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KOHLRABENSCHWARZ


video - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 03.05.2019

Dass OLED-Fernseher einen perfekten Schwarzwert und dadurch einen überragenden Kontrast besitzen, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. LG hat es mit den 2019er-Modellen aber wieder geschafft, das vemeintlich Perfekte weiter zu verbessern.


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Bildquelle: video, Ausgabe 6/2019

Die Luft ist wirklich sehr dünn ganz oben an der Spitze. Und „ganz oben“ ist genau dort, wo sich die Qualität der OLED-Displays seit einigen Generationen befindet. Als die ersten Serien vor Jahren auf den Markt kamen, war Ultra-HD noch kein großes Thema und HDR nur ein Gedankenspiel. Damals waren die Geräte schon erheblich besser als alle Quellmedien, die sie hätten ...

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... abspielen können. Und damals war der TV-Hersteller LG Electronics der einzige Kunde, an den der koreanische Panelhersteller LG Display die kostbaren Perlen der TV-Technik lieferte. An der Basistechnik der Bildschirme, die auf organischen Licht emittierenden Dioden aufbauen, hat sich seither eigentlich strukturell nicht viel geändert. Das Ganze wurde schnell ultrahoch auflösend umgesetzt, basiert aber immer noch auf weißen OLED-Zellen mit klassischen Farbfiltern (siehe Kasten Seite 8). Allerdings wurden Lichtausbeute, Haltbarkeit und Farbumfang durch neue Materialien ständig verbessert. Das kritische Produktionsverfahren hat LG Display nun so gut im Griff, dass neue, größere Fabriken sogar in China in Betrieb genommen werden sollen, um den geforderten Kapazitäten des Weltmarktes nachkommen zu können. Und so freuen wir uns darüber, dass die Preise für so wunderbar kontrastreiche TV-Geräte in bezahlbare Regionen sinken und ihre Bilddiagonalen immer größer werden. Einen weiteren positiven Schub hatte der OLED-Markt bekommen, als die Panels auch an andere TV-Marken verkauft wurden. Seither buhlen alle Hersteller außer einem großen koreanischen Konkurrenzkonzern darum, aus identischen Panels das beste TV-Gerät zu bauen. Dabei spielt nämlich auch die Bildverarbeitung eine große Rolle. Die besteht zum einen daraus, Referenzquellen so aufzubereiten, dass sie im Pixelraster die richtige Farbinformation liefern. Andererseits ist es sehr wichtig, aus den vielen fehlerbehafteten Inhalten ein möglichst sauberes, klares Bild zu zaubern. Die messerscharfe, kontrastreiche OLED-Darstellung zeigt sonst alle Makel der Eingangsignale gnadenlos auf. Hier hatte sich LG viele Jahre auf seinen Lorbeeren ausgeruht und wurde erst durch die Konkurrenz von Panasonic, Sony und Philips aus dem Tiefschlaf gerissen. Eine mathematisch saubere Abbildung der UHD-HDMI Signale inklusive optimaler Möglichkeiten zur Kalibration gibt es schon länger und auch beim Thema HDR inklusive der hochsensiblen Anpassung des Tone Mappings war LG ganz vorn mit dabei. Selbst bei dem Standard, der alle Eventualitäten hochdynamischer Filme bestens durchdacht hatte – Dolby-Vision – war LG absoluter Vorreiter und rüstet alle OLEDs seit Jahren damit aus.

Zeichen der Zeit: Bei der neuen Magic Remote wurden die Videotext-Tasten durch Streamingoptionen ersetzt.


Der massive Ständer des dünnen Displays dient nur als Gewichtsausgleich. Ein Kabelschacht sortiert die Leitungen, die nach hinten wegführen.


Einen analogen Bildeingang sucht man vergebens, dafür sind die HDMI-Anschlüsse potenter denn je – mit der Norm 2.1. Der Klinken-Audioausgang wird auch für den Kopfhörer genutzt, ist hier aber nicht perfekt positioniert. Lieber nutzen wir Bluetooth.


Drei HDMI-Anschlüsse, auch der mit dem Enhanced Audio Return Channel, liegen seitlich. Wer allzu steife HighEnd-Kabel besitzt bekommt die kaum versteckt.


Erst 2018 kam allerdings der Durchbruch, was die Bildverbesserer für geringe SD-Auflösungen, Internetfilmchen und schlechte TV-Sender betrifft. Der „Alpha-9“ getaufte Chip konnte streifenfreier hochrechnen, Bewegungen besser glätten und gezielter Rauschen, Blockfehler und Moskito-Artefakte entfernen als jeder LGProzessor zuvor.

Das Superhirn

Und weil das gerade ein so schönes Buzzword ist, weist LG immer wieder gern darauf hin, dass er seine Fähigkeiten durch künstliche Intelligenz erworben hatte und sie durch Updates verbessern kann. Während so ein Chip für Puristen wie uns am besten UHD-BD-Material nicht viel manipulieren darf, sind die Vorteile bei durchschnittlicher TV-Kost schon lobenswert, und bei schlechten Quellen anerkannt essenziell. Mit diesem Alpha-9-Chip hatte LG 2018 qualitativ viel Boden gut gemacht, 2019 wurde er jetzt in der zweiten Generation überarbeitet und noch leistungsfähiger gestaltet.

OLED

Alle TV-Panels, die aus Organischen Licht Emittierenden Dioden bestehen, kommen derzeit aus der Fabrik von LG Display. Um die Belastung bei leuchtstarken Bildern zu mindern, wird die klassische RGB-Struktur jeweils um ein weißes Subpixel ergänzt. Das erhöht die Lebensdauer deutlich. Die Grundfarben werden dabei nicht durch farbreine OLEDs erzeugt, sondern durch blau/gelbes Basislicht und Farbfilter, was die Effizienz schmälert. Dieses Jahr wurde die rote Fläche im Verhältnis zu Blau vergrößert sowie durch eine Ecke in Grün der Füllfaktor erhöht. So wird eine größere Lichtausbeute vor allem bei der normierten Farbtemperatur 6500 Kelvin (Koordinate D65) erzielt.

Das Homemenü der webOS 4.5 ist neu. Die Quell- und Appzeile wurde deutlich schmaler, dafür taucht bei der Selektion vieler Objekte sofort darüber eine Zeile mit den dazugehörigen beliebten oder empfohlenen Inhalten auf.


Zu den Errungenschaften der neuen Technik gehört sicherlich eine Norm, die auf den ersten Blick nur für 8KInhalte sinnvoll scheint: HDMI 2.1. Wer den Standard kennt weiß jedoch, dass er nicht nur allerhöchst auflösende Zukunftsfilme übertragen kann, sondern auch die Bandbreite bei 4K erhöht. Die volle 4:4:4-Farbauflösung ist nun mit 12 Bit bei 120 Hertz möglich, und das sogar ohne die verlustbehaftete DSC-Kompression, mit nun sage und schreibe 48Gbit/s. Theoretisch ist der neue LG-TV dazu in der Lage und wird auch mit „4K High Frame Rate“ beworben, doch mangels eines Zuspielers, der HDMI 2.1 nutzen könnte, ist das nicht im Labor zu verifizieren. Jedenfalls ist dieser OLED der erste TV, der sich das auf die Fahnen schreibt, inklusive den für Gamer wichtigen Features VRR (Variable Refresh Rate) und ALLM (Auto Low latency Mode). Insgesamt ist die HDMI-2.1-Umsetzung schon einen Innovationsstempel wert. Unser dagegen eher altbacken anmutendes Messgerät konnte dem 65C9 im Spielemodus eine Latenzzeit von exzellenten 14 Millisekunden attestieren.

Hinter den Kulissen

Eine weitere Neuerung, die dieser LG jetzt als weltweit erstes Modell integriert hat, interessiert uns als Kalibrationsspezialisten ganz besonders: der eingebaute Testbildgenerator. Angesteuert über das Netzwerk von der Software Calman zeichnet der TV präzise berechnete bunte Flächen auf seinen Schirm, die für die am besten vollautomatische Kalibration genutzt werden (siehe Kasten Seite 11). Man spart sich ein gern mehrere Tausend Euro teures externes Gerät. Für den Hobbyisten wird damit der Einstieg in den perfekten Bildabgleich finanziell deutlich erleichtert.

Modellpflege

Die Serie „C“ ist bei den OLED-Geräten von LG besonders interessant, weil die die beste Bildleistung fürs Geld bringt. Teurer sind die exklusiver designte „E“-Variante und der Wallpaper-TV „W“. Ende des Jahres kommt dann auch mit dem „R“ der erste aufrollende Bildschirm auf den Markt. In der preiswerteren „B“-Klasse kommt dann nicht der intelligente Alpha-9-Chip zum Einsatz. Den C9 gibt es neben den hier getesteten 65 auch in 55 und 77 Zoll. Rein äußerlich unterscheidet er sich kaum vom erfolgreichen Vorjahresmodell C8. Er steht wieder auf einem breiten stabilen Alufuß, der nebenbei als Soundrutsche für die nach unten strahlenden Lautsprecher fungiert und so den Klang erheblich präziser und kontrollierter wirken lässt. Die vier HDMI-Eingänge sind wie erwähnt signaltechnisch aufgefrischt worden, an analogen Buchsen findet man nur den auch als Kopfhöreranschluss nutzbaren Audioausgang in Klinkenform – und den Analogtuner. Der teilt sich einen Anschluss mit dem digitalen Twintuner für DVB-T2 und C. DVB-S2 ist selbstverständlich auch doppelt vorhanden, sodass wunderbar frei empfangbare TV-Sendungen auf eine externe Festplatte aufgezeichnet werden können. Die hängt man am besten an den leistungsstarken der drei USB-Anschlüsse. Die anderen nehmen im Grunde alle wichtigen Filmdateien entgegen, die wir Ihnen im Test angeboten hatten.

Einstellungen

Bildmodus: isf expert
Backlight: 100
Kontrast: 100
Helligkeit: 50
Schärfe: 10
Farbe: 50
Farbtemperatur: warm2
RGB-Gain: 1, -2, 0
RGB-Offset: 0, 0, -1
Gamma: BT.1886
Farbumfang: Autom.

Empfohlener Sehabstand

TV: 3,9 m /DVD: 3,4 m
HD: 2,3 m /UHD: 1,3 m

Interaktion mit der smarten Welt

Jedes smarte TV-Gerät kann mit Handys zusammenarbeiten. Dort laufen Apps, die den TV-Apparat finden und ansteuern können. Das Ganze fing mit der Menü- und Programmsteuerung per App an, wie sie im linken Bild mit der App „LG TV Plus“ gezeigt wird. Hier werden auch Filme, Musik oder Fotos des Handhelds zum TV geschickt und dort angezeigt oder Smart-TVApps gestartet. Bei LG ist das weniger interessant als bei anderen Herstellern, da hier ja im TV bereits eine innovative Maussteuerung aktiv ist. Die neue App „LG Smart ThinQ“ (Bild rechts) erweitert den Systemgedanken und bindet den TV in die Welt des Internets der Dinge ein.

Im Content Store finden sich neben Filmen auch alle installierbaren Apps. Unsere Sprachsuche lieferte neben ThinQ-Antworten auch Googles Witz des Tages.


Auf der Übersichtsseite „Home Dashboard“ werden neben AV-Eingängen und verfügbaren Netzwerkquellen auch kooperierende Haushaltsgeräte angezeigt.


Laut LG wurde künstliche Intelligenz genutzt, um optional den Bildcharakter dem Umgebungslicht anzupassen. Mit dem Ton klappt das auch sehr gut.


Bemerkenswert gut ist die Spiegelung eines Smartphonescreens gelungen. Als Bild-im-Bild kann man mit der Magic Remote sogar den Touchscreen drücken.


Das ultradünne OLED-Panel besitzt einen schmalen Rahmen, der sauber verarbeitet ist.


kaum vom erfolgreichen Vorjahresmodell C8. Er steht wieder auf einem breiten stabilen Alufuß, der nebenbei als Soundrutsche für die nach unten strahlenden Lautsprecher fungiert und so den Klang erheblich präziser und kontrollierter wirken lässt. Die vier HDMI-Eingänge sind wie erwähnt signaltechnisch aufgefrischt worden, an analogen Buchsen findet man nur den auch als Kopfhöreranschluss nutzbaren Audioausgang in Klinkenform – und den Analogtuner. Der teilt sich einen Anschluss mit dem digitalen Twintuner für DVB-T2 und C. DVB-S2 ist selbstverständlich auch doppelt vorhanden, sodass wunderbar frei empfangbare TV-Sendungen auf eine externe Festplatte aufgezeichnet werden können. Die hängt man am besten an den leistungsstarken der drei USB-Anschlüsse. Die anderen nehmen im Grunde alle wichtigen Filmdateien entgegen, die wir Ihnen im Test angeboten hatten.

Ans Netz angeschlossen, ist die Palette an medialer Kommunikation, auf die der C9 sich versteht, immens. Heimserver für Multimedia anzuzapfen ist klassisch genauso wichtig wie die Bildschirmspiegelung und der Web-Browser. Beide letztgenannten Features laufen im Overlay-Modus, sprich Bild-im-Bild (siehe Foto oben), wobei der Bildschirmzeiger der Magic Remote direkt für Eingaben genutzt werden kann. Dieses pfiffige Feature klappte allerdings nicht bei jeder Bildschirmspiegelung eines miracastfähigen Android-Gerätes. Die Fernbedienung „Magic Remote“ ist als zentrales Steuerorgan auch überarbeitet worden. Die Videotext-Drücker wurden durch Play/Pause und eine dritte Direkttaste für einen Streamingdienst ersetzt. Diese ist neben Netflix und Amazon Prime in Deutschland mit Rakuten-TV vorinstalliert.

Look & Feel

Deutlich besser sortiert kommen die Bildschirmmenüs des webOS 4.5 daher. Die kleineren Icons im Hauptmenü sitzen dezenter am unteren Bildrand, dafür öffnet sich über ihnen eine zweite Reihe mit Inhalten, sobald eine passende Quelle oder App angefahren wird. Grundsätzlich finden sich Popups und Zusatzinfos nicht mehr ver-streut über den gesamten Schirm, sondern konzentrieren sich links und eben unten. Dadurch sind die Wege, die man mit dem bewegungssensitiven Mauszeiger abfahren muss, kürzer, die Bedienung wird insgesamt schneller und übersichtlicher.

Viel dazugelernt hat seit letztem Jahr auch die Sprachsteuerung LG ThinQ. Sie versteht uns durch das in die Fernbedienung integrierte Mikrofon sehr gut und erkennt tiefgreifende Befehle zur Steuerung der TV-Parameter. Natürlich hilft der Assistent auch schon bei der Suche nach Filmen. Und selbst wenn ThinQ nicht mehr weiter weiß, gibt es noch mehr Informationen, denn der LG-TV wird auch zum Google Assistenten. In dieser Funktion stehen noch viel mehr Informationen aus dem Netz und zur Steuerung des Internets der Dinge zur Verfügung. Durch ein Update soll der C9 dieses Jahr auch lernen, Amazons Alexa zu folgen und Appleinhalte via Airplay 2 zu akzeptieren. Wem das noch nicht klug genug erscheint, kann sich mit den Empfehlungen der künstlichen Intelligenz auseinandersetzen, die lernend selbstständig Inhalte vorschlägt und neue Funktionen einführt. Während unserer kurzen Testphase ist allerdings nichts passiert, obwohl wir Dutzende Nutzungsbedingungen von smarten Diensten akzeptiert hatten. Auch LGs Sammlung an IPTV-Diensten, die man als zusätzlichen Empfangsweg verstehen könnte, war beim brandneuen Gerät vor seiner Markteinführung noch nicht verfügbar.

Noch mehr Intelligenz

Deutliche Auswirkungen hatten allerdings die KI-Verbesserungen von Bild und Ton. So wird nicht nur die Gesamthelligkeit des Bildes, sondern die gesamte Gammakurve dem Umgebungslicht angepasst. Das ergibt Sinn, weil vor allem dunkle Bildinhalte durch Außenlicht überdeckt werden, woran früher nichts verbessert wurde. Jetzt funktioniert die Verbesserung der Durchzeichnung kritischer Helligkeitsstufen gut – sogar mit und ohne HDR. Zum AI (Artificial Intelligence)-Bild kommt der passende AITon, der Quellen interpretiert und automatisch beispielsweise die virtuellen Klangszenarien aktiviert, die beim C9, wenn man in der Bildmitte kurz vor dem TV sitzt, tatsächlich unglaubliche Räume öffnen. Wer vorher die Soundeinmessung mittels Fernbedienungsmikro durchgeführt hatte, bekommt eine nette Surround-Einstiegsdroge.

Automatische Kalibration

Unsere Laborsoftware Calman Business 2019 arbeitet perfekt mit dem LG OLED65C9 zusammen. Der im TV integrierte Testbildgenerator erspart einen HDMI-Zuspieler für mehrere Tausend Euro. Und mittels DDC-Steuerung wird eine vollautomatische Kalibration möglich. Mehr Infos gibt es auf Seite 48.


Nach dem automatischen Abgleich der 26 Stufen einer Grautreppe liegt der Farbfehler (Delta E 2000) jedes Grauwertes unter Eins, also auf höchstem Studioniveau.


Als einziger Hersteller lässt LG die automatische Kalibration des 3DLookuptables zu. Hier sind über 35.000 Werte gespeichert, die bestimmen, wie ankommende Mischfarben auf dem Panel dargestellt werden. Farbcharakter und Leuchtkraft bestimmen den Look des TVs. Damit gibt LG etwas Individualität auf, ermöglicht aber Spezialisten eine Farbkomposition wie im zehnmal teureren Studiomonitor.


Lichtstärke kontra Verbrauch

LG begrenzt die großflächige Brillanz stärker als in früheren Modellen, bleibt aber heller als die Konkurrenz.

Blickwinkel

In der hier gezeigten Messung findet die Halbierung der Lichtausbeute erst bei 70° statt. Probleme beim Schwarzwert treten unter Winkel nicht auf.

Damit haben wir getestet

UHD-BD // Aquaman , In DolbyVision und -Atmos perfekte Kost für den LG-TV. Wahnsinn, wie neonbunt die Unterwasserwelt und rot die Haare von Mera dargestellt werden.

• = ja // – = nein *Abkürzungen für Smart-TV-Dienste: A=Amazon, Ap=Ampya, D=Deezer, G=Google, M=Maxdome, Mg=Magine, N=Netflix, R=Rakuten-TV, S=Sky, Sv=Save.TV, So=Sony E.N., Sp=Spotify, Vc=Videociety, Vl=Videoload, W=Webbrowser, Y=Youtube, Z=Zattoo

Aus dem Messlabor

Bildmessung HDTV

Diese Messung wurde ohne Autokalibration einfach nur nach Zweipunkt-RGB-Abgleich durchgeführt. Und dafür ist sie absolut makellos. Alle Mischfarben werden hübsch getroffen, die Lichtverteilung (Gamma) ist vorbildlich.

Messung UHD-HDR

Mit fast 800 Nits ist dieser LG etwas brillanter als seine Vorgänger, und das bei einer besser geschwärzten Kontrastscheibe. Auch hier ist die Farbabstimmung exzellent getroffen, soweit es der 99-%-DCI-Farbraum zulässt.

Was die Königsdisziplin „Bildqualität“ betrifft, ist es für den Testredakteur fast schon langweilig, wie sehr die übernatürlichen Farben der UHDBD von „Aquaman“ faszinieren oder die vielen Verläufe nahe Schwarz bei „ES“ unheimliche Tiefen der Wahrnehmung fordern. Die Wiedergabe auf diesem absoluten Referenzniveau in unserem Schwarzraum hat sich zum letzten Jahr kaum mehr verbessern können. Genauso wie das Mastering aller Kinofilme liegt der Farbumfang der OLEDs nahe an der DCI Kinonorm, und unser Gerät kam bestens voreingestellt von der Fabrik ins Labor. Messungen zeugen allerdings von einer verbesserten Antireflexschicht, die nur 0,88 % Licht zurückwirft (B8S auf Seite 32: 1,1%), dieses zwar nicht mattiert, jedoch farblich auch kaum verändert. Im hellen Raum gibt es also eine bessere Schwarzwiedergabe als früher. Besitzt der Heimkinofreund also einen OLED65C8 oder -C7 muss er sich nicht unbedingt den neuen C9 kaufen. Wer jedoch überhaupt in die Themen UHD, HDR und OLED einsteigen möchte, ist hier bestens bedient. Wir konzentrieren uns ja oft auf die immersiven Erlebnisse mit den qualitativ umwerfenden Quellen und verdrängen das Ärgern über SDTV, DVD, Shoppingkanäle und Youtube. Beim 65C9 tut der Übergang von einem älteren, kleinen TV schon nicht mehr ganz so weh, weil viel überschminkt wird. Insgesamt war uns der werksseitig vorgegebene Sparmodus jedoch etwas zu glatt, kontrastiert und scharf. Das schrittweise Aktivieren der nötigen Bildverbesserungen in den Kinovarianten ergab aber einen schönen Kompromiss, der den meisten Quellen echt gut tat.

Fazit

LG ist es wieder einmal gelungen, durch neue Ideen und verbesserte Technologien die OLED-TVs zu verbessern. Auch wenn diese Modellpflege aus vielen vergleichsweise kleinen Schritten in jede Richtung besteht, kommt ein Gerät dabei heraus, das insgesamt noch deutlich runder und ausgereifter erscheint als der Vorgänger.