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KOMPAKTER ALLROUNDER


connect - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 08.07.2021

VIVO X60 PRO

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Bildquelle: connect, Ausgabe 8/2021

VIVO X60 PRO

Preis: 799 Euro Maße: 159 x 73 x 8 mm Gewicht: 177 Gramm

+

• für einen 6,6-Zöller kompakt

• gebogenes OLED mit sehr guter Darstellung und 120 Hertz

• Systemoberfläche mit vielen Extras und Update-Garantie

• starke Systemperformance

• Kamerasystem mit guter bis sehr guter Fotoqualität

• Hauptoptik mit Gimbal-Stabilisierung für wackelfreie Videos

• sehr lange Akkulaufzeit

• Funkeigenschaften und Akustik gut

-

• niedrige IP-Zertifizierung

• kein kabelloses Aufladen

• microSD und Klinkenbuchse fehlen

• Mono-Lautsprecher

Connect -Urteil: sehr gut (431 Punkte)

Ende 2020 ist Vivo zum ersten Mal offiziell in Deutschland aufgetreten, mit dem Top- Smartphone X51 5G im Gepäck und der Ankündigung, die Marke hierzulande Schritt für Schritt aufzubauen. Schon damals betonte man die langfristige Perspektive des Engagements und vermied vollmundige Ankündigungen. Mit dem Ergebnis, dass die Konkurrenz ...

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... von Oppo und Xiaomi sich immer stärker in der Lücke ausbreitet, die der Niedergang von Huawei gerissen hat. Aber diese Zurückhaltung in Deutschland täuscht darüber hinweg, dass Vivo außerordentlich erfolreich expandiert: Im vierten Quartal 2020 führte die Marke den asiatischen Smartphonemarkt erstmals an, international rangiert Vivo stabil auf Platz fünf der weltgrößten Smartphonehersteller. Die im November 2019 gegründete Europazentrale in Düsseldorf ist mittlerweile auf 80 Mitarbeiter angewachsen. Anfang 2021 hat man den tschechischen und rumänischen Markt erschlossen und ist jetzt auch in Österreich und Serbien aktiv. Hinzu kommt die EURO 2020, bei der Vivo als offizieller Sponsor aufgetreten ist, was die Sichtbarkeit der Marke deutlich erhöht hat. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Vivo in Deutschland das Tempo erhöht. Das ist nur zu begrüßen, wie das neue Vivo X60 Pro zeigt.

Eines der dünnsten 5G-Phones

Kann man ein Smartphone mit einem 6,6-Zoll-Display überhaupt noch als kompakt bezeichnen? Der Trend zu immer mehr Display führt jedenfalls dazu, dass man von der Mittelklasse aufwärts kaum noch Smartphones mit kleineren Panels findet. Und diese Modelle sind fast durch die Bank größer, schwerer und dicker als das Topmodell von Vivo, das mit einer UVP von 799 Euro zur gehobenen Mittelklasse gehört. Insofern ist die Bezeichnung „kompakt“ also zutreffend. Das zeigt auch ein Vergleich mit einem der wenigen Smartphones mit kleinerer Displaydiagonale: Der 6,4-Zöller Oneplus Nord ist genauso groß und bringt sogar knapp 10 Gramm mehr auf die Waage. Selten liegt ein Smartphone so leicht in der Hand wie das Vivo X60 Pro. Dazu trägt auch die exzellente Haptik bei: Mit Glas, das von der Zeiss-Tochter Schott produziert wird, und einem fein angeschliffenen Aluminiumrahmen verwendet Vivo hochwertige Materialien und setzt sie äußerst gekonnt zusammen. Die gebogene Rückseite fühlt sich samtig an und liegt ergonomisch perfekt in der Hand. Der feine Farbverlauf der beiden Modellvarianten in Grau und Blau sieht richtig gut aus, und Fingerabdrücke haben auf der Oberfläche keine Chance. Vivo macht hier alles richtig. Einzig beim Wasserschutz hapert es, eine IP52- Zertifizierung bedeutet, dass das Gerät nicht mehr als ein paar Wasserspritzer verträgt. Auf diesem Preisniveau ist das zu wenig.

Das 6,6 Zoll große Display macht einen sehr guten Eindruck. Es handelt sich um ein OLED mit gebogenen Rändern, sodass der Rahmen rechts und links extrem schmal wirkt. An den kurzen Seiten sind die Ränder breiter, aber immer noch vergleichsweise schmal – eine Screento-Body-Ratio von 90 Prozent ist ein sehr guter Wert. Die Aussparung für die hochauflösende 32-Megapixel- Frontkamera ist punktförmig, ihre Größe und Positionierung sind mit Samsungs S21-Serie vergleichbar. Vivo verzichtet auf ultrahohe Auflösung und setzt lieber auf den bewährten 1080p-Standard, der bei dieser Größe für eine knackscharfe Darstellung sorgt. Viel wichtiger als eine hohe Pixelzahl ist die Bildwiederholrate – und hier liefert Vivo mit dynamischen 120 Hertz technische Feinkost, die butterweiches Scrolling garantiert. HDR10+ wird unterstützt und die von uns gemessenen Parameter bescheinigen eine Topqualität.

Einfach, gut und mit Updates

Vivos FunTouch OS ist für eine chinesische Benutzeroberfläche erstaunlich zurückhaltend gestaltet. Es gibt weder Bloatware noch bunte Icons und fette Schriften, stattdessen schlichte Symbole und klare Strukturen. Das heißt aber nicht, dass Vivo auch bei den Features spart, im Gegenteil: Mit App Cloner, umfassend anpassbarem Alwayson-Display und Spielemodus sind alle Softwarefunktionen integriert, die man in der gehobenen Preisklasse erwarten darf. Gut gefallen hat uns zudem der „Aufgaben-Timer“, der das zeitgesteuerte Ein- und Ausschalten des Smartphones ermöglicht. Die Systemoberfläche basiert auf Android-11-Sicherheitspatches vom Mai 2021, ist also aktuell. Und das soll auch so bleiben: Für das X60 Pro verspricht Vivo drei Jahre lang „wichtige Android-Betriebssystem-Upgrades und Sicherheitsupdates“. Damit schließt man zu Samsung und Google auf und gehört zu denjenigen Android- Herstellern, die einen besonders langen Supportzeitraum bieten.

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Der Fingerabdrucksensor ist unterhalb des Displays integriert und bietet eine sehr hohe Erkennungsrate. Auch beim Prozessor zeigt der Daumen nach oben. Zwar kann man kritisieren, dass Vivo nicht auf Qualcomms Topprodukt Snapdragon 888 setzt (der Preis von 800 Euro hätte das gerechtfertigt), aber der Snapdragon 870 liegt in Benchmarks dicht dran, liefert also ein ähnliches Leistungsniveau. Es handelt sich praktisch um einen hochgetakteten 865+, also die zweite Neuauflage des letztjährigen Topmodells. Die wirkt auch 2021 noch frisch und überzeugt mit Spitzenperformance und einer umfangreichen Connectivity von 5G bis hin zu Wi-Fi 6. Verzichten muss der Nutzer allerdings auf Quick Charge 5, Bluetooth 5.2 und Wi-Fi 6E, also auf die neuesten technischen Finessen. Das erscheint in Anbetracht der starken Performance und mit Blick auf den moderaten Preis aber verkraftbar, zumal die Speicherausstattung ebenfalls stimmt: 12 GB RAM und einem internen Speicher von 256 GB nach dem schnellen Standard UFS3.1 bieten ordentlich Reserven und lassen uns dann auch mit einer gewissen Milde auf die fehlende microSD- Speicherweiterung blicken. Vivo sieht zwar eine Dual-SIM-Option vor, verzichtet jedoch auf eSIM – wir hätten gern beides gesehen, so wie bei den Spitzenmodellen von Oppo und Samsung.

Vivo X60 Pro im quality benchmark

Vivo schreibt sich das Thema „Foto“ groß auf die Fahnen und stattet das neue X60 Pro mit drei Kameras aus: eine 48-MP-Weitwinkelkamera, ein kurzes Tele mit Zweifachzoom sowie ein Superweitwinkel mit jeweils 13 Megapixeln.

Die Weitwinkelkamera fotografiert mit 48 oder 12 Megapixeln. Die maximale Auflösung zahlt sich bei viel Licht aus (Bild 1). Hier erhält man nicht nur höhere Datenmengen, sondern auch feiner aufgelöste Fotos im Vergleich zu den 12-MP-JPEGs unter den gleichen Lichtbedingungen (Bild 3). Bei stärkerer Vergrößerung sind zwar bereits Artefakte sichtbar, noch sind diese nicht störend. Auch wirken die 48-MP-Aufnahmen weniger hart abgestimmt und natürlicher.Wenn das Licht abnimmt, schmilzt der Vorteil der höheren Auflösung, da die Aufnahmen stärker entrauscht werden müssen und die Artefakte immer auffälliger werden (Bild 2). Je dunkler es wird, desto mehr. Auch die 12-MP-Bilder (Bild 4) müssen entrauscht werden und verlieren hierdurch an Feinzeichnung. Doch die 12er wirken sauberer, wenn auch erneut härter abgestimmt.

Die Weitwinkelkamera

Der Sensor der Hauptkamera ist in QUAD-Architektur aufgebaut und bietet Fotografen die Wahl zwischen 48-Megapixel-und 12-Megapixel-Bildern. Erstere versprechen bei viel Licht eine höhere Bildauflösung, Letztere bieten durch 4er-Pixel-Binning bei wenig Licht zusätzliche Reserven. Dabei werden die Daten von vier benachbarten Lichtdioden zu einem Pixel verrechnet.Im Falle des Vivo X60 Pro führen die 48-MP-JPEGs knapp nach Punkten – unsere Wertung basiert daher auf diesen. Bei viel Licht (5000 Lux) ist der Vorsprung der 48-MP-JPEGs klar sichtbar, doch mit nachlassender Helligkeit wird der Abstand kleiner, und je dunkler das Umgebungslicht, desto mehr arbeiten sich die 12-MP-Aufnahmen nach vorne. Bei Dunkelheit raten wir deshalb auf 12 MP zu wechseln.

Bei viel Licht erreichen zwar auch die 12-MP-JPEGs eine sehr gute Bildqualität, doch die 48-MP-Fotos bieten eine viel feinere Auflösung. Allerdings fallen bei 100%-Betrachtung bei den 48-MP-JPEGs bereits bei gutem Licht leichte Spuren der Rauschunterdrückung auf, was aber noch nicht problematisch ist.

Bei wenig Licht (200 Lux) nehmen die Artefakte zu. Hier arbeitet die Signalverarbeitung bei den 12-MP-Bildern etwas geschickter, da sie zum einen das Rauschen spurloser bereinigt und zum anderen kontrastarme Strukturen besser erhält. Die Feinzeichnung von 12-MPund 48-MP-Bildern ist bei wenig Licht im Großen und Ganzen vergleichbar, aber in der Tendenz gewinnen die Ersteren mit zunehmender Dunkelheit.

Bei Dunkelheit sind Aufnahmen mit der reduzierten Auflösung eindeutig die bessere Wahl und können überzeugen, wenngleich auch nicht alle Strukturen problemlos dargestellt werden. Doch auch die 48-MP-Nachtaufnahmen erreichen ein befriedigendes Qualitätsniveau.

Die Signalverarbeitung der Weitwinkelkamera verdient ein kleines Lob: Die Optimierungen an Schärfe und Kontrast sind je nach Motiv mal mehr mal weniger stark auffällig, aber nie so übertrieben, dass die Fotos künstlich wirken würden. Dank höherer Auflösung erreicht die Weitwinkelkamera mit den 48-MP-Bildern insgesamt eine sehr gute Bildqualität.

Kurzes Tele / Zweifachzoom

Das X60 Pro hat für Portraits eine zweite Kamera mit einer längeren Brennweite von ca. 50 mm KB. Das kurze Tele kommt bei Bildern mit gleicher Abbildungsgröße nicht an das Weitwinkel heran, punktet aber dennoch bei viel Licht und sogar noch bei leichter Dämmerung.Da man durch die längere Brennweite die Distanz „optisch“ verkürzt, lässt sich die Optik gut für Portraits sowie in anderen Situationen verwenden.Bei viel Licht (5000 Lux) passt die Auflösung und die Bilder sehen sauber aus. Bei wenig Licht (200 Lux) sind jedoch Artefakte und das Rauschen bereits gut sichtbar. Die Bildauflösung nimmt ab – Verluste versucht die Kamera dann durch stärkere Kantenaufsteilung zu kaschieren. Bei Dunkelheit sollte man lieber mit der Weitwinkelkamera ohne Zoomen fotografieren.

Das Superweitwinkel

Die Superweitwinkelkamera hat einen 13-Megapixel-Sensor und liefert bei viel Licht ein ordentliches Bild. In der Bildmitte ist die Auflösung recht hoch, aber sie fällt stark zum Rand hin ab. Mit nachlassendem Licht hinterlässt die Rauschunterdrückung zunehmend mehr Artefakte und die Signalverarbeitung arbeitet aggressiver. Bei Dunkelheit empfehlen wir das Superweitwinkel weniger.

Fazit

Das Vivo X60 Pro trumpft mit einer sehr guten Weitwinkelkamera auf. Bei viel Licht sollten Sie am besten mit 48 MP und bei wenig Licht mit 12 MP fotografieren. Das Zweifachzoom überzeugt bei viel Licht gut, zeigt bei leichter Dunkelheit aber schon erste Schwächen. Das Superweitwinkel braucht ebenfalls genügend Licht für ordentliche Aufnahmen. Wadim Herdt

Sowohl das kurze Tele (Zweifachzoom) als auch das Superweitwinkel fotografieren mit 13 Megapixeln. Auch wenn beide nicht das Niveau der Hauptkamera erreichen, sind es dennoch hochwertige Module. Sie erreichen nicht die absoluten Spitzenpositionen, landen aber an der Grenze zwischen gut und sehr gut. Bei viel Licht (Bild 1) ist die Aufnahme des kurzen Teles gut durchgezeichnet. Die Schärfung könnte etwas zurückhaltender sein, Artefakte sind nur bei 100%-Betrachtung sichtbar, aber nicht störend. Mit nachlassendem Licht (Bild 2) nehmen diese zu und manche Strukturen wirken verfremdet, zugleich geht die Auflösung herunter. Das Rauschen wird effektiv unterdrückt, eben auf Kosten von Details. Das Superweitwinkel arbeitet im Grunde ähnlich und seine Bilder durchlaufen von viel (Bild 3) zu wenig Licht (Bild 4) eine ähnliche Entwicklung.

Einzigartige Stabilisierung

Denen fehlt wiederum eine Kamera mit 3-Achsen-Stabilierung: Beim X60 Pro ist der Sensor der Hauptkamera wie ein Gimbal aufgehängt und damit gegen Verwackler besonders immun. Bei Videos macht sich dieser Unterschied bemerkbar: Uns ist kein anderes Smartphone bekannt, das Bewegungen der Hand so gut ausgleichen kann. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist das kleine blaue Logo auf der Rückseite:

Das Kamerasystem des X60 Pro ist das erste, das im Rahmen der im Dezember 2020 angekündigten strategischen Partnerschaft zwischen Vivo und Zeiss auf den Markt kommt. Die Fotoqualität profitiert allerdings kaum davon: Wie unsere Analysen zeigen, gelingt es dem X60 Pro nicht, den Vorgänger zu übertreffen – es erreicht stattdessen ein ähnliches Niveau.

Es gibt zwei nennenswerte Unterschiede: Das Ultraweitwinkelmodul zeigt spürbare Verbesserungen; weil eine lange Telebrennweite wegfällt, spiegelt sich diese Steigerung aber nicht in unserem camera quality benchmark wider. Ein weiteres Resultat der Zeiss-Vivo-Kooperation ist die Option, Portraits im Stil des Zeiss Biotar aufzunehmen; der besondere Look zeichnet sich durch scharfe Portraits und rotierenden Bokeh-Effekt aus. Insgesamt liefert Vivo hier eine runde Vorstellung.

Kooperation mit deutschem Traditionskonzern

Ende 2020 haben Vivo und Zeiss eine strategische Partnerschaft bekanntgegeben, um gemeinsam Smartphone-Kamerasysteme zu entwickeln.

■ Dass ein Smartphonehersteller und ein Optikspezialist sich verbünden ist keine Seltenheit, man denke an Oneplus und Hasselblad oder an Huawei und Leica. Kern der Vivo-Zeiss-Kooperation ist das Forschungsund Entwicklungsprogramm „Vivo Zeiss Imaging Lab“ mit dem Ziel, Technologien zur mobilen Bildgebung für Smartphones zu entwickeln.

Das X60 Pro ist das erste Modell, das davon profitiert – das blaue Zeiss-Logo schmückt die Optiken auf der Rückseite, und in den Einstellungen findet man die Option, Portraits im besonderen Stil des Zeiss Biotar zu schießen. Die Beziehungen der beiden Firmen gehen aber noch weiter: Beim Glas setzt Vivo nicht auf Gorilla Glass, stattdessen kommt auf Front- und Rückseite die Zeiss-Tochter Schott mit ihrem neuesten Produkt „Xensation Up“ (links) zum Zuge. Das Lithium-Aluminosilikat-Glas (LAS) gilt als eines der derzeit widerstandsfähigsten und zuverlässigsten Gläser für Smartphones im Markt.

Displaymessung

Das OLED reicht nicht an Oppos Topmodelle heran, Blickwinkelstabilität und Kontrastausbeute bleiben auch leicht hinter dem Vorgänger X51 zurück. Das ist aber Kritik auf sehr hohem Niveau – die Darstellung bewegt sich noch im oberen Drittel der von uns gemessenen Modelle.

Bei den musikalischen Fähigkeiten muss man gegenüber der High-Endklasse Abstriche hinnehmen, an erster Stelle steht hier der dünne Mono- Sound aus dem nach unten abstrahlenden Lautsprecher. Eine Klinkenbuchse fehlt ebenfalls, aber das lässt sich nur schwer kritisieren, da immer mehr Hersteller darauf verzichten und immer mehr Smartphonenutzer Musik über Bluetooth hören. Gut, dass das X60 Pro HiRes-Audio über Qualcomms aptx HD unterstützt. Gut gefiel uns der Lieferumfang, denn zu den (einfachen) USB-C-Stöpseln gesellen sich eine transparente Schutzhülle und ein starkes Netzteil, das den Akku mit 33 Watt in weniger als einer Stunde volltankt. Leider ist man auf ein Kabel angewiesen, denn Vivo verzichtet auf eine Qi-Ladespule – ein schwerwiegender Nachteil, denn in dieser Preisklasse gehört kabelloses Laden mittlerweile zur Grundausstattung.

Umso erfreulicher ist der Blick auf die Akkulaufzeit. Gegenüber dem Vorgänger konnte Vivo sie trotz geschrumpfter Kapazität noch einmal steigern – ein Beleg für die Energieeffizienz des Snapdragon 870. Wir haben 11:48 Stunden bei 60 Hertz gemessen, das dürfte selbst Intensivnutzer problemlos durch den Tag bringen, bei moderater Nutzung sind sogar zwei Tage drin. Die höhere Bildwiederholrate reduziert die Laufzeit nur um eine halbe Stunde auf 11:19 Stunden, ist also kein Stromfresser und kann guten Gewissens aktiviert werden. Die Akustik beim Telefonieren gefällt mit hoher Lautstärke und sauberer Geräuschunterdrückung. Auch bei den Funkeigenschaften leistet sich Vivo keine größeren Patzer, über das nur befriedigende Ergebnis im GSM-Netz lässt sich hinwegsehen.

Fazit: Starke Alternative

Mit dem X60 Pro reiht sich Vivo ein in die Reihe der Top-Smartphones der gehobenen Mittelklasse, denen nur wenige technische Details zum Highender fehlen. Die Chinesen zeigen damit, dass sie sich nicht hinter der Konkurrenz verstecken müssen. Vivo offeriert eine gelungene Alternative zu Oppos Find X3 Neo und zum Oneplus 9, die in puncto Preis, Ausstattung und Produktqualität auf dem gleichen Niveau liegen, aber nicht ganz so kompakt gebaut sind und ein paar Gramm mehr auf die Waage bringen. Mit der Zeiss-Kooperation und der Gimbal-Kamera kann man zudem eigene Akzente setzen. Von uns gibt es dafür eine klare Empfehlung.

Andreas Seeger