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KOSMETIK OHNE CO2?


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Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 42/2022 vom 13.10.2022
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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 42/2022

Nachhaltigkeit ist für die Deutschen eines der wichtigsten Kaufkriterien ? auch in Sachen Beauty

VON MINIMALISMUS ÜBER ZERO WASTE

BIS ZU VEGANISMUS – immer mehr Menschen in Deutschland entscheiden sich für einen nachhaltigen Lebensstil, gehen verantwortungsvoller mit Ressourcen um und integrieren ganz bewusst klimaschonende Maßnahmen in ihren Alltag. Eine Entwicklung, die auch das Beauty-Kaufverhalten maßgeblich beeinflusst, wie eine Studie des Kosmetikverbands VKE zeigt. Demnach ist Nachhaltigkeit nach Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis für deutsche Konsumenten das drittwichtigste Kauf kriterium. So weit, so gut, aber was genau steckt hinter dem auf die Verpackung gedruckten Versprechen „klimaneutral“? Kann Kosmetik wirklich komplett emissionsneutral hergestellt werden? Oder ist die Kennzeichnung bloß ...

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... Augenwischerei, die den Käufern zwar ein gutes Gefühl gibt, der Umwelt jedoch wenig bringt? Wir haben uns die Sache mal genauer angeschaut.

WAS HEISST KLIMANEUTRAL?

Mit einem Irrglauben muss an dieser Stelle direkt aufgeräumt werden: Klimaneutrale Kosmetik bedeutet nicht, dass Produkte komplett ohne schädliche Treibhausgase produziert werden! Das ist überhaupt nicht möglich – CO2 fällt immer an: etwa wenn in der Fabrik das Licht eingeschaltet wird, bei der Gewinnung von Rohstoffen, der Produktion von Verpackungen, bei Transporten, ja, selbst der Weg der Arbeitnehmer zum Unternehmen zählt dazu. „Um klimaneutral zu werden, gilt es also, zum einen die eigenen CO2-Emissionen so weit wie nur möglich zu reduzieren und den Rest mit Hilfe von Klimaschutzprojekten zu kompensieren“, erklärt uns Nicolas Lindner, Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der deutschen Kosmetikfirma Annemarie Börlind, die bereits seit 1959 im Schwarzwald Naturkosmetik herstellt.

WAS IST MIT DER VERPACKUNG?

Um zu ermitteln, wie groß der CO2-Abdruck eines Unternehmens ist, werden Beratungsfirmen wie „ClimatePartner“ beauftragt. Im ersten Schritt werden die Verbrauchsdaten erfasst, um die CO2-Bilanz berechnen zu können. Danach wird geprüft, an welchen Stellen der CO2-Ausstoß verringert oder vermieden werden kann. Die Umrüstung auf Ökostrom und Elektro-Firmenwagen sind hierfür zum Beispiel sinnvolle Maßnahmen. Neben Rohstoffen und Beschaffungstransporten sind vor allem auch Verpackungen große Emissionsverursacher.

Zunächst sollte geprüft werden, wie das Unternehmen selbst seine Emissionsrate senken kann

Nicolas Lindner von Annemarie Börlind

Wenn zum Beispiel ein Serum in einen Glasbehälter gefüllt wurde, der einen Kunststoffdeckel hat und in einer weiteren Umverpackung plus Folie steckt, dann steckt wiederum ganz schön viel CO2 dahinter. Was vielen nicht klar ist: Selbst ein Glasbehälter wird seinem guten Ruf als nachhaltige Verpackung nur dann gerecht, wenn er mehrfach (!) wiederverwertet wird. Für die Produktion von Glas wird viel Energie (in Form von hohen Temperaturen) aufgewendet, und durch das im Vergleich zu Plastik hohe Eigengewicht verbraucht auch der Transport deutlich mehr Energie. Einwegglas muss außerdem wieder eingeschmolzen werden – ebenfalls ein weiterer Emissionsfaktor. Zum Glück macht die Forschung gerade in diesem Bereich enorme Fortschritte, erklärt uns Philipp Keil, Head of Packaging Materials Management beim Unternehmen Kneipp: „Wir setzen immer mehr auf ,Renewable Carbons‘, heißt: Wir bedienen uns nicht mehr an Erdöl, sondern versuchen Rohstoffquellen zu erschließen, die aus dem biologischen Kreislauf kommen, sprich Recyclingmaterial. Gerade haben wir etwa ein Projekt initiiert, bei dem wir Holzabfälle mit einem natürlichen Bindemittel zusammenführen, um dieses anschließend für die Verpackungen einsetzen zu können.“

UND WENN EMISSIONEN NICHT VERMIEDEN WERDEN KÖNNEN?

Im letzten Schritt müssen alle übrigen Emissionen, die im Herstellungsprozess nicht vermieden werden können, ausgeglichen werden. Hierfür gibt es verschiedene Projekte, die von dem jeweiligen Beratungspartner vorgeschlagen werden. Die Ansätze reichen vom Klassiker „Aufforstung des Regenwalds“ (weil Bäume während ihrer Wachstumsphase CO2 binden) bis zur Verteilung von klimafreundlicheren Kochöfen in Peru. „Wir bei Börlind unterstützen ein Trinkwasserprojekt in Kambodscha“, erlärt Co-Geschäftsführer Nicolas Lindner. „Dabei erhalten die Menschen vor Ort einen Wasserfilter und müssen so für das Abkochen von Trinkwasser kein Tropenholz mehr abholzen. Unser nächstes Ziel ist, klimapositiv zu werden. Heißt: Wir planen, eigene regenerative Energien bei uns am Standort zu etablieren, wie Photovoltaik und Windenergie. Da wir ja eh schon klimaneutral sind, können andere Unternehmen diesen grünen Strom nutzen, wir kompensieren somit mehr, als wir brauchen, und werden klimapositiv“. ■