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Komm, wir nehmen die Bahn!


plus Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 08.01.2020

Für 20 Euro von Hamburg nach München? Mit der Bahn ist das möglich – und zudem umweltfreundlich! Wie Reisende unter all den Tarifen den besten Preis für sich finden, welche Rechte sie haben und warum die 1. Klasse oft kaum teurer ist


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Bildquelle: plus Magazin, Ausgabe 2/2020

Bahnfahren kann günstig und entspannt sein, wenn Reisende ein paar Tipps zu Tickets, Reservierung und Gepäcktransport beachten. Wer weit im Voraus plant und bei Uhrzeit und Wochentag flexibel ist, profitiert am meisten


Mein Motto lautet: Immer schön in der Mitte b l e i b e n ! “ Wenn Blanka Milewski (45), selbstständige Beraterin und Coach aus Lüneburg, beruflich mit der ...

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... Bahn unterwegs ist, reserviert sie möglichst in der Mitte des Zuges einen Platz: „Wenn er dann doch in umgekehrter Wagenreihung einfährt, muss ich nicht zum anderen Ende des Bahnsteigs sprinten.” Die passionierte Bahnfahrerin kennt sich auch mit den Tarifen aus und weiß, dass zwei Regeln für ein günstiges Ticket gelten. Die erste: dann fahren, wenn es günstig ist. Die zweite: so früh wie möglich buchen. „Die Preise sind am Dienstag niedriger als am Freitag, wenn die Züge ohnehin übervoll sind.”

Eine gute Orientierung im Tarif-Dschungel bietet der Sparpreisfinder auf www.bahn.de (unter „Tickets & Angebote”), meint Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn: „Da-mit sehe ich auf einen Blick, wann die Verbindung am preiswertesten ist.” Die Online-Suche vergleicht im Handumdrehen die Abfahrtszeiten an unterschiedlichen Tagen und zeigt die günstigsten Verbindungen an. Auf genau dieselben Daten haben auch die Mitarbeiter in den Kundenzentren und Reisebüros Zugriff .

148 Mio.

Passagiere beförderte die Bahn 2018 nur im Fernverkehr. Das sind 5,7 Mio. Fahrgäste oder 4 Prozent mehr als im Jahr zuvor Quelle: Deutsche Bahn AG / März 2019

Auf besonders nachgefragten Strecken und zu Hauptreisetagen gibt es Super-Sparpreise für 19,90 Euro, jedoch nur, wenn man sich sehr früh, bis zu sechs Monate im Voraus, entscheidet. Die Super-Sparpreise sind bei der Bahn begrenzt verfügbar – mit der Folge, dass der Kunde mehr zahlt, je später er bucht. Sie sind so günstig, weil Reisende sich damit auf einen Zug festlegen – und die Fahrkarte nicht erstattet bekommen, falls sie das Ticket möglicherweise doch nicht nutzen können. Philipp Kosok, Bahnexperte beim ökologischen Verkehrsclub Deutschland, rät deshalb, den Sparpreis zu buchen: „So können Sie die Fahrkarte bis zum Vortag zurückgeben. Die große Ersparnis im Vergleich zum Flex preis ist schon beim Sparpreis erreicht. Schließlich ist auch das City-Ticket für den Nahverkehr nur beim Sparpreis enthalten.”


„Auf www.bahn.de können Sie bequem schauen, wann Sie für 19,90 Euro von A nach B kommen


Karl-Peter Naumann, Pro Bahn

Blanka Milewski bestätigt: „Beim Sparpreis bekomme ich über den nicht gefahrenen Betrag einen Gutschein. Den kann ich später einlösen, denn die nächste Bahnfahrt kommt bestimmt.”

Wie komme ich zum günstigsten Ticket?

Über den Wagenstandsanzeiger am Gleis finden Fahrgäste am schnellsten den reservierten Sitzplatz


Wo ist die Fahrkarte am günstigsten?
Egal ob online, am Schalter oder im Reisebüro: Die Preise sind überall dieselben. Auch bei Last-Minute-Anbietern wie L’Tur werden die Tickets zum selben Preis verkauft. Am teuersten ist es, wenn man die Fahrkarte im Zug kauft. Im Fernverkehr kostet das pauschal 19 Euro Aufschlag auf den Flexpreis.
Wann gibt es die besten Preise?
Der Normalpreis heißt bei der Bahn neuerdings Flexpreis – ihn bekommt man immer. Die Chance auf einen Sparpreis für die gewünschte Strecke zur gewünschten Zeit ist am größten, je eher man bucht. Das geht bis zu sechs Monate im Voraus.
Für welche Tage gibt es die besten Angebote?
Die günstigsten Preise gibt es meist für Verbindungen am Dienstag und Mittwoch. Zu Stoßzeiten wie Montagmorgen, Freitagnachmittag und an Wochenenden sind die Kontingente für Sparpreis und Super-Sparpreis schnell ausgebucht.
Was ist der Unterschied zwischen Sparpreis und Super-Sparpreis?
Die Zugbindung (die nur bei Verspätungen ab 20 Minuten aufgehoben wird) gilt bei beiden Angeboten. Tickets zum Super-Sparpreis sind allerdings komplett von Umtausch und Stornierung ausgeschlossen. Bei Fahrten über 100 Kilometern ist beim Sparpreis außerdem das City-Ticket mit je einer Anschlussfahrt im Nahverkehr am Start-und am Zielort enthalten.
Gibt es Sparpreise nur für die 2. Klasse?
Nein – die Sparangebote gibt es auch in der 1. Klasse. Daher lohnt es auch oft, 1. und 2. Klasse zu vergleichen: Bei den Sparpreisen sind in vielen Fällen Angebote für die 1. Klasse zu finden, die kaum teurer sind als der Sparpreis für die 2. Klasse. Vom Preisunterschied können Reisende sogar noch den Preis für die Sitzplatzreservierung (4,50 Euro pro Person und Strecke) abziehen, die in der 1. Klasse im Preis inbegriff en ist.
Was für Angebote gibt es für Regionalzüge?
Die Länder-Tickets, die einen Tag gültig sind, bieten aktuell das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Bis zu 5 Personen können den gesamten Regionalverkehr eines Bundeslandes nutzen.

Was bringt die BahnCard?

Was kostet mich die BahnCard?
Das Einstiegsangebot für gelegentliche Bahnfahrer ist die BahnCard 25, mit der es ein Viertel Rabatt auf Flex-und Sparpreise gibt. Ab 60 Jahren kostet sie als Senioren-BahnCard 41 Euro (statt 62 Euro) in der 2. Klasse und 81 Euro (statt 125 Euro) in der 1. Klasse. Bei langen Strecken lohnt sich eine Bahn-Card 50, die ein Jahr gültig ist. Oft ist dann bereits bei einer einzigen Hin-und Rückfahrt die Ersparnis höher als der Kaufpreis.


„Bei den Länder-Tickets bekommt man am meisten Bahn fürs Geld


Karl-Peter Naumann, Pro Bahn

Gilt die BahnCard nur für mich selbst?
Ja, die Karte ist personengebunden. Sie können aber eine Partner-BahnCard für Ehe-und Lebenspartner vergünstigt dazukaufen.
Was bringt die Partner-BahnCard?
Die Partnerkarte für die BahnCard 25 kostet 41 Euro, genauso viel wie die Senioren-BahnCard. Die Anschaff ung ist also nur sinnvoll, wenn der Partner noch nicht 60 ist. Wichtig: Eine Partnerkarte, die nachträglich gekauft wird, gilt trotzdem nur so lang wie die Hauptkarte.
Was bringt die BahnCard 50?
Die BahnCard 50 kostet ermäßigt für alle ab 60 Jahren 127 Euro in der 2. Klasse (statt 255 Euro) und 252 Euro in der 1. Klasse (statt 515 Euro). Auf die Sparpreise gibt’s ebenfalls nur 25 Prozent Rabatt; dafür werden aber 50 Prozent auf den Flexpreis abgerechnet.
Wie lang gilt eine BahnCard?
Sie gilt ein Jahr. Allerdings: Die DB verkauft BahnCards ausschließlich im Abo. Das heißt, Sie bekommen nach Ablauf automatisch eine neue BahnCard (zum dann aktuellen Preis), wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Das geht bis sechs Wochen vor Ablauf.

Wer hilft mir beim Gepäck?

Gibt es eigentlich noch einen Gepäckträger-Service? Den hat die Bahn in den 80er-Jahren endgültig abgeschaff t. Das einzige Angebot für alle, die ihre Koff er nicht selbst tragen wollen, ist der Gepäckservice, ein Haus-zu-Haus-Lieferservice, den Hermes für die Deutsche Bahn betreibt. Was kostet der Service? 17,90 Euro pro Gepäckstück und Richtung (von Haus zu Haus). Für je vier Euro können Sie die zeitgenaue Zustellung innerhalb eines 3-Stunden-Zeitfensters dazubuchen. Das gilt nur für Koff er, Taschen, Rucksäcke und Kinderwagen bis 31,5 kg. Fahrräder oder E-Bikes kosten 49,90 Euro pro Richtung. 27,90 Euro zahlt man für Sondergepäck wie Skiausrüstung oder Rollstühle. Die Mitnahme von Rollstühlen ist mit Schwerbehindertenausweis kostenfrei. Wie lange im Voraus muss ich Das4 anmelden? Bis 18 Uhr am Vortag. Das ist auch die Frist, um schon angemeldetes Gepäck wieder zu stornieren. Ausnahme sind Krankenfahrstühle über 31,5 kg mit einer Anmeldungsfrist bis 12 Uhr am Vortag. Wie lang dauert der Transport? 2 – 3 Werktage für Transport bzw. Abholung. Schneller geht’s mit Premium Overnight. Wie erreiche ich den Service? Buchung: DB-Verkaufsstellen, telefonisch unter Tel. 0180 699 66 33, im Internet unter www.gepaeckservice-bahn.de

Was gilt, wenn ich mit meiner Familie reise?

Kann ich mit meiner Fahrkarte auch meine Kinder und Enkel mitnehmen?
Ja. Kinder bis 5 Jahre fahren kostenlos mit. Von 6 bis einschließlich 14 Jahren müssen Kinder und Enkelkinder auf der Fahrkarte des begleitenden Erwachsenen eingetragen sein, damit ihre Fahrt kostenlos bleibt. Die Sitzplatzreservierung für Kinder kostet jedoch.

So sparen Frühbucher

57 %

der Fahrgäste nutzen den Sparpreis, 29 % reisen mit BahnCard und 20 % wählen den Flexpreis Quelle: VCD Bahntest 2019/2020

Wer hilft mir, wenn ich nicht mehr so gut zu Fus bin?

An wen wende ich mich, wenn ich Hilfe beim Einund Aussteigen brauche?

Dann hilft die kostenfreie Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) der Bahn. Da es nach wie vor unterschiedliche Bahnsteighöhen gibt und nicht alle Züge gleichermaßen barrierefrei sind, sollte man sich unbedingt vorab bei der MSZ informieren.


„Ich reserviere in der Mitte des Zuges, falls sich die Wagenreihung ändert


Blanka Milewski, Vielreisende und Beraterin aus Lüneburg

Was muss ich noch bei der Wahl meiner Verbindung beachten?
Dass die Umsteigezeiten auch wirklich machbar sind; auch dazu berät die MSZ. Weitere Infos gibt es außerdem zu Aufzugstörungen, Bauarbeiten und darüber, an welchen Stationen Servicepersonal und Einstiegshilfen wie Hubgerät oder Rampen verfügbar sind.
Was ist mit kleineren Bahnhöfen, wo niemand vor Ort ist?
Dann ist es die Aufgabe des Zugpersonals, sich darum zu kümmern. Sie können den Service der MSZ auch im Regionalverkehr, also für Regionalzüge wie RB, RE und IRE bestellen.
Wie erreiche ich die MSZ?
Buchung: Tel. 0180 651 25 12, per E-Mail: msz@deutschebahn.com

Wie komme ich am besten zu meinem Sitzplatz?

Kann ich auch als gelegentlicher Bahnfahrer die DB Lounge nutzen?
Die Lounges, die es an 15 Bahnhöfen gibt, sind vor allem für BahnCard 100- und BahnComfort-Kunden (Vielfahrer) gedacht. Diese können auch einen Gast mitnehmen. Man darf auch mit einer 1.-Klasse-Fahrkarte (Sparpreis oder Flexpreis) hinein.
Kann ich irgendwie im Voraus erfahren, ob mein Zug pünktlich ist?
Das geht auf der Bahn-Website; außerdem hat die App „DB Navigator” eine Funktion namens Verspätungsalarm, die eine Nachricht aufs Handy schickt.
Wo sollte ich auf dem Bahnsteig stehen?
Beim Wagenstandsanzeiger auf den Bahnsteigen finden Sie die Standorte aller einzelnen Waggons.
Wo gibt es am ehesten freie Plätze?
Das lässt sich nicht generell beantworten. Häufig findet man jedoch am Zug-Anfang bzw. am Zug-Ende noch freie Sitzplätze.
Bis wann muss ich meinen Platz besetzen?
Bis 15 Minuten nach Abfahrt – dann verfällt die Reservierung. Darum Achtung: Nicht bei allen Zügen kann man komplett durch alle Waggons gehen!
Was passiert, wenn die Reservierung nicht angezeigt wird?
Platz-und Wagennummer stehen ja auf der Reservierung – daher gilt sie in jedem Fall.

Was passiert bei Verspatungen und Ausfallen?

Bekomme ich eine Entschädigung, wenn mein Zug nicht fährt oder zu spät ankommt?
Ja, es gibt 25 Prozent für die einfache Fahrt, wenn der Zug mehr als 60 Minuten zu spät ankommt; 50 Prozent ab einer Verspätung von 120 Minuten. Wer deswegen nachts nicht mehr weiterkommt, kann bis zu 80 Euro für Taxi-oder Hotelkosten erhalten.

Im ICE kann man entweder im Handy-oder im Ruhebereich reservieren


Und wenn sich schon vorher herausstellt, dass es Probleme gibt?
Wenn sich abzeichnet, dass der Zug mehr als 60 Minuten verspätet ist, können Sie von der Reise zurücktreten und bekommen den Fahrpreis erstattet.
Wie beantrage ich die Entschädigung?
Da steckt die Bahn noch im Papierzeitalter. Das Fahrgastrechte-Formular gibt es in den Reisezentren; es ist auch auf der Website als Download verfügbar. Sie müssen es ausgedruckt und ausgefüllt per Post an die Bahn schicken oder am Schalter abgeben. Rolf von der Reith


Fotos: Shutterstock.com, Picture-Alliance / dpa Themendienst, Getty Images / Willie B. Thomas; Illustrationen: Shutterstock.com