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Kopf an Kopf


LinuxUser - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 16.09.2021

Tuxedo-Notebooks

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Bildquelle: LinuxUser, Ausgabe 10/2021

README

Käufer von PCs und Notebooks haben seit einigen Jahren wieder die Auswahl zwischen zwei Prozessorherstellern, die beide jeweils CPUs auf hohem Niveau anbieten. Derzeit herrscht nach einer Zeit der Dominanz von AMD nun fast wieder Gleichstand.

In den letzten Jahren tobte ein erbitterter Kampf um die Gunst der Käufer von Notebooks, wenn es darum ging, ob auf der CPU das Logo von Intel oder das des Konkurrenten AMD prangte. Zunächst lag jahrelang Intel trotz des Super-GAUs mit Meltdown und Spectre sowie lästiger Spionage-Tools in der Intel Management Engine bei den Käufern vorn, da die Prozessoren des Branchenprimus einfach die bessere Leistung brachten.

Das begann sich zu ändern, als AMD 2017 erste auf der neuen Zen-Architektur basierende CPUs unter dem Namen Ryzen auf den Markt brachte. AMD unterteilte die CPUs in die Serien Ryzen 3, 5, 7 und 9 sowie Ryzen Threadripper. Es ...

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... folgten 2019 Zen 2 und ein Jahr später Zen 3, deren Prozessoren bereits in einem 7-nm-Prozess gefertigt werden. Ab 2022 steht dann Zen 4 im 5-nm-Fertigungsverfahren ins Haus.

Mit den Ryzen-CPUs bot AMD in vielen Fällen mehr Leistung fürs gleiche Geld und nahm Intel bei den High-End-CPUs zunächst einmal die Leistungskrone ab.

Die Kunden wechselten scharenweise zu AMD, sobald ein Neukauf anstand. Intel konnte erst mit der aktuellen Generation 11 „Tiger Lake“ wieder Boden gutmachen und punktet zudem derzeit mit besserer Verfügbarkeit. Im dritten Quartal 2012 soll mit „Alder Lake“ bei Intel die 12. Generation ins Rennen gehen – es bleibt also spannend.

Aufgrund von Lieferschwierigkeiten, die besonders den mobilen Sektor betreffen und bis heute anhalten, dauerte es bis 2020, bis Notebook-Hersteller ihre Ware auch in größeren Stückzahlen mit AMD-Ryzen-CPUs ausstatten konnten.

Zu diesen Anbietern zählt auch Tuxedo Computers aus Augsburg, das mittlerweile einige Linux-Notebooks mit AMD- CPUs im Programm und weitere geplant hat. Den Anfang bei den mit Ryzen-CPUs ausgestatteten Notebooks machte im Mai 2020 das Tuxedo Book BA15 .

Zweimal Tuxedo

Wir sehen uns im Folgenden zwei fast identisch ausgestattete 15-Zoll-Business- Notebooks von Tuxedo an, die sich lediglich durch den Hersteller der CPU unterscheiden und sich auch beim Preis nicht viel nehmen. Es handelt sich um das Aura 15 Gen1 (AMD Ryzen 7 4700U) und das InfinityBook S 15 Gen6 (Intel Core i7- 1165G7). Das Aura 15 haben wir bereits in LU 03/​2021 unter die Lupe genommen . Auch die InfinityBooks aus Augsburg waren bereits häufiger zu Gast auf den Redaktionstischen, zuletzt das InfinityBook Pro 15 Gen4 in LU 08/​2019 .

Die inneren und äußeren Werte der beiden Kandidaten finden Sie in der Tabelle Technische Daten. Wenn Sie dort die Maße vergleichen, sehen Sie auch bereits den einzigen äußerlichen Unterschied der beiden Geräte, sieht man einmal von der unauffälligen Abschrägung am Hinterrand des Deckels beim Infinity-Book ab 1 .

Legt man beide Geräte aufeinander, sticht der Größenunterschied der Geräte trotz gleicher Display-Größe deutlich ins Auge. Er macht in der Breite lediglich 3 Millimeter aus, aber in der Tiefe jedoch fast 2 Zentimeter. Das ist den extrem dünnen Display-Rändern geschuldet, die gefühlt das 15,6-Zoll-Business-Notebook in ein 14-Zoll-Gehäuse verpacken.

Ein weiterer Unterschied offenbart sich, sobald man die Deckel der Kontrahenten ganz aufklappt. Das InfinityBook verfügt über ein sogenanntes Lift-up- Scharnier 2 . Beim Öffnen sorgt dieses spezielle Scharnier dafür, dass das Gerät in einem Winkel von rund 2,3 Grad angehoben wird. Das bewirkt neben einer etwas ergonomischeren Schreibhaltung

auch ein Plus an Bodenfreiheit, was die Frischluftzufuhr zum Lüfter verbessert.

Gleich verpackt

Als Gehäuse dient bei beiden Geräten eine Unterschale und ein Deckel aus Aluminium, der Display-Rahmen und die Handballenauflage sind aus Plastik. Wie bei Tuxedo üblich lässt sich bei beiden Geräten die Bodenplatte lösen, um Komponenten auszutauschen oder den Lüfter zu reinigen, ohne dass das die Garantie beeinträchtigt. Beide Notebooks verfügen über eine Tastatur in voller Größe inklusive Nummernblock mit steuerbarer mehrfarbiger Hintergrundbeleuchtung.

Beide Chassis drücken sich beim Schreiben leicht durch, was aber nach kurzer Eingewöhnung nicht mehr störend wirkt. Beide Clickpads haben die Maße 120 x 72 Millimeter und bieten je zwei integrierte Tasten sowie Multigesten- und Scroll-Funktion. Der einzige kleine Unterschied: Das Aura verfügt links oben im Clickpad über eine kleine Region für den Fingerabdrucksensor.

Einen Unterschied gibt es bei der Laufzeit. Das Aura hat einen Akku mit 49 Wh Kapazität, der je nach Bildschirmhelligkeit und Arbeitsprofil für sechs bis sieben Stunden ausreicht. Das InfinityBook punktet mit einem 73-Wh-Akku, der noch einmal etwas mehr als zwei Stunden Laufzeit draufpackt. Beide Akkus sind verschraubt und somit austauschbar. Als Thermal Design Power (TDP), also als Wert für die thermische Verlustleistung der Prozessoren, gibt AMD maximal 15 Watt an, während Intel 28 Watt nennt. Vom größeren Akku rührt auch das um 90 Gramm höhere Gewicht des InfinityBook her.

Weitere Infos und interessante Links

www.linux-user.de/qr/46374

Betriebssysteme

Beim Betriebssystem kam das Infinity- Book bereits mit Tuxedos künftigem Standard-Release Kubuntu ins Haus, das demnächst Ubuntu Budgie ablöst. Letzteres war im Auslieferungszustand auf dem Aura 15 installiert, wir ersetzten es für den Test jedoch durch Ubuntu 21.04. Bei den vielen Übereinstimmungen – von den Prozessoren einmal abgesehen – ergibt das eine sehr gute Vergleichbarkeit, was die Leistungsfähigkeit der Notebooks angeht.

Vorweg sei gesagt, dass sich mit beiden Geräten gefühlt gleich gut arbeiten lässt. Auch Vielschreiber kommen dank des für unser Empfinden gut definierten Druckpunkts der Tastatur gut klar. Bei beiden Geräten sorgt das Tuxedo Control Center für ein gut geregeltes Lüfterverhalten, sodass beim Arbeiten kein überflüssiges Rauschen stört.

Geekbench 5.4

Wir unterzogen die CPUs und GPUs beider Geräte einem Benchmark-Test mit dem aktuellen Geekbench 5.4. Das Programm weist die Single-Core- und Multi- Core-Leistung getrennt aus, unterscheidet also zwischen der Leistung bei Software, die nur einen Thread, und solcher, die mehrere Threads nutzt. Besonders beim Gaming ist die Leistung im Single- Core-Modus aussagekräftig.

Die Ergebnisse überraschen nicht wirklich 3 3 . Intel bietet mit dem Intel Core i7-1165G7 eine leicht bessere Leistung im Single-Core-Modus, der eigentlich Single-Thread-Modus heißen sollte. Die Intel-CPU erreicht dort 1470 Punkte, der AMD Ryzen 7 4700U des Aura 15 läuft mit 1228 Punkten ein.

Im Multi-Core-Modus sieht es genau umgekehrt aus: Hier führt der AMD Ryzen 7 4700U des Aura deutlich mit 5370 Punkten gegenüber dem Core i7 des InfinityBook mit 3449 Punkten. Mit der 10. Generation von Intel war die Überlegenheit des Ryzen noch klarer, Intel holt also mittlerweile auf. Die detaillierte Ausgabe der Ergebnisse von Geekbench 4 4 für das Aura 15 Gen1 und das InfinityBook S 15 Gen6 können Sie im Webbrowser studieren.

Fazit

In Sachen Leistung liegt der AMD Ryzen 7 4700U im Aura 15 mehr oder weniger gleichauf mit dem Core i7 „Tiger Lake“ des InfinityBook. Bei arbeitsintensiven Multicore-Workloads wie Rendering, Raytracing oder Videoencoding übernimmt der AMD-Prozessor aufgrund seiner acht physischen Kerne die Führung, bei Single-Core-Workloads und auf der GPU-Seite liegt die Intel-CPU leicht vorn. Es bleibt weiter spannend, wie das Rennen der beiden Chipgiganten wohl ausgeht. Zumindest ist AMD seit einigen Jahren wieder konkurrenzfähig und damit sowohl für PCs als auch für Notebooks eine gleichwertige Wahl. Im Moment tendieren viele Kunden zum ewigen Underdog AMD.

Die von uns getesteten zwei Business- Notebooks der gehobenen Mittelklasse von Tuxedo liegen bei fast identischer Ausstattung, aber CPUs unterschiedlicher Hersteller fast gleichauf, mit nur leicht unterschiedlicher Eignung. Geht es um rechenintensive Aufgaben, liegt das Aura 15 vorn. Will man hauptsächlich Büroarbeiten erledigen und nebenher noch das ein oder andere Spiel wagen, dann geht das InfinityBook in Führung. Für Gaming prädestiniert ist allerdings keines der beiden Geräte. Suchen Sie jedoch einen leistungsfähigen Bürohengst, der perfekt mit den unterstützten Linux-Distributionen harmoniert, sind Sie mit jedem der zwei Notebooks gut bedient. (jlu)