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Kräuterküche für Pferde: Kräuterkraft


Reiter Revue International - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 23.01.2019

Kräuter liegen voll im Trend. Nicht nur Menschen, auch Pferde können von der Heilkraft aus der Natur profitieren. Vorausgesetzt die Kräuter, ihre Dosis und die Kombination stimmen.


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Schon vor Jahrtausenden wussten die Menschen um die heilende Wirkung unterschiedlicher Kräuter. Heute liegen sie wieder voll im Trend. Zurück zur Natur. Viele versprechen sich von pflanzlichen Mitteln eine schonendere Wirkung als von chemischen Medikamenten. Die Ergebnisse aus der Wissenschaft sind beeindruckend. Johanneskraut soll bei leichten Depressionen besser wirken als synthetische Mittel, Grüner ...

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... Tee soll Fettleibigkeit entgegenwirken und die Mariendistel soll Leberschäden vorbeugen. Beim Menschen wohlgemerkt.

Wie unterschiedliche Kräuter bei Pferden wirken, ist wenig erforscht. Pferdewissenschaftlerin und Phytotherapeutin Constanze Röhm sagt: „Die erfahrungsbasierte Wissenschaft zeigt uns, dass bestimmte Kräuter auf einen warmblütigen Organismus eine Wirkung haben.“ Genau genommen sind es die sekundären Pflanzenstoffe in den Kräutern, die eine Wirkung haben. So hat sich beispielsweise die Teufelskralle bei Arthrose bewährt, Baldrian und Hopfen bei Nervosität und Thymian bei Atemwegsproblemen.

Nichts für den Notfall

Dass man die Wirkung von Kräutern nicht unterschätzen sollte, zeigt auch die Tatsache, dass die Anti-Dopingund Medikamentenkontroll-Regeln (ADMR) in der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) viele Kräuter im Wettkampf nicht erlauben und eine Karenzzeit von 48 Stunden angeben. „Kräuter sind der Veterinärmedizin in manchen Bereichen nicht unterlegen“, findet Tierheilpraktikerin Claudia Nehls, die besonders bei Hufrehe-Patienten mit Kräutertherapien gute Ergebnisse erzielt hat, wie sie sagt. „Die Veterinärmedizin behandelt beispielsweise mit Antibiotika, Entzündungshemmern, Schmerzmitteln und Blutverdünnern. Mit Kräutern kann man parallel zur tierärztlichen Therapie und in Absprache die Entgiftung, Ausleitung, Entwässerung und Stärkung von Muskeln, Bewegungsapparat und Hufstruktur angehen“, argumentiert sie.

Phytotherapeutin Constanze Röhm arbeitet fast ausschließlich mit Tierärzten zusammen und startet eine begleitende Behandlung mit Kräutern erst, wenn der Tierarzt seine Diagnose gestellt hat. Generell gilt: Ist das Pferd krank, muss der Tierarzt kommen. Denn selbst wenn Diagnose und Kräutermischung stimmen, brauchen die Inhaltsstoffe immer einige Tage, bis sie ihre Wirkung zeigen. Im Ernstfall kann es dann für das Pferd bereits zu spät sein.

UNSERE EXPERTEN

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Constanze Röhm
ist Pferdewissenschaftlerin und hat Phytotherapie, also Pflanzenheilkunde studiert. Sie arbeitet als Dozentin an Hochschulen und schrieb Bücher über Pferdeernährung. www.futterberatung-roehm.de

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Claudia Nehls
ist Tierheilpraktikerin, war Dozentin an unterschiedlichen Schulen für Tierheilpraktiker und hat sich auf Kräuterkunde und Homöopathie spezialisiert. Sie bietet eigene Kräutermischungen für Pferde zum Verkauf an. www.tierheilkundezentrum.eu

Pferde fressen in freier Natur in erster Linie Kräuter, die ihnen schmecken.


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Zubereitungsformen

Für einenTee, Aufguss , auch Infus genannt, die getrockneten Kräuter mit rund einem halben Liter heißem, nicht mehr kochendem Wasser überbrühen und zehn bis 15 Minuten ziehen lassen. Schöpft man die Kräuter ab, hat man einen Tee. Beim Aufguss bleiben die Kräuter im Wasser. Die Flüssigkeit abkühlen lassen und lauwarm über das Futter geben. Experten raten, die Kräuter mit zu verfüttern. Für die äußere Anwendung Tücher oder Watte in der Flüssigkeit tränken.

Bei derAbkochung , auchDekokt genannt, werden die Kräuter mit Wasser aufgesetzt und je nach Hitzebeständigkeit der Wirkstoffe zwischen fünf Minuten und einer Stunde gekocht. So sollen sich auch schwer aus den Pflanzen herauslösbare Stoffe extrahieren lassen. Die Flüssigkeit kann lauwarm verfüttert oder äußerlich angewendet werden.

EinenKaltauszug oder eineMazernation erhält man, wenn Kräuter in kaltem Wasser sechs bis acht Stunden ziehen. Diese Form der Zubereitung eignet sich für temperaturempfindliche Inhaltsstoffe.

Man kann die Kräuter natürlich auch pur füttern. Meistens nehmen sie sie aber besser in aufgegossener Form auf. Die Meinung darüber, ob die Wirkstoffe sich durch die Zubereitung mit Wasser besser entfalten können, ist geteilt.

Generell muss man unterscheiden zwischen der Phytotherapie, wie die Behandlung von Krankheiten mit Heilkräutern in der Fachsprache heißt, und der Kräutergabe allein zur Futterergänzung. Ausschlaggebend für die Einordnung ist die Menge an Kräutern, die das Pferd pro Tag bekommt.

Wohltuender Effekt

Mit 50 Gramm Kräutern pro Tag bewege man sich im Wellnessbereich, ordnet Constanze Röhm ein. Diese Menge kann auch der Laie ohne intensives Kräuterstudium bedenkenlos an sein Pferd verfüttern. Bei Ponys sind es maximal 30 Gramm Kräuter pro Tag. In diesen Mengen ist es eher ein wohltuender Effekt, den die Kräuter haben. Nicht umsonst hat schon unsere Großmutter bei Übelkeit zum Kamillentee geraten und bei Halsschmerzen zum Gurgeln mit Salbei.

Genauso kann man probieren, den beginnenden Husten seines Pferdes zunächst mit Kräutern für die Atemwege zu behandeln. Stellt sich jedoch nach Tagen keine Besserung ein oder verschlimmert sich der Husten gar, ist der Tierarzt gefragt. Wir würden mit einer schlimmen Magen-Darm-Grippe ja auch nicht auf eine Wunderheilung durch Kamillentee hoffen.

Entgegen einiger Behauptungen können Kräuter auch keine Wurmkur ersetzen. Auf einigen Internetseiten werden bestimmte Kräuter oder Kräutermischungen zwar als wurmabweisend bezeichnet, aber: „Die Würmer lachen sich darüber kaputt“, macht Constanze Röhm klar. „Die meisten sekundären Pflanzenstoffe gelangen gar nicht dorthin, wo sie auf Würmer treffen würden und sind längst zersetzt“, argumentiert die Pferdewissenschaftlerin. Daher können solche Mischungen allenfalls den Verdauungstrakt nach einer Entwurmung unterstützen. Mehr aber auch nicht.

TIPP

50 Gramm Kräuter pro Tag kann auch der Laie bedenkenlos an sein Pferd verfüttern. Damit bewegt er sich im Wellnessbereich.

Kritsche Mengen

Kräuter in hohen, therapeutischen Dosen jenseits der 50-Gramm-Grenze zu füttern, ist dem Profi vorbehalten, findet Constanze Röhm und nennt ein Beispiel: „Gerb- und Bitterstoffe wirken adstringierend, bedeutet, das Gewebe zieht sich zusammen. Das geht häufig einher mit einer Trockenheit des Gewebes. Bekommt ein Pferd täglich um die 200 Gramm solcher Kräuter, kann zumindest in der Theorie die Darmschleimhaut trockenlaufen und es kommt zur Krampfkolik.“

Claudia Nehls sieht die Obergrenzen weniger kritisch. „Mit den richtigen und individuell passenden Mischungen kann man nichts falsch machen“, sagt sie. „Davon kann man theoretisch auch 400 bis 500 Gramm täglich füttern. Da wäre dann aber eher der Kostenfaktor das Problem.“ Kräuter in guter Qualität sind nämlich teuer.

Für ein bisschen Wellness im Alltag kann der Pferdebesitzer auch auf Tee aus dem Supermarkt zurückgreifen, findet Constanze Röhm. Einfach einen Liter Wasser zum Kochen bringen, drei bis vier Teebeutel hineingeben, ziehen und abkühlen lassen und dem Pferd geben. „Wenn ich therapeutisch arbeiten möchte, geht das natürlich nicht“, lenkt die Phytotherapeutin ein. „Dann nehme ich Kräuter in Arzneibuchqualität, damit ein gewisser Anteil sekundärer Pflanzenstoffe auch enthalten ist.“

Brauchen Pferde Kräuter?

Kräuter und Kräutermischungen soll das Pferd als Kur bekommen, die zwischen sechs Wochen und drei Monaten dauern kann. Zwischen den Kuren sollten mehrere kräuterfreie Monate liegen. So die weitläufige Meinung. Claudia Nehls hat auch gegen die dauerhafte Fütterung nichts einzuwenden. „Das hängt aber von den jeweiligen Kräutern ab“, lenkt sie ein. „Nicht alle sind zur dauerhaften Fütterung geeignet. Einen Gewöhnungseffekt entwickelt das Pferd aber nicht“, sagt sie. „Die Wirksamkeit nimmt nicht ab. Eine Brennnessel ist immer blutverdünnend und eine Mariendistel ist immer leberstärkend“, argumentiert sie.


„Ist der Anteil sekundärer Pflanzenstoffe in der Gesamtration des Pferdes zu hoch, hat das Nebenwirkungen.“
Constanze Röhm


Bei Erkrankungen können Kräuter also helfen. Der Markt suggeriert jedoch häufig, dass Pferde Kräuter zwingend brauchen, um gesund zu sein. Viel zu wenig Kräuter stünden den Pferden in unseren Haltungsformen zur Verfügung. In freier Wildbahn hingegen würden Pferde sich bei kleinen Wehwehchen wie Juckreiz oder Verdauungsbeschwerden quasi selbst behandeln und genau die richtigen Kräuter fressen, heißt es oft.

Dem kann Constanze Röhm nicht zustimmen: „Pferde würden in erster Linie Kräuter mit ätherischen Ölen fressen, weil sie angenehm riechen“, hält sie dagegen und fügt hinzu: „Damit würden sie aufgrund des starken Geschmacks aber auch schnell wieder aufhören.“ Die Futterberaterin warnt: „Zu viele Kräuter sind giftig für ein Pferd.“ Zwar seien Pferde Mischkostfresser, die auch Kräuter aufnehmen, „aber eben auch Gräser, Blätter und Zweige“, zählt Constanze Röhm auf. Der Kräuteranteil auf Weiden soll laut Expertin 30 Prozent nicht übersteigen. „Ansonsten ist der Anteil sekundärer Pflanzenstoffe in der Gesamtration des Pferdes zu hoch. Und das hat Nebenwirkungen.“

Pferde können Kräuter in getrockneter oder frischer Form fressen. Wobei getrocknete Kräuter sicher praktischer sind. Sie sind länger haltbar, die Qualität ist meist geprüft und sie sind einfach zu dosieren.

TIPP

Getrocknete Kräuter als Aufguss zubereitet lassen sich übers Futter gegossen oder im Mash ganz einfach an das Pferd verfüttern.

Wie gutes Heu

Kräuter können als Tee, Aufguss, Abkochung oder Kaltauszug zubereitet werden (s. Kasten S.50). Möglich sind auch öl- oder alkoholbasierte Auszüge, Salben oder Tinkturen. Damit arbeiten jedoch in erster Linie professionelle Therapeuten. Für Laien ist der Aufguss oder Tee am praktikabelsten. Das geht schnell und als Mash zubereitet fressen die meisten Pferde die Kräuteraufgüsse gern.

Wer getrocknete Kräuter verfüttert, sollte sie vorher genau in Augen-schein nehmen. Aussehen und Geruch verraten einiges über die Qualität: „Die Kräuter sollten frisch aussehen, grüne Brennnesseln beispielsweise dürfen nicht beige sein“, nennt Claudia Nehls ein Kriterium guter Kräuter. „Und sie müssen immer frisch riechen, auf keinen Fall muffig. So wie bei gutem Heu, der Geruch ist entscheidend.“ Gut verschlossen, trocken und dunkel aufbewahrt, sind getrocknete Kräuter bis zu einem Jahr haltbar. Wer sie länger lagert, riskiert, dass die Wirkstoffe nachlassen.

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TIPP

Laien sollten sich bei Kräutern und Kräutermischungen immer genau an die Fütterungsempfehlung des Herstellers halten. Manche Kräuter, wie Knoblauch, Ingwer oder Baldrian sind schon in geringer Überdosis gefährlich für das Pferd.

Auf dem Turnier sind viele Kräuter nicht zugelassen. In den Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln (ADMR) haben viele eine Karenzzeit von 48 Stunden.


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Fertig gemischt

Fertige Kräutermischungen, die bei unterschiedlichen Zipperlein Abhilfe schaffen sollen, gibt es auf dem Markt zu Hauf. Mischungen für die Atemwege, für den Bewegungsapparat, für die Nerven, die Verdauung oder für das Immunsystem. Mittlerweile hat jeder große Futtermittelhersteller eigene Mischungen oder zumindest Mineralfutter mit Kräuterzusätzen im Angebot. Wie gut sind solche Fertigmischungen? „Die sind in der Regel völlig harmlos und im Wellnessbereich auch gut“, schätzt Constanze Röhm ein. Kritischer sieht sie die Tatsache, dass Laien sich online auch problemlos eigene Kräutermischungen zusammenstellen und diese schließlich an ihr Pferd verfüttern können.

Wilde Mischungen

Zu jedem Kraut gibt es zwar eine Fütterungsempfehlung. Wie die jedoch bei einer abenteuerlichen Mischung aus mehreren Kräutern zu unterschiedlichen prozentualen Anteilen, verteilt auf den Ein-Kilo-Sack aussieht, ist höhere Mathematik. „Der Pferdebesitzer muss es verantworten“, sagt Constanze Röhm. Nicht nur, dass der Pferdebesitzer Gefahr läuft, seinem Pferd mit Kräutern in zu hohen Dosen zu schaden – Baldrian, Ingwer oder Knoblauch sind nämlich ab einer bestimmten Menge schädlich für das Pferd – manche Kräuter passen auch einfach nicht zusammen, da sie sich in ihrer Wirkung behindern. „Das eine wirkt adstringierend, die Schleimhaut wird trocken, das andere fördert Sekretion – ja was denn nun?“, fragt Constanze Röhm. Um Kreuzreaktionen zu vermeiden, mischt sie zu therapeutischen Zwecken maximal fünf Heilkräuter miteinander.

In fertigen Kräutermischungen oder Mineralfuttermitteln mit Kräuterzusätzen finden sich auf der Zutatenliste jedoch häufig sehr viel mehr, teilweise bis zu 20 unterschiedliche Kräuter. In Mineralfuttermitteln ist der Kräuteranteil selbst meist schwindend gering. Kann das überhaupt noch die Wirkung haben? „Gerade in Müslis sind oft nur homöopathische Dosen an Kräutern enthalten, weil es sonst einfach zu teuer wird“, schätzt Tierheilpraktikerin Claudia Nehls ein.

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Bei akuten Erkrankungen wie einer Kolik muss sofort der Tierarzt kommen.


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TIPP

Unter www.pferd-aktuell/fairersport gibt es eine Suchmaschine, die zeigt, welche Substanzen auf dem Turnier erlaubt sind oder nicht.

Weil‘s schmeckt

Auf Nachfrage argumentieren die Hersteller mit dem guten Geschmack, den die Kräuter dem Müsli geben. Ein spezielles Verfahren soll die Wirksamkeit der Kräuter erhöhen und die Wirkstoffe für das Pferd verfügbarer machen, sodass schon kleine Mengen Kräuter ausreichen, heißt es. Ein anderer Hersteller will ebenfalls nicht mehr als fünf wirksame Kräuter miteinander kombinieren. Alle weiteren Kräuter seien „Füllkräuter“, die beispielsweise den Geschmack verbessern sollen, heißt es.

Übrigens: Die Kräuter mit größeren Anteilen finden sich vorne in der Zutatenliste, die weniger stark vertretenen stehen hinten. Gefährlich sind Fertigmischungen jedenfalls nicht und der Pferdebesitzer kann sie bedenkenlos in den vorgegebenen Mengen an sein Pferd verfüttern. Sie können das Pferd bei kleineren Wehwehchen unterstützen und sind eine leckere Abwechslung auf dem Speiseplan. Eine Wunderheilung sollte man von ihnen jedoch nicht erwarten.