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König ELVIS


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HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 25/2022 vom 17.06.2022

PORTRÄT

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Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 25/2022

LIVEMUSIK Austin Butler als junger Elvis in den 1950er-Jahren

„ELV IS“

Der Kinofilm über die Legende

Neun Jahre nach „The Great Gatsby“ widmet sich der australische Regisseur Baz Luhrmann der nächsten schillernden Figur: Aus der Sicht von Manager Colonel Tom Parker schildert er das Leben des Rock-’n’-Roll- Idols Elvis Presley – von der Kindheit bis zum bitteren Preis des Ruhms. Zu hören sind Hits aus allen Karrierezeiten – von Rockabilly bis zu den späten Songs der Las-Vegas-Zeit.

Kinostart: 23. Juni Filmkritik: Seite 124

D er5. Juli 1954 verändert die Musikwelt: Im Studio des Memphis Recording Service nimmt der damals 19-jährige Elvis Presley den Song „That’s All Right“ auf – die wilde Version eines Rhythm-and-Blues-Klassikers. Dieser Augenblick geht in die Geschichte ein als Geburtsstunde des Rock ’n’ Roll. Am 23. März 1956 folgt Elvis’ Debütalbum und erobert als erstes Rock-’n’-Roll-Album Platz eins der Charts. Der junge Sänger hat innerhalb weniger ...

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... Monate nun ein halbes Dutzend Tophits, die Grenzen sprengen und eine Lawine auslösen: „Heartbreak Hotel“, „Hound Dog“, „Don’t Be Cruel“, „Love Me Tender“, „All Shook Up“ und „Teddy Bear“.

Noch wichtiger als die Songs sind für seinen Durchbruch allerdings die TV-Auftritte im selben Jahr, allen voran sein Gastspiel in der „Ed Sullivan Show“, das 60 Millionen Amerikaner verfolgen. Startschuss zu einer beispiellosen Karriere.

Auf dem Weg zum Ruhm

Jetzt bringt ein neuer Kinofilm Aufstieg und Fall des „King“ auf die Leinwand (siehe links). US-Schauspieler Austin Butler (30) schlüpft in die Rolle der Musiklegende. „Denkt man an Elvis, hat man eine Ikone vor Augen, eine überhöhte Kunstfigur größer als die Realität“, sagt Butler. „Du kannst seine Bewegung und seinen Gesang imitieren, aber lernst dadurch nicht den Menschen dahinter kennen. Diesen besonderen Zugang zu finden war mir wichtig.“ Dabei sind die Auftritte des Rock-’n’-Roll-Idols eigentlich schon Herausforderung genug. In den 1950ern sorgt sein aufreizender Hüftschwung für helle Aufregung. Teenager kreischen und fallen in Ohnmacht. Das prüde Amerika ist geschockt. Eltern- und Lehrerverbände sowie religiöse Gruppierungen laufen Sturm gegen „Elvis The Pelvis“ – „Elvis, das Becken“. Der schüchterne Junge, der am 8. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi, als Sohn eines Landarbeiters geboren wurde und von der großen weiten Welt träumt, wird zum begnadeten Entertainer mit wilder Haartolle. Hinter dem Erfolg steckt vor allem sein Manager Colonel Tom Parker, ein windiger Typ, der ihm zwar den Weg zur großen Karriere ebnet, aber auch den künstlerischen Ausverkauf seines Stars vorantreibt. Im Kinofilm wird er meisterhaft verkörpert von Tom Hanks.

Den wahren Menschen Elvis sehen damals wenige. Denn nur auf der Bühne verwandelt sich der ehemalige Lastwagenfahrer in einen Derwisch. Er bleibt stets der höfliche Junge, die Familie ist ihm heilig. Der King träumt von Ehe und Kindern. Als er zum Militär eingezogen wird, zeigt er sich als guter Amerikaner und ist eineinhalb Jahre lang im hessischen Friedberg stationiert. Die Karriere liegt so lange auf Eis – ein erster Tief-punkt. Musikalisch scheint die wilde Zeit sowieso zu Ende zu gehen: Die Rock-’n’-Roll-Welle ebbt Anfang der 60er-Jahre ab. Auch die Filme, die Elvis Presley bereits seit 1956 dreht, werden immer f lacher. Vermittelt „Jailhouse Rock“ 1957 noch einen Hauch von Rebellion und wirkt als Musikfilm stilbildend, folgen jetzt nur noch anspruchslose Komödien wie „Blaues Hawaii“.

» Ich bin nicht Gott, ich bin stinknormal.«

Elvis Presley, Jugendidol

Alles vorbei? Nein! Elvis Presley will es seinem Publikum noch einmal zeigen. Am 3. Dezember 1968 strahlt der Sender NBC ein TV-Special aus, das ein sensationeller Erfolg wird. Der King zieht alle Register seines Könnens: Wilder Rock ’n’ Roll im schwarzen Lederanzug, ein Akustikset, gefühlvolle Balladen – er zeigt der Welt, dass er immer noch cool ist. „Wir drehten den legendären Auftritt im Lederkostüm von 1968, bei dem mir Hunderte Komparsen zujubelten“, erinnert sich Darsteller Austin Butler an die Aufnahmen zum neuen Kinofilm. „Danach stand ich schweißgebadet in der Umkleide. Der Jubel war fort, ich war allein, und ich wusste: Diesen Moment hat Elvis auch erlebt.“

Nach fast zehn Jahren Pause gibt Elvis Presley in den folgenden Jahren mehr als 1100 Konzerte, die meisten in Las Vegas, wo er für eine Wochengage von 100.000 Dollar fest engagiert wird. Sein Konzert „Aloha From Hawaii“ wird 1973 per Satellit in die ganze Welt übertragen und von mehr als einer Milliarde Menschen gesehen. Diese Jahre prägen das Bild des Entertainers im paillettenbestickten Jumpsuit.

Im goldenen Käfig

Aber der King hat bereits die Kontrolle über sein Leben verloren. Mit seiner Frau Priscilla, die er 1967 heiratet, lebt er in der 23-Zimmer-Villa Graceland im Süden von Memphis. Elvis schwelgt im Luxus und verliert immer mehr den Bezug zur Realität. Graceland wird zu seinem goldenen Käfig. Er schluckt Schlaf- und Beruhigungstabletten, um Ruhe zu finden, und Aufputschmittel, um wieder in Schwung zu kommen. Ohne Medikamente bewältigt er keinen Auftritt mehr. Sein Zustand verschlechtert sich weiter, als seine Frau ihn 1972 mit der gemeinsamen Tochter Lisa Marie verlässt und 1973 die Scheidung einreicht. Elvis Presley ist ein Wrack, er wiegt am Ende mehr als 120 Kilo. Am 16. August 1977 erschüttert die Nachricht von seinem Tod die Welt. Als sein Leichnam in Graceland aufgebahrt wird, erweisen ihm mehr als 20.000

Menschen die letzte Ehre. Der König des Rock ’n’ Roll ist erst 42 Jahre alt, als sein Herz versagt, sein Feuer aber ist schon lange vorher erloschen.

ZDF ELVIS DOKU „The Da

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