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KOOPERATION IM GALABAU: SIEBEN AUF EINEN STREICH


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 31.05.2019

Mehr als zehn Jahre boten Landschaftsbau-Unternehmer Lars Schellheimer aus Wiltpoldsried und Matthias Brack, Geschäftsführer von Brack Wintergarten in Altusried Whirlpools und Wintergärten gemeinsam an. Dann wurde die Fläche des La Casa in Kempten zu klein. Seit November 2018 sind im neu errichteten Gebäude in Dietmannsried nun sieben Gewerke versammelt – und profitieren von der Kooperation.


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Bildquelle: TASPO GARTEN-DESIGN, Ausgabe 4/2019

„Wir haben das Ziel voll erreicht.“ Das sagen Lars Schellheimer und Matthias Brack sechs Monate nach der Eröffnung des neuen La Casa. Schnell hat sich der neue Standort herumgesprochen und zieht Stammkunden ebenso an ...

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Das Besondere am Ausstellungskonzept: Sieben Partner präsentieren komplett ausgestattete Wintergarten- und Gartenräume. In einem Wintergarten steht ein Kaminofen, die Lüftung und Beschattung lassen sich vollautomatisch steuern. Die Einbaumöbel im Glashaus stammen vom Schreiner des La Casa. Die passende Sitzlounge und die harmonische Farbgestaltung sind dem Raumausstatter zu verdanken, die Innen- und Außenraumbegrünung geht aufs Konto des Landschaftsgärtners. Kunden finden im La Casa Möbel und Ausstattungsideen, können sich über Möglichkeiten informieren, ihr Haus abzusichern, erleben Heizungen, Kamine und Markisen in Aktion. Selbstverständlich ist auch ein Probebaden in den Whirlpools möglich.

Erlebniswelt drinnen und draußen

In ähnlichen Ausstellungen hat jeder Handwerker üblicherweise eine eigene Abteilung – im La Casa gestalten alle alles gemeinsam. Elf Showrooms repräsentieren auf insgesamt 600 Quadratmetern (m2) im Gebäude und bislang 300 m2 draußen ganz unterschiedliche Ambiente: warm und mediterran, modernkühl, eine Sport-Oase für Fitnessfans, eine Outdoor-Küche für Genießer – alles ist möglich. Die Anregungen lassen sich in den eigenen Garten und die eigenen vier Wände übertragen: Mithilfe einer Virtual-Reality-Brille können sich Kunden direkt in ihren geplanten Raum beamen und verschiedene Farb- und Ausstattungsvarianten anschauen. Wer nicht gleich sein Umfeld umgestalten will, kann im La Casa auch „nur“ Gartenmöbel kaufen, eine Wandgestaltung beauftragen oder die verschiedenen Möglichkeiten einer Terrassenüberdachung abwägen.

Was mit einem 3D-Entwurf als Traum begann, wurde im November 2018 eröffnet: Das La Casa in Dietmannsried, das sieben Gewerke für Haus und Garten vereint.


Fotos: La Casa GmbH

Ein Ansprechpartner

Kunden, die im La Casa einen Komplettauftrag für Haus und/oder Garten erteilen, müssen sich nicht mit sieben verschiedenen Handwerkern herumschlagen. Ein Ansprechpartner regelt alles – mit und für den Kunden: Beratung, Auswahl, Planung, Angebot, Bauzeitenabstimmung, Baufortschrittskontrolle, Endabnahme. Es gibt keinen Handwerker, der ungeliebte Arbeiten an den Schnittstellen lieber auf den anderen abwälzt. Im Gegenteil: je besser die Absprachen, desto effektiver das Bauprojekt. „Gewerkeübergreifende Kooperation bedeutet nicht nur zeitsparendes, sondern häufig auch kostengünstiges Arbeiten, da zeitaufwändiges Improvisieren an den Schnittstellen entfällt“, weiß Landschaftsgärtner Lars Schellheimer aus eigener Erfahrung.

Gleiche Kunden, andere Produkte

Als Matthias Brack 2008 bei Schellheimer anrief, um ihm eine Kooperation zwischen Wintergarten- und Landschaftsbau vorzuschlagen, kannten sich die beiden nur vom Sehen. Brack suchte einen Showroom zur Miete in gut frequentierter Lage – und einen Partner mit gleicher Kundenzielgruppe, aber ohne direkte Konkurrenz. An Bracks Firmensitz in Altusried, einem Ort mit 10.000 Einwohnern, machte ein Wintergarten-Showroom wenig Sinn, ebenso wenig wie für Schellheimer am Firmensitz in Wildpoldsried mit seinen 2.500 Einwohnern.

Erst skeptisch, dann überzeugt

„Am Telefon war ich zunächst eher abweisend“, gibt Schellheimer heute freimütig zu. „Matthias hatte als Standort Kempten im Kopf. Das erinnerte mich unangenehm an alte Zeiten, als mein Opa und meine Tanten ein Blumengeschäft in Kempten führten. Den Aufwand, der mit einem Ladengeschäft verbunden ist, kannte ich. Das war nicht das, was ich wollte.“ Trotzdem ließ sich der Landschaftsbauer von einem unverbindlichen Treffen am Mietobjekt in Kempten überzeugen.

Schnell wurde Lars Schellheimer klar, dass ein gemeinsamer Showroom in Kempten vor allem für den Verkauf seiner Garten-Whirlpools interessant sein könnte. Hatte er doch gerade noch überlegt, für dieses Segment ein Whirlpool-Center auf seinem Betriebsgelände zu errichten. Alle Whirlpools standen halboffen unter Dach – eine wenig attraktive Präsentation. Ein Neubau wäre jedoch teuer, die Marketingkosten aufgrund der ländlichen Lage hoch gewesen. „In Kempten, wo am Tag rund 22.000 Autos am Showroom vorbeifahren, war klar, dass La Casa relativ schnell bekannt sein würde“, sagt der 51-Jährige. „Der Mietvertrag war auf fünf Jahre begrenzt. Dann hätten wir bei Misserfolg auch wieder schließen können“, erinnert sich Schellheimer. Der Landschaftsgärtner sagte zu.

Platzprobleme

Zehn Jahre später platzte das La Casa in Kempten aus allen Nähten. Zu wenige Parkplätze für Kunden, keine Möglichkeit, das Raumangebot zu erweitern. „Wir wollten jetzt größer denken. Unsere Vision war eine komplett gewerkeübergreifende Ausstellung“, sagt Matthias Brack. „Beim Kunden müssen wir ja auch übergreifend denken und arbeiten.“ Nach zehn Jahren zu zweit wagten sie 2018 den Schritt in eine größere Kooperation mit weiteren fünf Handwerkern.

Matthias Brack und Lars Schellheimer arbeiten schon lange erfolgreich zusammen – und haben sich weitere Partner gesucht. Im La Casa sind nun nicht mehr nur Wintergärten und Whirlpools zu sehen, sondern komplett gestaltete Innen- und Außenräume.


Die Wahl für den Neubau fiel auf Dietmannsried, direkt an der A7. La Casa-Kunden kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern, da ist gute Erreichbarkeit wichtig. Der neue Standort liegt im Gewerbegebiet der 8.000-Einwohner-Gemeinde. Hier gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, die gerne genutzt werden. In nur zehn Monaten Bauzeit entstand auf dem Gelände in Autobahnnähe ein auffälliger Holzbau mit viel Glas und viel natürlichem Licht. Energetisch erreicht das Gebäude annähernd Passivhausstandard. Eine Ladesäule für Elektroautos und Schulungsräume auf dem Flachdach mit Blick auf die Allgäuer Alpen sind ebenfalls vorhanden.

Die richtigen Partner

Doch wie findet man die richtigen Partner für solch ein Projekt? Schellheimer nennt vier Kriterien, auf die er und Matthias Brack Wert gelegt haben:

Erstens muss es menschlich passen. Bis auf den Malerbetrieb Hutter waren Schellheimer die kooperierenden Firmen schon von gemeinsamen Projekten bekannt. Hutter suchte ein Büro, besitzt ein Lager unweit vom La Casa entfernt und wurde vom Dietmannsrieder Bürgermeister empfohlen.
Zweitens sollen es Firmen sein, die man ohnehin benötigt, um Kundenprojekte zu verwirklichen.
Drittens müssen die neuen Partner qualitativ hochwertig und kundenorientiert arbeiten.
Und vierten muss der „digitale Entwicklungszustand“ harmonieren. Im neuen La Casa sollen Virtual Reality, digitale Bauzeitenpläne und die Einbindung von Social Media gemeinsam vorangetrieben und nicht gebremst werden.

Mit im Haus ist auch die element GmbH, die sich auf Gebäudeautomation, Sicherheitstechnik und erneuerbare Energien spezialisiert hat. Brack beauftragte das Unternehmen vor Jahren mit der Elektroinstallation eines Wintergartens, Schellheimer lieferte damals den Whirlpool. „Die digitale Koordination dieses Projektes stieß bei uns auf vollste Gegenliebe“, erklärt Johannes Bär, einer von drei Geschäftsführern des Gemeinschaftsunternehmens element. „Der Grundstein für weitere gemeinsame Projekte war gelegt.“

Einer der Benefits der Kooperation liegt für Bär in den vielen kleinen Alltagssituationen. So benötigte sein Unternehmen vor kurzem völlig überraschend die Zuarbeit eines Schreiners, um den Bauablauf nicht zu gefährden. Ein Anruf beim La-Casa-Schreiner Stefan Holzer genügte. „Hätte der Kunde das bei der derzeitigen Auftragslage im Handwerk selbst organisieren müssen, hätten er und wir vor einem fast unlösbaren Problem gestanden.“ Bär ist begeistert, wie gut die Kooperation klappt. „Auch die Kunden schätzen die übergreifende Beratung und Umsetzung sehr“, sagt er.

Wenn, dann richtig

Wenn Kooperation, dann richtig, empfiehlt Lars Schellheimer: „Lose Zusammenarbeit hat meist keine Zukunft.“ Unverzichtbar sind klare Spielregeln. So legt der La Casa-Kooperationsvertrag die Verhaltensregeln in Form eines Kodex fest, zu dem sich die Partner mit ihrer Unterschrift verpflichten. Der Vertrag regelt klar die Kompetenzen. Den Firmen Schellheimer und Brack gehört das Gebäude in Dietmannsried. Sie tragen das größte finanzielle Risiko. Ihre La Casa GbR bezahlt die beiden festangestellten Verkaufsberater, den Geschäftsführer des La Casa sowie die Gebäudekosten. Die fünf Partner entrichten eine monatliche Kooperationsgebühr. Über die Raumgestaltung und Nutzung sprechen sich die Partner ab, die letzte Entscheidung liegt bei Schellheimer und Brack.

Für Werbung und Social Media erarbeitet das La-Casa-Team Vorschläge. Diese werden bei den regelmäßigen Partnertreffen besprochen und entschieden. Für gemeinsame Kundenprojekte werden grundlegende Vereinbarungen wie Entgelte und die damit verbundenen Leistungen festgeschrieben.

Beziehungspflege

Aber: Eine Kooperation muss gehegt und gepflegt werden, wie eine Ehe. „Alle Partner müssen bereit sein, grundlegendes Verständnis füreinander zu zeigen“, sagt Schellheimer. „Man darf nicht egoistisch nur an seine Firma denken, sondern sollte das Netzwerk fest im Blick haben.“ Das Wichtigste sei jedoch: Miteinander sprechen, auch wenn es mal nicht so rund läuft. Nur das fördert das Verständnis untereinander – und damit den nachhaltigen Erfolg.

DIE PARTNER

• Schellheimer Garten- und Landschaftsbau GmbH, Wildpoldsried
• Brack Wintergarten GmbH & Co. KG, Altusried
• element GmbH (Elektroinstallationen), Dietmannsried
• Otto Gschwend GmbH (Ofenbau), Kempten
• Schreinerei Holzer, Rettenberg
• Malerbetrieb Hutter, Dietmannsried
• Jocham GmbH (Möbel, Ausstattung), Wangen

DIE LEISTUNGEN

• Garten- und Landschaftsbau
• Wintergärten und Glasüberdachungen
• Fundamente und Bodenbeläge
• Whirlpools
• Gartenmöbel
• Sonnen- und Insektenschutz
• Malerarbeiten
• Raumausstattung
• Elektroinstallationen
• Gebäudesicherheit (Smart Home)
• Kamin- und Kachelöfen
• Inneneinrichtung und Accessoires
• Schreinerarbeiten

KUNDENVORTEILE

• Komplett eingerichtete Wohnsituationen
• Gewerkeübergreifende Beratung von Anfang an
• Planung mit virtuellem Showroom
• Alles aus einer Hand
• Kurze Bauzeiten

BETRIEBSDATEN

• La Casa GbR
• Firmengründung: 2008
• Gesellschaftsform: GbR
• Geschäftsführer: Siegfried Pitzl
• Gesellschafter: Matthias und Sandra Brack, Lars und Daniela Schellheimer
• Umsatz: 2,5 Mio. € (2018) erwirtschaftet, davon reiner Vertrieb 300.000 €
• Mitarbeiter: drei im La Casa, rund 120 im Partnernetzwerk