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KOMPLETTANLAGE: Neue Muse


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 05.07.2019

Fünf Jahre ist es her, dass Naim die erste Mu-so-Komplettanlage präsentierte. Jetzt geht das Konzept in die nächste Runde – mit mehr Funktionen, verfeinerter Bedienung und besserem Klang.


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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 8/2019

Der neue Prototyp der modernen Netzwerkanlage“. Diesen klangvollen Titel gaben wir der ersten Mu-so in unserem Test in STEREO 04/2015. Als eine der Ersten vereinte sie damals alles vom Streamer über den Verstärker bis hin zu einer Auswahl an Quellen und erwachsen klingenden Lautsprechern in einem einzigen, wertigen und großartig designten Gehäuse – zu einem fairen Preis. Um diese Vorreiterposition zu verteidigen, hebt ...

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... Naim die Mu-so jetzt in die nächste Generation.

Beim Design der Mu-so 2 blieb man dabei dem bewährten Konzept der ersten Version uneingeschränkt treu. Abgesehen von den nun optional erhältlichen und eindrucksvoll schillernden neuen Farben für die Frontabdeckung (siehe rechts), wurde im Vergleich zur Vorgängerin lediglich wirkungsvoll an einigen Details gefeilt – zumindest äußerlich, aber dazu später mehr.

Der Drehregler ist jetzt zusätzlich mit einem Annäherungssensor ausgestattet und gibt Zugriff auf mehr Funktionen.


So fällt im direkten Vergleich auf, dass das eloxierte Aluminiumgehäuse jetzt noch eine Spur dunkler ist als zuvor. In Kombination mit dem neuerdings melierten und in puncto Haptik wie Optik aufgewerteten Stoffbezug macht das die zweite Generation sogar noch eleganter – sofern das überhaupt möglich ist.

Dem Markenzeichen der Baureihe – dem riesigen, versenkten und berührungsempfindlichen Drehregler auf der Oberseite – spendierte man ebenfalls ein kleines, aber wirkungsvolles Upgrade. Wie zuvor schon zeigt dieser die wichtigsten Bedienfunktionen an und erlaubt die Auswahl einiger Quellen sowie natürlich die Lautstärkeregelung. Während die handtellergroße Scheibe früher allerdings statisch von unten beleuchtet wurde und die Lautstärke lediglich über eine gestrichelte Linie angab, so gibt es bei der neuen Version zusätzlich einen durchsichtigen Ring, der den gesamten Teller umrandet, welcher direkt beleuchtet wird. Das Licht folgt dann zum Beispiel der Drehbewegung beim Pegelstellen, was dem ohnehin schon luxuriös wirkenden Bedienfeld zusätzliche Noblesse verleiht. Details zählen nun mal! Und so blieb uns auch nicht verborgen, dass Naim für die Beleuchtung der zweiten Generation augenscheinlich Leuchtmittel mit angenehm wärmerem Licht im Vergleich zu den polarkalten LEDs des Vorgängers einsetzt. Ebenfalls eine kleine, aber äußerst wirksame Aufwertung!

Eher als eine Art Verschlimmbesserung empfinden wir den Umzug der 3,5-Millimeter-Buchse von der einfach zugänglichen rechten Gehäuseflanke in das untere Anschlussfeld. Dieses erfüllt den Zweck der designorientierten und dezenten Verkabelung zwar ausgezeichnet, ist jedoch recht umständlich zu erreichen für Quellen, die oftmals wechseln, wofür der kleine Klinkeneingang nunmal prädestiniert ist. Andererseits sind die Zeiten, in denen man Porti oder Handy direkt über den Kopfhörerausgang an die Anlage anschließt, vermutlich ohnehin Geschichte. Die kabellosen Alternativen – und von denen gibt es hier ja genug – sind nunmal sehr viel komfortabler. Also alles halb so wild.

Neu ist der HDMI-ARC-Eingang, der CEC unterstützt und daher die Kontrolle des zugespielten Fernsehtons über die TV-Fernbedienung erlaubt. Ein Plus an Bedienkomfort im Vergleich zur optischen Verkabelung.

Durch eine extrem unauffällige leichte Verkürzung der typischen Kühlrippen und einen geringfügigen Aufschlag in der Gesamttiefe erreicht Naim ferner eine Vergrößerung des Gehäusevolumens um über 13 Prozent.

Im Inneren alles neu

Während sich die äußerlichen Upgrades dezent zurückhalten, kommt einem die Liste der verbesserten „inneren Werte“ regelrecht radikal vor. Imposante 95 % der Komponenten soll Naim nach eigener Aussage neu entwickelt haben.

Der nagelneue Prozessor zum Beispiel arbeitet jetzt auf 16 Kernen mit zwei Milliarden Operationen pro Sekunde – also der zehnfachen Leistung seines Vorgängers. Er berechnet dabei stets die ideale Ansteuerung jedes einzelnen der von Konzernschwester Focal stammenden Lautsprechers und holt so das volle Potenzial aus den verfügbaren 450 Watt an Gesamtmusikleistung.

Als Streaming-Plattform kommt jene zum Einsatz, die wir bereits aus deutlich teureren Serien der Briten kennen und die zu den Besten ihrer Art gehört. Die kostenlose, für iOS oder Android erhältliche App dient dabei als Zentrale für jegliche Einstellungen. Ferner wählt man von hier die meisten Quellen aus und steuert die Wiedergabe sowie die Multiroom-Funktionen.

FARBENFROH
In der neuen Mu-so-Generation bietet Naim eine Auswahl ungewöhnlicher, aber stimmungsvoller und eleganter Farben. Diskretes Schwarzgrau gibt es natürlich trotzdem noch.

STICHWORT
HDMI-ARC & CEC
„ARC“ steht für „Audio Return Channel“ und ermöglicht es verbundenen Geräten, Ton nicht nur zu empfangen, sondern gleichzeitig wieder zurückzusenden. „CEC“ – Abkürzung für „Consumer Electronics Control“ – erlaubt geräteübergreifende Steuerung mit nur einer Fernbedienung.

UMZUG
Der beim Vorgänger an dieser Stelle (s.roter Kreis) befindliche Aux-Eingang musste beim Upgrade auf die Unterseite umziehen. Der USB-Eingang für externe Datenträger verblieb an gewohnter Stelle.

DESIGNORIENTIERT
Das Anschlussfeld der Mu-so 2 ermöglicht praktisch unsichtbares Verkabeln. Leider etwas schlecht zugänglich.

MIT ECKEN UND KANTEN
Im Vergleich zur Vorgängerin hat man der neuen Fernbedienung ein paar ihrer Kurven geklaut. Steht ihr aber gut!

Wie heutzutage bei Streaming-All-in-One-Anlagen üblich, sind übrigens nur die zentralsten Funktionen über das Gerät selbst und die Fernbedienung zugänglich. Die Software ist für reibungslose Bedienung also ein Muss.

Zusätzlich zu den nativ unterstützten Streaming-Diensten Spotify (Connect) und Tidal setzt Naim auf die bewährte Chromecast-Schnittstelle aus dem Hause Google. Diese ermöglicht das Streamen von weiteren Diensten wie zum Beispiel Qobuz direkt aus der jeweiligen App zur Mu-so 2. Ferner erlaubt Chromecast herstellerübergreifendes Multiroom, genau wie Apples Airplay2. Die Mu-so 2 ist außerdem Roon Ready sowie komplett integrierbar in Googles und Apples Smart-Home-Systeme. Auch die Kommunikation mit Netzwerkservern ist möglich und funktionierte mit unserem Audiodata Musikserver ausgesprochen schnell und flüssig.

Noch immer ganz vorne

Wie es scheint, hat Naim also tatsächlich an jeder denkbaren Schraube gedreht, um das Konzept weiter zu verbessern – auch klanglich. Bei unserem Hörtest war dann auch schnell klar, dass diese „Muse“ mehr zu bieten hat als nur ein schönes Äußeres. Mit gar nicht ladyliker Heftigkeit haute sie uns selbst tiefste elektronisch komprimierte Bässe um die Ohren – hier macht sich wohl auch das vergrößerte Gehäusevolumen bemerkbar – und grenzte diese noch schärfer vom restlichen Geschehen ab als die ältere Schwester. Mit harten Schlagzeuggewittern und unübersichtlichen Gitarrenriffs fühlte sie sich wohler, hatte genug Timing und Dynamik sowie bessere Pegelreserven. So macht Black Sabbath, Nazareth und Co.richtig Spaß! Wenn man die Mu-so 2 lässt, zeigt sie sich aber auch ohne Scheu von ihrer sensiblen Seite und vermittelt gefühlvolle Singer/ Songwriter wie Eva Cassidy auf ihrem Album „Nightbird“ angenehmer und seidiger, aber auch noch transparenter als zuvor. Da vergisst man schnell mal, dass die Musik aus einem gerade mal 63 Zentimeter breiten „Lifestyle“-Speaker kommt.

Sicher, mit einer hochwertigen Stereo-HiFi-Anlage kann auch die zweite Generation nicht mithalten. Muss sie aber ja auch gar nicht. Unter ihresgleichen mischt die zeitgemäß überholte Mu-so definitiv noch immer – oder wieder – ganz vorne mit.

Naim Mu-so 2

Preis: um 1500 €
Maße: 63 x12 x26 cm (BxHxT)
Garantie: 2 Jahre
Kontakt: Music Line
Tel.: +49 4105 77050
www.music-line.biz

Die Mu-so 2 ist ein mehr als würdiger Nachfolger für den damals wie heute Maßstäbe setzenden Allrounder. Von außen kaum verändert, haben sich die inneren Werte dagegen deutlich weiterentwickelt, was die Mu-so 2 zu einer genauso gut klingenden wie anzusehenden Komplettanlage macht, die obendrein mit einer Vielzahl an Quellen und sehr guter Bedienung punktet.