Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 6 Min.

Koffer packen und los! oder Rucksack „Traut euch, Ladys“:Mit den 25 wichtigsten Insider-Tipps


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 42/2018 vom 12.10.2018

Die Welt auf eigene Faust entdecken – ohne Mann, ohne Freundin, ohne Clique. Dafür braucht es ein bisschen Mut und gute Vorbereitung. Aber lesen Sie mal, wie sehr es sich lohnt!


Steffi (38): Mich haben die Touren stark und mutig gemacht

Artikelbild für den Artikel "Koffer packen und los! oder Rucksack „Traut euch, Ladys“:Mit den 25 wichtigsten Insider-Tipps" aus der Ausgabe 42/2018 von Bild der Frau. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 42/2018

Reiten in Neuseeland! „Eines meiner Highlights“, schwärmt Steffi


Geträumt hat sie von einer Weltreise schon immer – aber tatsächlich erfüllt hat sich die Darmstädterin Steffi Armbruster diesen Wunsch dann vor sechs Jahren: Sie kündigt ihren Job und ihre Wohnung, verkauft ihr Hab und Gut. „Ich hatte schon Bammel. Aber ich habe mir gesagt, notfalls ziehe ich hinterher wieder ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,09€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Bild der Frau. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 42/2018 von KOMMENTAR: Sandra Immoor, Chefredakteurin: Vom Glück, einen Hund gerettet zu haben. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KOMMENTAR: Sandra Immoor, Chefredakteurin: Vom Glück, einen Hund gerettet zu haben
Titelbild der Ausgabe 42/2018 von AUFGEFALLEN: Lady Gaga wird noch mal mama. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AUFGEFALLEN: Lady Gaga wird noch mal mama
Titelbild der Ausgabe 42/2018 von DISKUSSION DER WOCHE: Gehört die Hundesteuer abgeschafft?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DISKUSSION DER WOCHE: Gehört die Hundesteuer abgeschafft?
Titelbild der Ausgabe 42/2018 von Verbraucher: Achtung, Abzocke! Die Sperrmüll-Mafia ist unterwegs. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Verbraucher: Achtung, Abzocke! Die Sperrmüll-Mafia ist unterwegs
Titelbild der Ausgabe 42/2018 von KINDERMUND der WOCHE: Kicken, kuscheln, quatschen: „…und dann bin ich wieder gut drauf“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KINDERMUND der WOCHE: Kicken, kuscheln, quatschen: „…und dann bin ich wieder gut drauf“
Titelbild der Ausgabe 42/2018 von Von taillenkurz bis knielang: Die neuen Jacken&Mäntel. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Von taillenkurz bis knielang: Die neuen Jacken&Mäntel
Vorheriger Artikel
Ihr Horoskop: Für die Woche mit zunehmendem Viertelmond vom …
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Zum Mitwedeln schön! Mei n bester Freu nd au s dem Tierheim
aus dieser Ausgabe

... bei meinen Eltern ins Kinderzimmer.“

Neun Monate fliegt die Sozialpädagogin von einem Traumziel zum nächsten. Singapur, Australien, Bali, Kambodscha, Laos, Fidschi, Chile und Neuseeland heißen ihre Sehnsuchtsorte. Und nur wenige Monate nach der Rückkehr flackert das Reisefieber schon wieder auf. Diesmal wartet Steffi drei Jahre, spart, fliegt dann für mehrere Monate nach Kanada. Wieder kündigt sie dafür Job und Wohnung. „Die Reiselust war stärker als die Vernunft.“

Steffi liebt ihre Auszeiten. „Allein durch die Welt reisen, das macht stark und mutig. Man kann keinen vorschicken, muss ständig Neues ausprobieren. Das pusht das Selbstbewusstsein.“ Vor der nächsten Reise will Steffi aber eines anders machen: ihre Wohnung diesmal behalten!

Wandern im neuseeländischen Egmont-Nationalpark: „Ein Ort des Friedens“


Steffis Insider-Tipps

→ Kleidung für höchstens eine Woche einpacken. Lieber unterwegs waschen.

→ Auf der Internet-Seite „GetYourGuide“ findet man tolle Tipps: für eine Tour durch die Pariser Katakomben z. B., die beste Hafenrundfahrt in Hamburg oder das Express-Boot zur thailändischen Insel Koh Lanta…

→ Auf der Internet-Seite „momondo.de“ kann man günstig Flüge buchen und auch gleich Zwischenstopps einbauen.

→ Steffis Blog: www.steffistraumzeit.de

Carmen (70): Meine Begleiter? Höchstens ein Esel, Kamel oder Pferd

Auf ihren Touren ist Carmen am liebsten eins mit der Natur. Sie war schon auf Island in einer Gletscherlagune (o. l.) und mit Pferden in der Mongolei. Auf der heimischen Isar (l.) trainiert sie für Winterabenteuer


Viel Neugier und Forschergeist treiben Carmen Rohrbach an, seit ihrer Kindheit in Bischofswerda. „Ich war vielleicht drei Jahre, da saß ich auf den Schultern meines Vaters und nahm zum ersten Mal den Horizont wahr“, erzählt sie, „und da habe ich’s gefühlt, dass ich da hin will – und alles entdecken, was dahinter ist.“

Anfangs reist die promovierte Biologin, die heute in Bayern lebt, in der Gruppe: 1977, damals 29, erkundet sie mit Freunden vom Alpenverein Starnberg das Himalaya-Land Nepal. „Davon hatte ich lange geträumt“, erzählt sie. „Es war toll. Die Natur hat mich wirklich umgehauen. Seitdem wusste ich endgültig: Reisen ist mein Leben.“

Ihre erste Solo-Tour führt sie nach Schottland. Sechs Wochen schläft sie im Freien. Weil sie kein Geld für ein Zelt hat, kauft sie sich eine Plastikplane. „Die war sogar besser als ein Zelt, weil ich Nässe viel schneller abschütteln konnte.“ Was Carmen klar wird: „Ich bin der praktische Typ, brauche keinen großen Komfort, um mich wohlzufühlen.“

40 Länder hat Carmen inzwischen bereist, ein Abenteuer ohne Ende: die Mongolei, Jemen, die Galapagos-Inseln. Meist ist sie Monate unterwegs – immer allein. Sie lacht: „Ich war höchstens mal in Begleitung von Kamel, Pferd oder Esel.“ Warum solo? „Weil niemand so lange Zeit hatte“, sagt Carmen. „Und das Alleinreisen hat auch Vorteile: Die Sinne öffnen sich leichter, man fühlt, empfindet, sieht mehr. Ich habe automatisch mehr Kontakt zu den fremden Menschen, den Tieren, der Natur – ich werde ein Teil davon. Das ist das Größte!“

Auch mit inzwischen 70 Jahren treibt es sie in die Ferne. Um sich fit zu halten, springt sie jeden Morgen in den Ammersee, auch im Winter: „Das härtet ab!“ Nach ihren Touren – zuletzt war sie in Kanada – schreibt Carmen Bücher, hält Vorträge. Und leistet sich dann eine neue Reise. Ihr nächstes Ziel: Kamtschatka, eine Halbinsel am östlichsten Ende Russlands.

Warum ausgerechnet dahin? Carmen Rohrbach lächelt: „Ich bin mit dem Finger auf meinem Globus herumgereist – und stieß dabei auf Kamtschatka. Ist das nicht ein wunderschöner Name?“

Carmens Insider-Tipps

→ Bei der ersten Solo-Reise klein anfangen: lieber Italien statt Indien. Erfahrungen sammeln!

→ Wer regelmäßig Ausdauertraining macht (Schwimmen, Laufen), hat mehr von seinen Reisen: Hitze, Kälte, Regen, dazu das Gepäck – das kann anstrengend werden.

→ Ängste ernst nehmen, aber mit ihnen wie mit einer Freundin reden. Überlegen Sie: Will die Angst mich vor Gefahr warnen oder nur necken? Dabei lernen Sie, auf Ihre innere Stimme zu hören.

→ Mehr Infos unter: www.carmenrohrbach.de

Sünje (41): Im Winter muss ich einfach weg

Auf der Insel Java besichtigte Sünje den Wasserpalast Taman Sari (o.). Auf Bali besuchte sie in Ubud einen Heiler


Die vielen Festtage im Dezember sind nicht ihr Ding: Deshalb flüchtet Sünje Nicolaysen fast jedes Jahr vor dem Trubel nach Asien. Vietnam, Kambodscha, Indonesien, Sri Lanka und Thailand hat die Hamburgerin schon ganz allein bereist. „Klar, das erste Mal hatte ich Herzflattern“, sagt Sünje. „Aber ich wurde belohnt mit wirklich unvergesslichen Begegnungen, die ich nie gemacht hätte, wenn ich zu zweit gereist wäre.“ Bald geht’s also wieder los: „Und ich kann’s kaum erwarten!“

Sünjes Insider-Tipps

→ Ring tragen und sagen, man sei verheiratet. Das erspart Diskussionen.

→ Am besten vorab checken, wie lange die Fahrt mit dem Taxi zur Unterkunft dauert. Mit dem Fahrer immer vorab über den Preis sprechen.

→ Moskitonetz, Taschenmesser und großes Baumwolltuch sind ein Muss.

→ Sünjes Blog: www.misses-reist.de

Steffi (30): 60 Länder in 10 Jahren! Das Fernweh lässt mich nicht los

Es kommt auch auf die Kleidung an! In Iran trug Steffi Kopftuch-zum eigenen Schutz. Außerdem bereiste sie Südamerika (u.): „Mein absoluter Traum-Kontinent“


Seit 2009 geht Stefanie Schwarz immer wieder allein auf Reisen: In den Iran, nach Marokko, Kirgisistan, Usbekistan – über 60 Länder hat sie schon gesehen. Die Elektrotechnik-Ingenieurin wächst in einem beschaulichen 300-Seelen-Dorf in Bayern auf – ist das Reisen ihr Gegenprogramm? „Genau. Nach dem Abi zog es mich raus in die Welt“, erzählt sie.

In Brasilien absolviert Steffi ein Auslandssemester, in Ecuador macht sie ein Praktikum: „In Südamerika habe ich mich damals sofort verliebt. In den Kontinent, in die Lebensfreude und einmal auch in einen Mann.“ Aber Steffi zieht weiter. Kommt sie zurück nach München, arbeitete sie im Akkord, um wieder losziehen zu können. „Ich hab schon im Studium jede Chance genutzt, um zu reisen.“ Dafür büffelt die Globetrotterin auch fleißig Vokabeln: Inzwischen spricht sie sieben Sprachen. Hat sie sich nie unwohl gefühlt – so ganz allein? „Natürlich passiert das. In Kuba oder Albanien hatte ich Probleme mit den vielen Anmachen. Auch Indien war anstrengend.“

Inzwischen ist Steffi Reise-Vollprofi: Auf ihrem Blog www.aworldkaleidoscope.com gibt sie Tipps, wie sie ihren Rucksack perfekt packt, auf was man achten muss und wo man sich schnell informieren kann. „Reisen kann zur Sucht werden“, weiß Steffi. „Das merken immer mehr Leute.“

Steffis Insider-Tipps

→ Wer wegwill, aber noch nicht weiß, wohin: Suchmaschine „Kiwi für Unentschlossene“ nutzen. Da gibt man den Abflugort ein und guckt, was es an Angeboten gibt.

→ Netzwerke nutzen, zum Beispiel dieses auf Facebook: „Wenn Frauen solo reisen“.

→ Ordnung im Rucksack schaffen Nylon-Packwürfel.

→ Mit der Offline-Karten-App MAPS.ME kann man Karten für komplette Länder, Regionen und Städte auf das Handy runterladen. Und hat auch ohne Internetzugang jederzeit Zugriff.

Handy im Bauchgürtel, Nein zum Katzentisch

Einen echten Alleinreise-Profi gibt’s auch in der Redaktion von BILD der FRAU: Unsere stellvertretende Chefredakteurin Imme Schröder war zuletzt drei Monate in Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam unterwegs. Hier ihre Insider-Tipps für Solo-Reisende

1. Immer tagsüber in einer fremden Stadt ankommen. Vorab informieren, wie man vom Bahnhof, Flughafen, ZOB zum Hotel oder Hostel kommt, nicht ins erstbeste Taxi steigen. Wenn Sie nachts ankommen, vorher einen Abholservice organisieren.

2. „Nein“ sagen lernen. Nein zum Katzentisch neben dem Klo, Nein zum dunklen Einzelzimmer neben dem Aufzug, Nein zum aufdringlichen Verkäufer. Sie müssen nichts aus Höflichkeit akzeptieren.

3. Besichtigen Sie das Zimmer, bevor Sie den Koffer in den vierten Stock schleppen. Gefällt nicht? Entschlossen nach einem anderen fragen.

4. Unterhalten Sie sich mit allen freundlichen Menschen, aber verraten Sie nichts Privates wie Heimadresse, Beruf, Einkommen.

5. Nicht die Heimatadresse auf den Kofferanhänger schreiben, sondern die Handynummer. So kann man Sie unterwegs erreichen, falls der Koffer verloren geht.

6. Das Handy ist im Ausland Ihr bester Freund. Nie aus der Hand geben, im Bauchgürtel verstauen.

7. Andere allein reisende Frauen ansprechen, Erfahrungen austauschen, Kaffee trinken gehen. Trauen Sie sich, es ist so einfach! Gleiche Wellenlänge? Reisen Sie eventuell zusammen weiter für ein paar Tage. Getrennte Kasse, getrennte Zimmer.

8. Sehnsucht nach ein bisschen Luxus und Ruhe? Dann los ins nächste 5-Sterne-Hotel. Trinken Sie einen überteuerten Kaffee in der Lobby. Oder machen Sie sich im blitzblanken Waschraum frisch…

9. Gibt es eine Uber- oder Grab-App im Urlaubsland? Das ist Ihr bester Schutz vor Abzock-Taxifahrern, weil Sie und der Fahrer vorher wissen, wie viel eine Strecke kostet.

10. Immer die Telefonnummer der Touristenpolizei, der Polizei und der Botschaft im Handy gespeichert haben.

11. Besorgen Sie sich eine Umgebungskarte – am besten kostenlos aus einem Hotel. Fragen Sie an der Rezeption auch gleich, welche Viertel Sie lieber meiden sollten und welche Restaurants empfohlen werden.

12. Suchen Sie vorm Abflug im Internet ruhig mal nach „Expat“-Seiten. Die kommen von Leuten, die schon länger in einem Land leben – und stellen auch die nicht so schöne Seiten dar.


Texte: Erika Krüger, Claudia Kirschner; Fotos: privat

Fotos: Stephan Wallocha, privat (3)