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Kompaktlautsprecher: Poesie für Ohren und Raum


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 05.10.2018

Sonus faber lockt mit der neuen Sonetto-Serie: In eine Welt von optischer Schönheit und grundehrlichem Klang – Cultura italiana.


Artikelbild für den Artikel "Kompaktlautsprecher: Poesie für Ohren und Raum" aus der Ausgabe 11/2018 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 11/2018

Früher, in weit zurückliegenden Zeiten haftete Sonus faber immer ein Geruch an. Die Italiener dachten von außen nach innen. Die Hülle blendete mit Schönheit, das Innenleben hingegen war von Kompromissen geprägt.

Heute gilt das nicht mehr. In Vicenza hat man dazugelernt. Vor allem, wie man ein globales Unternehmen in der Jetztzeit führt. Damals wurden die Chassis noch angekauft, heute fertigt man selbst. Damals werkelte ein genialischer Entwickler an einem kleinen Schreibtisch, ...

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... heute wird ein Team für die Soundideale abgestellt. Damals entstand der Klang durch Kombinationen, heute mit zielgenauer Absicht. So lohnt sich ein Blick auf unsere Messergebnisse. Dieser Lautsprecher erscheint in seinem Frequenzgang wie mit dem Linear gezogen, hier herrscht schönste Geradlinigkeit – fast ein Studiomonitor.

Das ist ein beruhigendes Gefühl. Wir sehen und erhalten grundehrliches High End – und dürfen uns dennoch an den gesegneten Taten des italienischen Handwerks freuen. Oder ganz direkt: Die Sonetto II sieht zu allen Meriten auch bildschön aus, verfeinert mit Leder on top und exquisitem Holz. 2000 Euro ruft Sonus faber auf. Wer sensibel ist, ordert die Version in Walnuss, das freut die Augen am meisten.

Wo steht die Serie innerhalb der Sonus-faber-Familie? Recht weit oben. Zur High-End-Messe in München wurde sie dieses Jahr ganz frisch vorgestellt. Paolo Tezzon ist ein Feingeist, auch bei der Wortwahl. Dennoch und gerade darum hat er die Sonette-Serie als die „demokratischste“ unter den aktuellen Modellen bezeichnet. Was immer das heißen mag. Meinte der Chef der R&D-Abteilung damit die erschwingliche Grundpolitik des Hauses? Wir dürfen nicht vergessen: Sonus faber hat bereits die günstigsten Serien in Italien erdacht und in China gemacht – eine Kompromisslösung für den globalen Markt. Die Sonetto-Serie hingegen ist günstig und dennoch rein in Norditalien entstanden. „Made in Italy“ sei nicht nur ein Zeichen des Stolzes, sondern auch eine Garantie für den Bauprozess am Firmenstandort. Es geht um Finish, Passform und audiophilen Auftritt.

Sonus faber bringt sogar noch einen weiteren Begriff ein: Poesie – so nie gehört in der Branche. Auf seiner Webseite zeigt Sonus faber die Sonetto-Serie in verschiedenen Wohnräumen. Und plötzlich wird klar, was die Italiener unter Poesie verstehen – das zeugt von Anmut, von Eleganz, vom fein reduzierten Auftritt vom Dialog eines Lautsprechers mit dem Raum. Cultura italiana. Ohne Frage: Die Sonettos sind Hingucker, Sonus faber hat hier Weltklasse erschaffen.

Wo mag er sein – der Bassreflexport? Nicht auf der Rückseite. Sonus faber transportiert die Energie über einen Schlitz an der Front. Was auch die Aufstellung vereinfacht. Edel ist das Bi-Wiring-Terminal ausgefallen.


Auch klanglich? Es gibt Anklänge an die ganz Großen. Beispielsweise die deutlich teurere Olympica-Serie. In der Höhe bringt eine Seidenkalotte die Frequenzen ein. Hier hat sich Sonus faber die Technologie und den Begriff „Damped Apex Dome“ sichern lassen. Eine Metallbrücke überspannt die Wölbung des Hochtöners und bedämpft diesen punktgenau in der Mitte. Auch der Tief/Mitteltöner ist in den Laboratorien der Italiener entstanden. Wer ihn von hinten betrachtet, freut sich über einen massigen Magneten und viel Luft zum Atmen. Die Membran selbst besteht aus Cellulose und Naturfasern. Die Übergabefrequenz liegt bei 2650 Hertz. Wir suchen nach dem Bassreflexport. Eine lange Suche. Bis wir endlich auf den Dreh kommen: Sonus faber nutzt keine unelegante Rundung im Rücken, sondern einen Schlitz auf der Front. Was auch die Aufstellung rasant vereinfacht – dieser Lautsprecher kann auch wandnah im Regal aufspielen. Am schönsten präsentiert er sich natürlich auf den passgenauen Ständern des Hauses (überschaubare 450 Euro im Paar).


Ohne Frage: Die Sonettos sind Hingucker, Sonus faber hat hier Weltklasse erschaffen


Da wäre natürlich auch die Lauten-Form – Sonus faber spricht in dieser Sprache seit Jahrzehnten zu uns. Durch die nicht symmetrischen Außenwände haben es böse Schwingungen schwer, den Klang zu beeinflussen. Zudem sieht es auch höchst elegant aus. Hier treffen sich Form und Funktion in der Königsklasse. Als Zugabe muss es natürlich ein Bi-Wiring-Terminal sein, auch dies massiv, hochwertig, elegant.

Luft und Kraft und Schönheit: Der Tief/Mitteltöner kann atmen, wurde großzügig belüftet konstruiert; zudem ist der Antriebsmagnet recht wuchtig ausgefallen. Für das Auge und die Hände gibt es auf der Oberseite eine feine Fläche aus Leder.


An dieser Stelle könnten wir die typische Testmusik zuspielen. Doch wir wollten diesem sinnlichen Lautsprecher mit sinniger Musik begegnen. Kulturell treffend sollte es sein. So wählten wir die späten Streichquartette von Beethoven in der Interpretation des Quartetto Italiano. Die Tontechniker der Philips haben eine der klanglich besten Aufnahmen vorgelegt. Es herrscht ein definierter Raum, gekrönt von unfassbar vielen Impulsen. Hier flirren die Informationen, da ist die Räumlichkeit höchst sensibel. Und die Sonetto II spielte mit. Die Abbildung gelang in der höchsten Klasse. Da konnten die Kenner den Unterschied zwischen Aufstrich und Abstrich hören, da vermengten sich die schwirrenden Saiten zu einem Kosmos. Diese Eleganz der Tongebung offenbarte einen besonderen Lautsprecher.

Aber können die Kompaktlinge auch mit bass-dicker Popmusik? Sie sind Freudenspender auch hier. Paul Weller beispielsweise hat ein neues Album vorgelegt. „True Meanings“ ist mit massiver Präsenz abgemischt. Schon im ersten Titel springen uns die Impulse der Gitarren an. Das könnte man wie Kammermusik abmischen, doch Paul Weller hat sich für massiven Saitendruck entschieden. Das komplette Album ist von diesem Ideal geprägt. Ein Lautsprecher muss auf Präsenz ausgelegt sein und dennoch auf die Feininformationen achten. Der Sonus faber gelang der Mix aus Druck und Leichtigkeit vorbildlich. Da entstand ein weites Panorama, dazu die Freude am Groove. Ohne eine Sehnsucht nach mehr entließ uns die Sonetto II aus dieser Hörsession.

Gab es Schwächen? Nun ja, der Bass schreitet nicht ultratief in den Keller hinab, aber seine Präsenz ist doch ehrenwert. Abermals: Hier wird Zauber zelebriert, Ehrlichkeit gewahrt und jeglicher Show eine Absage erteilt.