Lesezeit ca. 8 Min.
arrow_back

Kraftakt VERDAUUNG


Logo von Hörzu Gesundheit
Hörzu Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 04.03.2022

Artikelbild für den Artikel "Kraftakt VERDAUUNG" aus der Ausgabe 1/2022 von Hörzu Gesundheit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Hörzu Gesundheit, Ausgabe 1/2022

Prof. Dr. Michael Schäffer

Universitätsprofessor in Tübingen und Chefarzt am Marienhospital in Stuttgart sowie ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-und Thoraxchirurgie

Sie sind Experten der Nachhaltigkeit, verwerten nahezu jeden Bissen, den wir zu uns nehmen: Unsere Verdauungsorgane zerreiben, zerteilen und verarbeiten auch noch die kleinste Nuss, Linse oder Erbse. Immer auf der Suche nach Energie und Nährstoffen, die wir für ein gesundes, langes Leben brauchen.

Zwar spielt sich unsere Verdauung meistens äußerst diskret ab. Banal ist sie aber nicht: Vielmehr ist das, was in der Finsternis unseres Innersten geschieht, eine der aufwendigsten Leistungen des menschlichen Körpers und ein evolutionäres Meisterstück. Im Verborgenen arbeitet ein hochkomplexes System mit vielen Beteiligten, greifen chemische und mechanische Prozesse präzise ineinander – 24 Stunden täglich, ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Hörzu Gesundheit. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2022 von Liebe Leserin, lieber Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserin, lieber Leser!
Titelbild der Ausgabe 1/2022 von HORZU Gesundheit. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HORZU Gesundheit
Titelbild der Ausgabe 1/2022 von Ein Tropfen Blut .... Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ein Tropfen Blut ...
Titelbild der Ausgabe 1/2022 von ... und sein Kreislauf. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
... und sein Kreislauf
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Hilfe! Ich höre nicht mehr richtig
Vorheriger Artikel
Hilfe! Ich höre nicht mehr richtig
Auf den MAGEN geschlagen
Nächster Artikel
Auf den MAGEN geschlagen
Mehr Lesetipps

... unermüdlich.

Drei-Tages-Trip durchs Reich der Mitte

Alles, was wir essen, geht in der Regel auf einen Drei-Tages-Trip durch einen etwa acht Meter langen Schlauch, der sich durch unsere Mitte windet. Muskeln schieben die Nahrung von einer Station des Gastrointestinaltrakts, wie die Verdauungsorgane vom Mund bis zum After medizinisch heißen, zur nächsten. Ist die Verdauung endlich mit ihr fertig, bleibt auch vom teuersten und edelsten Mahl nur noch ein ausgelaugter, kläglicher Rest ohne den geringsten Nutzen übrig.

Der Magen ist gemessen an seiner Leistung eines unserer robustesten Organe.

Allein 57 Kilo Kartoffeln, 9,5 Kilo Pasta, 15,5 Kilo Hühnerf leisch, etwa 250 Eier und 95 Liter Bier nimmt der Durchschnittsdeutsche unter anderem jährlich zu sich, wie Statista für das Jahr 2020 ermittelte. „So passieren in 80 Lebensjahren mehr als 30 Tonnen feste Nahrung und ebenso viel Flüssigkeit den Verdauungstrakt“, erläutert Professor Dr. Michael Schäffer. Der Chefarzt am Marienhospital in Stuttgart und ärztliche Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-und Thoraxchirurgie kennt nach mehr als 10.000 Operationen jedes Detail und jede Faser in unserem Innersten. In seinem Buch „Jeder Magen hat seinen Reiz“ (s. Buchtipp S. 78) beschreibt er all die großen und kleinen Wunder, Beschwerden und Phänomene, die sich in unserem Bauchraum abspielen.

Tiere verdauen anders

Tatsächlich würde der vergleichsweise kleine Verdauungstrakt in jeden Einkaufskorb passen. Erst entfaltet wird er zum System von Format. Als Meister der Oberf lächenvergrößerung bringt es etwa der Dünndarm mit 300 bis 500 Quadratmetern fast auf die Größe eines Tennisplatzes. Wie vielfältig Verdauungssysteme sein können, zeigen die im Laufe der Evolution bei den verschiedenen Spezies völlig unterschiedlichen Nahrungsverwertungsapparate. Biologen zählen etliche verschiedene Verdauungssysteme im Tierreich, wobei Karpfenfische völlig ohne Magen auskommen müssen. Kühe als Wiederkäuer dagegen benötigen gleich vier abgegrenzte Hohlraumsysteme, um es mit schwer verdaulichem Grünfutter aufzunehmen. Den Olavius algarvensis, einen Wurm, der vor der Mittelmeerinsel Elba lebt, trifft es noch härter als den Karpfen. Er hat weder Mund, Magen noch Darm. Er ernährt sich von seinen eigenen Stoffwechselprodukten. Vögel wiederum haben zwei Mägen. Bei ihnen ersetzt ein Muskelmagen die fehlenden Zähne und zerlegt den Regenwurm.

Das Verdauungssystem von oben bis unten

1 Die erste Station der Nahrung ist der Mund. Dort wird alles, was wir essen, von 28 Zähnen zerkleinert und zermahlen. Die Zunge schiebt die weichen Nahrungsstückchen portionsweise Richtung Rachen.

2 Die Speicheldrüsen produzieren Speichel, der sich unter die Nahrung mischt und sie weich und geschmeidig macht.

3 Die Muskeln der Speiseröhre befördern den Nahrungsbrei hinab zum Magen.

4 Im Magen wird der Nahrungsbrei Stunde um Stunde geknetet. Moleküle machen sich an die Eiweißverdauung, aggressive Magensäure filtert den Nahrungsbrei und schützt so vor Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze, aber auch vor krebserregenden Stoffen, die mit der Nahrung aufgenommen werden.

5 Der Speisebrei wird in kleineren Portionen zum Zwölffingerdarm weitergeleitet. Er ist der erste Abschnitt des Dünndarms.

6/7 In der Leber wird Gallensaft gebildet und in der Gallenblase gespeichert. Zur Verdauung der Fette wird der Gallensaft bei Bedarf in den Zwölffingerdarm abgegeben.

8 Die Bauchspeicheldrüse hat gleich zwei lebenswichtige Aufgaben: Zum einen produziert sie die Verdauungssäfte, die für die Spaltung und Zerkleinerung der Nahrung im Darm notwendig sind. Zum anderen bildet sie die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

9 Im Dünndarm geht es in Sachen Verdauung noch einmal hoch her. Alle Nährstoffe werden dort in ihre kleinsten wasserlöslichen Bestandteile, die Grundbausteine, zerlegt. Über einen samtigen Teppich aus Darmzotten gelangen sie in die Lymph-und Blutbahn und verteilen sich im ganzen Körper.

10 Im Dickdarm wird dem Nahrungsbrei Wasser entzogen, und noch einmal wird er nach Verwertbarem durchsucht. Von hier wird der nunmehr komplett inhaltslose Rest des Speisebreis zum Mastdarm transportiert.

11 Im Blinddarm werden unverdauliche Pflanzenfasern von Bakterien zersetzt.

12 Der Mastdarm umfasst die letzten 15 bis 20 Zentimeter des Darms und ist Sammelstelle für den mittlerweile eingedickten Kot.

13 Der Schließmuskel des Afters reguliert die Entleerung des Darms.

28 Zähne schreddern die Nahrung

Jedes kulinarische Vergnügen beginnt im Mund. Angenommen, wir essen eine Pizza. Bevor die italienische Köstlichkeit ihre Tour durch den Verdauungstrakt antritt, wird sie von 28 Zähnen plus vier Weisheitszähnen reisegerecht zerstückelt und zermahlen. Damit alles gut rutscht, mischt sich noch eine Portion Speichel unter die Masse. Von dem haben wir mehr als genug: Bis zu 1,5 Liter werden pro Tag in den Drüsen der Mundschleimhaut produziert. Das sind in einem 80-jährigen Leben über 40.000 Liter Spucke – mehr als ein ganzer Tanklaster voll! So angereichert wird das mediterrane Nationalgericht von der Zunge portionsweise nach hinten geschoben und versinkt schließlich in der Speiseröhre. Dieser etwa zwei Zentimeter dicke Transportkanal ist hyperelastisch und kann sich auf fast das Doppelte ausdehnen. Glück für alle, die schon einmal versehentlich ihre Nahrung nicht ausreichend zerkaut und einen zu großen Brocken heruntergeschluckt haben.

Ein Muskelsack als Zwischenlager

Damit unsere Pizza auch tatsächlich in den „richtigen Hals“ und nicht etwa in die Luftröhre rutscht, wird diese beim Schlucken reflexartig vom Kehlkopfdeckel verschlossen. Wer das brillante Ventil überlisten und ein Getränk einfach mal runterlaufen lassen will, riskiert zu ersticken! Von der Speiseröhre geht es für den italienischen Leckerbissen weiter in die Finsternis des Magens. Stundenlang knetet diese Mischmaschine, deren Form an einen überdimensionalen Angelhaken erinnert, Hefeteig, Tomatensoße, Käse und Salami und macht sich mit ihren Molekülen an die Eiweißverdauung. Während die Pizza aufgrund ihres Fettgehaltes etwa vier Stunden in die Mangel genommen wird, ist der Magen mit dem Vino Bianco, den wir uns zum Essen gegönnt haben, schon nach einer Stunde durch.

„Der Magen ist Schwerstarbeiter, Sicherheitsdienst und gemessen an seiner Leistung eines unserer robustesten Organe“, sagt Prof. Schäffer. Beruhigend! Denn selbst nach der heftigsten Schlacht am Buffet: „Platzen kann der Magen nicht!“

Der Bauch-und Tumorchirurg erklärt ein weiteres Phänomen des Magens: „Dieser Muskelsack hält nicht nur all die Dinge aus, die wir ihm zuführen und zumuten, sondern auch sich selbst.“ Ein Wunder unseres Körpers, wie er findet, denn im Magen geht es ziemlich sauer zu: „Dies bewirkt vor allem die knapp einprozentige Salzsäure, die im Magensaft enthalten ist“, sagt Schäffer. Sie schütze vor Infektionen mit Bakterien, Viren und Pilzen, aber auch vor krebserregenden Stoffen, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Bis Anfang der 80er-Jahre waren Wissenschaftler noch davon überzeugt, dass im sauren Milieu des Magens keine Bakterien überleben könnten. Doch mit der Entdeckung des Bakteriums Helicobacter pylori (s. Seite 88) wurde diese These verworfen. Warum aber verdaut sich der Magen bei einem solch aggressiven Cocktail nicht selbst? „Davor bewahrt ihn die Schleimschicht, mit der er ausgekleidet ist“, so Prof. Schäffer, „ohne sie würde sich der Magen innerhalb von Minuten selbst zerstören.“

Überhaupt hat dieses Sekret, das alle inneren Oberf lächen des Körpers bedeckt, viele Talente. Es schmiert Gelenke, befeuchtet Augen, bereitet Babys in der Gebärmutter ein weiches Nest und ist Hüter unseres Innenlebens. Gerät beispielsweise eine kleine Gräte oder ein Knochensplitter ins Gemenge, werden die Fremdkörper eingeschleimt, und alles nimmt störungsfrei seinen Lauf. Nicht nur Menschen, auch viele Tiere nutzen diese körpereigene Allzweckwaffe. Wahre Schleimkönige sind sogenannte Knochenfische. Sie hüllen ihren kompletten Leib in das Sekret, um Mikroben und Pilze fernzuhalten.

Alles eine Frage der Zeit

Verdauung ist nicht gleich Verdauung. Wie lange sich das Käsebrötchen, das Steak oder der Apfel allein im Magen aufhalten, hängt vor allem von den Inhaltsstoffen ab. Grundsätzlich sind kohlenhydrathaltige Lebensmittel für ihn leichter zu verdauen als fett-oder proteinhaltige. Ein Überblick:

Leicht verdauliche Lebensmittel

Obst: Äpfel, Bananen, Orangen, Grapefruit Weintrauben – sofern sie reif sind. Ausnahme: Steinobst.

Gemüse: Kürbis, Karotten, Erbsen, Fenchel, Blumenkohl, Bohnen, Tomaten, Zucchini, Kartoffeln.

Milchprodukte: Milch, Joghurt, Käse – allerdings nur, wenn sie fettarm sind.

Fleisch: Rindfleisch, Geflügel und Wild, wenn es fettarm zubereitet wird. Magere Wurst wie gekochter Schinken, Corned Beef, Geflügelwurst.

Getreideprodukte: Nudeln, Reis, Haferflocken – grundsätzlich können alle leicht verarbeitet werden.

Schwer verdauliche Lebensmittel

Gemüse: Kohlsorten, Zwiebeln, Paprika, Oliven, Rettich, Pilze, Lauch, Hülsenfrüchte.

Fette Fischarten: wie Lachs, Aal und Hering oder auch geräucherte, eingelegte oder konservierte Fischwaren.

Eier: wenn sie hart gekocht sind.

Süßes: Marzipan, Kekse, Schokolade, Sahnekaramell. Ausnahme: Honig und Marmelade.

Brot: grobe Vollkornbrote und alle frischen Backwaren.

Häppchenweise lotst der Magen nun unser mittlerweile ziemlich ausgeschlachtetes Pizzapüree zum Dünndarm. Dass das langsam und in kleinen Portionen geschieht, ist wichtig. Denn so wird unser Körper beständig mit Nährstoffen versorgt und wir haben ein Sättigungsgefühl, bis die nächste Mahlzeit ansteht. „Ohne diesen Prozess müssten wir ständig essen“, betont der Experte. Wie die Spitzmaus. Als Turbo-Verdauer kann sie nicht länger als drei Stunden ohne Futter bleiben, sonst würde sie verhungern. Und noch einen Vorteil hat der schleppende Transport: Er verhindert, dass der Magen ständig knurrt. Denn tatsächlich entsteht die Musik meistens dann, wenn er nahezu leer ist, ihn hauptsächlich Luft und Magensäure füllen.

Schaltzentrale der Gesundheit

Zurück zur Pizza. Die macht mittlerweile einen kurzen Stopp im oberen Teil des Dünndarms, dem Zwölffingerdarm, wo sich Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse und Säuren aus der Galle über sie hermachen und die Fettverdauung ankurbeln. Von hier aus geht es in den eigentlichen, etwa drei bis sechs Meter langen Dünndarm. In diesem Kraftwerk nimmt die Verdauung noch einmal richtig Fahrt auf, denn seine Innenwände sind mit Milliarden von Darmzotten ausgekleidet. Über diesen samtigen Teppich gelangen nun die zuvor aufgespaltenen Vitamine, Kohlenhydrate, Fette und Proteine aus unserer Nahrung in die Lymphund Blutbahn, verteilen sich im ganzen Körper und sichern damit unsere Versorgung – ein Leben lang. Dass sich nicht versehentlich Bakterien aus dem Nahrungsbrei mit auf den Weg machen, verhindert das körpereigene Immunsystem. Praktisch – allein 60 bis 70 Prozent aller Abwehrzellen sitzen direkt vor Ort, im Darm. Überhaupt: Die Vorstellung, der Darm sei nur ein primitiver Verdauungsschlauch, täuscht. Im Licht der aktuellen Forschung ist das größte Organ eine der bedeutendsten Schaltzentralen unserer Gesundheit.

Der Darm als Dreh-und Angelpunkt

Rund um den Dünndarm spannt sich ein eigenes Nervengef lecht mit mehr als 100 Millionen Neuronen. Sie bilden das zweite, sogenannte Bauchhirn (s. ab Seite 80). Zwar ist dieses mit dem Kopfhirn gut vernetzt, Entscheidungen trifft der Darm aber gern im Alleingang: Er checkt Tauglichkeit der Nahrungsmittel, prüft Bakterienbefall, und wenn das Essen schlecht war, ordnet er an, dass es wieder nach oben oder im Turbo nach unten hinausbefördert wird.

Der Darm, so haben Experimente gezeigt, braucht für seine Arbeit tatsächlich als einziges Organ im Körper keine Anweisungen von oben. Legt man den inneren Schlauch von Mäusen isoliert in eine Petrischale, schnürt er sich weiterhin ringförmig zusammen, als müsse er immer noch seinen Inhalt transportieren. Der Darm ist übrigens das älteste Organ in unserem Körper: Er bildet sich im Embryo lange vor Haut, Herz, Lunge oder Hirn.

Letzte Station unserer inzwischen zu 90 Prozent ausgeschlachteten Pizza ist der Dickdarm. Etwa zwölf Stunden lang muss der unverdauliche Restebrei aus Zellulose und jeder Menge Bakterien in dem 1,5 Meter langen Schlauch ausharren, bis er aus der Finsternis in die Freiheit entlassen wird. Um unseren Körper vor dem Austrocknen zu schützen, wird dem Brei kurz vor dem Ziel nun auch das Wasser entzogen und spezialisierte Bakterien durchsuchen ihn, um auch das letzte bisschen Energie aus ihm herauszuquetschen. Damit die folgende „Sitzung“ nicht zu einem stundenlangen Kraftakt wird, kommt noch einmal Schleim ins Spiel. Für einen fluffigen Abtransport.

SUSAN JUNGHANS-KNOLL

@ onmeda.fit/verdauung Hier finden Sie weitere Informationen über den Weg unserer Nahrung

BUCHTIPP

Prof. Dr. Michael Schäffer: Jeder Magen hat seinen Reiz: Warum wir Sodbrennen bekommen und Liebe durch den Magen geht. Alles über unser empfindsamstes Organ, Heyne Verlag, 288 Seiten, 18 Euro