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KRAUTANGELN: KRAUTKÖDER: FÄNGER DSCHUNGEL


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 70/2019 vom 06.06.2019

Kraut ist nicht Kraut – unterschiedliche Pflanzentypen und Wuchsformen machen es erforderlich, dass der Raubfischangler sich darauf einstellt.Johannes Radtke zeigt Ihnen, welche Köder er in verschiedenen Situation benutzt, um Hecht und Co. aus dem Gemüse zu holen.


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Über ausgedehnten Krautfeldern fischt es sich am besten mit stabil in einer Tiefe laufenden Ködern. Crankbaits und Gummifische mit Bauchgewicht haben sich bewährt.


FOTOS: H. FREI, F. PIPPARDT

UNTERWASSERRASEN

SCHÖN DRÜBER WEG

Befindet sich am Gewässergrund eine mehr oder weniger geschlossene Pflanzendecke und ist darüber „Luft” um unseren Köder ...

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... zu führen, empfehlen sich stabil in einer Tiefe laufende Köder. Crankbaits werden einfach durchgekurbelt und bleiben dabei sehr zuverlässig in ihrer „Wohlfühltiefe”, selbst, wenn man die Geschwindigkeit etwas variiert. Ein Gummifisch am Jigkopf wäre hier eher ungeeignet, da sich seine Lauftiefe schon bei geringer Änderung der Einholgeschwindigkeit stark verändert. Viel besser ist es, einen Gummifisch an einer Schraube (Shallow Screw) zu montieren und mit Gewichten am Bauch zu versehen. Durch die Platzierung der Gewichte weiter Richtung Körpermitte läuft das Gummi viel stabiler in einer Tiefe, wesentlich unabhängiger von der Einholgeschwindigkeit.

BLEI VARIIEREN

Experimentieren Sie mit verschiedenen Bleigewichten und deren Positionierung am Bauch des Köders. So können Sie die Lauftiefe sehr präzise verändern.

LICHTES SEEROSENFELD

F“ bedeutet Floating, also schwimmend. Dieser Köder ist gut sichtbar.


FOTOS: P. MUNZINGER, F. PIPPARDT

Auch wenn es nach vielen Hängern aussieht: Jerks und Swimbaits lassen sich ziemlich gut durch lückige Seerosenfelder manövrieren.


MUT ZUR LÜCKE

Stehen die Seerosen nicht dicht an dicht, lässt es sich mit Swim- und Jerkbaits überraschend gut darin fischen. Grundvorraussetzung sind natürlich präzise Würfe in die Lücken. Durch Variation von Einholgeschwindigkeit und -timing kann man den pendelnden Lauf gezielt steuern, und so einzelne Seerosenblätter umschiffen. Wichtig bei diesen Lücken-Füllern ist eine langsame Sinkrate oder gleich eine schwimmende Ausführung. Diese lassen sich äußerst langsam führen: sanfte Zupfer mit der Rutenspitze reichen, um sie verführerisch fast auf der Stelle tänzeln zu lassen. So lassen sich auch kleine Krautlücken noch gut damit abfischen. Natürlich hängt mal ein Köder fest, doch Hänger lassen sich in lückigen Seerosen problemlos lösen. Zum Ausgleich gibt es beinahe gar keine Fehlbisse.

PRÄZISE WERFEN

Benutzen Sie, wenn Sie haben, eine Baitcast-Rolle. Damit lässt sich punktgenau werfen.

UNTERWASSERWALD

MITTENDURCH

Ragen lange Pflanzenstängel vom Grund mehrere Mehr empor, entsteht der Eindruck eines Unterwasserwaldes. Oft bestehen diese Wälder aus Laichkraut, am Boden wachsen dann noch andere, kurzwüchsige Arten. Dieser Lebensraum bietet Friedfischen Deckung und reichlich Futter, daher leben hier viele und große Futterfische. Hecht und Barsch sind begeistert: Nahrung sowie Deckung an einem Platz! Daher kommen hier sogar Kapitale beider Arten vor. Doch selbst Zander liegen im Schatten der lang wachsenden Laichkräuter am Boden. Da das Wasser an diesen Hotspots oftmals recht tief ist – das Durchwachsene Laichkraut wächst bis zu sechs Meter hoch – dürfen unsere Krautköder gern ein bisschen runter gehen. Spinnerbaits und Gummis am beschwerten Offsethaken sind die richtigen Waffen. Insbesondere der kleinere Spinnerbait ist hier genau der richtige Köder für dicke Krautbarsche! Außerdem funktionieren Jigs mit Krautschutz ganz gut. Zwar bleibt ab und zu Kraut am Haken hängen, aber die tollen Fangmöglichkeiten gleichen dies mehr als aus.

Hier ist ein wenig Tiefgang gefragt. Spinnerbait, beschwerte Offset-Gummis und Jigs mit Krautschutz sind die Wahl für den Unterwasserwald.


SEIL FÜR DEN WALD

Da hier auch richtig große Hechte stehen und das Kraut stabil ist, sollte das Gerät etwas kräftiger ausfallen. Vor allem die Schnur!

DICHTES KRAUT

Gummifische am Offsethaken und hoch aufschwimmende (hohle) Plastikköder funktionieren auch noch in dichtestem Bewuchs. Doch nur entsprechend präpariert geht die Bissausbeute in Ordnung.


FOTOS: H. FREI, F. PIPPARDT

VOLL IM GEMÜSE

Ob Seerosen oder anderes „Kraut”: Wo sich an der Oberfläche und darunter dichte Pflanzenteppiche bilden und es kein Durchkommen gibt, muss oberflächlich gefischt werden. Zwei verschiedene Ködertypen haben sich hier besonders bewährt: sogenannte Hollow Lures (hohle Köder mit zäher Gummihaut) und die zuvor beschriebenen Gummiköder am Offsethaken. Letztere sollten nicht oder minimal beschwert sein. Die Köderführung ist weniger wichtig, je dichter der Bewuchs ist. Im Extremfall können Sie ihren Köder einfach nur über die Pflanzen hinwegschlittern lassen und lediglich dort etwas langsamer und mit mehr Aufmerksamkeit führen, wo sich ein kleine Lücke bildet, oder der Bewuchs nicht ganz so dicht ist. Oft folgt der Hecht dem nur schwer anzuvisierendem Köder unter der geschlossenen Pflanzendecke und attackiert erst, wenn sich eine kleine Lücke zeigt. Die Bisse sind dann oft extrem aggressiv. Nicht selten springt der Hecht sogar mit dem Gummi im Maul aus dem Wasser.

GIFTIG MACHEN

Gummifrösche und andere Hohlköder (sogenannte Hollow-Lures) sollten unbedingt einen Extrahaken verpasst bekommen. Sonst gibt es nur Fehlbisse.