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Kombiverkehr: 50 Jahre Kombiverkehr


Privatbahn Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 21.11.2019

Am 11. Februar 1969 wurde die Kommanditgesellschaft auf Initiative des damaligen Verkehrsministers Georg Leber unter Beteiligung der Verbände des Güterfernverkehrs, der Spedition und des Möbeltransportgewerbes sowie der Deutschen Bundesbahn und von 56 Straßentransporteuren und Kraftwagenspediteuren in Frankfurt am Main gegründet.


Artikelbild für den Artikel "Kombiverkehr: 50 Jahre Kombiverkehr" aus der Ausgabe 6/2019 von Privatbahn Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Privatbahn Magazin, Ausgabe 6/2019

Ein Zug der Rollenden Landstraße Köln – Ludwigsburg v.v. auf der Rheinstrecke 1970.


Schon damals war das Ziel, den Straßengüterfernverkehr auf die Schiene zu verlagern. Die Verkehrsaufnahme erfolgte kurze Zeit später am 1. Juli 1969 mit der Verladung der ersten Lkw-Sendung im ...

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... Verladebahnhof Frankfurt am Main (Ost).

Heute hält das Unternehmen ein europäisches Netzwerk mit wöchentlich über 770 Direkt- und Shuttlezügen vor, das es Spediteuren und Logistikunternehmen ermöglicht, ihre Transporte wirtschaftlich, sicher, effizient und umweltfreundlich über die Schiene abzuwickeln. Mit Umsteigemöglichkeiten auch zwischen Schiene und Schiene sowie diversen Mehrtagesabfahrten an mehr als 230 bedeutenden nationalen und internationalen Terminalstandorten bietet die Kombiverkehr KG damit das europaweit dichteste Netzwerk mit der höchsten Verkehrsfrequenz an. Das Unternehmen transportiert jährlich weit über 900.000 Lkw-Sendungen.

Standards im intermodalen Verkehr gesetzt

Der Kombinierte Verkehr Schiene- Straße war Ende der 60er-Jahre die konsequente und logische Antwort auf die Herausforderungen einer auf modernen Massengüterverkehr ausgerichteten Wirtschaft. Mit einer Vielzahl an Erneuerungen in den Bereichen Vertrieb, Produktion, IT und Technik haben die Mitarbeiter über die letzten fünf Jahrzehnte immer wieder neue Standards mit Mehrwert gesetzt, die den intermodalen Verkehr in Deutschland und Europa zu einer Erfolgsgeschichte haben werden lassen. Als „Geburtsstunde“ von Kombiverkehr gilt der „Leber- Plan“. Darunter versteht man das am 22. September 1967 vom damaligen Bundesverkehrsminister Georg Leber (SPD) vorgestellte verkehrspolitische Grundsatzprogramm für die Bundesrepublik Deutschland, das heute ebenso unter dem Titel „Programm zur Gesundung des deutschen Verkehrswesens 1968 bis 1972“ bekannt ist. Angesichts stetig steigender Belastung des bundesdeutschen Straßennetzes bei gleichzeitigem Rückgang des Schienenverkehrs der Bundesbahn verfolgte Leber den Plan, das Wachstum des Straßenverkehrs zu dämpfen und gleichzeitig nicht ausgelastete Kapazitäten der Eisenbahn zu nutzen. Im freien Wettbewerb der Verkehrsträger sollte es binnen fünf Jahren zu einer Aufgabenteilung kommen, die den natürlichen Bedingungen und Leistungsfähigkeiten der einzelnen Verkehrsträger Rechnung tragen sollte. Das Zusammenwirken der einzelnen Verkehrsträger im Kombinierten Verkehr sollte sichergestellt werden.

Hochgeschwindigkeitszug auf der HGV-Teststrecke auf der Talbrücke Gmünd 1992.


Ausweitung der Destinationen

Die erste Auslandsverbindung der Kombiverkehr KG im Unbegleiteten Verkehr wird im Oktober 1970 geschaffen: Frankfurt/Ludwigsburg – Paris. Ein weiterer Meilenstein ist im Jahr 1972 die Aufnahme des Warenverkehrs nach West-Berlin in Reaktion auf das Transit-Abkommen zwischen der BRD und der DDR vom 17. Dezember 1971. Der Fall der Berliner Mauer im November 1989 und die damit verbundene deutsche Wiedervereinigung eröffnen Kombiverkehr weitere Gebiete innerhalb Deutschlands. Gemeinsam mit der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn werden neue Huckepack-Relationen aufgenommen, die den im Kombinierten Verkehr engagierten Spediteuren und Transportunternehmen wichtige Standorte im Osten Deutschlands erschließen sollen. Ab September 1990 rollen die ersten Kombizüge nach dem Mauerfall von Westdeutschland in die DDR nach Dresden, Leipzig und Zwickau. Die Züge starten in Bochum und Frankfurt am Main und verkehren über Nacht. Nach Berlin fährt zu dieser Zeit ein Direktzug ab Nürnberg.

Innovative Angebote

Bereits 1972 lässt Kombiverkehr die ersten gummibereiften, mobilen und schienenunabhängigen Umschlaggeräte namens „Piggy Packer“ aus Übersee nach Deutschland importieren. Lkw-Wechselbehälter und Sattelanhänger werden von diesen innovativen Umschlaggeräten mit Greifzangen angehoben, fortbewegt und abgesetzt. Container werden an den oberen Eckbeschlägen mit den Drehzapfen des Spreaders gefasst.

Diese Anschaffung zeigt auf, wie Kombiverkehr mit zukunftweisenden Technik-Projekten das Kerngeschäft mit neuen und erweiterten Geschäftsfeldern bereits zu dieser Zeit optimieren konnte.

Ab 1989 kauft Kombiverkehr erstmals Ganzzüge mit festen Waggongarnituren ein und lässt diese zwischen Köln und Verona verkehren. Der Huckepackverkehr von Deutsch-land nach Italien via Brenner ist Teil der sogenannten Brenner-Strategie zur Entlastung der Brennerroute. Heute werden von Kombiverkehr alle nationalen und internationalen Verbindungen als Ganzzüge bei den Bahnen eingekauft und gegenüber den Spediteuren vermarktet.

Truck-Gate mit OCRTechnologie am Terminal in Ludwigshafen.


Am 14. Januar im Jahr 1996 verkehrt der erste Company Train der Kombiverkehr KG und eröffnet ein ganz neues Kapitel in der bisherigen Firmengeschichte. Waren bis dato nationale und internationale Züge im begleiteten und unbegleiteten Verkehr das „Regelprogramm“ von Kombiverkehr, so wird mit der Verkehrsaufnahme an diesem Tag das Leistungsangebot der Gesellschaft um einen weiteren wichtigen Bereich im Verkauf erweitert. Denn mit dem Angebot an Company Trains, also firmeneigenen Zügen, ist es ab sofort für Großspediteure möglich, individuelle Zugprodukte genau auf ihre Anforderungen bezüglich Frequenz und Fahrplanzeiten zuschneiden zu lassen und ein solches Angebot in Auftrag zu geben.

Von 1996 bis heute entwickelt sich dieser besondere Geschäftsbereich zu einem wichtigen Standbein von Kombiverkehr neben den offenen, für jeden Spediteur zugänglichen Zugprodukten.

Zunehmende Digitalisierung

Im September 2017 hat Kombiverkehr mit seinen Verbundpartnern die Arbeiten im Projekt „Digitalisierung intermodaler Lieferketten – KV 4.0“ begonnen. Mit der weiter zunehmenden Digitalisierung und dem gestiegenen Kundenbedürfnis nach mehr Transparenz in der Lieferkette sind sich alle Projektpartner bewusst, dass nur ein standardisiertes und gemeinsam erarbeitetes Informationsnetzwerk den Informationsfluss verbessern wird. Die Zusammenführung von vorliegenden Datenfragmenten und die entsprechende Aufbereitung für die Anwender sind daher die Kernaufgaben des Projekts.

Gesamtziel ist es, über die gesamte intermodale Transportkette und über Ländergrenzen hinweg den komplexen logistischen Prozess transparenter und übersichtlicher zu gestalten. Mithilfe einer neu zu entwickelnden gemeinsamen Datendrehscheibe und über standardisierte Schnittstellen werden alle Beteiligten einen direkten Zugriff auf transportrelevante Parameter erhalten, die speziell für die Anforderungen im Kombinierten Verkehr entwickelt und umgesetzt werden. Angestrebt wird unter anderem die Berechnung einer nahezu gesicherten Prognose in Echtzeit für den Abholbeginn von Ladeeinheiten verspätet fahrender Züge.

Zudem sollen aus Echtzeitdaten des Straßenvorlaufs Resultate zur Prozessoptimierung in den Terminals sowie zur Kapazitätsauslastung von Zügen bei Operateuren abgeleitet werden.