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Kompakt und leicht


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 11.02.2020

Fujifilm X-A7 und Olympus OM-D E-M5 Mark III: Systemkameras müssen nicht groß sein, wie unsere beiden Testkandidaten zeigen: Die Olympus mit MFT-Sensor wiegt gerade mal 420 Gramm bei 125 mm Breite. Die Fujifilm ist sogar 100 Gramm leichter, noch etwas schmaler und mit größerem APS-C-Sensor, aber ohne Sucher ausgestattet.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 3/2020

Der Name deutet es schon an: Mit der E-M5 Mk III schickt Olympus die Enkelgeneration des Mittelklassemodells der OM-D-Reihe ins Rennen. Ihr Micro-Four-Thirds-Sensor gehört zur aktuellen 20-Megapixel-Generation, und der Prozessor ist neu, das Gehäusekonzept hat Olympus dagegen nur wenig ...

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... geändert.

Fujifilm hat mit der X-A7 seine Einsteigerklasse aufpoliert. Und das ist sinnvoll. Denn während sechs X-Modelle in den Top 10 der ColorFoto-Bestenliste zu finden sind, folgt die X-A5 erst deutlich weiter hinten. In der X-A7 steckt nun eine aktualisierte Technik, und Fujifilm hat das Bedienkonzept konsequenter auf das größere Display, zwei Räder und Joystick konzentriert. Während die Olympus 1200 Euro kostet, ist die Fujifilm schon für 750 Euro zu haben. Dementsprechend trennt auch eine halbe Klasse die Ausstattung beider Modelle. Doch als nun beide gleichzeitig in die Redaktion kamen, fiel uns auf, dass der größere Sensor im kleineren Gehäuse steckt, das allerdings keinen Sucher bietet. Und genau an dieser Stelle stellten wir uns die Frage: Welcher der beiden Hersteller hat das bessere Konzept für die kompakte Reisekamera umgesetzt?

Gehäuse und Ausstattung

Die Olympus OM-D E-M5 Mark III ist 125 x 85 x 50 mm klein, das Kameragehäuse wiegt mit Akku und Speicherkarte rund 420 Gramm. Und selbst zusammen mit dem lichtstarken Zoomobjektiv M.Zuiko Digital 12- 40 mm f2.8 wiegt die Kamera nur um die 820 Gramm und gehört damit zu den Leichtgewichten. Das wird selbst auf ausgedehnteren Exkursionen nicht allzu anstrengend. Bei größeren Sensorformaten wiegen solche lichtstarken Zooms oft schon ohne Kamera mehr. Das neue Gehäuse ist etwas dicker durch einen größeren Griff, liegt gut in der Hand und ist bei diesem Gewicht zur Not auch längere Zeit am Hals zu tragen. Die relevanten Halteflächen sind mit Strukturmaterial überzogen. Für eine gute Balance, auch mit schwereren und längeren Objektiven, sorgt eine ausgeprägte Erhebung an der Daumenposition, rechts auf der Kamerarückseite.

Die Kamera wird vom Hersteller als spritzwasser- und staubdicht bezeichnet. Die Abdeckungen des Akku- (unten) und Speicherkartenfachs (rechts) werden auch exakt und von federnden Deckeln verschlossen. Die Fächer für die Steckanschlüsse Micro USB, HDMI, Fernbedienung und eine 3,5-mm- Mikroklinkenbuchse an der linken Gehäuseseite sind jedoch mit labbrigen Gummilappen abgedeckt - was auf uns etwas schlicht und lieblos wirkt. Wir wollten das Testgerät aber lieber keinem Reality-Check am Plantschbecken unterziehen ….

Ausstattung und Konnektivität

Die E-M5 Mark III hat keinen integrierten Blitz, stattdessen gibt es einen Blitzschuh zum Aufstecken von externen Blitzgeräten, die sich über das Menü der Kamera ansteuern lassen. Und natürlich kann man auch die wesentlichen Einstellungen der Kamera (Auslöser, Live View, Aufnahmemodus, ISO, White Balance, Blende, Belichtungskorrektur, Bildfolge und Video) vom Smartphone oder Tablet aus vornehmen und gespeicherte Aufnahmen bearbeiten oder weiterreichen - WiFi und Bluetooth machen´s möglich. Der Videomodus bietet Ultra-HD-Auflösung sowie einen um 200 Pixel in der Horizontalen breiteren Cinema 4KModus (mit 24 Bildern/s). In Full-HD schafft sie 120 Bilder pro Sekunde und ist damit zeitlupentauglich.

Die Olympus wird mit einem klassischen Akkuladegerät ausgeliefert. So kann ein Akku laden, während man mit dem (optional erhältlichen) Zweitakku fotografiert. Ein Feature, das wir nach wie vor sehr schätzen. Unterwegs lässt sich die Kamera über die USB-CBuchse auch mit einer Powerbank laden. Für die Fujifilm X-A7 wird kein Ladegerät mitgeliefert, sie lässt sich nur über die USB-Schnittstelle laden. Nicht sehr schön, denn die Kamera muss während der Ladezeit an der Strippe hängen. Dafür punktet die X-A7 mit einem kleinen integrierten Blitz - zusätzlich zum Blitzschuh. Beide zusammen nehmen die gesamte linke Kameraoberseite in Anspruch. Mit 119 x 68 x 40 mm und einem Gewicht von ca. 320 Gramm ist sie noch kleiner und 100 Gramm leichter als die Olympus. Der kleinere Body ist jedoch etwas glatt und liegt wegen des geringeren Gewichts und der weniger ausgeprägten Kameraform nicht ganz so gut in der Hand.

Fujfilms Bedienkonzept für die X-A7

Umfangreiche Menüs ersetzen die Direktzugriffe auf Funktionen:

Fujifilm hat die X-A7 konsequent für die Bedienung über das Touch-Display optimiert.

Mit der Fujifilm Camera Remote App kann der Fotograf die relevanten Funktionen auch per Smartphone oder Tablet fernsteuern. Und natürlich können die Bilder so auch auf andere Geräte übertragen, per Mail verschickt oder auf Instagram & Co. geladen werden.


Einstellungen an der Kamera zur Drahtloskommunikation.


Unter dem Menüpunkt „Filmsimulation“ kann der X-A7-Fotograf das Look and Feel seiner Aufnahmen mit der Simulation verschiedener Farb- und Schwarzweißfilme beeinflussen. Die Auswahl der verfügbaren Filme ist - wen wundert’s - etwas Fujifilm-lastig.


Im AF-Menü lässt sich der Autofokus ganz nach dem persönlichen Geschmack des Anwenders einstellen - von der Definition des Fokussierbereichs bis hin zur Wahl des AF-Modus. Die Phasendetektions-Pixel decken die gesamte Fläche des Bildsensors ab. Bis zu 425 Kreuzsensoren ermöglichen eine hinreichend schnelle und präzise Fokussierung.


Die unterschiedliche Zahl der Bedienelemente (Fujifilm: 12, Olympus: 20) und deren Anordnung lässt die gegensätzlichen Kamerakonzepte erkennen, dazu später mehr. Akku- und Speicherkartenfach sitzen bei Fujifilm an der Unterseite der Kamera. Das ist bei Olympus eleganter umgesetzt, denn die Kamera kann beim Kartenwechsel auf dem Stativ bleiben. An der rechten Kameraseite werden die Steckanschlüsse für USB 2.0 und HDMI mit einem leicht federnden Deckel ordentlich abgedeckt. An der linken Kameraseite befindet sich, unterhalb des winzigen Schiebers für den integrierten Blitz, ein Anschluss für einen 2,5-mm-Klinkenstecker für ein Mikrofon oder einen Fernauslöser. Die Steuerung mit Smartphone oder Tablet ist in ähnlicher Form wie bei Olympus möglich.

Die Kamera ist solide verarbeitet und macht einen sehr guten Eindruck. Auch die Bedienelemente wirken hochwertig. Die Kennzeichnung ist filigran, aber noch erkennbar. Durch die schlichte Bauweise und die sparsame Bestückung mit Bedienelementen wirkt sie edel und modern. 4K-Videos (3840 x 2160 Pixel) sind mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde möglich (beim Vorgänger waren es nur 15 Bilder pro Sekunde). Die Aufnahmedauer ist in 4K-Auflösung auf 15 Minuten pro Clip begrenzt, in Full-HD sind 30 Minuten möglich (mit maximal 60 Bildern pro Sekunde).

Olympus: Display und Bedienung Der Sucher der OM-D E-M5 Mark III arbeitet - wie beim Vorgänger - mit 786 667 RGB-Bildpunkten, doch jetzt ist ein OLED-Display verbaut, das ein gutes Sucherbild liefert. Die Suchervergrößerung von 0,74-fach lässt zu, dass auch Brillenträger Spaß damit haben. Kontrast, Schärfe und Farbdarstellung sind gut, Texte und Symbole deutlich zu erkennen. Die Darstellung des Histogramms ist klein, aber bei der Beurteilung der Kontraste tatsächlich hilfreich. Mit dem kleinen Rad links neben dem Sucher können Brillenträger einen Dioptrienausgleich von -4,0 bis +2,0 vornehmen. Das 3 Zoll große Touchdisplay mit einer Auflösung von 345 667 Bildpunkten ist dreh- und schwenkbar am Gehäuse angebracht. Eine Winkelabhängigkeit ist auch bei extremen Blickwinkeln nicht zu erkennen.

Olympus Bedienkonzept für die OM-D E-M5 Mark III

Menüs ergänzen vorhandene Direktzugriffe:

Olympus setzt auf Direktzugriffe über mechanische Bedienelemente. Das Olympus-Menü bietet eine Vielzahl weiterer Einstellmöglichkeiten.

Mit der „Olympus Image Palette“ kann der Fotograf die relevanten Funktionen auch per Smartphone oder Tablet fernsteuern.


Fotografen mit ausgeprägtem Spieltrieb und Freude am Experimentieren können mit der „Olympus Image Palette“ ihre gespeicherten Bilder mit Kreativfunktionen wie Effektfilter, Farbgestalter sowie Lichter und Schatten gestalten. Die einfache Bearbeitung mittels Touchbedienung funktioniert gut, die Effekte sind Geschmackssache.


Die Oympus stellt dem Fotografen die Motivprogramme „Personen“, „Bewegung“, „Indoor“, „Nacht“, „Landschaft“ oder „Nahaufnahmen“ zur Verfügung. Wenn sie aktiviert sind, werden die Kameraeinstellungen und Belichtungsparameter automatisch für die gewählten Szenarien optimiert.


Erfahrene Fotografen können ihre gespeicherten Aufnahmen mithilfe der integrierten Detailkorrektur von Lichtern und Schatten direkt in der Kamera optimieren.


Oben ohne Fujifilm hat bei der X-A7 komplett auf einen Sucher verzichtet. Das ausgezeichnete Display ist sowohl dreh- als auch schwenkbar.


Das Konzept von Olympus sieht offensichtlich die Bedienung der Kamera hauptsächlich über Direktzugriffe vor. Denn genau dazu lädt die große Anzahl an mechanischen Bedienelementen ein. Das Moduswahlrad mit den Einstellungen P, A, S, M, Bulb, Auto, SCN, ART, C und Video kann an jedem Stopp verriegelt werden. Dazu wird einfach die Taste in der Radmitte niedergedrückt - elegant gelöst, denn es ist immer ein Ärgernis, wenn das Moduswahlrad unbeabsichtigt verstellt wurde und vor der nächsten Aufnahme erst wieder in Position gebracht werden muss.

Den Auslöser umschließt ein Rändelring für unterschiedliche Einstellungen, der gut mit dem Zeigefinger gedreht werden kann. Und mit dem Daumen lässt sich bequem der dahinter positionierte zweite Rändelring drehen. Direkt neben diesen beiden Einstellrädern sitzen eine Taste für den Start von Videoaufnahmen und eine weitere für die Belichtungskorrektur. An der linken Kameraoberseite befindet sich ein Bedienelement mit drei frei belegbaren Optionen, und an der Kamerarückseite gibt es vier weitere Tasten sowie einen zentral angeordneten Vierwegetaster mit Mitteltaste. Die Einstellung der ISO-Empfindlichkeit erfolgt mit einer separaten Taste, die an der Erhöhung für den Daumen an der rechten Kameraseite platziert ist. Der kleinen Schwinge unterhalb des Moduswahlrads kann der Fotograf verschiedene Funktionen zuordnen.

Die Tendenzen sind bei Fujifilm sehr ähnlich wie bei Olympus. Der Wechsel vom JPEG- zum RAW- Format ist bei höheren Empfindlichkeiten (Bilder 2 und 4) wirkungsvoller als bei niedrigen Empfindlichkeiten (Bilder 1 und 3).


Der Vergleich zwischen Olympus und Fujifilm zeigt zudem, dass in den Fotos aus der Fujifilm-Kamera bei ISO 200 wie bei ISO 1600 mehr Details stecken, während bei Olympus die Strukturen etwas gröber wirken.


Das Menü ist in sechs Unterbereiche aufgeteilt: Aufnahme 1, Aufnahme 2, Video, Wiedergabe, Anwender und Einstellungen. Jeder dieser Bereiche bietet weitere Unterpunkte und Einstellmöglichkeiten. Sicher, es ist ein umfangreiches Menü. Allerdings sind die Unterbereiche so eingeteilt und so auf dem Display angeordnet, dass der gesamte Block sichtbar ist, ohne dass man scrollen muss. Diese gute Kontrollmöglichkeit macht auch dieses sehr komplexe Menü relativ überschaubar und einfach zu handhaben.

Fujifilm: Display und Bedienung

Die Fujifilm hat zwar keinen Sucher, kompensiert das aber mit einem besonders guten 3,5-Zoll-Touchscreen im 16:9-Format mit einer Auflösung von 920 000 RGB-Bildpunkten und einer Helligkeit von 1000 Candela. In dieser Preisklasse ist es ungewöhnlich, ein so nobles Display zu finden, das zudem dreh- und schwenkbar ist.

Durchblick mit OLED Der Sucher der Olympus OM-D E-M5 Mark III mit OLED-Technologie ist auch für Brillenträger gut nutzbar.


Der Vergleich von ISO 200 (1) mit ISO 1600 (2) zeigt die deutlichen Verluste des JPEGs bei ISO 1600. Die Zeichnung im Buchrücken verschwindet, die Flecken werden matschig. Ein Wechsel zum RAW-Format löst das Problem,


wie die Bilder 3 und 4 zeigen. Bei ISO 200 legt das RAW-Bild moderat gegenüber dem JPEG zu, bei ISO 1600 sind die Unterschiede sehr deutlich, sodass wir das RAW dringend empfehlen.


Zwei Kameras, zwei Konzepte In der Draufsicht werden die unterschiedlichen Bedienkonzepte Fujifilm und Olympus gut sichtbar. Das Design für die Bedienung via Touchdisplay optimierten sieht schlanker und flotter (oben).


Das große Display lässt nur wenig Platz für Bedienelemente an der Kamerarückseite. Dennoch gibt es Tasten für Direktzugriffe sowie flottes Ein- und Umstellen der Kamera - auch über ein Quick-Menü. Den Auslöser umgibt ein geriffelter Ring. Mit ihm und mit dem zweiten Einstellrad mit zusätzlicher mittiger Taste an der rechten Kameraoberseite kann man Einstellungen im Menü vornehmen.

Insgesamt wirkt die Kamera sehr aufgeräumt und sieht gut aus. Besonders das zuverlässige Touchdisplay macht die Bedienung einfach und schnell. Viele Arbeitsschritte lassen sich „handylike“ auch durch Zoomen mit zwei Fingern oder Wischgesten vornehmen. Hier zeigt sich der Vorteil des größeren Displays. Teilweise haben die Symbole auf dem Display einen Durchmesser von sieben Millimetern. Angenehm ist auch der Abstand der Symbole zueinander. So trifft man das gewünschte Symbol recht zuverlässig beim ersten Fingertipp - und nicht die Nachbarn links und rechts noch dazu.

Autofokus und Belichtung

Die Olympus OM-D E-M5 Mark III erbt viel Technik der Topmodelle OM-D E-M1 Mark II und E-M1 X, allem voran den 20-Megapixel-Sensor mit 5184 x 3888 Pixeln - in der OM-D E-M5 Mark II steckte noch ein 16-Megapixel-Sensor -, und den stärkeren Bildprozessor (TruePic VIII).

Der Bildstabilisator sitzt im Kameragehäuse und hat sich im Praxistest sehr gut bewährt. Im High-Res-Modus kombiniert die Kamera mehrere Bilder und verschiebt zwischen den einzelnen Aufnahmen den Sensor um je ein Pixel. Auf diese Weise erhält man JPEG-Fotos mit bis zu 50 Megapixeln und RAWAufnahmen mit bis 80 Megapixeln. Dafür sollte man ein Stativ verwenden, zudem benötigt die Kamera nach der Aufnahme ein paar Sekunden für die Bildverarbeitung. Im bereits aus der E-M1 X bekannten Pro-Capture-Modus zeichnet die Kamera kontinuierlich auf, sobald man den Auslöser halb durchdrückt.

Mit dem neuen Sensor erhielt die Kamera einen neuen Autofokus mit 121 Messpunkten und der bei Systemkameras üblichen Doppeltechnik aus Phasen- und Kontrastmessung. Damit reagiert der Autofokus spürbar schneller: Bei Tageslicht (300 Lux) und bei Schummerlicht (30 Lux) brauchte die OM-D E-M5 Mark III je 0,20 Sekunden zum Scharfstellen und Auslösen. Für die E-M5 Mark II mit Kontrastautofokus hatte das ColorFoto-Labor dafür noch 0,28 bzw. 0,33 Sekunden ermittelt. Das Serienbildtempo ist mit rund zehn Bildern in der Sekunde für JPEG und RAW weitgehend gleich geblieben. Da kann die Fujifilm X-A7 nicht mithalten, hier stehen 6,2 (JPEG) bzw. 6,8 Bilder/s (RAW) im Messprotokoll.

Beim Bildsensor der X-A7 handelt es sich wie beim Vorgängermodell um einen „gewöhnlichen“ 24MP-APS-CSensor mit Bayer-Pattern und nicht um einen X-Trans-Sensor.

Auch Fujifilm verspricht gegenüber dem Vorgängermodell X-A5 „eine schnellere und genauere Fokussierung“. In unseren Messwerten hat sich das aber kaum niedergeschlagen. Für jeweils 0,50 s bei bei 300 und 30 Lux erhält die X-A7 unterm Strich genauso viele Punkte wie die X-A5 für 0,41 bzw. 0,61 s.

Bei beiden Testkandidaten sind die Akkufächer akkurat mit federnden Deckeln verschlossen - das ist vorbildlich. Während die Olympus mit einem klassischen Akkuladegerät ausgestattet ist, lässt sich die Fujifilm ohne Zusatzkäufe nur über die USBSchnittstelle laden.


Die E-M5 Mark III (rechts) ist für die Bedienung per Direktzugriffen optimiert. Das geht schnell, das Bedienfeld wirkt aber überladen. Die aufgeräumte X-A7 entspricht eher unserer Vorstellung von einer modernen Reisekamera.


Bildqualität

Wer Details liebt, brauchte eine Kamera mit mehr Auflösung, und wer gern bei Schummerlicht mit hoher ISO-Einstellung fotografiert, fährt mit größeren Sensoren besser - diese Binsenweisheiten belegt auch dieser Test. Mit dem Wechsel von einem 16-MP-Sensor in der Mark II zum 20-MP-Sensor in der Mark III verbesserte sich die OM-D E-M5 bei ISO 100 um rund 200 LP/BH (von 1679 auf 1872), wird aber vom 24-MP-Sensor der Fujifilm-Geschwister um weitere 200 LP/BH überboten (2083 bzw. 2091 LP/BH). Dieses Verhältnis zieht sich durch den gesamten Empfindlichkeitsbereich.

Bei den Dead-Leaves-Werten finden sich zwischen den beiden Olympus- Modellen erstaunlicherweise kaum Unterschiede. Die Fujifilm kommt auf 400 bis 600 Linienpaare mehr im Bereich der niedrigen ISO-Stufen. Beim Rauschen hat dagegen die Olympus zunächst die Nase vorn, denn ein Visual- Noise-Wert von 1,4 bei ISO 100 ist für eine APS-C-Kamera recht mau. Wie die Olympus verstärkt auch die Fujifilm die Kanten sehr stark, was zu plastischen, knackigen Fotos, aber auch einem unnatürlichen Bildeindruck führt. Zudem drohen Geisterlinien an harten Kanten. Aus beiden Kameras lässt sich deutlich mehr herausholen, wenn man im RAW-Format fotografiert und die Bilder selbst entwickelt. Nun erhält man einen hochaufgelösten, aber zugleich natürlichen Bildeindruck.

Erich Baier,

Reinhard Merz,

Fazit Die Olympus OM-D E-M5 Mark III ist eine moderne Kamera von angenehmer Größe, die eigentlich alles kann, was die großen Geschwister auch können. Sie zeigt prototypisch, zu was das Micro-Four-Thirds-Format in der Lage ist - wenn man seine Grenzen, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen, akzeptiert: Der Fotograf erhält eine überzeugende Bildqualität für die - inklusive Objektive - sehr kompakte Konstruktion. Der Unterschied zum Vorgängermodell fühlt sich in der Praxis etwas größer an, als er sich in Zahlen ausdrückt. Allerdings bietet die weiterhin angebotene einige Hundert Euro günstigere Mark-II-Variante das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wer die Fujifilm X-A7 mit der X-A5 vergleicht, wird auf ein sehr ähnliches Niveau bei der Bildqualität der beiden A-Serie-Modelle treffen. Aber Fujifilm hat bei der X-A7 das sucherlose Konzept mit einem größeren und sehr hochauflösenden Top-Display konsequent weiterentwickelt. So macht das Fotografieren mit einer sucherlosen Systemkamera richtig Spaß. In Kombination mit zwei Einstellrädern und Joystick gefällt uns dieses Konzept deswegen noch besser als das von Olympus - wenn es um die kompakte Kamera für unterwegs mit der unkomplizierten Bedienung geht. Die Fujifilm erhält deswegen unseren Kauftipp Bedienung.


Bei Auflösung, DeadLeaves (DL) und Dynamik stehen hohe Zahlen für gute Messwerte. Das Rauschen (VN) sollte möglichst klein sein.

Bei Auflösung, DeadLeaves (DL) und Dynamik stehen hohe Zahlen für gute Messwerte. Das Rauschen (VN) sollte möglichst klein sein.