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Kräuter im Norden: Heide-Schätze


LandApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 3/2018 vom 13.06.2018

Die Lüneburger Heide stellt als Lebensraum ganz besondere Ansprüche an Pflanzen. Ihre Kräfte nutzt Kräuterfrau Claudia Mertens für die Hausapotheke.


Artikelbild für den Artikel "Kräuter im Norden: Heide-Schätze" aus der Ausgabe 3/2018 von LandApotheke. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: LandApotheke, Ausgabe 3/2018

Mit den Heidekräutern aus dem Garten bereitet Claudia Mertens Salben, Tinkturen und Teemischungen für ihre Hausapotheke zu


So romantisch und idyllisch wie Claudia Mertens wohnt kaum jemand – mitten im Naturpark Lüneburger Heide. Vor 20 Jahren hat sie mit ihrer Familie das alte reetgedeckte Schulhaus im Museumsdorf Wilsede bezogen, das von einem knapp 5000 Quadratmeter großen Naturgarten umgeben ist. Da die Ingenieurin für Landschaftsarchitektur ...

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... leidenschaftlich gern experimentiert, bietet diese Fläche jeden Sommer ein anderes Bild. Neben den jungen und alten Gehölzen, einem urigen Gemüsegarten, dem verwunschenen Waldelfenwinkel, einer Lindenlaube und einem kleinen Teich finden sich hier auch viele Heilkräuter für die Hausapotheke sowie seit neuestem ein Mauerngarten aus alten Backsteinen.

NÄHRSTOFFARME BÖDEN

„Die nährstoffarmen, sauren Sand- und Lehmböden der Region stellen als Lebensraum an die Pflanzen ganz eigene Ansprüche“, erklärt die Kräuterpädagogin. „Ein typischer Bewohner ist beispielsweise die Besenheide. Jeder kennt das wunderschöne Gewächs, das sich im August und September mit hellvioletten und purpurfarbenen Blüten schmückt. Aber heute weiß kaum noch jemand, dass die blühenden Sprossspitzen harntreibende und blutreinigende Inhaltsstoffe besitzen. Früher hat man die Besenheide deshalb bei Blasensteinen, Nierensteinen, Rheuma und Gicht als Tee verabreicht oder ein schmerzlinderndes Bad mit dem Sud verordnet.“
Ähnliche rosa- bis purpurfarbene Blüten hat eine weitere Heilpflanze der Region: die Glockenheide. Außerhalb von geschützten Gebieten wie dem Naturpark ist sie allerdings kaum noch anzutreffen. Ihre auswurffördernde, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung wird in der Naturmedizin heute vor allem bei Husten, Fieber und Bronchitis geschätzt. Außerdem hat sie sich bei Blasenentzündungen und Blasensteinen bewährt. „Im Gegensatz zu diesen beiden auffallenden Heidekräutern sieht die Sandsegge eher unspektakulär aus“, meint die Phytotherapeutin. „Aber auch sie ist ein charakteristisches Gewächs des Nordens, das auf den Dünen an der See ebenfalls zu finden ist. Das schleimlösende und beruhigende Kraut wird in der Volksheilkunde vor allem bei Atemwegserkrankungen und Lungenleiden angewandt.“

AUFWÄNDIGE NATURPFLEGE

Um diese und andere Pflanzen vor dem Verschwinden zu retten, wird von Claudia Mertens Mann Dirk und seinen Kollegen bei der Stiftung Naturschutzpark eine aufwändige Landschaftspflege betrieben. Ohne ihr Eingreifen, das die alten Wirtschaftsmethoden zum Vorbild hat, würde die Heide völlig verbuschen.
Einer der wenigen Bäume, der diesen kargen Lebensraum liebt, ist die Eiche. Sie erreicht eine imposante Höhe von über 50 Metern, steht oft allein und wird älter als die meisten anderen Baumarten – wahrscheinlich ist sie deshalb in so viele Mythen und ehrfürchtige Kulte eingebunden. Genauso beeindruckend sind ihre Heilkräfte: Die Rinde enthält einen sehr hohen Anteil an Gerbstoffen, die auf Haut und Schleimhäute stark zusammenziehend wirken und einen blutstillenden, bakterienhemmenden und schmerzlindernden Effekt haben. Die Kräuterexpertin hat aber auch für die Eicheln Verwendung gefunden: „Aus ihnen hat man früher in Notzeiten Kaffeepulver hergestellt. Dieser Eichelkaffee ist ausgesprochen gesund, er wirkt heilsam auf gereizte Verdauungsorgane und senkt den Blutzucker, weshalb er vor allem für Diabetiker geeignet ist.“
Mindestens genauso viele Legenden ranken sich um den Wacholder, dem in der Heilkunde gleichfalls sagenhafte Kräfte zugeschrieben werden. Die Anwendung der Beeren bei allen Verdauungsbeschwerden ist wissenschaftlich anerkannt, darüber hinaus werden ihre antibakteriellen, schmerzlindernden und durchblutungsfördernden Eigenschaften in der Volksheilkunde bei Rheuma, Gicht, Muskelschmerzen und Ischias geschätzt. Dazu verrät uns Claudia Mertens ihre Rezeptur für einen aktivierenden Fußbalsam, weitere Zubereitungen aus ihrer Hausapotheke – sowohl mit Heidekräutern als auch mit Heilpflanzen, die in anderen Regionen ebenfalls gedeihen – sind auf den folgenden Seiten zu finden. Wer ihren Garten besichtigen möchte, hat die Gelegenheit dazu am 19. August ab 11 Uhr. Weitere Infos gibt es unter www.ueber-zaeune-schauen.de.

Heidschnucken und Heidekraut prägen das Landschaftsbild: Den Naturpark Lüneburger Heide kann man zu Fuß, mit dem Rad, einer Kutsche oder auf dem Pferd erkunden


Charakteristische Heidepflanzen mit besonderen Heilkräften

Im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide selbst dürfen keine Pflanzen, Früchte, Wurzeln und Rinden gesammelt werden. Die nicht geschützten Arten (Besenheide, Spitzwegerich, Beifuß, Stieleiche, Sandsegge, Blutwurz und Heidelbeeren) kann man außerhalb dieses Gebiets ernten. Wacholder lässt sich auch im Süden gut im eigenen Garten kultivieren, die Glockenheide benötigt einen Standort mit nährstoffarmem, sandigem und saurem Boden

Rezepte für den Bewegungsapparat

BESENHEIDE: Bad: bei rheumatischen Beschwerden

ZUTATEN:
2–3 Handvoll blühende Triebspitzen

ZUBEREITUNG:
Die Triebspitzen von der Besenheide abzupfen und mit einem großen Messer oder einem Wiegemesser grob zerkleinern. In einen Topf geben und 1 l kochendes Wasser dazuschütten. 10–15 Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann abseihen.
ANWENDUNG:
Den Absud in das warme Badewasser (36– 39 Grad) geben und 10–15 Minuten darin baden. Die Anwendung soll bei Rheuma und Gicht hilfreich sein, eine im Sud getränkte Auflage unterstützt die Heilung von Ekzemen und Hautentzündungen. Als Tee eingenommen wirkt die Besenheide harntreibend und blutreinigend, was wiederum die Linderung von Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma fördert.

Die Blüten und das blühende Kraut der Besenheide( ,Calluna vulgaris‘) werden im August und September gesammelt und für Tees, Bäder und Kompressen verwendet


WACHOLDER: Fußbalsam: zur Förderung der Durchblutung, bei geschwollenen und müden Füßen

ZUTATEN:25 ml Wacholder-Ölauszug (s.r.), 12 g Wollwachs ohne Wasser (Lanolin anhydrid), 5 g Sheabutter, 3 g Bienenwachs, 25 ml Wacholder-Tinktur (s.r.), 10 Tr.äth. Teebaumöl, 15 Tr.äth. Rosmarinöl, 15 Tr.äth. Lavendelöl

ZUBEREITUNG:
Wacholderöl, Wollwachs, Sheabutter und Bienenwachs in ein hitzebeständiges Becherglas geben, die Tinktur in ein weiteres Becherglas gießen. Beide Gläser in ein heißes Wasserbad stellen und erhitzen, bis alle festen Bestandteile geschmolzen sind. Die warme Tinktur nach und nach unter ständigem Rühren in die Fettphase gießen – die Mischung ist zunächst durch die Wacholdertinktur rotbraun. Mit der Hand oder dem Mixer weiterrühren, zum schnelleren Abkühlen kann man das Gefäß dabei in ein kaltes Wasserbad stellen. Wenn die Salbe auf Handwärme abgekühlt ist und eine zart hellbraune Farbe hat, die ätherischen Öle unter ständigem Rühren dazutropfen und die Salbe in einen Tiegel füllen. Dunkel und kühl aufbewahrt ist sie mindestens 6 Monate haltbar.
ANWENDUNG:
Die Salbe ist zur Pflege und Massage von Füßen geeignet. Sie nährt spröde, trockene Haut und macht sie geschmeidig, regt die Durchblutung an und tut geschwollenen, müden Füßen gut. Kleine Wunden und Ekzeme der Füße können mit der Creme auch behandelt werden. Der Wacholder sorgt für eine bessere Durchblutung und wirkt zudem antibakteriell, schmerzlindernd und tonisierend. Teebaumöl wirkt zudem antibakteriell, Rosmarinöl fördert ebenfalls die Durchblutung, Lavendelöl stärkt und reaktiviert die Nerven.

Wacholderölauszug

ZUTATEN:
3 EL Wacholderbeeren, 100 ml Olivenöl

ZUBEREITUNG:
Beeren mit dem Mörser anstoßen und in ein verschließbares Gefäß geben. Das Öl dazugießen – die Früchte müssen gut bedeckt sein. Das Glas an einen warmen Ort 4 Wochen stehen lassen und täglich schütteln. Dann abseihen. Dunkel und kühl gelagert ist der Auszug mindestens 6 Monate haltbar.

Wacholdertinktur

ZUTATEN:
3 EL Wacholderbeeren, 100 ml 40%iger Alkohol (z. B. Doppelkorn)

ZUBEREITUNG:
Beeren mit dem Mörser etwas anstoßen und in ein verschließbares Gefäß geben. Den Alkohol dazugießen – die Früchte müssen gut bedeckt sein. Das Glas an einem warmen Ort 4 Wochen stehen lassen, dabei täglich schütteln. Dann abseihen und in ein sauberes Glas füllen. Dunkel und kühl gelagert ist die Wacholdertinktur mindestens 12 Monate haltbar.

BEIFUSS: Ölauszug: bei Muskelschmerzen und Verspannungen

ZUTATEN:
2 Handvoll Blätter und Blüten vom Beifuß, 500 ml Mandel- oder Olivenöl, 15 Tr.äth. Kiefernöl

ZUBEREITUNG:
Die Stängel und Blüten grob zerkleinern und in ein verschließbares helles Glasgefäß geben. Mit so viel Öl übergießen, dass alle Pflanzenteile gut bedeckt sind. Das Glas 2–3 Wochen an einen sonnigen, warmen Platz stellen und täglich schütteln. Danach das Öl abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Das ätherische Öl dazutropfen und gut schütteln. Dunkel und kühl aufbewahrt ist das Beifußöl mindestens 6 Monate haltbar.
ANWENDUNG:
Bei Muskelkater, Verspannungen und müden Beinen das Öl leicht einmassieren. Regt die Durchblutung an, entspannt die verkrampfte Muskulatur und unterstützt bei der Regeneration des Bewegungsapparats. Diese Anwendung hat sich beispielsweise nach einer anstrengenden Wanderung bewährt. Bei Rheumatismus trägt das Öl zur Linderung der Schmerzen bei.

EICHE: Kaffee: zur allgemeinen Stärkung des Organismus

ZUTATEN:
Eicheln – man kann den Eichelkaffee aber auch fertig kaufen

ZUBEREITUNG:
Vor der Zubereitung die Eicheln wässern, um einen Teil der Bitterstoffe auszuspülen. Dann werden sie mit einem Messer oder einem Nussknacker von den Schalen befreit. Die dünne braune Pelle an den nussartigen Eichelhälften ebenfalls entfernen. Man kann sie mit dem Messer abkratzen, was aber relativ mühsam ist. Der Vorteil: Die Eicheln bleiben unerhitzt und weich. Alternativ mit kochendem Wasser übergießen. Nach einer kurzen Ziehzeit lassen sich die Schalen gut entfernen. Der Nachteil: Die Eicheln müssen zügig weiterverarbeitet werden, weil sie ansonsten dunkel und hart werden. Nach dem Schälen werden die Eicheln zerkleinert und in einer Pfanne ohne Fett bei schwacher bis mittlerer Hitze geröstet. Das kann 15–30 Minuten dauern – je nachdem, wie braun und geschmacksintensiv man sie haben will. Dabei immer wieder wenden, damit sie nicht schwarz werden. Nach dem Rösten abkühlen lassen. Die Eichelstücke sind jetzt ziemlich hart, deshalb benutzt man zum Mahlen am besten eine Küchenmaschine oder einen schweren Mörser. Das fertige Eichelpulver fühlt sich nach dem Mahlen aber sehr weich und fast cremig an. 1 TL des Pulvers mit 250 ml Wasser erhitzen und 10 Minuten köcheln lassen, dann abseihen.
ANWENDUNG:
1–2 Tassen am Tag trinken. Kräftigt und regeneriert den Organismus und unterstützt die Linderung von Blasenleiden. Außerdem ist Eichelkaffee ein gesunder, würziger und koffeinfreier Ersatz für Kaffee. Man kann für die Zubereitung die Früchte aller Eichenarten verwenden. Die Rinde der Eiche wird im Frühling gesammelt; sie enthält entzündungshemmende und giftstoffbindende Wirkstoffe, die äußerlich in Bädern und Umschlägen bei Hauterkrankungen, Fußschweiß und Hämorrhoiden, innerlich als Tee oder Tinktur bei Magen- und Darmentzündungen zum Einsatz kommen.

Am besten zerkleinert man die Eicheln mit dem Wiegemesser. Nach dem Rösten und Mahlen kocht Claudia Mertens das Pulver mit Wasser auf und seiht den Kaffee ab


BLUTWURZ: Tinktur: bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum

ZUTATEN:
35 g frische oder 70 g getrocknete Blutwurzwurzeln, 500 ml 70%iger Alkohol

ZUBEREITUNG:
Die frischen Wurzeln säubern und zerkleinern. Die Stücke in ein verschließbares Glas geben. Mit so viel Alkohol aufgießen, dass alle Pflanzenteile gut bedeckt sind. 2–4 Wochen an einem warmen, trockenen Ort stehen lassen, ab und zu schütteln. Dann die Flüssigkeit durch ein Tuch abseihen und in eine saubere, dunkle Flasche füllen. Dunkel und kühl gelagert ist die Tinktur mindestens 1 Jahr haltbar.
ANWENDUNG:
Bei Bedarf vermischen Erwachsene 20 Tropfen Tinktur mit etwas Wasser und gurgeln 2–3 Mal täglich damit. Unverdünnt kann man die Tinktur auch direkt auf entzün-dete Stellen im Mund pinseln. Neben den Gerbstoffen, die astringierend (zusammenziehend) wirken, besitzt die Blutwurz antibakterielle und immunstimulierende Inhaltsstoffe, die die Heilung unterstützen. Bei Verdauungsbeschwerden nehmen Erwachsene dreimal täglich 30 Tropfen unverdünnt oder mit etwas Wasser ein.

Die Wurzel der Blutwurz( ,Potentilla erecta‘) besitzt einen hohen Anteil an Gerbstoffen, die blutstillend, wundheilend und entzündungshemmend wirken


HEIDELBEEREN: Tinktur: bei Hautproblemen

ZUTATEN:
2 Handvoll frisches Heidelbeerkraut, 500 ml 40%iger Alkohol (z. B. Doppelkorn)

ZUBEREITUNG:
Die Blätter grob zerkleinern und in ein verschließbares Glas geben. Mit Alkohol aufgießen, sodass alle Pflanzenteile bedeckt sind. 2-4 Wochen an einem warmen, trockenen Ort stehen lassen, ab und zu schütteln. Danach durch ein Tuch abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Dunkel und kühl gelagert ist die Tinktur mindestens 1 Jahr haltbar.
ANWENDUNG:
Bei Ausschlägen, Entzündungen und anderen Hautproblemen die Tinktur mit Watte oder mit einem Tuch auf die betroffene Hautpartien auftupfen oder einreiben. Das Kraut besitzt antibakterielle und entzündungswidrige Inhaltsstoffe, die die Heilung fördern. Die Beeren unterstützen die Verdauung – frisch gegessen wirken sie abführend, getrocknet stopfend bei Durchfall.

Rezepte für Haut, Schleimhaut und zur allgemeinen Stärkung

SPITZWEGERICH: Erdkammersirup: bei Husten

ZUTATEN:
1 Handvoll frische, trockene Spitzwegerichblätter, 500 g dünnflüssiger Biohonig

ZUBEREITUNG:
Die Blätter übereinanderschichten, sodass eine ca. 1 cm dicke, feste Blätterschicht entsteht. So viel Honig darübergießen, bis alles gut abgedeckt ist. Wieder eine Schicht Blätter einlegen und diese wiederum mit Honig abdecken. So immer weiter machen, bis das Glas ganz voll ist. Einige Stunden oder über Nacht stehen lassen, bis sich alles gesetzt hat und nochmal mit Honig auffüllen. Alle Blätter müssen mit Honig bedeckt sein. Gut verschließen. Das Glas in einem ca. 50 cm tiefen Erdloch versenken und eingraben. Die Stelle gut markieren. Das Glas ist nun von einer gleichmäßigen Erdtemperatur umgeben, was eine langsame Gärung bewirkt. Nach etwa 3 Monaten wird der Sirup ausgegraben und durch ein dünnes Gazetuch abgeseiht. Das Tuch gut auspressen und den Sirup in Flaschen füllen. An einem kühlen und dunklen Ort ist der Spitzwegerichsirup mindestens 1 Jahr haltbar.
ANWENDUNG:
Bei Husten, Bronchitis und anderen Atemwegserkrankungen mehrmals täglich 1 TL des Sirups einnehmen. Der Spitzwegerich besitzt schleimlösende, antibakterielle und entzündungshemmende Inhaltsstoffe, die das Abhusten erleichtern und die Heilung der Atemwege unterstützen.

Nach zwei bis drei Monaten gräbt Claudia Mertens das Glas mit dem Spitzwegerichhonig wieder aus


Glockenheide: Tee: bei fiebrigen Erkältungen

ZUTATEN:
2 TL frische oder 1 TL getrocknete Blüten

ZUBEREITUNG:
Die Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann abseihen.
ANWENDUNG:
Bei Erkältungskrankheiten mehrmals täglich 1 Tasse trinken. Die Inhaltsstoffe wirken auswurffördernd, fiebersenkend, entzündungshemmend, stärkend und unterstützen das Abhusten.

Sandsegge: Tee: bei Atemwegserkrankungen

ZUTATEN:
frische oder getrocknete Sandseggenwurzeln

ZUBEREITUNG:
Die frischen Wurzeln ggf.säubern und grob zerkleinern. 1 EL der frischen oder 1 TL der getrockneten Wurzel mit 250 ml Wasser aufkochen. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann abseihen.
ANWENDUNG:
Bei Lungenleiden und Atemwegserkrankungen 3 Mal täglich 1 Tasse trinken. Bei einer Teekur nach 6 Wochen mindestens 2 Wochen pausieren. Der Tee wirkt schleim- und krampflösend. Umschläge und Auflagen mit dem Sud sollen rheumatische Erkrankungen lindern. Außerdem lässt sich aus dem Wurzelstock eine Tinktur ansetzen, die bei Gicht, Rheuma und Lungenleiden zur Linderung eingenommen wird.

KONTAKT

Claudia Mertens
Wilsede 6
29646 Bispingen
Mail: mertens.ing.buero@googlemail.com
Internet: www.glmertens.com

Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide
Julia Hallmann
Niederhaverbeck 7
29646 Bispingen
Mail: hallmann@verein-naturschutzpark.de
Internet: www.verein-naturschutzpark.de


FOTOS: PETER RAIDER. STYLING: ANDREA WIMMER.