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KÖNIG des Dschungels


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 34/2022 vom 19.08.2022

NATUR

Artikelbild für den Artikel "KÖNIG des Dschungels" aus der Ausgabe 34/2022 von Gong. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gong, Ausgabe 34/2022

URWALDWESEN 90 Prozent aller Jaguare leben im Amazonasgebiet, vor allem in Brasilien

120 –170.000 JAGUARE leben heute noch in Amerika

Wenn du im Wald auf einen Jaguar triffst, dann schau ihm in die Augen und mach dich möglichst groß“, erklärt die Umweltlehrerin. „Lass den Jaguar den ersten Schritt machen. Wenn du dich zuerst bewegst, hast du verloren – dann wird er angreifen. Wenn du aber stehen bleibst und nicht zurückweichst, wird er gehen.“ Eigentlich meiden die mächtigen Wildkatzen Dörfer, nur manchmal schleicht sich ein krankes oder unerfahrenes Tier in eine Siedlung. Die Menschen im Urwald von Guyana bemühen sich um ein friedliches Zusammenleben mit dem Jaguar, Amerikas größter Raubkatze. Sie wissen, dass der „König des Dschungels“ ...

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... unschätzbar wertvoll ist.

Lebensraum schwindet überall

Einst waren Jaguare in den Wäldern und Feuchtgebieten von Nordamerika bis Argentinien zu Hause, in den vergangenen 100 Jahren verkleinerte sich ihr Verbreitungsgebiet aber um 40 bis 50 Prozent. Ihr Lebensraum wich landwirtschaftlichen Flächen, Viehhalter jagten sie, auch der Tagebau zerstörte Jaguarland. Und da es sich bei den Tieren um scheue, meist nachtaktive Einzelgänger handelt, weiß der Mensch noch immer wenig über sie. 90 Prozent aller Jaguare leben im Amazonasbecken, außerhalb dieses geografischen Raums gilt die Art fast überall als gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Jedes einzelne Tier bewohnt ein Revier von 10 bis 1000 Quadratkilometer Fläche. Die Raubkatzen sind nicht sehr schnell, dafür können sie gut klettern und sich sicher im Wasser bewegen. Gern jagen sie Kaimane, deren Schädel sie mit einem Biss knacken. Jaguare haben keine natürlichen Feinde. Damit sind sie eine Schlüsselspezies – eine Art also, deren Verschwinden fatale Folgen für die Natur hätte. „Für uns ist der Jaguar eine ‚Umbrella species‘“, sagt Dr. Dirk Embert von der Umweltschutzorganisation WWF. „Es ist eine Vorreiterart. Schützen wir sie, schützen wir das ganze Ökosystem.“ Der Experte zieht einen Vergleich zu deutschen Wäldern, in denen eine Überpopulation von Reh- und Schwarzwild herrscht, weil Raubtiere fehlen. „Es wäre dramatisch, würde so etwas auch am Amazonas passieren. Mit dem Jaguar schützen wir die Natur inklusive aller Tiere – bis hin zur Ameise.“

Seit einigen Jahren laufen Studien, um die Dichte der Jaguarpopulation festzustellen. Klar ist schon jetzt: Je nachhaltiger die Nutzung des Landes, desto höher die Jaguardichte. Außerdem engagiert sich der WWF mit anderen Organisationen für die Einrichtung eines kontinentalen Jaguarkorridors, der die Mobilität und die genetische Durchmischung begünstigen soll. Es ist ein langwieriges Projekt – nicht zuletzt, weil sich Länder beteiligen müssen, in denen es keine Jaguare mehr gibt.

Tourismus hilft dem Tierschutz

Ein großes neues Problem heißt: Wilderei. Zur illegalen Trophäenjagd kommt die in Lateinamerika wie Asien verbreitete Mode, Jaguareckzähne als Schmuck zu tragen. Auch Chinas Bedarf an „Jaguarprodukten“ ist groß. Traditionell gelten dort zerriebene Tigerknochen als Heil- oder Stärkungsmittel. Da Tiger immer besser geschützt sind, fallen mehr Jaguare der illegalen Jagd zum Opfer. Überall agieren Wilderernetzwerke im Auftrag von China.

Doch es gibt auch gute Neuigkeiten, etwa aus dem Biosphärenreservat Pantanal in Südbrasilien, Bolivien und Paraguay. Dorthin kommen immer mehr Touristen zum Jaguar-Watching. Zwar ändern die Tiere dadurch ihr Verhalten, von Vorteil aber ist, dass der Tourismus ihren Schutz wirtschaftlich attraktiv macht. Zudem tut sich einiges in der Landwirtschaft. Oft kam es zu Konflikten, weil Jaguare Rinder rissen. Heute sollen Projekte dies verhindern, etwa speziell eingezäunte Nachtlager. Oder aus Indien importierte Wasserbüffel: Diese beschützen die Rinderherden und sind so mächtig, dass selbst ein Jaguar sich nicht an sie herantraut.

NELE-MARIE BRÜDGAM

SO 28.8. TV-TIPP

9.25 ARTE

GUYANA: IM WALD DES JAGUARS DOKU Bilder aus einem der letzten großen Urwaldgebiete der Erde