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Kräuter KALT UND KÖSTLICH


NaturApotheke - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 11.06.2019

Selbst gemachtes Eis und Limonade mit Kräutern versüßen heiße Sommertage. Statt Farbstoffen undkünstlichen Aromen enthalten sie gesunde Zutaten. Hier unsere Lieblingsrezepte


Artikelbild für den Artikel "Kräuter KALT UND KÖSTLICH" aus der Ausgabe 4/2019 von NaturApotheke. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: NaturApotheke, Ausgabe 4/2019

Für die nächste Hitzewelle: Kräutereis nach einer Inspiration aus dem Bregenzerwald


Dieses Kräutereis hatte ich im Kopf, seit ich im Bregenzerwald so eines gekostet hatte. Da war alles Mögliche drin. Dill, Verbene, Labkraut … es war ein umwerfend gutes Eis. Nicht zu süß und schön cremig. Da ich mein Hochbeet rein auf Kräuter umgestellt habe, bin ich fein raus. Ich zupfe einfach von allem etwas ab, nur Basilikum, das lasse ich weg. Es ...

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... ist so dominant und will immer den Vortritt, was den Geschmack angeht. Das Eisenkraut (Verbene) hat sich üppig ausgebreitet und kann geerntet werden (mit heißem Wasser übergossen ist es ein herrlicher Drink für heiße Tage), es ist auf jeden Fall mit dabei. Dill habe ich nicht, dafür schießt der Bronze-Fenchel gerade so richtig in die Höhe. Alle Jahre wieder wird der Salbei im Frühling komplett heruntergeschnitten und entwickelt sich dann im Laufe des Frühlings prächtig. Die Zitronenmelisse ist ja ohnehin ein invasives Gewächs und kommt auf jeden Fall mit dazu. Noch gibt es auch ein bisschen Waldmeister, warum also nicht?

Zutaten für 1 Liter Eis

450 ml Vollmilch
- 1 EL Speisestärke
- 50 g Frischkäse
- eine Prise Meersalz
- 300 g Sahne
- 150 g Zucker
eine gute Handvoll frisch gezupfte Kräuter (Verbenenblätter,
Salbei, Petersilie, Drachenkopf, Waldmeister, Pimpernelle,
Zitronenmelisse, Minze), grob gehackt

Zubereitung

1. In einer kleinen Schüssel die Stärke mit 2 EL Milch glatt rühren. Den Frischkäse mit dem Salz verrühren.
2. Die Milch mit der Sahne und dem Zucker aufkochen. Vom Herd nehmen und die Stärkemischung unterrühren. Nochmal aufkochen lassen, bis die Masse leicht andickt. Den Frischkäse unterrühren und ein wenig auskühlen lassen.
3. Die Kräuter zusammen mit der Mischung in einen Standmixer geben und gut pürieren. Vollständig auskühlen lassen (das geht auch gut, wenn man eine Schüssel in Eiswasser stellt).
4. In der Eismaschine frieren lassen, umfüllen und mit Pergamentpapier abdecken, danach noch etwa 3 Stunden im Tiefkühler fest werden lassen. Wer keine Eismaschine hat, lässt das Eis
4 Stunden in der Tiefkühlung fest werden, rührt aber während der ersten Stunde das Eis immer wieder mit einer Gabel durch.

Claudia Zaltenbach,www.dinnerum8.de

Nicecream mit Wildkräutern

Irgendwann haben die Töchter angefangen, im Sommer jede Menge klein geschnittenes, frisches Obst im Tiefkühlfach auf Vorrat zu halten, um es dann – bei akutem Eishunger – pur, mit Milch, Sahne oder Fruchtsaft im Mixer zu frischer Eiscreme pürieren zu können. Die Entdeckung des letzten Sommers war Nicecream, die vegane Eis-Alternative aus gefrorener Banane. Der Name setzt sich aus den englischen Begriffen Nana (Kurzform für Banana) und Icecream zusammen: Für das liebste Kindereis die gleiche Menge gefrorene Erdbeeren und Bananen in einem starken Standmixer so lange zusammenmixen, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Wer mag, kann mit etwas (Kokosblüten-)Zucker nachsüßen. Nicecream schmilzt schnell, daher sofort verspeisen! Für diese grüne Nicecream war der Nachwuchs allerdings nicht zu begeistern.

Zutaten für 4 Portionen

2 bis 3 Bananen
2 EL Kokosmilch
4 bis 5 Blätter frische Minze
1 Handvoll frische Wildkräuter
(Löwenzahn, Brennnessel, Giersch)

WARUM DER SOMMER NACH MINZE DUFTET

Nicht umsonst wird in heißen Ländern viel Minztee getrunken (mehr dazu siehe auch Seite 120). Das Menthol in den Blättern der Minze stimuliert die Kälterezeptoren in der Haut. Daher sorgen sowohl der Duft als auch der Geschmack von Minze für ein kühlendes Gefühl. Diese Reize sind so stark, dass sie andere wie Schmerz oder Juckreiz übertönen – daher die schmerzstillende und beruhigende Wirkung der Minze.


Für unser Eis brauchen Sie keine Eismaschine!


Zubereitung

1. Vorbereitung: Bananen schälen, in Scheiben schneiden und über Nacht einfrieren.
2. Kokosmilch mit Minze und Kräutern in den Standmixer geben, obenauf die gefrorenen Bananenstücke. Alle Zutaten gut auf mittlerer Stufe miteinander verrühren, bis eine homogene Masse entsteht. Sofort servieren.

Erdbeer-Lavendeleis

Ab Juni blitzen rot an Waldrändern oder hellen Lichtungen die kleinen, wild wachsenden Walderdbeeren. Die Fragaria vesca schmeckt nicht nur sehr aromatisch, nach der traditionellen Chinesischen Medizin wirkt sie kühlend und erfrischend und regt den Appetit an. Daher ist sie die ideale Sommerfrucht – nicht umsonst zählt Erdbeereis zu den beliebtesten Sorten überhaupt. In Kombination mit dem ebenfalls erfrischenden Aroma der Lavendelblüten entsteht eine ganz besondere Geschmacksnote und ein wunderbares Eis für heiße Sommernachmittage.

Zutaten für 2 Portionen

250 ml Sahne
2 EL getrocknete Lavendelblüten (auf Bioqualität achten!)
2 bis 5 EL (Kokosblüten-)Zucker (abhängig von der Süße der Erdbeeren)
250 bis 300 g Walderdbeeren Sie benötigen außerdem 3 bis 4 Eiswürfelbehälter

Zubereitung

1. Die Sahne mit den Lavendelblüten aufkochen lassen. Den Topf abdecken und an einer kühlen Stelle 1 bis 2 Stunden ziehen lassen. Anschließend die Lavendelblüten abseihen.
2. Die Lavendelsahne in die Eiswürfelbehälter einfüllen. Machen Sie die Behälter nicht zu voll, damit nichts überläuft. Die Sahne über Nacht einfrieren lassen.
3. Am nächsten Tag eine beliebige Menge Sahnewürfel aus den Behältern lösen und mit den Walderdbeeren im Standmixer zu Eis pürieren. Sofort servieren.

Basilikum-Granita

Erfunden haben die Granita der Legende nach die Araber, als sie Schnee in den Höhlen des Ätna lagerten, um ihn später mit Zucker und Zitronensaft vermischt zu verspeisen. Wer diese wunderbare Basilikum-Granita probiert, wird nie verstehen, warum das körnige Wassereis eine sizilianische Spezialität blieb und nie so populär wurde wie das sahnige Gelato. Eine echte Granita besteht nur aus Wasser, Sahne oder Milch haben hier nichts zu suchen. Weil Basilikum und Ingwer neben zahlreichen anderen Heilwirkungen auch die Kraft haben, die Verdauung anzuregen, ist diese Granita nicht nur ein erfrischender, sondern auch ein wohltuender Abschluss eines sommerlichen Festessens.

Zutaten für 4 Portionen

1 Bund Basilikum
1 Stück frischer Ingwer (1 cm)
1 Biozitrone
100 g Zucker
500 ml Wasser

TIPP

Für die klassische Granita di Limone ersetzen Sie Basilikum und Ingwer durch eine zweite Biozitrone. Eine weitere – in Italien sehr geschätzte Variante – ist die Granita al Caffè. Sie wird wie unten beschrieben aus 250 ml starkem Espresso, 250 ml Wasser und 50-75 g Rohzucker zubereitet

Zubereitung

1. Basilikum waschen und grob hacken. Ingwer schälen. Zitrone gut waschen und auspressen. Anschließend gehackte Basilikumblätter, Ingwer und die ausgepresste Zitronenschale in eine Schüssel geben.
2. 250 ml Wasser mit dem Zucker aufkochen und die heiße Flüssigkeit in die Schüssel zu Basilikum, Ingwer und Zitrone gießen. 1 bis 2 Stunden abkühlen und ziehen lassen.
3. Die Flüssigkeit durch ein Sieb in eine Metallschüssel gie- ßen, restliches Wasser und Zitronensaft dazugeben. Die Schüssel etwa eine Stunde in das Gefrierfach oder die Tiefkühltruhe stellen.
4. Nach einer Stunde die Schüssel herausholen und die Eiskristalle am Rand der Schüssel mit einer Gabel unterrühren. Die Eismasse weitere 2 Stunden frieren lassen und alle 20 Minuten durchrühren, bis die Granita die typische Körnung aufweist.

Alle Rezepte auf dieser Seite: Charlotte Berg

Sommer-Eistee mit Blättern und Beeren

Es gibt wirklich unzählige Dinge, die für mich das Leben im Sommer noch schöner machen. Dazu trägt auch mein Garten bei, der aktuell geradezu explodiert. Blumen, Gemüsepflanzen und Sträucher geben alles. Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken und natürlich auch zu ernten. Gerade meine Beerensträucher begeistern mich mit ihren Früchten. Himbeere, Erdbeere, Stachelbeere, Ribisel alias Johannisbeere … nur gut! Aber neben den herrlichen Früchten sollten vor allem auch die Blätter dieser Sträucher gesammelt werden, denn sie stecken voller heilender Wirkstoffe.

Zutaten für eine 1,5 Liter große Karaffe

6 Erdbeerblätter
4 Stachelbeerblätter
3 große Himbeerblätter
3 große Johannisbeerblätter
3 Blätter Minze
4 bis 5 Kamillenblüten
3 bis 4 Lavendelblüten
1 bis 2 EL hochwertiger Honig (je nach Süße)
1 Spritzer Zitrone
1 Handvoll gemischte Beeren

Zubereitung

Alle Zutaten mit 1 bis 1,5 Liter Wasser ansetzen. Ideal wäre es, den Eistee für ein paar Stunden im Kühlschrank stehen zu lassen, damit sich die Wirkstoffe der Beerenblätter so richtig entfalten können.

Vitamin-C-Limonade aus Giersch

Meine erste Begegnung mit Giersch hatte ich bei einer Kräuterwanderung. Er fällt einem nicht mal auf, weil er besonders im Frühling ein grüner Bodendecker ist. Der Name ist mir aber sofort im Gedächtnis geblieben, denn die Pflanze wird auch „Erdholler” genannt. Im Giersch steckt bis zu vier Mal mehr Vitamin C als in einer Zitrone und sogar fünfzehn Mal mehr als in einem Kopfsalat. Dazu liefert er dem Körper Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium, Magnesium und vieles mehr. Ein guter Grund, das Kraut in den Salat zu mischen. Das Heilkraut gibt Kraft, ist entzündungshemmend und wirkt antibakteriell. Nur ein paar der phantastischen Eigenschaften, die wirklich jeder von uns im Giersch vor seiner Haustüre findet. Ernten Sie dabei am besten die jüngeren Blätter – ältere bleiben eher hart.

Zutaten

10 Gierschblätter (gewaschen)
1 l Bioapfelsaft
1 große Bioorange
1 l Mineralwasser prickelnd

Zubereitung

1. Die Gierschblätter gemeinsam mit der in Scheiben geschnittenen Orange und dem Apfelsaft in ein Gefäß füllen. Dieses circa 8 bis 10 Stunden stehen lassen, damit der Giersch seine Wirkstoffe abgeben kann.
2. Vor dem Servieren mit dem prickelnden Mineralwasser aufgießen und genießen.

Hollersprudel

An warmen Sommertagen ist dieses spritzige Getränk der Hit. Der sommerlich feine Geschmack der Holun- derblüten mit dem Frischekick von Zitrone und Apfelessig, serviert mit blumigen Eiswürfeln, gewinnt jedes Herz. Darüber freut sich auch der Darm, denn durch die Fermentation enthält dieses Getränk viele gute Milchsäurebakterien.

Zutaten

5 bis 10 Hollerdolden
3 l Wasser
3 EL Apfelessig
1 Biozitrone
300 g Zucker

Zubereitung

1. Die Hollerdolden sollten Sie vorsichtig sammeln, damit nichts vom guten Geschmack des Blütenstaubs verloren geht. Zu Hause decken Sie ein Tuch über die Dolden, damit die letzten Tierchen gegen das Licht und runter von den Blüten krabbeln. Nicht waschen, sonst schwemmen Sie den Geschmack weg.
2. Die Biozitrone wird in Scheiben geschnitten und kommt mit den restlichen Zutaten in einen großen Topf. Drücken Sie die Dolden gut in das Wasser. Danach ein Geschirrtuch drüberhängen und alles 2 bis 3 Tage dunkel stehen lassen. Bildet sich ein leicht säuerlicher Geruch, ist der Sprudel fertig.
Alles abseihen, in saubere Flaschen füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Anders als Holundersirup hält sich der Sprudel nicht lange: Innerhalb einer Woche sollten Sie ihn aufbrauchen. Aber bei diesem Geschmack, schaffen Sie das locker.
Karina Reichl, fräuleingrün.at

LESETIPP

Als Fräulein Grün veröffentlicht Karina Reichl wöchentlich Kräuterrezepte auf ihrem Blog – die schönsten von ihnen sind jetzt als Buch erschienen: Fräulein Grüns Kräuterwunder, Integral Verlag, 2019, 20 Euro, ISBN 978-3-7787-9288-9


Fotos: Claudia Zaltenbach, Gettyimages/fotomarekka

Fotos: Gettyimages/Anna Chaplygina. Lidl

Fotos: Karina Reichl (2)