Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Kraft-Rituale für die Rauhnächte


Herzstück - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 06.12.2018

Die Tage zwischen Weihnachten und „Heilige Drei Könige“ waren schon immer eine Zeit des Übergangs. Unsere Ahnen zogen sich in die gemeinsame Stube zurück, an den prasselnden Kamin. Und auch in die Welt der Gefühle. Die Rauhnächte sind seit jeher eine geheimnisumwobene Schwellenzeit, die auch wir heute nutzen können, um uns den Ahnungen, Träumen und Sinnen zu öffnen. Tauchen wir ein in uralte Rituale und Dunkelheit – und starten wir beschwingt ins neue Jahr…


Artikelbild für den Artikel "Kraft-Rituale für die Rauhnächte" aus der Ausgabe 1/2019 von Herzstück. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Herzstück, Ausgabe 1/2019

Eine kalte Schneeflocke auf der Haut, kurzes Rascheln im Laub: Heißen wir alle Eindrücke willkommen, ohne zielgerichtet nach ihnen zu suchen. Seien wir offen für alles …


Stille Tage, wache Sinne !

Mal die Kälte auf der Haut spüren. Die Grenze von Körper und Umwelt wahrnehmen …


Warm einpacken!

Reinigungs-Ritual

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,49€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Herzstück. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2019 von Lagom: Das Glück liegt in der Mitte …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Lagom: Das Glück liegt in der Mitte …
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von Momente, klar & rein wie Eis …. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Momente, klar & rein wie Eis …
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von SCHNEIDER: ROMY. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SCHNEIDER: ROMY
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von VINCENT CUEFF: Briefe an Lila. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
VINCENT CUEFF: Briefe an Lila
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von Reden heilt die Seele. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Reden heilt die Seele
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von Wunder-volle Mandalas. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wunder-volle Mandalas
Vorheriger Artikel
Schönes für zuhause: Herz-Stücke
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Ganz schön verzettelt!
aus dieser Ausgabe

Altes loslassen, Neues beginnen

Tinden Sie nicht auch, dass die Welt zwischen Weihnachten und Dreikönigstag irgendwie still zu stehen scheint? Kälte, Dunkelheit und der Feiertags-Marathon lassen in uns ein Bedürfnis nach „Zuhause“ entstehen, wir sehnen uns nach Wärme und Geborgenheit, nach Kakao und einer Kuschelhose …
Bei unseren Vorfahren ging es um viel mehr: Es ging ums Überleben. Die Familie fand sich am lodernden Kamin ein, um der Eiseskälte zu trotzen – und lauschte dabei den weisen Märchen und Sagen der älteren Generationen. Gerne wurde auch orakelt, um Vorhersagen fürs neue Jahr zu treffen, das Bleigießen stammt zum Beispiel aus dieser Tradition.
Die Rauhnächte sind seit jeher eine Schwellenzeit, in der Menschen Kontakt zum (Über-)Sinnlichen aufnehmen. Viele Ratschläge und Bräuche mögen uns vielleicht heute nicht mehr zeitgemäß erscheinen. So glaubten viele, dass man zu dieser Zeit draußen keine Wäscheleine aufhängen dürfe, da sich darin böse Geister verheddern. Wobei: Wir könnten diese „bösen Geister“ ja auch im übertragenen Sinne interpretieren – als alltägliche Pflichten, Routinen und lästige „To-do’s“! Verheddern wir uns nicht in ihnen, sondern nutzen wir die stille Zeit! Unsere Vorfahren meditierten, beteten und räucherten in den Rauhnächten, um das Heim zu reinigen und sich auf Neues einzustimmen. Sie achteten auf Zeichen, auf ihre Intuition und auf Träume. Lassen wir uns davon inspirieren …!
Charlott Drung

Sammel-Glück

Der starke Riesen-Zapfen schenkt Halt


Ein großes Stück Baumrinde, Steine mit ungewöhnlichen Formen oder Tannenzapfen im XXL-Format: Manchmal bleibt unser Blick an Kleinigkeiten hängen – vielleicht, weil sie gerade nicht so perfekt sind. Oder weil sie auf magische Art und Weise etwas in uns zum Schwingen bringen. In einer Kiste verstaut, haben wir sie immer griffbereit – zum Dekorieren der Wohnung oder für liebevolle Geschenk-Verpackungen. Folgen wir einfach unserer Intuition …

Am 21. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres, die Sonne geht um kurz nach acht auf und um kurz vor vier schon wieder unter. Viel Zeit für die Magie der Dunkelheit …


Licht-Spiele!

Magische Wunderwelt

Weise waren früher überzeugt, dass die Schwelle zur geistigen Welt während der Rauhnächte leichter zu übertreten ist. Wir selbst müssen nicht an Feen oder andere Naturwesen glauben, um uns für die Magie dieser Zeit zu öffnen. Allein wie sanft und still die Sonne die Erde wachküsst hat seinen Zauber.

Nachts nehmen wir andere Eindrücke und Energien wahr als am Tag. Beste Zeit also, um die Intuition zu schulen


Hoffnungs-Schimmer!

Eine magische kleine Nachtuwanderung

Für unsere Vorfahren hatten Kreuzungen an Rauhnächten eine magische Wirkung – so sollten unverheiratete Frauen dort um Mitternacht ihren zukünftigen Gatten treffen. Auch wenn bei uns nicht der Mann fürs Leben aufkreuzt – vielleicht machen wir bei einer Nachtwanderung ja eine besondere Beobachtung oder Bekanntschaft …

Feuer schenkt Wärme – und manchmal auch eine Erkenntnis …


Hammen-fauber

Wer eine brennende Frage mit sich trägt, kann die Flammen um Antwort bitten – am Lagerfeuer oder zuhause vor Kerzen. Vergegenwärtigen Sie sich Ihre Frage mit geschlosssenen Augen, schauen Sie dann in die Flammen. Fokussieren Sie nicht, sondern lassen Sie den Blick sanft fallen oder herumwandern. Was sehen Sie?

Frau Holle – die Hüterin des Lichts

Manch einer kennt Frau Holle nur aus dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm. Dabei spielte sie schon lange zuvor in Bräuchen und Sagen eine Rolle – oft auch in Verbindung mit den Rauhnächten. Ihr Name lässt sich zurückführen auf „die Holde” bzw. „die Helle”. Oft wird sie als eine lichtvolle Gestalt dargestellt und symbolisiert das Urweibliche. Sie schenkt unter anderem Leben, macht das Wetter und beschützt Spinnstuben. Spinnen war eine klassisch weibliche Arbeit – und Frauen gaben in den Stuben Märchen und Sagen über viele Generationen hinweg mündlich weiter. Eine andere wichtige Frauengestalt der Rauhnächte ist Frau Percht – vor allem in Alpenregionen. Oft wird sie als furchterregende Frau dargestellt, die etwa auch gerne böse Kinder in den Korb steckt.

Weniger denken, einfach fühlen

Wer sich fürs neue Jahr Ziele setzt, kann sie während eines Räucher-Rituals mit getrocknetem Rosmarin besiegeln


Wohltuende Aromen aus der Natur

Während des Räucherns den tanzenden Duftwolken zusehen – ein Spektakel für die Sinne! Seit Urzeiten wird durch Räucher-Rituale das Zuhause gereinigt, um Schutz gebeten, meditiert. Für besinnliche Momente ein Teil Weihrauch mit zwei Teilen Zedernholz auf heiße Holzkohle geben. Weihrauch hat eine reinigende Wirkung, Zeder stärkt die Intuition.

Schmücken wir einen Tisch oder eine Fensterbank zum Gedenken an unsere Vorfahren – zum Beispiel mit gesammelten Naturschätzen: mit Zapfen, Nüssen, Lichtern, Steinen oder Rinde. Wer mag, kann sich manchmal an den geschmückten Platz setzen, der Stille lauschen und ein wenig in Erinnerungen schwelgen


Lichterketten oder Kerzen entlang der Fenster verwandeln unser Zuhause in einen lichtvollen Schutzraum. Früher glaubten viele Menschen, auf diese Weise böse Geister bei Nacht vertreiben zu können


Geborgenheit spüren!

Lustiges Zwiebel-Orakel

Während der Rauhnächte werden wir zur Wetter-Fee – und zwar mit dem spielerischen Zwiebel-Orakel. Für eine Ein-Jahres-Prognose eine große Zwiebel der Länge nach halbieren. Aus jeder Hälfte dann sechs Zwiebelschalen nehmen, auf einem Frühstücksbrett aufreihen und jeweils mit etwas Salz bestreuen.
Am nächsten Morgen können wir unser Orakel deuten: Je nachdem, wie viel Wasser sich in den einzelnen Schalen gesammelt hat, lässt sich einschätzen, ob das Wetter in einem Monat trocken, feucht oder richtig regnerisch wird. Dabei steht die erste Schale für den Januar, die zweite für den Februar und so weiter

Zum Weiterlesen:
„Das Wunder der Rauhnächte” von Valentin Kirschgruber (Kailash Verlag, 12,99 €)

Bedeutungsvolle Träume

Traditionell haben Träume jetzt eine besondere Bedeutung. Auch sie liefern Hinweise für das kommende Jahr. Träume aus der ersten Rauhnacht (vom 24. auf den 25. Dezember) beziehen sich auf den Januar, Träume aus der zweiten Rauhnacht auf den Februar. Setzt sich alle zwölf Rauhnächte bis zum 6. Januar fort.


FOTOS: AKG-IMAGES, GETTY IMAGES (4), ISTOCKPHOTO, MAURITIUS PICTURES, PLAINPICTURE (4), PR, ZHPH PRODUCTION/STOCKSY; ILLUSTRATIONEN: ISTOCKPHOTO