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KOPF VER DREHER


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auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 25.05.2022

Hyundai i20

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i20 ab 84 PS ab 14 240 Euro

i20 N 204 PS ab 25 490 Euro

DA GEHT NOCH WAS!

So oder so ähnlich müssen die Designer bei der Gestaltung des Hyundai i20 gedacht haben. Dessen erste beiden Generationen waren durchaus schick – aber nie durch besonders extravagante Erscheinung aufgefallen. Der Neue hingegen polarisiert mit seinem kantigen Design – gerade das Heck mit dem roten Band (leuchtet im Dunkeln nicht) muss man mögen. Wobei wir berichten können: Die Augen gewöhnen sich dran, und gerade dem N steht die ungewöhnliche Optik dann richtig gut. Aber der Reihe nach.

!Hyundai wird immer selbstbewusster. Das sieht man auch dem Kleinwagen i20 an

Im Innenraum hat der i20 im Wesentlichen das komplette Bedien- und Infotainmentsystem von den großen Geschwistern übernommen – und das meinen wir durchaus als Kompliment.

Die Bedienung gelingt weitgehend intuitiv, gerade weil sie es mit der ...

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... Digitalisierung nicht zu weit treibt: Lautstärke regeln?

Drehknopf oder Kippschalter am Lenkrad. Klima? Klassische Tasten (bzw. Drehregler bei der manuellen Version). Herrlich einfach, nur ein paar Menüs weniger hätten es sein dürfen.

Der große 10,25-Zoll-Screen hält im Navigationspaket (1480 Euro) ab Linie Trend Einzug, ansonsten müssen acht Zoll genügen.

Was kein großes Drama ist, weil Android Auto beim großen Bildschirm leider auch nicht die ganze Fläche ausnutzt. Die Touch-Tasten am unteren Bildschirmrand wandern bei der Acht-Zoll-Version dann als analoge Drücker auf die Ränder des Bildschirms. Wer das fein aufgelöste digitale Kombiinstrument möchte, muss ebenfalls mindestens zu Trend greifen. Je nach Fahrmodus ändern sich dessen Tachoscheiben entsprechend. Was dazwischen eingeblendet wird, lässt sich abermals variieren. Wobei Optionen wie Öltemperatur, Ladedruck- und Drehmomentanzeige natürlich nur der i20 N bietet.

Allgemein fällt das Platzangebot im Innenraum ordentlich aus.

Vorn und hinten können auch mal vier Plätze belegt sein, ohne dass man sich gleich gegenseitig auf dem Schoß sitzt. Der Kofferraum schrumpft allerdings mit Wahl eines Mildhybridantriebs um 90 auf 262 bis 1075 Liter mit umgeklappter Rückbank. Die Verarbeitung?

Solide, auch wenn an fast jeder Cockpitstelle Hartplastik grüßt.

2 In Eco- und Normal-Modus sehen die animierten Scheiben harmlos aus, in Sport 3 verändern sie sich bereits deutlich. 4 Die beiden N-Custom-Modi des i20 N lassen sich per Druck auf die beiden blauen Extra-Tasten am Lenkrad aktivieren und sind frei konfigurierbar

INNENRAUM

1 Vier normal gewachsene Menschen können im i20 schon mal hintereinander Platz nehmen. Bei 1,73 Meter Körpergröße gibt’s keinerlei Probleme. Ab ungefähr 1,85 Metern wird’s hinten etwas eng für den Kopf.

2 Die Sitze im N-Line sind minimal stärker ausgeformt als in der Normal-Version 3. Die richtigen N-Sitze 4 sind eine Klasse für sich, punkten mit massig Seitenhalt und quetschen Fahrer und Beifahrer trotzdem nicht übertrieben stark ein. Ein bemerkenswertes Feature ist die optionale Sitzheizung hinten 5 weil so etwas derzeit nicht einmal Premium-Konkurrenten wie der Audi A1 bieten

ABMESSUNGEN

Zu den Antrieben: Der etwas schmächtige 1,2-Liter-Sauger mit 84 PS und bescheidenen 118 Newtonmetern genügt allenfalls Wenigfahrern. Gerade bei mehr Beladung leidet der Durchzug noch einmal arg. Zumal der Vierzylinder dabei nicht weniger verbraucht als der Turbo-Dreizylinder, welcher einen guten Tausender teurer ist.

Im Grunde genommen ist dieser konventionelle 100-PS-Motor unsere Empfehlung für fast alle Anwendungszwecke. Seine 172 Newtonmeter Drehmoment stehen von 1500 bis 4000 Umdrehungen bereit, 188 km/h Spitze sind drin.

Für das optionale 48-Volt-Mildhybridsystem mit elektronischer Kupplung und Segelfunktion gibt selbst Hyundai nur einen Verbrauchsvorteil von 0,2 Litern im WLTP-Mix an (5,4 anstatt 5,6 Liter Super), was die 1020 Euro Aufpreis und den genannten Laderaumverlust durch die Batterie nicht rechtfertigt. Außerdem muss der Schalthebel zum Motorstart immer in neutraler Position stehen, etwas nervig. Wer Automatik will, wird um den Mildhybrid nicht herumkommen – wobei der Nachteil mit dem neutralen Schalthebel dann wegfällt. Das Doppelkupplungsgetriebe kostet 1530 Euro, reagiert aufmerksam und waltet ruckfrei durch seine sieben Stufen. Erhältlich ist es auch für die 120-PS-Version des Einliter-Turbos (ebenfalls mit Mildhybrid).

Der bietet bei mittleren Drehzahlen noch mehr Dampf (200 Nm), kostet 820 Euro zusätzlich zur 100-PS-Version. Muss nicht unbedingt sein.

KAROSSERIE

Die dreitürige Karosserievariante der Vorgänger bieten die Koreaner nun nicht mehr an.

Entweder hat den also kaum jemand gewählt, oder der zusätzliche Produktionsaufwand hat sich für Hyundai nicht gerechnet. Praktischer ist der Fünftürer allemal, der Zustieg nach hinten klappt einwandfrei. Im Kofferraum klaut das optionale Mildhybridsystem 90 Liter Laderaumvolumen. Die liegen zwar unterhalb der Ladekante, trotzdem ist das schade.

FARBEN & FELGEN

Standardfarbe beim i20 ist „Mangrove Green“, beim N kostet „Sleek Silver“ keinen Aufpreis. „Atlas White“ kostet 250 Euro, alle anderen Lackierungen 570 Euro Aufpreis. „Performance Blue“ bleibt dem N Performance vorbehalten.

Für fast alle Farbtöne (außer Grau und Schwarz) lässt sich gegen 500 Euro Aufpreis ein schwarzes Kontrastdach samt schwarzen Außenspiegeln hinzuwählen. Auf Stahlfelgen mit Radkappen in 15 Zoll stehen die unteren beiden Ausstattungslinien, darüber gibt’s Aluräder in 16, 17 oder 18 Zoll.

Nicht nötig sind auch die 204 PS des Hyundai i20 N – und machen dennoch höllischen Spaß.

Der 1,6-Liter-Turbobenziner benötigt einen kurzen Moment, um Ladedruck aufzubauen, und schiebt die kleine Taschenrakete dann in 6,2 Sekunden auf Tempo 100. Dabei röhrt und sprotzt der N nach Wunsch aus seinem Klappenauspuff, dass es eine wahre Freude ist.

SONDER-MODELLE

Edition 30 und 30+ kommen nur mit 100 PS, DCT optional

Die standfeste Bremse und das extrem agile Fahrwerk (mit ausreichend Restkomfort) tragen ihren Teil zum enorm hohen Spaßfaktor bei. Wir sagen: Wenn, dann gleich den N Performance wählen. Für 2000 Euro mehr (der N startet bei 25 490 Euro) gibt’s Differenzialsperre, Klimaautomatik, Sitzheizung hinten und allerlei mehr.

Schwacke…

WERTENTWICKLUNG

Der i20 N gehört zum aussterbenden Segment der Performance-Minis – bei den Restwerten ist er mit seinen 204 PS ganz vorn mit dabei, ob als N oder noch besser ausgestatteter N Performance. Die Modelle mit Doppelkupplung ordnen sich indessen eher mittig bis hinten ein, ganz klassentypisch sind Kleinwagenfahrer es gewohnt, selbst die Gänge zu wechseln. Der normale 100-PS-Benziner rangiert immerhin auf Platz drei, vor den Mildhybrid-Modellen. Insgesamt bewegen sich die Restwerte auf recht hohem Niveau, unter 60 Prozent liegt hier gar nichts.

Was auch mit den nach wie vor angenehmen fünf Jahren Garantie zu tun haben könnte, die Sicherheit geben.

Was die Ausstattungsvarianten der zivilen Versionen angeht: Pure ist viel zu karg. Klima? Gibt’s nicht, ohnehin ist die Basis an den kleinen Motor zwangsgekoppelt. Select (2645 Euro) lässt noch simple Extras wie eine Einparkhilfe vermissen, es bestehen kaum Möglichkeiten für zusätzliche Kreuzchen.

Daher die Empfehlung: Trend für 4480 Euro extra. An Bord sind hier das digitale Cockpit, der Acht-Zoll-Screen, Klima und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Zudem gibt’s ein paar Feinheiten wie Sitz-, Lenkradheizung und Ambientebeleuchtung.

Optional stehen für den Trend vier Pakete zur Verfügung: Das Navigationspaket (1480 Euro) beinhaltet noch das Bose-Soundsystem und eine „geräuschreduzierende“

Frontscheibe. Sinnvoll? Die Anlage klingt in Ordnung, mehr aber nicht. Mitschwingende Türverkleidungen verhindern einen richtig klaren Klang. Zu der Frontscheibe sagen wir: Hm, wir haben den i20 auch mit diesem Extra nicht als außergewöhnlich leise empfunden. Einparkhilfe vorn sowie Totwinkel- und Querverkehrswarner hinten (590 Euro) sind ihr Geld dagegen wert.

Das Komfort-Paket beinhaltet für 750 Euro Klimaautomatik, Keyless Go, Regensensor und Sitzheizung hinten. Für weitere 750 Euro gibt’s LEDs rundum samt Abbiegelicht. Der Prime (6510 Euro) bietet die letztgenannten zwei Pakete serienmäßig, ist allerdings an den Mildhybrid gekoppelt.

! Im i20 bietet Hyundai viel Technik aus höheren Segmenten an. Optional gibt’s sogar Sitzheizung hinten

Genauso beim N-Line (6510 Euro). Hier erfreut die sportlich anmutende Optik. Der bassig röhrende Doppelrohrauspuff lässt sich hier allerdings nicht wie im N mit Druck auf den Fahrmodi-Schalter stumm(er) schalten. Na ja, vielleicht ebenfalls Gewöhnungssache. So wie das Heck, das uns inzwischen auch ganz gut gefällt.

FAZIT

JONAS UHLIG

Der i20 ist ein echter Kleinwagen, agil und kompakt, mit ausreichend Platz. Besonders bemüht scheint Hyundai, viel Technik anzubieten. Im Fall des Infotainments überzeugt das und macht Laune. Die mild hybridisierten Motoren hingegen sparen für den Preisaufschlag von rund 1000 Euro zu wenig ein, klauen außerdem Laderaum.

Wir empfehlen daher, den konventionellen 100-PS-Benziner mit der Linie Trend zu kombinieren. Der sportliche i20 N fährt laut, schnell und stürmisch, bleibt bezahlbar.

Die Fünf-Jahres-Garantie erfreut immer wieder, macht auch Gebrauchte attraktiv.

AUTO TEST TIPP!

Der Wenigfahrer …

… wählt den 100-PS-Benziner ohne Mildhybrid, spart dabei Geld in der Anschaffung und behält den größeren Laderaum. Absolute Wenigfahrer können wohl auch mit Select leben. Für Extras wie Einparkhilfe oder Touchscreen braucht es aber bereits Trend.

Empfehlung: 1.0 T-GDI Trend (100 PS) ab 19 735 Euro

Der Vielfahrer …

… entscheidet sich für das Doppelkupplungsgetriebe. Wenn es auch mal auf die Autobahn geht, lohnt das Leistungs-Upgrade auf 120 PS. Die höchste Linie Prime bietet maximalen Komfort, verzichtet auf den lauten Auspuff des N Line.

Empfehlung: 1.0 T-GDI 48V DCT Prime (120 PS) ab 25 135 Euro

Der sportliche Fahrer …

… greift natürlich zum i20 N Performance. Mit Differenzialsperre vorn und 204 PS bietet der kleine Kraftzwerg ein extremes Spaßpotenzial auf kurvigen Landstraßen.

Der Preis geht dafür noch in Ordnung, nur Alltagsverbräuche von neun bis zehn Litern sollte man einkalkulieren.

Empfehlung: N Performance (204 PS) ab 27 490 Euro