Zufuhr zu vermeiden. Das Gleiche gilt für Kupfer und Mangan.

Unsere Empfehlungen

• Wer vom Arzt hat klären lassen, ob er an Knochenschwund leidet, kann unter den sehr guten Arzneimitteln wählen. Krankenkassen erstatten die Präparate bei bestehender Osteoporose.

• Das Geld für die Nahrungsergänzungen mit Kombinationen aus Calcium und Vitamin D kann man sich sparen. Sie eignen sich nicht zur gezielten Vorbeugung oder gar Therapie einer Osteoporose. Da aber die meisten Männer und Frauen ohnehin zu wenig Vitamin D über ihre Nahrung zu sich nehmen, können die Präparate bestenfalls helfen, einem Vitamin-DMangel vorzubeugen.

• Bewegung und regelmäßiges körperliches Training sind das A und O, um die Knochen stabil zu halten und die Muskeln zu kräftigen. Dies wirkt Stürzen und Knochenbrüchen entgegen.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: siehe Seite 124.
Anmerkungen: 1) PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. 2) Enthält mehr als die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für Nahrungsergänzungsmittel empfohlene Tagesdosis von 500 mg Calcium. 3) Laut Beipackzettel zur Behandlung von Osteomalazie (Knochenerweichung im Erwachsenenalter). 4) Laut Anbieter ist bei Anwendung vonOssofortin D, Brausetabletten für die gleiche Wirkstoffmenge nur eine Tablette täglich einzunehmen. Die Kosten für eine Tagesdosis belaufen sich dann auf 0,53 Euro. 5) Enthält Fluorid. 6) Laut Anbieter kommt das Produkt ab Januar 2008 mit dem neuen NamenCaltrate Calcium + D, Capletten , aber mit unveränderter Rezeptur auf den Markt. 7) Enthält Kupfer. 8) Enthält Mangan. 9) Enthält mehr als die vom BfR für Nahrungsergänzungsmittel empfohlene Tagesdosis von 80 μg Vitamin K. 10) Rezeptpflichtiges Arzneimittel. 11) Enthält mehr als die vom BfR für Nahrungsergänzungsmittel empfohlene Tagesdosis von 2,25 mg Zink. 12) Enthält mehr als die vom BfR für Nahrungsergänzungsmittel empfohlene Tagesdosis von 5 μg Vitamin D.
Legende: Produkte mit dem gleichen Testurteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Abwertungen Pharmakologische Begutachtung: Zur Abwertung um jeweils zwei Stufen führen: a) Tagesdosis Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln, die die BfR-Empfehlung von 5 μg überschreitet; b) Fluorid in Nahrungsergänzungsmitteln; c) Kupfer in Nahrungsergänzungsmitteln; d) Mangan in Nahrungsergänzungsmitteln; e) Tagesdosis Vitamin K in Nahrungsergänzungsmitteln, die die BfR-Empfehlung von 80 μg überschreitet. Zur Abwertung um jeweils eine Stufe führen: a) Tagesdosis Zink in Nahrungsergänzungsmitteln, die die BfR-Empfehlung von 2,25 mg überschreitet; b) Tagesdosis Calcium in Nahrungsergänzungsmitteln, die die BfR-Empfehlung von 500 mg überschreitet. Abwertungen Weitere Mängel: Zur Abwertung um eine Stufe führen: PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe in der Verpackung. Die Testergebnisse Pharmakologische Begutachtung, Hilfs-/Inhaltsstoffe und Weitere Mängel werden zunächst getrennt bewertet. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Pharmakologische Begutachtung und der Beurteilung der Hilfs-/Inhaltsstoffe. Es kann nicht besser sein als das schlechteste Einzelergebnis. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Hilfs-/Inhaltsstoffe um eine Stufe.
Testmethoden: Wirkstoffe/Beipackzettel: Pharmakologische Begutachtung. PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: Beilsteinprobe.
Erstveröffentlichung: ÖKO-TEST Kompakt Vitamine 1/2007. Aktualisierung der Angaben, sofern die Anbieter nach Anschreiben durch ÖKO-TEST Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Einkauf weiterer Testprodukte: Oktober – November 2007.
Preisberechnung basiert auf dem kleinsten Produktangebot.
Anbieterverzeichnis: siehe Seite 122.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlages dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.