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KRAUTANGELN: OFFSET-TIPPS: MIT GUMMI IM GEMÜSE


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 70/2019 vom 06.06.2019

Seerosen und Kraut bilden im Hochsommer einen undurchdringlichen Dschungel. In diesem Dickicht finden Hechten ideale Einstände. Gleichzeitig sind diese Bereiche aber unmöglich zu beangeln. Oder? Von wegen! Wir sind uns sicher: Mit der richtigen Technik und dem passenden Köder istjeder Krauthecht fangbar.


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Fast jedes Kraut- oder Seerosenfeld beherbergt einen guten Hecht, der ein kleines, schlankes Gummifischchen zum Fressen gern hat.


FOTOS: M. HEINS, R. SCHWARZER

Der Hecht steht zwischen den Seerosen und wartet nur auf den Gummifisch, der zwischen den Blättern durchrutscht. Die Bisse sind brutal und immer ...

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... wieder überraschend!


Es gibt sie in jedem Gewässer: Die Stellen, an denen man eigentlich nicht fischen kann. Undurchdringliche Kraut- und Seerosenfelder lassen es nicht zu. Diese Spots haben zwei Dinge gemeinsam. Erstens: Hier wird nur sehr wenig bis gar nicht gefischt. Und zweitens: Hier steht mindestens ein wirklich guter Hecht, der die Deckung und den geringen Angeldruck zu schätzen weiß.


„OFFSETGUMMIS HABEN TÜCKEN, VOR ALLEM HINSICHTLICH DER BISSAUSBEUTE.“


Natürlich juckt es jedem in den Fingern, diese Bereiche zu beangeln. Allerdings kann sich aus der Motivation auch schnell Frust entwickeln, wenn man nur das Seerosenfeld lichtet oder ganze Krautfelder aus dem Gewässer birgt, statt den Hecht anzusprechen.
Die Lösung heißt Gummifisch am Offset-Haken! Bei diesem Ködertyp ist der große Einzelhaken vollkommen im Körper versenkt. Man kann also mitten ins Hindernis werfen, ohne hängen zu bleiben. Zudem sind viele dieser Köder bei den Hechten sehr beliebt und es gibt reichlich Bisse.

Ist damit also das Problem der schwer fangbaren Hechte im Gemüse gelöst? Nicht ganz, muss man ehrlicherweise sagen, denn die Offset-Gummis haben auch so ihre Tücken. Vor allem hinsichtlich der Bissausbeute lassen sie oft zu wünschen übrig. In Extremfällen kommt es vor, dass der Angler zehn Attacken am Tag bekommt, aber nur Fehlbisse kassiert. Es gibt gleich mehrere Gründe für eine schlechte Bissausbeute beim Angeln mit Offset-Haken und Gummis. Wir haben die ärgsten Probleme aufgeführt und zeigen Ihnen Wege aus der Misere.

Angel Woche-Chefredakteur Rolf Schwarzer hat gelernt: Wer sich im Griff hat und nicht zu früh anhaut, „dreht“ den Offset-Haken sicher ins Hechtmaul.


FOTOS: R. SCHWARZER, J. RADTKE


„Auch ich hatte dieses Problem, und es hat mich schier wahnsinnig gemacht, bis ich erkannte, wie einfach sich die Bissausbeute verbessern lässt.“


PROBLEM 1: DER ANGLER

Ein verzögerter Anhieb hakt den Hecht (oben), ein verfrühter Anhieb zieht den Köder aus dem Räubermaul (unten).


Das größte Problem ist oft der Angler selbst. Nicht, weil er nicht gut angeln kann, sondern weil er zu schnell und zu extrem reagiert! Folgende Situation: Der Hecht steht mit knurrendem Magen und daher angespannt in seiner Deckung. Unser Gummi läuft dicht über ihm hinweg. Einfache Beute. Er attackiert entschlossen! Das Wasser und die Seerosen um ihn herum explodieren förmlich – genauso wie wir am anderen Ende der Leine. In der Folge schlagen wir sofort an, und das ist der Fehler! In den meisten Fällen wird der Fisch so nämlich nicht gehakt. Auch ich hatte dieses Problem, und es hat mich schier wahnsinnig gemacht, bis ich erkannte, wie einfach sich die Bissausbeute verbessern lässt.

DIE LÖSUNG

Insbesondere beim Jiggen wird dem Angler nicht zuletzt durch die Fische beigebracht, in einer Zehntelsekunde nach dem Biss reagieren zu müssen. Beim Angeln mit im Gummi verborgenen Haken muss man diese über Jahre gelernte Reaktion unterdrücken. Leichter gesagt als getan, das gebe ich zu. Aber seit ich mit dem Anhieb so lange warte, bis der Hecht mit dem Köder im Maul abdreht, hake ich viel mehr Fische! Durch den verzögerten Anhieb entsteht ein 90-Grad-Winkel zur Schnur. Wenn dann Spannung auf den Köder kommt, schert der Haken seitlich aus und fasst im Hechtmaul. Man kann es sich übrigens mit einem Hilfsmittel deutlich leichter machen: Eine Rute mit einer weichen Spitze, oder sogar einer semiparabolischen Aktion, überträgt die Bisse nicht sofort bis ins Handteil. Selbst ein nervöser Angler kann sich so etwas besser zusammenreißen. Vor allem jedoch verhindert eine solche Aktion schon von Haus aus einen extrem schnellen Anhieb. Zudem wird dem Hecht durch eine nachgiebige Spitze sehr viel weniger Kraft entgegengesetzt und er merkt den Schwindel nicht. Ich gehe beim Biss dem Fisch mit der Rutenspitze entgegen und schlage erst an, wenn die Schnur sich durch den abziehenden Hecht strafft.

FAZIT

Beim Biss zusammenreißen und eine Rute mit nachgiebiger Spitze verwenden!

PROBLEM 2: DER HAKEN

Redakteur Florian Pippardt setzt auf übergroße Haken, um die Bissausbeute zu verbessern.


„Der Fisch ist weg. *******! Dabei war ich doch so stolz auf meinen extra kleinen und dezenten Haken.“


Mein Köder landet auf den Seerosen. Im Wasser beginnt er seinen perfekten Lauf – darauf bin ich besonders stolz, ich habe einen extra leichten, kleinen Haken gewählt, der den flankenden Lauf möglichst wenig stört. Es wirkt: Ein Stück entfernt wackeln die Stängel deutlich, jemand hat ihn bemerkt. Nachdem der Gummifisch ein, zwei Meter hinter sich gebracht hat, ist direkt hinter ihm eine verdächtige Bugwelle zu erkennen. Es folgt ein großer Schwall, die Rutenspitze ruckt kräftig. Ich bin vorbereitet und weiß: Jetzt bloß die Ruhe bewahren, ein verzögerter Anhieb ist wichtig! Der Fisch dreht ab, die Schnur strafft sich und ich hebe zügig die Rute. Auf einmal kommt mir der Gummifisch aber aus den Seerosen entgegengeflogen, der Fisch ist weg.!

DIE LÖSUNG

Auch wenn es einer Regel beim normalen Gummifischangeln widerspricht: Der Offset-Haken sollte lieber eine oder gar zwei Nummern zu groß gewählt werden. Er schränkt die Aktion des Gummifisches vielleicht etwas ein, allerdings ist das beim Angeln im dichten Dschungel nicht der ausschlaggebende Punkt. Die Hechte im Dickicht haben ein kleines Reaktionsfenster. Wenn sie zu lange überlegen, ist ihre Beute schon wieder im Gemüse verschwunden. Sie achten daher nicht penibel darauf, ob das Opfer auch aufreizend genug paddelt. Was nach Beute aussieht, wird sofort attackiert. Beim Softjerken zum Beispiel ist das gut zu sehen: Hier wird der Offset-Haken durch einen V-Tail- oder Pintail-Gummifisch gezogen und langsam durch das Gemüse gezupft. Der Köder an sich hat keinerlei Eigenaktion, trotzdem wird er von den Hechten sofort akzeptiert.

Dieser Haken ist definitiv zu klein, der Gummifisch deswegen eine sichere Bank für viele Fehlbisse.


Diese Abbildung zeigt das optimale Haken/Köder-Größenverhältnis.


Wichtig ist, dass der Haken einen weiten Bogen („Wide Gape“) besitzt. Offset-Haken ist nicht gleich Offset-Haken, es gibt auch spezielle „Worm“- Modelle mit einem eher flachen Bogen. Diese eignen sich gut für schlanke Twister und besonders, wenn der Zielfisch Barsch heißt – allerdings nicht für voluminöse Gummifische in Verbindung mit Hechten. Bei Modellen mit weitem Bogen wird die Hakenspitze beim Hechtbiss weit aus dem Gummi gedrückt und fasst besser in dem harten Kiefer.

FAZIT Einen Haken in Übergröße benutzen!

PROBLEM 3: DER KÖDER

Einiges fällt erst auf, wenn man viele Fischkontakte auf unterschiedlichste Köder hatte und sehr viel Lehrgeld in Form von Fehlbissen gezahlt hat. Ich erinnere mich an einen fantastisch laufenden Weichplastikfisch, der sich völlig hängerfrei durch den miesesten Krautsalat führenließ – und dabei auch noch reichlich Bisse provozierte. Gelandet habe ich damit vielleicht, wenn es richtig gut lief, jeden zehnten Biss, selbst wenn ich sonst alles richtig gemacht habe. Von dieser Sorte habe ich mit der Zeit (leider) noch mehr Gummifische gefunden. Andere Modelle verursachten, unter Berücksichtigung der von Rolf und Florian genannten Punkte, viel weniger Fehlbisse.

Hochrückige Modelle wie dieses sollte man eher mit einem Drilling als einem Offset-Haken ausstatten


Kleine Gummis mit rundem Profil werden „weggeschluckt“ und kippen nicht. Sie haken sehr souverän.


FOTOS: W. KRAUSE, F. PIPPARDT

DIE LÖSUNG

Alle meine guten Offset-Gummis haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind mit maximal 15 Zentimetern eher klein und ihr Körper ist nicht hochrückig. Meine besten Köder sind zudem noch ziemlich schlank und weich.

Doch warum funktionieren gerade die hochrückigen und großen Köder so schlecht?

Gehen wir kurz in Zeitlupe durch, wie der Hecht unser Gummi nimmt: Der Räuber schießt aus der Deckung und der große Köder wird seitlich gepackt.

Der Hecht hat ihn jetzt quer im Maul. Ein hochrückiger Gummifisch klappt dabei meistens auf die Seite. Wo befindet sich jetzt der Haken? Entweder zeigt er im Maul in Richtung Schlund, im freien Maulraum sitzend. Oder, noch schlechter: er zeigt nach außen. Schlage ich jetzt an, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass der Fisch gehakt wird.

Kleine Köder werden hingegen meist richtig inhaliert. Kommt nun noch ein runder Körperquerschnitt hinzu, drückt der Hecht den (großen) Haken relativ zuverlässig nach oben und der Offset-Haken kann fassen. Selbst bei etwas größeren Ködern, die quer gepackt werden, ist bei einer solchen Körperform die Hak-Chance bedeutend größer. Je schlanker und weicher der Köder, desto besser klappt zudem das „Den-Hakenaus-dem-Gummi-drücken“. Voluminöse Shads mit fester Gummimischung sollten Sie im Hakenbereich ein wenig schlitzen, um die Hakeigenschaften zu verbessern. Mit optimalen (kleinen, rundlichen, schlanken, weichen) Gummiködern, großen Haken und ein wenig Beherrschung plus weicher Rutenspitze kann man so eine gute Bissausbeute erzielen. Doch glauben Sie mir: Die 100 Prozent werden in weiter Entfernung bleiben. Allerdings machen die spektakulären Attacken jeden Fehlbiss wett!

FAZIT Kleine, runde, schlanke, weiche Gummis wählen!

Für Redakteur Johannes Radtke steht fest: je runder der Gummifisch, desto besser greift der Haken.


„Gelandet habe ich vielleicht, wenn es richtig gut lief, jeden zehnten Biss – selbst, wenn ich sonst alles richtig gemacht habe. Hochrückige Gummis eignen sich nur zur Bestandskontrolle.“