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KOMPAKTE GAMING-SYSTEME: Kleine Gaming-Riesen


PC Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2018 vom 06.07.2018

Mini-ITX-Mainboards sind auf eine einzige Grafikkarte beschränkt, stehen in Leistung und Ausstattung den Standard-ATX-Platinen aber in nichts nach. Fünf der kleinen Multitalente mit AMD- und Intel-Unterbau haben wir ins Testlabor geholt.


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Bildquelle: PC Magazin, Ausgabe 8/2018

Ein Spiele-PC braucht nicht zwangsläu- fig einen Big Tower, denn viel Leistung kann man auch in einem kleinen Gehäuse unterbringen. Bestes Beispiel dafür sind die Mini-ITX-Mainboards im Test. Mit einer Grundfiäche von 17 x 17 Zentimetern melden sie nur etwa ein Viertel des Platzbedarfs einer Standard-ATX-Platine an. Steckt man die Mainboard-Zwerge in Mini-ITX-Gehäuse, ...

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... werden daraus sehr kompakte und mobile Gaming-Systeme, die sich bequem zur LAN-Party tragen lassen. Fünf Gamer-Mini-ITX-Mainboards haben sich zum Vergleichstest versammelt: Asus ROG Strix X470-I Gaming, Biostar X470GTN, Gigabyte B360N WiFi, MSI B350I Pro AC und das MSI B360I Gaming Pro AC. Die AMD-Fraktion bilden die Sockel-AM4-Mainboards von Asus, Biostar und das MSI B350I Pro AC. Dabei laufen Asus und Biostar mit dem brandneuen X470-Chipsatz, das MSI mit dem schon etwas älteren B350-Chipsatz, der allerdings auch nicht viel mehr als ein Jahr auf dem Buckel hat. Aus dem Intel-Lager kommen das Gigabyte B360N WiFi und das MSI B360I Gaming Pro AC. Sie sind jeweils mit dem B360-Chipsatz ausgerüstet und setzen auf den Sockel LGA 1151 für die aktuelle 8. Generation der Core-i-, Celeronund Pentium-Prozessoren.

Mini-ITX-Format: Sehr umfangreiche Ausstattung auf 17 x 17 Zentimetern

Trotz Liliput-Formfaktor stimmt bei den Mini-ITX-Testkandidaten die Ausstattung. Vergleichbar ist sie am ehesten mit der eines Mittelklasse-ATX-Mainboards: 4x SATA 6 Gb/s, mindestens ein M.2-Slot, zahlreiche USB-3.x-Anschlüsse und ein 7.1-Soundchip werden immer geboten. Weil auf einem Mini-ITX-Board nur ein einziger PCIe-Slot Platz findet, scheidet ein SLI-Betrieb mit zwei Grafikkarten dagegen aus. Der Pixelbeschleuniger sollte außerdem nicht länger als 17 Zentimeter sein, wenn er unbedingt in ein Mini-ITX-Gehäuse soll.
Diese Voraussetzung erfüllen nicht viele High-End-Grafikkarten. Fündig wird man aber trotzdem, zum Beispiel bei der 16,9 Millimeter kurzen Gigabyte GeForce GTX 1080 Mini ITX 8G.
Bei der Systemleistung begegneten sich die Mini-ITX-Mainboards beider Lager auf Augenhöhe. Zwar ergaben sich bei den CPU-Benchmarks Vorteile für AMD, was die Intel-Fraktion aber durch höhere Punktzahlen bei den synthetischen Tests ausglich. In der Praxis dürfte von den geringen Performanceunterschieden daher wenig bis gar nichts zu spüren sein.

Testverfahren Mainboards

Jedes Mini-ITX-Mainboard bewerten wir in den Kategorien Leistung (50 %), Ausstattung (30 %), Ergonomie (15 %) und Extras (5 %). Zur Analyse der Leistung durchläuft jedes Mainboard die CPU-Benchmarks 7-zip, Cinebench 15, CPU-Z, Handbrake und y-Cruncher sowie die synthetischen Benchmarks AS-SSD und PCMark 10. Bei der Ausstattung bewerten wir Schnittstellen wie PCIe 3.0 x16, M.2, USB 3.x, WLAN und Bluetooth, aber auch Extras wie RGB-Stecker, A/V-Signalausgänge und die Anzahl der LAN-Anschlüsse.

CPUs: AMD Ryzen 72700X, Intel Core i7-8700K Alle Mini-ITX-Mainboards bestücken wir mit leistungsstarker Hardware, um Performance-Flaschenhälse auszuschließen. Auf AMD-Plattformen läuft das Ryzen-7-Spitzenmodell 2700X, auf Intel-Seite der etwa gleich schnelle Core i7-8700K. Dazu kommen 16 GB RAM, die 500 GB große M.2-SSD Samsung SSD 970 EVO und Windows 10 in der aktuellsten Version 1803.

Mit synthetischen Benchmarks wie PCMark 10 (hier das MSI B360I Gaming Pro AC) testen wir die Systemleistung.


Manuel Masiero, Autor PC Magazin


Expertenmeinung

Weil Intel für seine Coffee-Lake-Prozessoren am Sockel 1151 festhält, müssen Käufer genau hinschauen, welches Mainboard zu welcher CPU passt. Diese Anprobe kann schiefgehen: Den Sockel 1151 verwenden nämlich auch CPUs der älteren Kaby-Lake- und Skylake-Mikroarchitekturen, sie sind aber elektronisch inkompatibel zu Coffee Lake. Eine Coffee-Lake-CPU wie der Intel Core i7-8700K startet deshalb nur auf einem Mainboard mit 300er-, nicht aber mit 200er-Chipsatz (Kaby Lake, Skylake). Umgekehrt lassen sich Kaby-Lake- und Skylake-Prozessoren nicht auf einem Mainboard mit 300er-Chipsatz nutzen. Bei AMD ist die Sache einfach: Auch neue Pinnacle-Ridge-CPUs wie der Ryzen 72700X laufen in älteren Sockel-AM4-Mainboards.

Der Testsieger Asus ROG Strix X470-i Gaming


sorgt genauso wie das Intel-Mainboard MSI B360I Gaming Pro AC (rechts) mittels Kühlkörper dafür, dass die Betriebstemperatur der M.2-SSD niedrig bleibt.


Mit einem verdrehsicheren USB-C-Anschluss (intern: USB 3.1 Gen.2 mit nominell 10 Gb/s) und einem digitalen Audioausgang (S/PDIF) punktet unter den Mini-ITX-Testkandidaten nur das Biostar X470GTN.


Asus ROG Strix X470-I Gaming: Sehr teuer, aber bestes Gesamtpaket

Asus bietet mit dem ROG Strix X470-I Gaming eines der ersten Mini-ITX-Mainboards an, das ebenso wie das Biostar X470GTN den neuen X470-Chipsatz einsetzt. Dieser löst den X370 als bisherigen Top-Chipsatz für den Sockel AM4 ab. AMD hat den X470 für Ryzen-CPUs der zweiten Generation (Zen+) maßgeschneidert, die wie unsere Referenz-CPU Ryzen 72700X in 12 Nanometer Strukturbreite gefertigt sind. Das verhilft ihnen gegenüber dem 14-nm-Design ihrer Zen-Kollegen zu höherer Energieeffizienz und verschafft Tuning-Enthusiasten mehr thermischen Spielraum beim Übertakten. Der X470-Chipsatz unterstützt auch Ryzen-CPUs der ersten Generation. Sein volles Potenzial kann der X470 aber erst mit einer CPU der Ryzen-2000-Serie entfalten, weil nur diese Features wie Precision Boost 2 und Extended Frequency Range (XFR) 2 beherrschen. Damit können sie die Taktraten ihrer Kerne dynamischer und effektiver über den Basistakt anheben als ihre Vorgänger. Das macht sie wie die X470-Mainboards zur ersten Wahl für Übertakter und Optimierer. Mit 200 Euro war das Asus das mit Abstand teuerste der 5 Mini-ITX-Mainboards, machte das aber durch seine gute Ausstattung wieder wett. Dazu gehört passend zum X470-Chipsatz das intuitiv bedienbare Overclocking-Tool Asus AI Suite 3 zum Einstellen individueller Übertaktungs- und Kühlungsprofile. Ähnlich viele Tuning-Möglichkeiten gibt es bei den MSI-Mainboards. Weitere Pluspunkte für Asus: WLAN 802.11ac inklusive 2x2-MIMO-Support, die zu Aura Sync kompatible LED-Beleuchtung und virtueller Surround-Sound für VR-Headsets über das Audio-Tool Sonic Studio III. Darüber hinaus verfügte das ROG Strix X470-I Gaming als einziges AMD-Mainboard im Test über zwei M.2-Slots (2x PCIe 3.0 x4), wobei der oben auf der Platine sitzende Steckplatz zusätzlich mit einem Kühlkörper versehen war. Auf Intel-Seite gab es Vergleichbares nur beim MSI B360I Gaming Pro AC.

Biostar X470GTN: USB-C-Anschluss und S/PDIF-Ausgang, aber kein WLAN

Mit dem Biostar X470GTN geht eines der aktuell günstigsten Mini-ITX-Mainboards für die neuen Ryzen-2000-CPUs ins Rennen. Das mit dem X470-Chipsatz ausgerüstete X470GTN kostete zum Testzeitpunkt lediglich 120 Euro und unterbot damit den AMD-Testsieger Asus ROG Strix X470-I Gaming um stolze 80 Euro. Dennoch macht das Biostar-Mainboard das Beste aus dem Mini-ITX-Platzangebot: Ein PCIe 3.0 x16-Slot, der extra verstärkt ist, zwei DDR4-RAM-Slots, vier SATA-6-Gb/s-Anschlüsse, ein M.2-Slot auf der Rückseite und 7.1-Sound sind wie bei der Konkurrenz Standardmerkmale. Zusätzlich geboten werden ein digitaler Audioausgang (S/PDIF) und als Besonderheit ein USB-3.0-Port, der als verdrehsicherer Typ-C-Anschluss ausgeführt ist. Eine WiFi-Funktionalität hat Biostar seinem Mainboard nicht spendiert. Auf WLAN und Bluetooth müssen Käufer deshalb verzichten, nicht aber auf den Gigabit-Ethernet-Anschluss.
Ein weiterer Vorteil trotz Sparpreis: Bei der Wertungskategorie Leistung schnitt das Biostar X470GTN so gut ab wie die Mainboards von Asus und MSI. Dass es in der Gesamtwertung dennoch etwas nach hinten rutschte, lag insbesondere an der nicht optimalen Bedienung: Beim Setup werden nicht die neuesten Treiber aus dem Netz heruntergeladen, sondern kommen „aus der Konserve“, stammen also direkt von der Installations-DVD und sind damit nicht aktuell. Für Treiber- und BIOS-Updates kommt man nicht um einen Besuch der Hersteller-Webseite herum.

Das Setup-Tool von Asus holt sich automatisch die neuesten Treiber aus dem Netz.


Gigabyte B360N WiFi: Mit 115 Euro das günstigste Mini-ITX-Mainboard im Test

Das Gigabyte B360N WiFi vertritt zusammen mit dem MSI B360I Gaming Pro AC die Riege der Mini-ITX-Mainboards mit Intel-Chipsatz. Beide verwenden den altbekannten Sockel LGA 1151, doch Platz nehmen können darin nur Intel-CPUs auf Basis der Coffee-Lake-Mikroarchitektur. Wer bereits einen Skylake- oder Kaby-Lake-Prozessor besitzt, kann diesen daher nicht in beiden Mainboards weiterverwenden.

Über seine beiden Gigabit-Ethernet-Ports kann sich das Gigabyte B360N sehr flexibel im LAN bewegen.


Gigabyte und MSI lösen dafür ein anderes Problem: Die preislich und leistungstechnisch den AMD-Ryzen-Prozessoren ebenbürtigen Coffee-Lake-CPUs liefen bislang nur auf teuren Mainboards mit Z370-Chipsatz, was günstige Systeme fast unmöglich machte. Diese Lücke schließen nun die neuen Coffee-Lake-Chipsätze H310, B360 und H370. Die „Mittelklasse“-Variante B360 verwenden Gigabyte und MSI. Von dessen Möglichkeiten macht das B360N WiFi innerhalb der Grenzen seines Mini-ITX-Formfaktors regen Gebrauch, vernachlässigt dabei aber etwas die USB-Anschlüsse. Bis zu 4x USB 3.1 Gen.2 mit jeweils 10 Gb/s wären möglich, geboten werden aber nur 4 USB-3.0-Ports, die es auf nominell 5 Gb/s bringen. Letztlich ist das aber kein Drama, weil die höhere USB-Bandbreite nur selten benötigt werden dürfte. Im LAN ist das Gigabyte B360N WiFi dafür am besten aufgestellt: Hier stehen gleich zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse zur Verfügung – ideal, um sich beispielsweise in verschiedene Netzwerke gleichzeitig einzuklinken.
Das Intel-interne Performance-Duell mit dem MSI B360I Gaming Pro AC verlor das Gigabyte B360N WiFi zwar knapp, gewann das Preisduell dafür aber deutlich, und das sogar klassenübergreifend: Mit 115 Euro war es das günstigste Mini-ITX-Mainboard im Vergleich.

Auch schwere Grafikkarten sitzen im metallverstärkten PCIe-Slot des MSI B350I Pro AC stabil.


MSI B350I Pro AC: Hard- und Software-Tools erleichtern das Overclocking

Hinter der biederen Optik des MSI B350I Pro AC – braune Platine, schwarze Kühlkörper, zwei RGB-LED-Anschlüsse, aber keine integrierte Beleuchtung – versteckt sich ein gutes Mini-ITX-Mainboard. Das zum Testzeitpunkt für 130 Euro erhältliche B350I Pro AC bietet einen M.2-Anschluss auf der Unterseite, der wie das Biostar X470GTN und das Gigabyte B360N WiFi sowohl SATA- als auch PCIe-basierte SSDs aufnehmen kann. Obwohl im MSI nur der „kleinere“ B350-Chipsatz steckt, steht auch der übrige Schnittstellenumfang den X470-Mainboards von Asus und Biostar in nichts nach. Am Sound-Equipment hat MSI dagegen gespart. Im B350I Pro AC werkelt lediglich der schon ältere Realtek ALC887. Beim Asus ROG Strix X470-I Gaming und beim Biostar X470GTN kommen mit dem Realtek ALC1220 beziehungsweise ALC892 die hochwertigeren Soundchips zum Zug.
Im Test lieferte das MSI B350I Pro AC eine sehr solide Performance ab und gehörte zusammen mit seinen AMD-Kollegen von Asus und Biostar zu den schnellsten Mini-ITX-Mainboards. Und es gibt durchaus noch Luft nach oben: Das Overclocking-Potenzial des Mainboards kann man sowohl hardwareseitig über das EFI-BIOS als auch mittels Software (Click BIOS 5) nutzen, wobei Schutzmechanismen wie etwa der Überspannungsschutz als Sicherheitsnetz dienen. Einzige Schönheitsfehler: Bei der Treiberinstallation stürzte das System wiederholt ab, lief jedoch sehr stabil, nachdem diese Hürde genommen war. Beim Setup sollte man unter Treiber/Software nicht sofort auf Installieren klicken, sondern in der Liste bis nach unten scrollen. Dann sieht man, dass auch Häkchen bei Tools wie Google Chrome und Google Drive gesetzt sind, die man vielleicht aber nicht unbedingt mitinstalliert haben will

Spezialfälle: Spielen ohne Grafikkarte, Solid Capacitors

Die Mini-ITX-Mainboards punkten auch mit speziellen Tugenden, die nicht unbedingt auf den ersten Blick auffallen. Zwei davon stellen wir im Folgenden etwas genauer vor.

Spieler, die sich einen preiswerten Gaming-PC zusammenbauen wollen, sind mit den Mini-ITX-Mainboards ebenfalls gut bedient. Weil die Testkandidaten über mindestens eine Videoschnittstelle verfügen, können sie das Bildsignal direkt an den Monitor weiterreichen, ohne dass dazu eine teure Grafikkarte im PCIe-Slot sitzen muss. Die Voraussetzung dafür ist ein im Prozessor integrierter Grafikbeschleuniger. Rasend schnelle 3D-Performance kann man von den GPUs weder auf AMD- noch auf Intel-Seite erwarten, wohl aber eine Spieleleistung, die bei niedrigen Detailstufen und Auflösungen um Full-HD noch akzeptabel ist. Wer nur gelegentlich spielt, bekommt damit einen guten Kompromiss geboten.

■ Integrierte Grafik bei AMD und Intel Die Ryzen-Prozessoren mit dem Codenamen Raven Ridge verfügen über einen integrierten Grafikprozessor. AMD bezeichnet diese Kombination auch als APU (Accelerated Processing Unit). Zur Auswahl stehen vier Quadcore-APUs, die aus der Ryzen-5- und der Ryzen-3-Familie stammen: Der Ryzen 52400G und Ryzen 52400GE mit Radeon RX Vega 11-GPU sowie Ryzen 32200G und Ryzen 32200GE mit der Radeon RX Vega 8. Das G im APU-Namen steht für eine On-Board-Grafik und das E für Effizienz. Ryzen 52400GE und Ryzen 32200GE haben eine maximale Leistungsaufnahme von 35 statt 65 Watt.
In allen CPUs der aktuellen Coffee-Lake-Prozessorgeneration kommt der Grafikbeschleuniger Intel UHD Graphics zum Einsatz, der je nach Prozessor (Core i, Celeron oder Pentium) die Modellnummer 610, 620 oder 630 trägt. Auch bei den Kaby-Lakeund Skylake-CPUs von Intel gehören integrierte GPUs zur Standardausstattung.

Besitzt die CPU eine GPU, können die Mainboards (hier Gigabyte) das Bild auch direkt ausgeben.


■ Vergoldete High-End-Kondensatoren Biostar, Gigabyte und MSI bestücken ihre Mini-ITX-Mainboards laut Eigenwerbung mit Solid Capacitors. Gemeint sind damit Kondensatoren, die einen niedrigeren Innenwiderstand als Standard-Produkte aufweisen und dadurch eine rund 5-fach höhere Lebensdauer erreichen sollen. Je nach Herstellerangabe wird sie zum Beispiel mit 10.000 Betriebsstunden oder 10 Jahren Laufzeit beziffert. Alle Testkandidaten, selbst das günstige Gigabyte, setzen auch beim Thema Audio auf die High-End-Kondensatoren. Beim MSI B360I Gaming Pro AC sind sie sogar vergoldet und sollen damit für eine qualitativ hochwertigere Soundwiedergabe sorgen. Dazu sind beim B360I Gaming Pro AC sowie beim Biostar X470GTN auch die 7.1-Audioanschlüsse vergoldet ausgeführt.

Vergoldete Audio-Kondensatoren (rechts im Bild) sollen beim MSI B360I Pro Gaming AC die Soundqualität verbessern.


MSI B360I Gaming Pro AC: Top-Ausstattung, LED-Steuerung auch per App

Für 130 Euro erhielt man mit dem MSI B360I Gaming Pro AC nicht nur das am besten ausgestattete Mini-ITX-Mainboard aus dem Intel-Lager, sondern gleichzeitig auch ihren schnellsten Vertreter. Mit 6.265 Punkten beim PCMark 10 erzielte das B360I Gaming Pro AC sogar über beide Klassen hinweg die beste System-Performance. So wie das Gigabyte B360N WiFi konnte auch das MSI bei den CPU-Benchmarks jedoch nicht mit den vom AMD Ryzen 2700X angetriebenen AMD-Rivalen gleichziehen. Besonders deutlich fiel der Vorsprung beim Cinebench 15 aus. Beim Rendern des Testbilds war das B360I Gaming Pro AC mit 1.464 Punkten klar schneller als das Gigabyte B360N WiFi (1.389 Punkte), sah damit aber kein Land gegen die im Mittel 1.755 Punkte starke AMD-Konkurrenz. Weil die Performanceunterschiede insgesamt aber sehr überschaubar blieben, büßte das MSI nur zwei Zähler bei der Leistungswertung gegenüber den schnellsten Mainboards ein. Durch seine übrigen Tugenden konnte sich das MSI B360I Gaming Pro AC zudem als engster Verfolger des 70 Euro teureren Testsiegers Asus ROG Strix X470-I Gaming platzieren und verdiente sich damit die Preis-Leistungs-Empfehlung. Zur Bestnote bei der Ausstattung verhalfen dem B360I Gaming Pro AC viele kleine, aber feine Board-Details. Beispiele: Zwei M.2-Slots, die sich jeweils mit PCI-3.0-x4-Tempo ansteuern lassen, vergoldete Anschlüsse und Kondensatoren für eine optimale 7.1-Audiowiedergabe, WLAN 802.11ac mit Multi-User-MIMO-Unterstützung, Bluetooth 5.0 sowie eine LED-Beleuchtung, die sich sogar per Smartphone-App regeln lässt. Dazu gesellen sich die gleichen Overclocking-Tugenden wie beim MSI B350I Pro AC, die aufgrund des B360-Chipsatzes aber ins Leere laufen, weil sich damit weder CPU noch RAM über den Basistakt hinaus anheben lassen. Aufgrund des identischen DVD-Installers musste man auch aufpassen, sich nicht aus Versehen Bloatware auf das System zu laden. Die beim MSI B350I Pro AC beobachteten Abstürze bei der Treiberinstallation traten beim B360I Gaming Pro AC dagegen nicht auf.

Fazit

Mit dem Asus ROG Strix X470-I Gaming bekommen Anwender das beste AMD-Mainboard im Test und gleichzeitig auch das beste Gesamtpaket aus Leistung, Ausstattung, Ergonomie und Extras. Zuschlagen sollten beim 200 Euro teuren Testsieger von Asus genauso wie beim 80 Euro preiswerteren Biostar X470GTN vor allem Käufer, die eine Ryzen-CPU der zweiten Generation einsetzen wollen, weil sie nur auf dem X470-Chipsatz ihre volle Performance zeigen kann. Gamer sind mit dem dritten AMD-Mainboard im Test, dem MSI B350I Pro AC, aber mindestens genauso gut bedient. Ausgerüstet mit dem aktuellsten BIOS lief es so performant wie die beiden X470-Mainboards von Asus und Biostar und punktete obendrein durch zahlreiche Overclocking-Einstellungen.
Die Mini-ITX-Mainboards mit Intel-Unterbau sind generell etwas günstiger als ihre AMD-Kollegen. Folgerichtig kommt auch der mit 115 Euro günstigste Mini-ITX-Textkandidat Gigabyte B360N WiFi aus dem Intel-Universum. Für das Overclocking eignen sich das Gigabyte und der Preis-Leistungs-Sieger MSI B360I Gaming Pro AC aufgrund ihres B360-Chipsatzes aber nicht. Intel-CPUs mit offenem Multiplikator, erkennbar am hintangestellten K, lassen sich ebenso wie das RAM nur auf den teuren Z370-Mainboards übertakten.

Die Mainboards von Asus und Biostar sowie das MSI B350I Pro AC setzen auf den Sockel AM4 von AMD.


Beim Gigabyte B360N WiFi und beim MSI B360I Gaming Pro AC ist der Sockel 1151 für die Coffee-Lake-CPUs von Intel reserviert.