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Krämpfe im Bauch


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natürlich gesund und munter - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 22.12.2022

AUS DER PRAXIS

Artikelbild für den Artikel "Krämpfe im Bauch" aus der Ausgabe 1/2023 von natürlich gesund und munter. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: natürlich gesund und munter, Ausgabe 1/2023

Peter Emmrich, M. A.

Der Facharzt für Allgemeinmedizin mit den Zusatzbezeichnungen Naturheilverfahren, Homöopathie, Akupunktur, Manuelle Medizin, Sportmedizin, Palliativmedizin und Biologische Medizin (Univ. Mailand) hat nicht nur Medizin, sondern auch Biologie und Chemie studiert und machte seinen Master of Arts in Komplementärmedizin und Kulturwissenschaften.

„MEIN BAUCH TUT WEH“ – mit diesem Symptom kommen viele Patienten in die Hausarztpraxis. Der Arzt erkundigt sich dann nach Ausprägung, Ort und Art der Beschwerden, tastet den Bauch ab und macht je nachdem auch einmal einen Ultraschall oder eine Blutuntersuchung, um herauszufinden, von welchem der zahlreichen Organe im Bauchraum die Beschwerden ausgehen. Denn so unterschiedlich die Bauchschmerzen sein können, so vielfältig sind auch ihre Ursachen. Mal machen sich Nierensteine durch heftige Krämpfe bemerkbar, mal ist eine Gastritis ...

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... der Grund für ausstrahlende Magenschmerzen, ein andermal wird das unangenehme Grummeln durch einen Magen-Darm-Infekt ausgelöst. In all diesen Fällen hat der naturheilkundlich arbeitende Arzt Peter Emmrich gute Erfahrung mit Pflanzensäften, Tees und homöopathischen Arzneien gemacht. Passend ausgewählt lindern sie die Symptome und unterstützen die Genesung.

FALLBEISPIEL 1:

Akute Nierensteine

Ein junger Mann, etwa 30, kam mit starken Beschwerden im Unterbauch in meine Praxis. Er sei in der Nacht von Schmerzen im rechten Rückenbereich erwacht, die diffus in alle Richtungen ausstrahlen. Seither habe er kolikartige, also immer wiederkehrende, Bauchkrämpfe.

Mein Verdacht: Der junge Mann hat einen oder mehrere Nierensteine. Klumpen sich diese zusammen und behindern den Abfluss des Harns, kann sich der Urin in das Nierenbecken zurückstauen und dort eine Entzündung auslösen, die sich schubweise mit stechenden Schmerzen im Bereich der Nieren und mit starken Krämpfen im gesamten Unterbauch äußert. Auch wenn ein großer Stein langsam durch den Harnleiter wandert, macht sich das schmerzhaft bemerkbar. Bei dem Patienten zeigten sich im Ultraschall zwei große Steine und ein Harnrückstau ins Nierenbecken: Das akute Problem wurde durch einen großen Nierenstein im Harnleiter verursacht, der den Urinabfluss behinderte, ein anderer saß im Nierenbecken, also in dem trichterförmig erweiterten oberen Ende des Harnleiters.

Mein Behandlungsansatz: Während die klassische Medizin das Hauptaugenmerk darauf legt, die vorhandenen Steine chemisch oder mechanisch zu zerkleinern, damit sie problemlos abgehen können, versucht die Naturheilkunde, den Abgang des Steins im Harnleiter mit Hilfe krampflösender Arzneien zu unterstützen und gleichzeitig den Prozess der Bildung von Harnsteinen zu bremsen.

Bauchschmerzen: ein Symptom, viele mögliche Ursachen

An Schmerzen im Oberbauch sind oft Magen, Zwölffingerdarm, Leber, Gallenblase, Milz und Bauchspeicheldrüse oder auch Herz und Lunge beteiligt.

Beschwerden unterhalb des Bauchnabels gehen oft vom Darm aus, können aber auch durch Probleme am Harntrakt oder an den Geschlechtsorganen ausgelöst werden. Schmerzt es im ganzen Bauch, stecken ebenfalls häufig Darmprobleme dahinter, mitunter aber auch eine Bauchfellentzündung.

Um die akuten Beschwerden zu lindern, gab ich dem jungen Mann zunächst das bei Bauchkrämpfen bewährte chemische Schmerzmittel Buscopan. Zudem riet ich ihm zur Einnahme des Schüßler-Salzes Nr.7 Magnesium phosphoricum (zum Beispiel von Pflüger), alle fünf Minuten zehn Tabletten aufgelöst in etwas Wasser, oder alternativ zur Einnahme der homöopathischen Arznei Colocynthis C200 (zum Beispiel von DHU) oder des Komplexmittels Spascupreel (von Heel). Von Colocynthis C200 werden zwei Globuli in einem Glas Wasser aufgelöst, und davon wird alle fünf Minuten ein Schlückchen getrunken, von dem Komplexmittel wird bei akuten Beschwerden stündlich eine Tablette gelutscht (Tageshöchstdosis sechs Tabletten). Alle drei Arzneien unterstützen die Entkrampfung. Dadurch werden die schmerzhaften Koliken erträglicher, und der den Harnleiter verstopfende Stein kann leichter durch die enge Röhre wandern.

Dies geschieht – wenn alles gut geht – innerhalb von drei bis sechs Stunden, kann schlimmstenfalls aber auch einige Tage dauern. Eine Wärmflasche auf dem Bauch oder ein warmes Bad unterstützen den Prozess, indem sich die verkrampfte Muskulatur entspannt. Der junge Mann hatte Glück, bei ihm ging der Stein im Harnleiter innerhalb weniger Stunden ab. Durch die mechanische Überreizung hatte er allerdings etwas Blut im Urin. Die damit verbundene Entzündung des Harnleiters besserte sich durch Tee mit Goldrutenkraut und Orthosiphon. Beide Heilpflanzen sind Bestandteil vieler Nieren-Blasen-Tees (zum Beispiel von Salus oder Sidroga).

Zur Auflösung des Steins im Nierenbecken empfahl ich dem jungen Mann eine Kur mit drei verschiedenen Frischpflanzensäften. In der ersten Woche sollte der Patient jeweils vor dem Essen zusammen mit viel Wasser entweder dreimal täglich zehn Milliliter oder zweimal täglich 15 Milliliter Zinnkrautsaft trinken, in der zweiten Woche Petersiliensaft, in der dritten Woche Brennnesselsaft. Die entsprechenden Säfte gibt es von Schoenenberger in der Apotheke, jede Flasche reicht für eine Woche. Danach wird der Zyklus mit den drei Säften im wöchentlichen Wechsel noch zweimal wiederholt.

Die Kontrolle nach der insgesamt neunwöchigen Kur zeigte, dass sich der zuvor im Ultraschall deutlich sichtbare Stein komplett aufgelöst hatte. Wäre das nicht der Fall gewe- sen, hätte der junge Mann nach einer zweiwöchigen Pause die Frischpflanzenkur wiederholen können, bis sich der Stein aufgelöst hätte.

FALLBEISPIEL 2:

Gastritis

Eine 18-jährige Studentin suchte meinen Rat wegen Schmerzen im Oberbauch. Unter Tränen berichtete sie, dass die Schmerzen nach allen Seiten ausstrahlten und dass sie sich heute schon zweimal erbrochen habe. Auf Nachfrage gestand sie mir, dass sie sehr viel auf Partys gehe und dabei auch reichlich Alkohol trinke. Zudem sei sie gerade sehr unglücklich, da sich ihr Freund am Abend zuvor während einer ausgelassenen Erstsemesterparty von ihr getrennt habe.

Wann zum Arzt?

Bauchschmerzen, die sich nach ein bis zwei Tagen nicht bessern oder immer schlimmer werden, sollten Sie unbedingt ärztlich abklären.

Schmerzen, die innerhalb kurzer Zeit unerträglich stark werden, sind ein Fall für den Notarzt, vor allem, wenn sich dabei der Allgemeinzustand rasch verschlechtert, Fieber, Unruhe oder Atemnot dazukommen oder der Bauch verhärtet und druckempfindlich wird. All dies kann auf ein akutes Abdomen, also einen lebensbedrohlichen Zustand, hinweisen. Die häufigsten Ursachen für diesen „akuten Bauch“ sind Entzündungen im Bauchraum (zum Beispiel an Blinddarm, Bauchspeicheldrüse oder Eierstöcken), der Durchbruch eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs, Nierenversagen oder ein Darmverschluss.

Mein Verdacht: Die Studentin hat eine akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Im Gegensatz zur chronischen Gastritis, die zu 80 Prozent durch eine Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori hervorgerufen wird, ist die akute Variante meist eine unmittelbare Folge des Genusses von schleimhautreizenden Substanzen wie Alkohol, Kaffee oder Nikotin. Mitauslöser der Entzündung war der psychosoziale Stress durch die Trennung von ihrem Freund, die ihr wortwörtlich „auf den Magen“ geschlagen ist. Stress setzt nämlich entzündungsfördernde Reaktionen in Gang, die bei ihr bestehende Entzündungsprozesse an der offenbar vorgeschädigten Magenschleimhaut verstärkt haben. Zudem produziert der Körper bei Stress vermehrt Signalstoffe, die unter anderem dafür sorgen, dass Schmerzen intensiver wahrgenommen werden.

Mein Behandlungsansatz: Zunächst galt es, den gereizten Magen zu beruhigen. Gleichzeitig begann ich mit einer homöopathischen Konstitutionsthera- pie, um die sensible Studentin auch auf emotionaler Ebene zu stabilisieren.

Teemischungen mit Anis, Fenchel- und Kümmelfrüchten oder auch Melissentee und Heilerde sind bewährte Hausmittel, die dabei helfen können, den gestressten Magen zu beruhigen. Zudem riet ich der jungen Frau zu Schonkost. Alkohol und Nikotin waren für sie für einige Tage ebenso tabu wie Fettes, Gebratenes, Frittiertes und Geräuchertes oder auch Obst. Auf den Tisch kamen nur noch gedünstetes Gemüse, Haferschleim und Zwieback, Kartoffelbrei und Bananen. Das half dem Magen, sich zu regenerieren und zu heilen. Unterstützend sollte die junge Frau drei- bis fünfmal täglich 30 Milliliter Kartoffelsaft trinken. Diese stärkehaltige Flüssigkeit legt sich wie eine schützende Schicht auf die angegriffene Magenwand und fungiert als basischer Puffer, bindet also überschüssige Magensäure und neutralisiert so den aggressiven Magensaft. Wichtig ist, den Kartoffelsaft so lange zu nehmen, bis die Gastritis restlos ausgeheilt ist – selbst wenn sich die Symptome bessern und die Schmerzen verschwinden. Bis die Magenschleimhaut wieder ganz intakt ist, kann es durchaus vier bis sechs Wochen dauern.

Für die Konstitutionstherapie wählte ich die Arznei Pulsatilla. Dieses aus der Wiesenküchenschelle potenzierte Mittel wird in der Kinder- und Frauenheilkunde besonders häufig in Zeiten von Hormonumstellungen eingesetzt, passte also gut zu der spätpubertären Jugendlichen. Auch dass die junge Frau leicht in Tränen ausbricht und sehr unter der Trennung von ihrem Freund litt, sprach für dieses Mittel. Im Rahmen der Konstitutionstherapie sollte sie zunächst sechs Wochen lang jeden Abend fünf Tropfen Pulsatilla in der Potenz LM 6 einnehmen. Danach wurde für weitere sechs Wochen auf die Potenz LM 12 gewechselt (täglich fünf Tropfen) und zum Abschluss auf LM 18 (nur noch montags, mittwochs und freitags jeweils fünf Tropfen).

Diese Konstitutionstherapie, die erfahrenen Homöopathen vorbehalten sein sollte, bewirkte, dass die Patientin seelisch wesentlich stabiler wurde und auf emotionale Belastungen und Stress nicht mehr mit Magenschmerzen reagierte. Wurde ihr trotzdem etwas zu viel, griff sie bei den ersten Symptomen einer Gastritis zu Bachblüten. Zehn Tropfen Notfallmischung nach Dr. Bach (zum Beispiel die Rescura Tropfen von Nelsons oder die Original-Serie von Murnauers Bachblüten), in einem Glas Wasser und langsam schluckweise getrunken, trugen dazu bei, dass sie zur Ruhe kam und sich ihr nervöser Magen rasch wieder beruhigte.

FALLBEISPIEL 3:

Magen-Darm-Entzündung

Ein 37-jähriger IT-Fachmann klagte über schmerzhaftes Grummeln im Bauch. Nach einer üppigen Weihnachtsfeier mit reichlich gutem Essen sei er nachts plötzlich mit starkem Stuhldrang erwacht. Nun habe er wässrigen Durchfall und seit Stunden kolikartige Bauchkrämpfe. Die Schmerzen und das Unwohlsein kämen in Wellen, und weil nun auch noch Fieber dazu gekommen sei, mache er sich doch große Sorgen.

Mein Verdacht: Der Patient hat eine durch Erreger hervorgerufene Gastroenteritis, also eine Magen-Darm-Entzündung. Typisch dafür ist, dass sich die Schmerzen verändern, je nachdem, wo sich die Erreger im Magen-Darm-Trakt gerade befinden: Je weiter oben sie sind, desto weniger stark sind die Beschwerden im Unterbauch, es zieht in dieser Phase eher diffus im Oberbauch. Bewegt sich die Erregerwelle dann durch den Darm hindurch, schmerzt es an wechselnden Stellen. Mal tut der Mittelbauch weh, dann wieder der rechte Unterbauch, anschließend vielleicht in der linken Oberhälfte.

Als Erreger kommen verschiedene Keime in Frage, angefangen bei den weit verbreiteten Noro- und Rotaviren bis zu Bakterien wie Escherichia coli, Shigellen, Campylobacter, Clostridium difficile, Yersinien oder Salmonellen. Da Salmonelleninfektionen meldepflichtig sind, schicke ich bei den beschriebenen Symptomen einer fiebrigen Gastroenteritis eine Stuhlprobe ins Labor, um den krankmachenden Erreger zu bestimmen. Da die Analyse aber einige Tage dauert, leite ich unabhängig vom Ergebnis sofort eine Therapie ein, die den Darm besänftigt und dadurch die Krämpfe lindert. Sie ist unabhängig von der Art der krankmachenden Keime.

Mein Behandlungsansatz: Bei einem Magen-Darm-Infekt tragen ein wärmender Tee mit einer Anis-Kümmel-Fenchel-Mischung oder auch Melisse sowie Melissensaft zur Entkrampfung und Beruhigung des gereizten Magen-Darm-Trakts bei. Zudem verordne ich ein Präparat mit Arznei-Hefe (zum Beispiel Perenterol forte von Medice). Dieses gut verträgliche probiotische Arzneimittel bindet die Durchfallerreger und hilft, sie aus dem Körper auszuscheiden. Unterstützt wird dies durch das Trinken von Heilerde (zum Beispiel Heilerde magenfein von Luvos). Dieser fein geriebene Löss hat eine sehr große Oberfläche und kann somit viele bakterielle Giftstoffe binden. Gut kombiniert werden kann die Heilerde mit Coriase Wellbact (von Yelasai). Diese pflanzliche Lebensmittelzubereitung aus puren Frucht- und Gemüsebestandteilen wird zwar von dem Schweizer Hersteller mit den Schlagworten „vitale Haare“ und „Wohlbefinden“ vertrieben, sie hat sich aber auch bei akuten Durchfällen sehr bewährt. Anfangs nimmt man davon vier Tabletten über den Tag und reduziert erst dann, wenn sich eine deutliche Besserung einstellt.

Keine Antibiotika bei einer Salmonellen-Enteritis

Die gegen Bakterien gerichteten Medikamente tragen bei einer durch Salmonellen ausgelösten Darminfektion nicht zur schnelleren Genesung bei, sie werden deshalb nur bei schweren Verläufen und bei Risikopatienten mit besonders schwerwiegenden Begleiterkrankungen verordnet.

Der Grund: Durch die Gabe von Antibiotika verlängert sich der Zeitraum, in dem die Salmonellen durch den Stuhl ausgeschieden werden, man züchtet damit also einen Dauerausscheider. Die Krankheitserreger überleben dann mitunter wochenlang im Körper und können zudem über kleinste Ausscheidungsreste an Händen oder Oberflächen von Mensch zu Mensch weitergegeben werden.

Dann gibt man noch für weitere sieben Tage zweimal täglich eine Tablette, damit sich der Zustand stabilisiert und nicht gleich wieder kippt. Auch das homöopathische Medikament Okoubaka D6, stündlich fünf Globuli, hat sich bei Magen-Darm-Infekten durchaus bewährt. Es reduziert die Entzündung und verbessert die Dichtigkeit des Darms. Erfahrungsgemäß ist der Magen-Darm-Infekt mit diesem Maßnahmenpaket nach zwei bis drei Tagen überwunden.

Ihren Abschluss findet die Therapie in einer anschließenden Aufforstung der Darmflora zur Dünndarmstabilisierung. Dabei setze ich auf Präparate mit lebenden Lactobazillen und Milchsäurebakterien (zum Beispiel Enterobact von Synomed, DarmCare Biotic von Salus, Pascoflorin immun von Pascoe oder GM Darm Protect von Schlosswald-Bienengut, das über den deutschen Naturheilshop zu beziehen ist). Eine solche Anzucht der Darmbakterien kann Monate bis zu anderthalb Jahre in Anspruch nehmen. 

Ab und zu, mit zirka sechs bis neun Monaten Abstand, wird nochmals eine Stuhluntersuchung durchgeführt, um zu überprüfen, ob sich die Mikrobiomregulation in die richtige Richtung entwickelt. Damit erzielt man in den allermeisten Fällen eine Stabilität im Magen-Darm-Trakt, die Jahre bis Jahrzehnte anhalten kann und den Patienten davor bewahrt, immer wieder Beschwerden im Bauch zu bekommen. Ich habe mehr als 20 Jahre Erfahrung mit dieser Methode und überblicke Tausende von Fällen. Daher kann ich guten Gewissen sagen: Das Mikrobiom in unserem Darm ist die Basis und der Garant eines langen gesunden Lebens.

/Aufgezeichnet von Georgia van Uffelen