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KOPF in DEN STREAM


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Metal Hammer - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 15.09.2021

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Bildquelle: Metal Hammer, Ausgabe 10/2021

GOLDWERT

LAND OF THE FREE (1995)

Ein in vieler Hinsicht wichtiges, gar essenzielles Album! Nach der einvernehmlichen Trennung von Ralf Scheepers ist Kai Hansen erstmals seit frühen Helloween-Jahren wieder als Hauptsänger zu hören. Dadurch etablieren Gamma Ray ihren Stil für die kommenden Jahrzehnte – ebenso wie durch das sowohl mutige als auch konsequent auf Power und Melodie geeichte Songwriting. Zu einer Zeit, in der traditioneller Heavy Metal halbtot am Boden liegt, überspannen sie den Bogen und definieren damit Power Metal. Obgleich endgültig als nachhaltige Band wahrgenommen, verneigen sie sich mehrfach vor ihren Helloween-Ursprüngen: Michael Kiske ist (wie auch Blind Guardians Hansi Kürsch) als Gastsänger zu hören, das Maskottchen von WALLS OF JERICHO taucht auf dem Original-Coverartwork auf, und ‘Afterlife’ gedenkt Schlagzeuger Ingo Schwichtenberg.

NO WORLD ORDER (2001)

Der erste METAL HAMMER- ...

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... Soundcheck-Sieg für Gamma Ray! Welchen Stellenwert ihr siebtes Album bei Fans und Band hat, lässt sich bereits daran abschätzen, dass das Konzert zum 30. Bühnenjubiläum mit ‘Dethrone Tyranny’ und ‘New World Order’ eingeleitet wurde. Und mit ‘The Heart Of The Unicorn’, ‘Heaven Or Hell’ sowie ‘Damn The Machine’ hätte es noch zahlreiche weitere Kracher gegeben, die jeder Zelebrierung würdig sind. Stilistisch bandelt die Band nicht nur mit NWOBHM an, sondern bedient sich zwischenzeitlich überdeutlich bei den alten Helden. Ob Judas Priest (‘Rapid Fire’) jemals ‘Solid’ gehört haben? Zu wünschen wäre es ihnen – wie jedem Metalhead. Das Albumkonzept über Verschwörungsmythen konnte man vor zwanzig Jahren noch mit weniger Kopfschmerzen goutieren als heute.

POWER PLANT (1999)

Das enorm starke SOMEWHERE OUT IN SPACE (1997, mit unter anderem ‘Valley Of The Kings’ und ‘Beyond The Black Hole’) findet hier in mehrfacher Hinsicht seine würdige Fortsetzung. Lyrisch bleiben Gamma Ray mit dem Kopf in den Sternen, und erstmals (!) gibt es keine Line-up-Änderung zum Vorgängeralbum – tatsächlich bleibt die Besetzung aus Kai Hansen, Dirk Schlächter, Henjo Richter und Daniel Zimmermann bis 2012 bestehen. Ohne auf die fast Musical-artigen Höhenflüge zu verzichten, geht es auf POWER PLANT eine ganze Ecke heftiger zur Sache – die spaßige und gelungene Pet Shop Boys-Cover-Version ‘It’s A Sin’ ist ein schöner Ausreißer, der mit der True-Hymne ‘Heavy Metal Universe’ und dem Coverartwork von Derek Riggs konterkariert wird.

LIEBENSWERT

MAJESTIC (2005)

Nach relativ langer Albumpause von vier Jahren, in welcher sich die Band unter anderem um ihre Raritätensammlung (siehe rechts) kümmerte und teils bei Tobias Sammets Avantasia mitmischte, gelingt mit MAJESTIC der erneute Griff nach der Power Metal-Krone. ‘Blood Religion’ ist ein Livehit vor dem Herrn, ‘Fight’ Kampfansage und Hymne in stählerner Eintracht, und Nummern wie ‘My Temple’, ‘Hell Is My Home’ oder das achtminütige ‘Revelation’ unterstreichen die Song-schreiberische Reife der Hanseaten. In dieser Aufstellung soll jenes Album stellvertretend für die anhaltend starken Nachfolgewerke bis EMPIRE OF THE UNDEAD (2014) stehen.

SIGH NO MORE (1991)

Wo das Debütalbum HEADING FOR TOMORROW (1990) noch vom direkten Helloween-Einfluss geprägt war, suchen Kai Hansen, Sänger Ralf Scheepers, Dirk Schlächter und Kurzzeitmitglied Uli Kusch (Schlagzeug) auf dem Zweitling deutlicher nach ihrem eigenen Platz. Eine Ecke härter, düsterer und ernster (‘(We Won’t) Stop The War’) als gewohnt, experimentiert die junge Formation noch mit Stilelementen – nicht jedes davon wird im Band-Kosmos Bestand haben. Hörspaß bringen sie (ziemlich) alle und zeugen von einer Band in Aufbruchstimmung.

EMPIRE OF THE UNDEAD (2014 )

Das Coverartwork ist eines der weniger gelungenen der Gamma Ray-Diskografie. Gut, dass das nicht für den Inhalt gilt, denn bis heute wartet das Album auf seinen Nachfolger. Nach dem aufgedrehten TO THE METAL! (2010) wirkt der Stil ein Stück geerdeter und kantiger – dem verträumten Epos ‘Avalon’ (neun Minuten Spielzeit) gegenüber stehen thrashige Banger wie der Titel-Song, Rocker wie ‘Pale Rider’ oder ‘Demonseed’ und NWOBHM-Verehrungen wie ‘Hellbent’. Der Lohn für diesen Esprit: Mit EMPIRE OF THE UNDEAD fahren Gamma Ray ihren zweiten METAL HAMMER Soundcheck-Sieg ein. Gut, dass sie durchgezogen haben: Zuvor hatte ein Feuer das Studio der Band vernichtet und Daniel Zimmermann nach 15 Jahren die Drumsticks an Michael Ehré vererbt; im Folgejahr wurde Frank Beck als zweiter Sänger verpflichtet.

ERWÄHNENSWERT

SKELETONS IN THE CLOSET (2003)

Schon drei Jahre zuvor durften Fans online abstimmen, welche Songs der ersten Alben die Band für BLAST FROM THE PAST neu aufnehmen und remixen sollte – nach dem gleichen Prinzip wurde die Wunsch-Setlist für jene Tour zusammengestellt, auf der Gamma Ray vornehmlich live bis dato ungespielte Stücke präsentierten. Die Mitschnitte aus Straßburg und Barcelona für diese Doppel-CD vereinen somit Hits aus der Scheepers- Ära (unter anderem ‘Rich And Famous’, ‘One With The World’) im damals aktuellen Line-up mit neueren Höhepunkten (‘Armageddon’, ‘Rising Star/Shine On’, ‘New World Order’...), und als besonderes Schmankerl den Helloween-Klassiker ‘Victim Of Fate’ bei perfektem Konzert-Sound.

INSANITY AND GENIUS (1993)

Die späteren Neuaufnahmen beweisen es: Weitgehend hören wir hier schon die Gamma Ray, wie wir sie heute kennen und lieben – jedoch noch mit Ralf Scheepers statt dem charakteristischen Gesang von Kai Hansen, und einigen stilistischen Ausreißern (‘The Cave Principle’, ‘Your Tørn Is Over’). ‘Tribute To The Past’ lässt bereits Musical-artige Züge erkennen, ‘Last Before The Storm’ ist eine mitreißende Hymne , ‘No Return’ ein wunderbar melodischer Banger – und mit ‘Gamma Ray’ zollt die Band endlich dem namengebenden Birth Control-Song Tribut.

BEKLAGENSWERT

LAND OF THE FREE II (2007)

„Hä, LAND OF THE FREE II soll beklagenswert sein, habt ihr sie nicht mehr alle?“ Die Antwort lautet: Nein und nein. Das neunte Album der Band begeistert auf dem Niveau aller Gamma Ray-Alben seit mindestens 2005, strotzt vor Power, Riffs, Melodien und Hymnen (‘Into The Storm’, ‘To Mother Earth’, ‘Empress’, der leidenschaftliche Stampfer ‘Opportunity’... jeder Song ein Hit!). Einzig die Betitelung als Nachfolger des 1995er-Klassikeralbums führt auf eine falsche Fährte und wirkt nach einem billigen Trick, den Gamma Ray gar nicht nötig hätten. Da hört das Klagen aber auch schon auf.

SEBASTIAN KESSLER