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KNOW-HOW PFLANZEN: BUCHS-ERSATZ: ALTERNATIVEN FÜR DEN IMMERGRÜNEN ALLESKÖNNER


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 8/2018 vom 16.11.2018
Artikelbild für den Artikel "KNOW-HOW PFLANZEN: BUCHS-ERSATZ: ALTERNATIVEN FÜR DEN IMMERGRÜNEN ALLESKÖNNER" aus der Ausgabe 8/2018 von TASPO GARTEN-DESIGN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Auch in den Herrenhäuser Gärten muss der Buchsbaum teilweise ersetzt werden. Erste gute Erfahrungen wurden mit Thuja occidentalis ‘Mecki’ gemacht.


Foto: Heinrich Beltz

Ilex crenata kommt dem Buchsbaum optisch am nächsten.


Fotos (3): Björn Ehsen

Was geht, wenn man die Finger lassen will vom Buchsbaum, aber trotzdem immergrüne, schnittverträgliche und wenig anspruchsvolle Pflanzen braucht? Auch das war Thema auf dem Buchsbaum-Symposium der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Bad Zwischenahn Ende August. Denn wer einen pilzkontaminierten Standort bepflanzen soll oder gar nicht erst die Gefahr einer ...

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... Cylindrocladium buxicola-Infektion riskieren will oder den Kahlfraß durch Buchsbaumzünslerraupen, der muss mit mehr Pflanzenkenntnissen planen und braucht Alternativen.

Taxus baccata ‘Renkes Kleiner Grüner’ ist hervorragend schnittverträglich.


Lonicera nitida ‘Maigrün’ gilt als schnell wachsend und anspruchslos.


Um besser zu sein oder sich messen zu können, muss man gemeinhin erst einmal wissen, wie gut der andere ist. Und da hat der Buchsbaum wirklich viel zu bieten. Einige Sorten gehören eindeutig zu den frosthärtesten immergrünen Laubgehölzen überhaupt. Buchsbaum verträgt von voller Sonne bis vollem Schatten alles und kommt „normalerweise“ mit Trockenheit und Nässe zurecht, „wenn es auch in diesem extrem trockenen Jahr ungewohnt viele Ausfälle gab“, sagte Björn Ehsen bei seiner „Alternativen-Vorstellung“. Hervorzuheben ist zudem seine Kalkverträglichkeit, natürlich seine extreme Schnittverträglichkeit und außerdem ist er auch noch sehr langlebig.

„Als immergrünen Alleskönner hatten wir ihn ja schon in den anderen Vorträgen vorgestellt“, so der Mitarbeiter der Lehrund Versuchsanstalt, der zudem gärtnerischer Leiter des Parks der Gärten ist. „Doch ich zitiere gerne einen Kollegen, der sagt: Buchs ist was für Doofe, für Unkundige, da kann man nicht viel falsch machen. Eine Aussage, die definitiv für Ersatzpflanzen nicht gilt.“ Seit vielen Jahren schon werden daher Alternativen getestet, vorwiegend aber für ein Ersatzsortiment für B. ‘Suffruticosa’, für geschnittene kleine Einfassungen, wie sie zuhauf in Parks und auf Friedhöfen eingesetzt werden.

Im aktuellen Versuch, der seit 2015 läuft, werden 35 Arten und Sorten getestet, wie üblich bei der LVG mit drei Wiederholungen auf unterschiedlichen Standorten, jeweils in einem Meter Heckenlänge, und zweimal jährlich radikal heruntergeschnitten auf 20 Zentimeter. „Und dann gucken wir auf die Wuchsstärke, die Heckendichte, auf abiotische und biotische Schäden.“

Zum bonitierten Testsortiment zählen Berberis, Chamaecyparis, Cotoneaster, Euonymus, Ilex, Podocarpus, Rhododendron, Taxus, Thuja, Vaccinium, Lavandula, Santolina, Thymus, Teucrium und Hebe. In Sachen Heckeneignung sind Podocarpus ‘Red Tip’, Thuja occ. ‘Mecki’, Th. ’Mr. Bowling Ball’, Th. ’Tiny Tim’, Podocarpus alpinus ’Country Park Fire’, Ilex crenata ’Blondie ’, I.c. ’Glorie Gem’, I.c. ’Dark Green’ mit Boniturwerten von 2,0 gleich gut. Den gewünscht schwachen Wuchs bringen aber nur Podocarpus ’Red Tip’, Thuja occ. ’Mecki ’ und Th. ’Mr. Bowling Ball’ mit. In Sachen Schwachwüchsigkeit macht allerdings Ilex ’Heckenzwerg‘ mit 1,3 das Rennen und ist mit einer Heckeneignung von 2,7 durchaus eine gute Wahl für schwachwachsende Einfassungen.

Berberitzen – ganz schön dornig

Klein, kompakt, buchsbaumähnlich: Bei den Berberitzen punktet – wie der Name schon vermuten lässt – B. buxifolia ’Nana‘ mit ähnlichem Laub und Habitus. Doch die Frosthärte lässt zu wünschen übrig. „Blanken Frost ohne Schnee vertragen Berberitzen, besonders die ‘Nana’, schlecht.“ Und dornig – wie sie sind – werden die Pflegeschnitte nicht zum Vergnügen. Üppiger, aber auch widerstandsfähiger sind B. candidula ’Jytte’ und B. frikartii ’Amstelveen’. Immerhin ein brauchbares Sortiment für Einfassungen in geschützten Lagen, mittlere Hecken, Kugeln, für den Kübel und als Bodendecker auch ungeschnitten hübsch.

Ilex crenata ist frostempfindlicher und lichtbedürftiger als Buxus.


Fotos (3): Gitta Stahl

Berberis x frikartii ‘Amstelveen’ eignet sich für Einfassungen in geschützter Lage.


Euonymus – zweifarbig möglich

Aus dem Euonymus-Sortiment stehen nur Sorten von E. fortunei bei den Versuchsanstellern noch gut im Kurs. „Die Sorten von Euonymus japonicus haben wir in früheren Tests schon als nicht frosthart genug aussortieren müssen.“ Die kleinen Euonymus fortunei lassen sich zwar optisch nicht als Ersatz verkaufen, „was die Einsatzmöglichkeiten angeht aber schon“, so Ehsen. Sortenübergreifend weisen sie ein lockereres Wachstum auf als Buchs, schieben lange Triebe. Auch hier kann fehlende Frosthärte ein begrenzendes Problem werden. Ebenso können Pilzerkrankungen wie Echter Mehltau und Schädlinge wie Schildläuse auftreten. Dennoch: Nicht zuletzt wegen ihres interessanten Farbenspektrums besonders an sonnigen Standorten sind die kleinen Spindelsträucher eine brauchbare Alternative zum Buchs. Spätfrostschäden treten zwar auf, doch die Sorten von E. fortunei stecken sie aufgrund ihrer grundsätzlichen Wuchsfreude etwas besser weg.

Zum Verwechseln: Ilex crenata

Von Laien kaum vom Buchsbaum zu unterscheiden sind die Ilex crenata-Sorten. Die kleinen japanischen Stechhülsen sind gut schnittverträglich, aber nicht so gut wie der Buchs, zumal sie zum Vergreisen neigen. „Auf jeden Fall haben sie einen höheren Lichtanspruch und sind eindeutig frostempfindlicher, wie gerade das Frühjahr 2018 bewies. Sie bekommen schon mal Spinnmilben-Befall und kalkhaltige, schwere Böden mögen sie auch nicht.“ Die Not im Buchsbaum-Sortiment macht zudem erfinderisch. „Hinter neuen Namen wie Robustico, Buxilex und Buxbol verbergen sich in der Regel altbekannte Sorten. Also lassen Sie sich nicht verwirren“, so Ehsens Rat an die Verwender.

Erkennbar als Ilex-Sorten mit größeren, stacheligen Blättern sind die niedrigen I. aquifolium oder I. x meserveae-Sorten. Die Schnittverträglichkeit wird als gut eingestuft, wenn auch nicht ganz so gut wie beim Buchs, auch in Sachen Schattenverträglichkeitund Frosthärte punkten diese Ilex, wenngleich der blanke Frost im Frühjahr 2018 auch hier Schäden hinterließ.

Blühender Zwerg: Rhododendron

Mit dem rechtsgeschützten Markennamen Bloombux ist eine Rhododendron micranthum-Hybride auf dem Markt, die immerhin mit „kalktolerant“ punkten kann. Auch die Schnittverträglichkeit kann sich mit mittel bis gut durchaus sehen lassen, der Schnittzeitpunkt muss allerdings genau beachtet werden, will mal das herausstechende Heckenmerkmal „üppige rosa Blüte im Juni“ nicht kurzerhand abschneiden. Doch so hübsch so eine kompakte Rhododendronhecke auch ist, es bleibt ein Rhododendron, der nur auf humosem Boden mit gutem Wasserabzug bei gleichzeitig hoher Luftfeuchte in Sonne bis Halbschatten wirklich gut gedeiht. Auch für den Halbkugelschnitt eignet sich die Pflanze gut.

Eiben-Zwerge schneiden gut ab

Renke zur Mühlen, Teilnehmer am Symposium, freute sich natürlich sehr, wie gut sein Taxus baccata ’Renkes Kleiner Grüner‘ abschneidet im eher kleinen Ersatzpflanzen-Eiben-Sortiment. Sehr dicht, unterschiedlich stark wachsend, aber hervorragend schnittverträglich – das lässt sich sehen. Unter starkem Frost leidet Taxus von oben, Staunässe im Boden kann kein Taxus vertragen. Schmecken tut er besonders dem „Taxuskäfer“, wie der Dickmaulrüssler speziell wegen seiner Vorliebe für Eiben auch genannt wird, und auch Schildläuse finden ihren Gefallen an den Nadeln. Mit einem breiten Einsatzgebiet und robust bei Trockenheit ist Taxus für sonnige und halbschattige Standorte als niedrige Hecke, als Bodendecker und natürlich als Formgehölz gut einzusetzen.

Euonymus fortunei ‘Emerald‘n Gold’ ist eine gute Wahl, wenn es zweifarbig sein soll.


Der Bloombux benötigt humosen Boden und ausreichend Luftfeuchte.


Foto: Bloombux

Nichts für heiße Sommer: Thuja

Gerade diese Trockenheit macht hingegen Thuja besonders zu schaffen, die auch schon mal Probleme mit Miniermottenbefall bekommen kann. Mit sehr dichtem Wachstum und guter Schnittverträglichkeit kann sie dann punkten, wenn sie einen sonnigen, nicht zu trockenen Standort bekommt. Der leicht mitgenommen wirkende Winteraspekt einiger Thuja-Sorten ist allerdings gewöhnungsbedürftig. „Die Alternative hat sich als zu pilzempfindlich erwiesen, weshalb wir ihren Einsatz hier nicht empfehlen.“

Erst im Kommen: Steineibe

Die Steineibe Podocarpus ist als Ersatz zwar nicht so bekannt, sollte aber durchaus auf geschützten Standorten in Erwägung gezogen werden. Extrem kompakt wachsend und dicht weist sie eine gute Schnittverträglichkeit auf und präsentiert sich als Einfassungsgrün, als Bodendecker und frei wachsend sehr ansprechend. Die Sorte ‘Red Tip‘ konnte sich sogar in diesem Jahr mit blankem Spätfrost, Hitze und Trockenheit behaupten.

Nur was für warme Ecken

Einfassungshecken lassen sich aber auch mit Stauden und Halbsträuchern aufpflanzen. Der Gamander (Teucrium ) punktet hier mit mittlerer bis guter Schnittverträglichkeit und wächst schön gleichmäßig. Nässe und starker Frost setzen ihm zu, führten im Frühjahr 2018 oberflächig zum Totalausfall. Von T. chamaedrys raten die Versuchsansteller aus Bad Zwischenahn für Einfassungen allerdings ab, da diese Sorte Ausläufer bildet, die das Beet unterwandern würden. T. x lucidrys bleibt, wo sie gepflanzt wird und ist daher die bessere Wahl. An sonnigen Standorten kann Gamander sehr hübsch daherkommen, wenn auch zur Lebensdauer noch keine Aussagen getroffen werden können.

Deutlich nur über Jahre mit milden Wintern kommenHebe oderThymus . „Und bei Pflanzungen mit viel Pflanzenmaterial muss man ja auch mal den Preis im Auge behalten.“ Da aber kann dannLonicera noch punkten. Der günstige Bodendecker ist starkwüchsig mit langen Trieben, die den Schnitt gut vertragen. Dafür weist die Heckenkirsche jedoch nur eine mäßige Frosthärte auf.

Resümee

Standort und Verwendungszweck bestimmen im Ersatzpflanzensortiment von Buchs ganz wesentlich Art und Sorte. Denn tatsächlich gilt: Keine Pflanze ist ein vollständiger Ersatz für Buxus. Gute Pflanzenkenntnisse sind daher gerade jetzt wichtig, um die Vielfalt der Pflanzenwelt gut nutzen zu können.