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KROATIEN: Logbuch einer Schiffsreise


TAUCHEN ehemals unterwasser - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 17.03.2020

Zwischen den dalmatinischen Inseln Vis, Hvar und Šolta konzentrieren sich die schönsten Tauchplätze der kroatischen Adria: Wracks mit Geschichte, antike Amphorenfelder und eine abwechslungsreiche Unterwasserwelt. Alles erlebbar von Bord eines traditionellen Holz-Motorseglers.


Artikelbild für den Artikel "KROATIEN: Logbuch einer Schiffsreise" aus der Ausgabe 4/2020 von TAUCHEN ehemals unterwasser. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TAUCHEN ehemals unterwasser, Ausgabe 4/2020

Kapitän Drazen Jakas skizziert einen Tauchplatz.


Sprung vom Achterdeck des Motor-Seglers


Kirche und alte Klostergebäude beim Hafen von Vis.


Um das ehemalige Fischereischiff »Ribolovac« kreuzen ständig große Kleinfisch-Schwärme.


Laue Luft umspielt die abendliche Hafenszene in Trogir unter leuchtenden Laternen und rauschenden Palmen. ...

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... Musikanten spielen. Es wird gesungen. Wein funkelt in Gläsern. Abenteuer liegen in der Luft. Kapitän Dražen Jakas gibt den Geschichtenverkäufer der dalmatinischen Inseln. Keine seiner Abenteuerreisen gleicht der anderen: Die Zeitreise mit dem imposanten Holzschiff kann die Antike streifen, das Mittelalter, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs oder die eines Landes namens Jugoslawien. Worum und wohin es geht? Das entscheiden Wind und Wetter.

Vis - geheimnisvolle Insel

Vis liegt weit draußen auf See und war immer eine Militär-Insel, zu der nur Anwohner, Leute mit Passierschein und Militärs Zutritt hatten. Während des Zweiten Weltkriegs führten die Völker des späteren Jugoslawien einen harten Partisanenkrieg gegen die deutsche Wehrmacht. Eine befestigt ausgebaute Höhle auf dem felsigen Vis war seinerzeit das Hauptquartier und der Befehlsstand von Marschall Jossip Broz Tito, der die Kämpfe kommandierte. Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahrzehnte Präsident oder Diktator - je nachdem, wie man es bewerten mag - des in der Nachkriegszeit entstehenden sozialistischen Jugoslawien. Die Insel Vis blieb militärisches Sperrgebiet. Die Militärdoktrin des sozialistischen Jugoslawien hielt es für möglich, dass dieses Land von der NATO angegriffen werden könnte. Deshalb entstanden auf Vis in Felsen gebaute Artillieriestellungen, Raketenstandorte und Schiffsbunker. Marschall Titos Weltkriegs-Quartier blieb auch erhalten. All das ist nun vom Militär verlassen und freigegeben. Auf Vis und anderen dalmatinischen Inseln werden heute Bunker- und Höhlentouren angeboten. Wahlweise kann man diese geheimnisvollen Orte mit sachkundiger Führung per Boot, Landrover oder Montainbike aufsuchen.

Unser Schiff liegt nah am Eingang der Viški-zaljev-Bucht bei der Insel Host, auf deren Gipfel das Leuchtturmhaus trohnt. Das Meer, die Adria, ist klar. Seegras voller Fische wiegt sich in der Dünung. Im Flachwasser zieht ein Hornhechtschwarm dahin, dicht am Grund kreuzen Zweibinden-Brassen. Wir schwimmen zur Kalksteinbarre am Ende der Insel. Der Meeresgrund fällt hier in Stufen steil ab. In 20 Meter Tiefe entdecken wir die ersten Amphoren, für die dieser Platz berühmt ist. Dem Wellenschlag im Außenbereich geschuldet, scheinen die oberen Amphoren überwiegend Bruchstücke zu sein. Zehn Meter tiefer treffen wir auf größere Mengen an antikem Steingut. Die Amphoren und Amphoren-Bruchstücke bilden hier Blöcke und Halden. Wahrscheinlich hat sich nach einem Schiffsuntergang eine komplette Ladung von Amphoren und Inhalt miteinander verbacken, ehe der Schiffsrumpf von Bohrwürmern aufgefressen wurde. Der längliche Kalkstein-Amphoren-Klotz muss dann später zerbrochen und weiter in die Tiefe gerutscht sein. Die antiken Tonwaren sind sehr begehrt: Im Steingut hausen Oktopusse, Krabben und Seesterne.

Nach kurzer Fahrt erreichen wir die Einfahrt nach Komiža. Unser Ziel ist ein flaches Felseiland, an dessen Küste im Mai 1930 durch einen Navigationsfehler der stählerne Dampfer »Teti« im Meer sank. Das Wrack ruht heute in zehn bis 34 Metern Tiefe. Es gilt in der Region als einer der malerischsten Plätze im Flachwasser. Der Frachtdampfer lief 1883 bei Cockerill in Hoboken/USA vom Stapel. Der Bug des Schiffs ist weitgehend zerstört. Wir können den wuchtigen Dampfkessel und die gut erhaltene Dampfmaschine bewundern. Unter der Heckladeluke ruhen Reste der Ladung. Wir entdecken den umgestürzten Mast und den gefallenen Schornstein des Dampfers. Das Bild des Dampferhecks mit Hilfsruderanlage und Steuerrad ist unter kroatischen Tauchern sehr bekannt. Das Heck ist dicht mit orangeroten und lilafarbenen Schwämmen bedeckt. Hier leben viele Drachenköpfe, Muränen sowie zahllose Kleinfische.

Minileuchttürme als Wächter

Die Volići vor Vis sind winzige Felseilande und stehen wie Wächter links und rechts auf der Außenreede. Kroatische Baumeister nutzten die Angebote der Natur und errichteten die nautischen Leuchtfeuer zur Ansteuerung nach Vis als Miniaturleuchttürme auf diesen Inselchen. Wir tauchen am nördlichen Volić ab. Wer die richtige Stelle trifft, kann hier in zwölf Meter Tiefe ein Felsentor durchtauchen. Danach erreichen wir in unmittelbarer Nachbarschaft ein größeres Felsmassiv. Dieser längliche Klotz ist ein Unterwasser-Plateau, das sich am Dropoff entlang umrunden lässt. Wer will, erreicht dabei bis zu 55 Meter Tiefe und schwebt permanent an farbenprächtig bewachsenen Wänden mit großen Kolonien Roter Gorgonien entlang.

Abstieg zu einem Kriegsdenkmal

Unser nächster Tauchspot liegt auf dem Weg von Vis nach Hvar: ein Bomber-Wrack. Ende des Jahres 1944 starteten die Bomber der US Air Force, die Ziele in Österreich, Tschechien und Deutschland bombardieren sollten, vom Flugplatz Torettsxehtra in Italien. Wenn Maschinen von der Luftabwehr getroffen wurden, schafften sie es oft nicht mehr zurück. Genau für diese Fälle existierte ein Notfall-Flugplatz in Velo auf der Insel Vis. Diese Tatsache beschert uns jetzt viele Jahrzehnte später einen Tauchgang an der »Tulsamerican«. Sie war die letzte Maschine, die in den Douglas-Werken in Tulsa/Oklahoma hergestellt wurde. Die Mannschaft flog die Maschine am 17. Dezember 1944 zur Bombardierung der Raffinerie Blechhammer-Süd im Oderland. Dort wurde ein Motor zerschossen. Nahe bei Vis erfolgte die harte Notwasserung. Von zehn Mann Besatzung konnten sieben gerettet werden. Der schwere Bomber zerbrach in zwei Teile. Unser Tauchgang zum Bomber gestaltet sich als eine Unternehmung im Bereich zwischen Sportund Techtauchen: Der Abstieg an der Leine führt zum Vorderteil der stark zerstörten Maschine mit den Motoren in 39 Metern Tiefe. Von dort zieht sich eine Spur kleiner und großer Trümmer zu einem Unterwasser-Steilhang hin. In 52 Meter Tiefe sind das Heck und ein Propeller des Militär-Bombers zu finden.

Topspot »Vodnjak Kampanel«

Unterhalb der als schönste Inselstadt Dalmatiens geltenden Stadt Hvar liegen die beiden Eilande Mali und Veli Vodnjak. Dort befindet sich der Tauchplatz Vodnjak Kampanel oder auch »der Glockenturm«. Insider zählen den Ort zu den Top Ten der kroatischen Tauchplätze. Aus rund 62 Metern Tiefe ragen anderthalb Obelisken aus Kalkstein empor. Wir erreichen das obere Ende des größeren Kalksteinturms in zehn Metern Tiefe. Das Gestein ist karstig, hat obenauf schleusendeckelgroße Kleinhöhlen voller Fische, Krabben und Schnecken. Nun geht es an die Umrundung der erstaunlichen Felsformation, wobei jeder seine Maximaltiefe selbst festlegen muss. Unter Einheimischen existiert die Sage, dass das stumme blaue Läuten des Glockenturms Fischwärme anlockt. Tatsächlich kreuzen viele Fische um den Vodnjak Kampanel, und dicht an ihm leben Gabeldorsche, verschiedene Arten Drachenköpfe und Muränen. Wir können zahlreiche Einsiedlerkrebse und einige einzelgängerische Langusten beobachten. An den Wänden wachsen Rote Gorgonien. Auf den Hartstrukturen weiden zahlreiche Nacktschnecken. Der Tauchplatz ist einfach zu erkunden, bleibt man dicht am Turm. Er kann aber auch kräftige Strömung aufweisen. In 35 Metern Tiefe zieht sich ein farbenprächtig mit Schwämmen und Gorgonien bewachsener Tunnel von etwa fünf Metern Länge durch den Felsturm, bewohnt von unzähligen Seespinnen.

v. l. n. r.: Ungestüm farbwechselnde Kraken, Einsiedlerkrebse mit handgelenksdicken Anemonen auf ihren Häusern und verschiedene Pfauenfederwürmer leben in den Steilwänden. Bilder von Tauchern am Steuerrad des Wracks »Teti« sind in Kroatien sehr bekannt.


Oktopusse sind zahlreich in der Adria und begleiten nahezu jeden Tauchgang. Sie sind neugierig, wechseln nach Bedarf die Farbe und können sich trotz ihrer Größe zur Flucht durch mitunter nur faustgroße Felslöcher zwängen.


Nachttauchen mit Oktopussen

In einer stillen Bucht bei Hvar ergibt sich die Gelegenheit zum Nachttauchen. Fischarten wie Schriftbarsch, Meerbarbe, Sägebarsch, Spitzbrasse und weitere Brassen-Arten, dazu Goldstriemen, Meerjunker und Pfauenfische begegnen uns immer wieder. Die Drachenkopf-Arten leben überall als sehr stationäre Raubfische. Das Langschnauzige Seepferdchen zeigt sich im Schein der Taucherlampe. Mit seinem Schwanz am Seegras festgewickelt, schwankt es hin und her. In dieser Position saugen Seepferdchen die kleinen Krebstiere des Zooplanktons zielgerichtet ein. Doch nachts ist alles anders: Träge Seegurken geraten in Bewegung, Seesterne überfallen Muscheln, blutrote Seescheiden filtrieren intensiver, Krabben und Einsiedlerkrebse laufen unbefangen umher. Eine unterarmlange Sepia schwebt durch die funkelnde Adria.

Die Wunder von Brač

Die Rückfahrt führt uns zur Insel Brač. Östlich der Lučice-Bucht befindet sich der Eingang zu einer riesigen Höhle. Die heißt in Taucherkreisen »Lučicia Chathedral« oder auch nur »die Kathedrale«. In fünf Metern Tiefe sehen wir die dunklen Mundlöcher. Nach dem Passieren der Karstlöcher schweben wir hinab in eine große Halle. Die dunklen Kalksteinschichten liegen fast waagerecht und erscheinen wie zu einer Halle gemauert, die nach unten immer weiter wird. Im Freiwasser können wir zum Einstieg zurückschauen und die Lichtspiele der Sonnenstrahlen bewundern. Im Eingangsbereich existieren pflanzliche Gebilde wie das Ausgebreitete Steinblatt, eine Kalk-Rotalge. An den Pfeilern im Eingangsbereich und der Höhlendecke ist zu sehen, dass Bohrmuscheln und Bohrschwämme die Höhlenform stark verändern können. Die ungeheure Karst-Kathedrale ist auf der einen Seite rund 35 und auf der anderen 45 Meter tief. In der Mitte liegt kalk-weißes Altholz. Nur die oberen Decken und wenige Winkel, die gelegentlich Schwachlichteinfall bekommen, sind bewachsen. Wir treffen in der Höhle auf kleine Rote Drachenköpfe. Auf schmalen Absätzen voller Schwämme und Korallentiere verbergen sich einzelne Leopard-Grundeln. Zuweilen pausieren hier auch die schnellen Gelbschwanzmakrelen. Schwämme sind hier das zahlenstärkste und farbenprächtigste Element der Höhlenfauna. Am Abend wird das Schiff westlich der Lučice-Bucht festgemacht. Bald sind wir erneut im Wasser. Im Geröll der Kalksteinwand begegnen uns Garnelen und Drachenköpfe. Das »wunderlichste Tier« ist eine braune, unterarmlange Schnecke Sie beweidet den Grund und schwimmt in einem unbeschreiblichen Schwimmstil. Die riesige Schnecke ist ein Seehase, doch nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fisch kalter Meere, der eine Saugscheibe am Bauch trägt.

Fisherman alias Ribolovac

Im Šolta-Kanal sollen viele Schiffe untergegangen sein. Die »Ribolovac« war mit 29 Metern Länge und sechs Metern Breite einst das größte Fischereischiff auf dieser Seite der Adria. Im Sturm sank sie auf den sandigen Grund und liegt halbschräg auf der Steuerbordseite. Unter dem Heck sind Ruderblatt und Schraube noch gut zu erkennen. An Deck können wir Winden und Niedergänge betrachten. Die bizarren Spanten mit ihren Bolzen und die langsam zerfallende Beplankung lassen das Wrack auf malerische Weise älter wirken, als es ist. Die Trawlbrücke zum Hieven der Schleppnetze ist auf den Meeresgrund neben das Wrack gefallen. Dicht am Wrack leben Kuckucks-Lipp- und Mönchsfische, Drachenköpfe, Heringskönige und Hummer.

Schiffsalltag

Die »Sčedro« ist 30 Meter lang und 6,5 Meter breit. Sie wurde 1950 erbaut und 2010 komplett rekonstruiert. Das Schiff fährt, wenn nicht gesegelt wird, maximal elf Knoten mit einer 450-PS-Iveco-Hauptmaschine. Unter Deck befinden sich 15 Doppelkabinen mit Waschbecken und 24-Volt-Beleuchtung. Der große Salon und der Gang zu den Kabinen können klimatisiert werden. Die Kabinen sind sehr klein und wecken die Erinnerung an eine frühere Epoche der Seefahrt mit engen Kojen auf minimalem Raum. Die »Sčedro« ist schön, aber einfach, zweckmäßig und ohne jeglichen »Mega-Yacht-Komfort«. Mit der Tauchtour hat der Gast zwangsläufig Vollpension gebucht. Die Verpflegung an Bord ist erstklassig. Das Schiff ist mit Kellner und einem Koch unterwegs, der bereits Abwerbeversuchen von Sterne-Hotels ausgesetzt war. Er macht die ganze Reise zum kulinarischen Feuerwerk. Selbstverständlich wird viel Landestypisches zubereitet, mit Fisch und Meeresfrüchten, doch der Koch »kann auch international«. Der Kapitän ist Winzer und kredenzt einen ausgezeichneten »Wein des Schiffes« vom Weinberg der Familie. Neben den festen Mahlzeiten ist die Schiffsbar nahezu ständig geöffnet, sei es für Kaf- fee oder Dekobier. Auf dem Oberdeck befinden sich zwei Sonnendecks vor und hinter dem Steuerhaus. Fünf Toiletten und vier Warmwasserduschen sind auf dem Hauptdeck. Hinsichtlich der Tauchspots und -Tiefen wird auf das allgemeine Niveau der Gäste Rücksicht genommen, denn diese müssen eigenverantwortlich in Buddyteams tauchen. Auch wenn man die Tiefe frei wählen kann, ist diese Tour ein Angebot, das sich an den erfahrenen Taucher richtet. Die Saison dafür geht von Mai bis Oktober. Getaucht wird direkt vom Schiff aus, und man kehrt per Leiter auf das Schiff zurück. Ein Zodiac mit 25-PS-Außenborder steht zur Verfügung. Die Taucherplattform am Achterdeck ermöglicht bis zu zwölf Tauchern das gleichzeitige Aufrödeln. Die Tauchgeräte bleiben aufgebaut und gegen Seegang gesichert die Tour über auf den Aufrödelbänken stehen und werden dort mit langen Hochdruckschläuchen von zwei Kompressoren aus gefüllt. Mit an Bord gebracht werden muss die komplette Tauchausrüstung inklusive Flasche und Blei. Entweder reisen die Gäste mit eigenem Wagen nach Kroatien und haben alles dabei. Oder der Transporter eines Veranstalters mit dem Tauchequipment von allen fährt nach Kroatien, und die Gäste fliegen von Deutschland aus ein.

Blick von der Festung Hvar auf Altstadt, Hafen und Adria bei stimmungsvollem Abendlicht.


Vor Hvar liegen die malerischen Inseln Mali und Veli Vodnjak.


Mit dem Zodiak wird die Ankerleine unterseeisch vertaut.


REISEINFO TAUCHSAFARI DALMATIEN

Start- und Zielhafen der Tauchtour ist Trogir. Die Endpunkte der Tagesfahrten sind Häfen und Buchten auf den dalmatinischen Inseln. In den kleinen Hafenstädten ist es meist am Nachmittag oder frühen Abend möglich, einen Spaziergang zu den Sehenswürdigkeiten zu machen. In einsamen Buchten wird das Schiff mit Seilen nach allen vier Richtungen festgemacht. Dann ist Zeit für Badespaß oder auch Nachttauchgänge.

ANREISE: Per Auto von Deutschland über Österreich und Slowenien nach Trogir bei Split. Personalausweis genügt hzur Einreise. Die Autos müssen nach dem Beladen des Schiffs aus dem Hafen gebracht werden, der Kapitän organisiert das gemeinsame Abstellen der Wagen auf einem bewachten Privatgrundstück.
Oder aber man gibt sein Equipment anderen per Auto Anreisenden mit und fliegt nach Split.

PREISBEISPIEL: Reisepreis für eine Tauchfahrt von Samstag bis Samstag, Unterkunft in Doppelkabine an Bord, Vollpension und Teilnahme an den zwei bis drei Tauchgängen pro Tag: zirka 669 Euro pro Person. Nichttaucher reisen geringfügig günstiger mit. Der Einzelpreis hängt davon ab, ob der Kapitän viele Einzelbuchungen zusammenbauen muss oder ein Komplett-Charter des Schiffs erfolgt. Extrakosten fallen an für die Anreise nach Kroatien per Auto oder Flugzeug, sowie Flaschenfüllungen nach Tauchgangszahl an Bord, zudem Kurtaxe, Getränke an der Schiffsbar, Trinkgelder, Parkplatz, eventuell Transferkosten Flughafen - Schiff und zurück. Zudem sind zu entrichten Tauchgebühren für besondere Gebiete wie das Seegebiet um Vis oder den Nationalpark Kornati. Ein vom Reisepreis losgelöstes Tauchpaket wird nicht angeboten.

BUCHUNG:
www.diving-safari-croatia.com in Kroatien Ein Veranstalter in Deutschland ist
www.tauchschule-abyss.com in Meißen/Sachsen


Fotos: Alexander Kaßler (1)

Fotos: Alexander Kaßler (1)