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Kontroverse Diskussion in Quedlinburg: Ballenmaterial entfernen?


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TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 45/2018 vom 10.11.2018

Auf dem 22. Ditfurter Straßenbaum-Tag wurde nicht nur Baumschnitt geübt, sondern auch kontrovers diskutiert. So etwas über den Sinn von Bürger-Baumgieß-Aktionen (mehr demnächst in der TASPO) oder die Frage: Bleibt Ballenmaterial dran oder nicht?


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Schon früher empfahlen die Baumschulen, das Ballenmaterial an der Wurzel zu belassen.


Foto: Bruns

Das dritte Thema auf ...

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Das dritte Thema auf der Agenda des 22. Ditfurter Straßenbaum-Tags am 17. Oktober lautete: Pflanzschnitt bei Jungbäumen – Schnittmaßnahmen vor und nach der Pflanzung an Wurzelwerk und Krone. Hierüber referierte Dr. Axel Schneidewind, Gastgeber und Versuchsleiter des Zentrums für Gartenbau und Technik Quedlinburg (zu den ersten beiden Vorträgen sieheTASPO 2018/44, Seite 18 ).

Schneidewind sprach sich entschieden dafür aus, bei Baumpflanzungen das komplette Ballenmaterial, also Drahtkorb und Jutegewebe, beim Pflanzvorgang vollständig zu lösen. Wenn der zu pflanzende Baum im Pflanzloch steht, sollte das Drahtgeflecht heruntergebogen werden. Zusammen mit dem Ballengewebe können die Balliermaterialien auf der Pflanzgrubensohle verbleiben. Damit ist ein ungehindertes seitliches Auswurzeln des Baumes gegeben. Wenn sich dabei Teile des Erdballens mit lösen, ist das für den Baum unproblematisch, denn die Befüllung des Pflanzloches erfolgt ja unmittelbar danach.

Bereits in der FLL-Empfehlung für das Pflanzen von Bäumen, Ausgabe 1999, werde dieser Ablauf so beschrieben und abgebildet. Schneidewind bedauerte, dass diese Hinweise bei den nachfolgenden FLL-Empfehlungen für Baumpflanzungen, Teil 1 der Ausgaben 2005 und 2015, fehlen. „Nur bei der Pflanzung haben wir die einmalige Chance, das Wurzelwerk in Augenschein zu nehmen und Ballierwunden glatt nachzuschneiden, um Fäulnis zu verhindern und die Neuwurzelbildung zu fördern.“ In ähnlicher Weise werde auch bei Großbaumverpflanzungen (ZTVGroßbaumverpflanzung der FLL) gearbeitet. Unmittelbar nach dem Pflanzvorgang eines Großbaums müsse um den Wurzelbereich ein Ringgraben als Rehazone ausgehoben werden, um beschädigte Wurzeln nachzuschneiden. Weitere Gründe für das Lösen von Balliertuch und Draht: Beides habe nach dem Transport keine Funktion mehr und sei, wenn es um den Ballen verbleibe, eher eine Wurzelsperre.

Die Autorin

Heike Hoppe , Redakteurin, Expertin für Marketing und Kommunikation für die grüne Branche, Germanistin (MA)