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Kochen und lernen


streetFOOD Business - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 23.05.2019

Zwei Studenten kaufen einen Foodtruck und eine Co-Working-Kitchen. Die Idee: In der Küche gemeinsam kochen und voneinander lernen.


Artikelbild für den Artikel "Kochen und lernen" aus der Ausgabe 1/2019 von streetFOOD Business. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: streetFOOD Business, Ausgabe 1/2019

Wrapstars war 2013 der erste Foodtruck Wiens, doch das war nicht einfach. Die Passanten kannten das System nicht, Wraps waren nicht sehr bekannt und zudem nur vegetarisch. „Das war wohl zu viel für den Anfang“, resümiert MarkoErtl. So stellten er und Matthias Kroisz, mit dem er den Truck gründete, die Karte um. Seitdem gibt es auch Wraps mit Fleisch – aber in Maßen. Wenn auch manche gerne mehr Fleisch im Wrap hätten, es gibt nur eine festgelegte Menge. „Doppelt Fleisch“ ...

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... gibt’s offiziell nicht. Denn eines ist den beiden Jung-Truckern wichtig: Die Qualität des Essens. „Wir achten darauf, wo unsere Rohwaren herkommen. Die Philosophie „No Bullshit“ erklärt eigentlich alles“, deutet Marko Ertl an. So lautete das Motto zu Beginn – und auch heute. Nach einem mühsamen Start setzte sich der Streetfoodhype 2014 in Wien durch und Wrapstars stand im Zentrum der Aufmerksamkeit. 2015 statteten sie ihren Truck mit Akkus aus. „So waren wir unabhängig von der Stromversorgung vor Ort und konnten unsere Standorte frei wählen – was uns einen zusätzlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffte“, erklärt Marko Ertl. Denn für ihre Wraps brauchen sie keineGeräte, die viel Strom benötigen, da sie alles in der Gemeinschaftsküche vorbereiten und im Truck selbst nicht gekocht, sondern nur zubereitet wird.

Marko Ertl


Gemeinschaftssinn
Die Idee der Gemeinschaftsküche kam den beiden 2016. Nachdem sie sich in einer Restaurantküche eingemietet hatten, merkten sie schnell, dass sie mehr Platz brauchten. Als eine 30 Jahre alte Betriebsküche leerstand, gründeten sie Herd Open Kitchen. Das Konzept dahinter ist dem des Co-Working-Office in den USA ähnlich: Man mietet sich für einen Zeitraum einen Arbeitsplatz in der Gemeinschaftsküche und kann dort für seinen Truck, Restaurant oder Lieferservice kochen. „Dank Kooperationen mit Metro und Hobart ist unsere 700 m²-Küche auf dem neusten Stand. Sie fanden das Konzept so gut, dass sie uns gerätetechnisch und mit besonderen Konditionen beim Einkauf unterstützten. Das kommt auch unseren Mietern zugute“, freut sich Marko Ertl. Damals fingen sie mit fünf Mietern an, mittlerweile sind fast alle Miet-Plätze belegt. Dabei sind die Miet-Möglichkeiten individuell anpassbar: Von acht Stunden die Woche bis Rund-um-die-Uhr ist alles möglich, auch nachts kann produziert werden – egal ob im Duo oder im größeren Team. Ab 200 Euro im Monat ist ein Arbeitsplatz plus Lagermöglichkeit zu haben. Zu den Mitgliedern zählen neben Foodtrucks auch Restaurants, Lieferdienste oder sog. Ghost-Kitchens. Auch Hundefutter-und Kosmetikhersteller fragten schon an – diese mussten aber wegen Hygienevorschriften abgelehnt werden. „Das Konzept funktioniert. Die Leute arbeiten gut zusammen, Ärger gab es bisher nicht“, bestätigt der Gründer. Das liegt wohl auch am Bauchgefühl der Inhaber, das bei der Entscheidung für oder gegen neue Mieter eine Rolle spielt. Passt der neue Mieter zu den anderen? Hat er den Gemeinschaftsgedanken verinnerlicht oder sucht er nur eine Küche? Die Hausregeln, wie Sauberkeit, keinen Stress provozieren und offene Kommunikation gelten für alle. Besonders die letzte Regel ist wichtig, da sie einer der Grundpfeiler des Konzepts ist. „Wir gründeten die Kitchen unter dem Gesichtspunkt, dass die Leute miteinander sprechen und voneinander lernen. Fehler, die wir gemacht haben, sollen neue Konzepte nicht machen“, erläutert er.

Anfragen frei Haus
Doch es gibt weitere Vorteile: Hier sind die Mitglieder rechtlich abgesichert, Lagerräume sind ausreichend vorhanden und vorschriftsgemäß aufgebaut. Platz kann, je nach Bedarf, gemietet werden, um Reparaturen müssen sich die Mieternicht kümmern. Ein weiteres Plus: Catering-Anfragen. Die Herd Open Kitchen arbeitet mit dem Albert-Schweizer-Haus zusammen und dessen Anfragen werden direkt an die Mitglieder weitergegeben. Der Kunde wählt aus dem Herd-Netzwerk aus und die Mitglieder erhalten zusätzliche Aufträge.
Für die Zukunft plant Marko Ertl ein eigenes Restaurant mit Wrapstars. „Wir brauchen eine neue Herausforderung“, schmunzelt er. Wenn das Lokal gut läuft, könnte man auch eine Ketteeröffnen. „Dann vielleicht auch in anderen Städten, mit Lokal und Trucks als Zweiergespann“ – Marko Ertl denkt groß.eva
www.herd.co.at

Truckregeln:

Nr 1: Liebe es oder lass es.
Nr 2: Verwende nur, was Oma auch essen würde.
Nr 3: Fehler gehören dazu, solange man daraus lernt.
Nr 4: Respekt vor den Lebensmitteln und Umwelt
Nr 5: No Bullshit – maximale Transparenz und Ehrlichkeit.


Fotos: Wrapstars

Foto: Fürst