Lesezeit ca. 12 Min.
arrow_back

KRYPTO-BANK FÜR DIE HOSEN-TASCHE


Logo von Computer Bild
Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 23/2022 vom 04.11.2022

Hardware-Wallets

Aus heutiger Sicht unglaublichmickrige 0,08 Cent betrug der Bitcoin-Kurs im Jahr 2009. Die Kryptowährung machte erste Schlagzeilen, aber vom großen Boom war noch keine Rede. Nur wenige kauften Bitcoins, und wenn, dann mehr aus Jux und Tollerei als zum Investieren. Heute liegt der Kurs bei knapp 19 200 US-Dollar (rund 19 600 Euro). Aber: Viele der spaßeshalber gekauften Coins sind heute futsch – sie liegen auf längst entsorgten Festplatten oder wurden achtlos von USB-Sticks gelöscht.

Ein krasses Beispiel: Der Brite James Howell kaufte 7500 Bitcoins, die er auf seiner Festplatte speicherte. 2013 warf er die Platte weg – ohne vorher seine Daten zu sichern. Hätte er daran gedacht, wäre er heute gut 146 Millionen Euro reicher. Klar, gegen extreme Schusseligkeit helfen auch die hier getesteten Hardware-Wallets nicht. Dennoch haben diese Kryptospeicher viele Vorteile.

...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Computer Bild. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 23/2022 von FritzBox neu entdecken. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FritzBox neu entdecken
Titelbild der Ausgabe 23/2022 von KLÖTZCHEN KAMERA. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KLÖTZCHEN KAMERA
Titelbild der Ausgabe 23/2022 von 8 wichtige News. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
8 wichtige News
Titelbild der Ausgabe 23/2022 von STILLE POST VON APPLE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
STILLE POST VON APPLE
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
TIPPS ZUM TESTSIEGER
Vorheriger Artikel
TIPPS ZUM TESTSIEGER
GROSSE APFEL- ERNTE
Nächster Artikel
GROSSE APFEL- ERNTE
Mehr Lesetipps

...

Einen Geldbeutel für Kryptowährungen gibt es in verschiedenen Bauformen. Meist ist es eine Art USB-Stick mit Display und simplem Eingabesystem, der zu einer „Bank zum Mitnehmen“ wird. Nutzer können damit grundsätzlich Kryptowährungen sammeln, empfangen oder versenden. Manche ermöglichen gar Profi-Funktionen wie das sogenannte Staking (siehe Glossar rechts) – ohne externe Plattform. Vor Angriffen schützen eine Verschlüsselung und Sicherheitschips. Die sind bei allen Testkandidaten nahezu unknackbar. Und selbst wenn der Stick abhandenkommt oder kaputtgeht, ist das Geld nicht automatisch weg.Aber wie retten Wallets das Coin-Vermögen im Fall eines Verlusts? Ist so ein kleines Hardware-Wallet nicht viel schneller weg als eine Festplatte im PC?

Wallet weg? Kein Problem

Durchaus, aber: Hätte sich der eingangs erwähnte Herr Howell eine Hardware-Wallet gegönnt und sie verloren, müsste er jetzt die Müllkippe seines Heimatorts wahrscheinlich nicht absuchen – er könnte sich einfach eine neue kaufen. Denn Hardware-Wallets haben quasi ein virtuelles Backup, auf das Nutzer per Seed-Phrase (siehe Glossar rechts) zugreifen können. Mit diesem Wörter-Code lassen sich die Geräteinhalte wiederherstellen.Alle getesteten Wallets arbeiten mit so einer Seed-Phrase. Gut: Die geprüfte Bitbox02 verfügt zusätzlich über eine microSD-Karte, auf der sie während der Einrichtung ein Abbild der Wallet speichert. Sollte die Phrase weg sein, ist die microSD-Karte die letzte Rettung. Für alle anderen Wallet-Besitzer gilt: Niemals die Seed-Phrase verlieren – sonst sind die Coins wirklich futsch. Aber wie kommt man an diese magische Seed-Phrase?

Stolpersteine

Die erhalten Nutzerinnen und Nutzer automatisch beim Einrichten des Geräts. Grundsätzlich müssen Kryptobesitzerinnen und -besitzer die Wallet dafür über das beiliegende USB-Kabel an den PC oder das Handy anschließen – bei manchen Geräten wie der Secux klappt das auch via Bluetooth. Danach ist den Schritten zu folgen, die auf dem Display der Wallet auftauchen. In der Regel heißt das: Man installiert die Hersteller-Software (entweder die App aus dem jeweiligen Store oder das Programm von der Hersteller- Website), schreibt sich die von der Wallet generierte Seed-Phrase auf und bestätigt die dann mit der Wallet.

All dies umzusetzen ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich schwierig. Eine gedruckte Anleitung wie bei der Bitbox02 sollte eigentlich jeder Wallet beiliegen.

FÜR MEHR SICHERHEITIM KRYPTO-DSCHUNGEL

GLOSSAR: WICHTIGE BEGRIFFE

Seed-Phrase

Der Seed-Code oder -Phrase („seed“ = „Saat“) ist eine zufällig generierte Kombination von 24 Wörtern, die in der Blockchain (siehe unten) gespeichert ist. Der einmalige und unverwechselbare Code wird beim Einrichten der Wallet erzeugt. Sie brauchen sie zwingend zur Wiederherstellung eines Kryptokontos, etwa wenn die Wallet defekt ist oder verloren ging. Am einfachsten ist es, wenn das Wiederherstellen auf einer Wallet des gleichen Typs erfolgt. Es sollte aber auch mit anderen Wallets klappen, die mit derselben Seed-Schlüsseltechnik arbeiten. Die Seed-Phrase ist bares Geld wert: Verwahren Sie sie sicher und geheim.

Was heißt „Staking“?

„Staking“ bedeutet, einfach erklärt, dass Sie Ihre Kryptowährung für eine bestimmte Zeit ausleihen und dafür Belohnungen (sogenannte Rewards) bekommen. Das Ganze funktioniert ähnlich wie bei Zinsen aus dem Verleihen von Geld. Staking ist allerdings mit diversen Risiken verbunden. Mehr dazu auf.

Was ist die Blockchain?

Simpel erklärt: Die Blockchain ist eine Art Kassenbuch, das in mehrere Bereiche (Blöcke) eingeteilt ist. In jedem dieser Blöcke kann eine bestimmte Anzahl von Transaktionen vermerkt werden, beispielsweise „Person A hat 0,5 Bitcoins an Person B gezahlt“. Um die enthaltenen Informationen zu anonymisieren, wird jeder Eintrag in einen „Hash“ umgewandelt: Eine mathematische Funktion berechnet dabei eine variable Zeichenkette aus Zahlen und Zeichen mit einer festen Länge. Mehr Infos unter.

Fotos: iStock, Hersteller; Montage: COMPUTER BILD

Alle anderen Testkandidaten verweisen allerdings mit Hinweiszetteln oder Aufforderungen auf den Geräte-Displays direkt auf die Hersteller-Website. Und nur die Internetseiten von Ledger und Bitbox02 gibt’s auch auf Deutsch. Bei allen anderen Modellen ist Englisch oder eine andere Fremdsprache gefragt. Das gilt auch für die Installationsassistenten.

Bei der Installation der Ledger Nano X und der Secux W20 gab es im Test keine Probleme, wohl aber beim Einrichten der Trezor-Wallet-PIN: Die Prozedur glich einem Ratespiel, das sich ohne Nachforschungen auf YouTube nicht lösen ließ. Die geprüfte D’Cent-Wallet läuft über eine Handy-App, aber ihre Firmware lässt sich nur über den PC auf Stand bringen. Das allein nervt schon, und obendrein ist es auch nirgends erklärt. Der Wallet-Besitzer muss es selbst herausfinden.

Ein Konto bitte

Ist alles eingerichtet, fehlt noch ein Schritt: Über die Software lassen sich sogenannte Konten anlegen, wo Coins und passende Token sicher ihren Platz finden. Diese Konten haben zugeteilte Nummern, die wie Adressen funktionieren – quasi Krypto-IBANs. Stark: Die Secux kann bis zu 500 Konten gleichzeitig verwalten, beim Testsieger Ledger Nano X sind es immerhin noch 100. In den meisten Fällen reichen aber 10 bis 15 Konten aus. Nur professionelle Krypto-Trader brauchen eventuell mehr.

Auch wichtig: Die Wallets verwahren nicht alle Kryptowährungen (Coins). Kein Wunder, schließlich gibt es aktuell zigtausende.

Deshalb hat COMPUTER BILD im Test nur die 15 Coins mit der größten Marktkapitalisierung abgefragt. Das Ergebnis: In drei Wallets finden alle Platz. Nur die Trezor und Bitbox02 sind wählerisch. Bei der Trezor fehlten die Coins Cardano und Ripple, die Bitbox02 ist eher für Token auf Ethereum-Basis gedacht. Das schränkt die Einsatzmöglichkeiten etwas ein.

Privatsphäre & Sicherheit

Konten lassen sich auch direkt auf Trading-Plattformen wie Binance oder Trade Republic eröffnen. Wozu also Geld für eine Hardware-Wallet ausgeben? Ein Grund: Diskretion. Die ist bei allen Geldangelegenheiten extrem wichtig – und damit auch bei Kryptos. Da nur der Besitzer Zugriff darauf hat, sind Hardware-Wallets absolut privat. Das heißt: Niemand sonst weiß, wie groß das Vermögen ist oder wohin der Nutzer seine Coins transferiert. Ein weiteres Argument für eine Hardware-Wallet ist die Sicherheit: Passwörter zu Online-Konten fallen oft Hackern zum Opfer, Und bei Pleiten von Kryptoplattformen ist das Vermögen der Kunden in der Regel futsch.

Apropos Sicherheit:Wallets sind durch selbst wählbare PIN-Codes mit bis zu acht Zeichen geschützt. Wenn ein Dieb eine Wallet stiehlt, kann er damit nichts anfangen. Nach einer gewissen Anzahl falscher Eingaben löscht sich die Wallet, dann muss sie der Besitzer wiederherstellen. Sehr cool: Die D’Cent-Wallet lässt sich über einen sehr gut funktionierenden Fingerabdrucksensor entriegeln. Wer will, darf trotzdem eine PIN einstellen. Sicher ist sicher.

KURSE FALLEN? KEINE PANIK!

Seit Jahresbeginn befinden sich Aktienkurse diverser Unternehmen weltweit im Abwärtstrend. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und seine Folgen sowie die steigenden Zinsen als Reaktion auf die rasant zunehmende Inflation belasten aber auch den Kryptomarkt. Was sollen Anleger während eines sogenannten Bärenmarkts tun? Grundsätzlich gibt es keine perfekte Antwort auf diese Frage, aber folgende Tipps können helfen.

Ruhe bewahren: Während eines Crashs verkaufen viele Anleger panisch ihre Coins. Wenn sich die Kurse erholen, steigen sie wieder ein. Dieses Phänomen ist vom Aktienmarkt bekannt und kann viel Rendite kosten. Denn wer zu hohen Preisen kauft und zu niedrigen verkauft, kann nur schwer Gewinn machen. Versuchen Sie sich also nicht von Emotionen leiten zu lassen.

Langfristig denken: Einen Crash einfach auszusitzen, ist die einfachste Strategie und sehr erfolgversprechend. Am Aktienmarkt hat sich dieser sogenannte Buy-and-hold-Ansatz bewährt, weil die Kurse historisch betrachtet immer weiter gewachsen sind. Auch bei den noch jungen Kryptowährungen sieht der langfristige Chart trotz aller Schwankungen positiv aus.

Nachkaufen: Statt mit Angst und panischen Verkäufen auf einen Crash zu reagieren, können Anleger Turbulenzen auch als Chance sehen. Hier gibt es Gelegenheit, eine neue Währung ins Portfolio aufzunehmen, die zuvor vielleicht überteuert war. Auch das Aufstocken bestehender Positionen kann sinnvoll sein.

Woher kommen die Coins?

Doch wie kommen die Coins überhaupt auf die Wallet? Grundsätzlich können alle Wallets Coins auf den jeweiligen Konten versenden und empfangen – ganz ohne externe Dienste wie etwa Trading-Plattformen. Es ist also theoretisch möglich, Kryptowährungen privat zu kaufen und zu verkaufen. In den meisten Fällen kommen Kryptobesitzerinnen und -besitzer aber um das Anmelden bei einer Trading-Plattform nicht herum. Über die Wallet-Software dürfen sich Nutzerinnen und Nutzer mit der Plattform verbinden und die Wallet mit Coins füllen. Die landen dann direkt auf der Wallet statt auf dem Online-Konto der Händlerseite. Empfangen, Versenden, Kaufen und Verkaufen haben alle Modelle drauf. Eine Besonderheit: Mit Ledger Live, der Software zum Ledger Nano X, können Nutzer einige Coins auch verstaken. Das ist wie Geld verleihen, im Gegenzug gibt’s Zinsen. Direkt geht das nur mit Ledger Live. Im Fall der D’Cent-Wallet sind extra Mini-Apps zu installieren. Die anderen Hardware-Wallets können nicht ohne Weiteres Coins verleihen.

Knappe Ausstattung

Einschränkungen gibt’s auch bei der Ausstattung. Allen Hardware-Wallets liegt ein USB-Kabel zum Anschluss an PC, Notebook oder Handy bei. Dabei gilt: Je länger das Kabel, desto besser. Zu kurze Kabel sind eine Qual, wenn zum Beispiel der Rechner unter dem Schreibtisch steht. Wer dann keinen USB-Hub hat, muss sich bücken. So wie beim Trezor-Kabel, das mit seinen zehn Zentimetern viel zu kurz ist. Das reicht allenfalls fürs Notebook. Alle anderen Hersteller liefern mindestens 50 Zentimeter lange Strippen mit.

Technisch sind die meisten Anschlüsse und Kabel aber altbacken (USB Typ A), nur die Bitbox02 und die Ledger Nano X arbeiten mit moderner USB-C-Technik. Wer der Bluetooth-Verbindung nicht traut, kann diese Geräte problemlos per USB-C an moderne Smartphones anschließen.

„Eine Hardware-Wallet ist die sicherste Methode, Kryptowährungen zu verwahren.“

Patrick Nowak Redakteur

KRYPTO & STEUERN: WANN ZWACKT DER STAAT AB?

Kryptowährungen wie Bitcoin werden langsam zu einem festen Bestandteil der Anlagewelt: Immer mehr Privatanleger nehmen Kryptowährungen in ihre Portfolios auf. Doch während die Besteuerung von Wertpapieren rechtlich eindeutig geregelt ist, sorgen die steuerrechtlichen Bestimmungen für Bitcoin & Co. immer noch für große Verwirrung. COMPUTER BILD erklärt, wie Kryptogewinne steuerrechtlich zu bewerten sind und wie Sie Steuern auf Ihre Coins sparen.

Muss ich zahlen?

Der Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin ist in Deutschland steuerlich dem Handel mit Kunstwerken und anderen Wertgegenständen gleichgestellt. Es gelten die gesetzlichen Vorgaben zum privaten Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes. Im Gegensatz zu Aktien und anderen Wertpapieren gelten Bitcoin & Co. damit nicht als Kapitalanlagen. Der Grund: Kryptowährungen sind in Deutschland keine gesetzlichen Zahlungsmittel. Daher werden sie bei der Steuer nicht wie Aktien oder andereGeldanlagen behandelt. Das kann für einige Anleger eine gute Nachricht sein. Denn unter bestimmten Voraussetzungen bleiben Gewinne aus dem Kryptohandel steuerfrei.

Wann gilt die Steuerpflicht?

Wie bei Kunstwerken ist die Haltedauer entscheidend für die Steuerrelevanz. Halten Sie Bitcoin oder eine andere Kryptowährung länger als ein Jahr, müssen Sie beim Verkauf keine Steuern auf den Gewinn zahlen – egal, wie hoch der ausfällt. Findet der Verkauf innerhalb eines Jahres nach dem Kauf statt, ist die Höhe des Gewinns dafür entscheidend, ob eine Steuer anfällt oder nicht. Für private Veräußerungsgeschäfte gilt ein Freibetrag von 600 Euro. Aber der ist nicht so frei, wie seine Bezeichnung suggeriert: Sobald Sie auch nur einen Euro mehr Gewinn gemacht haben, müssen Sie den kompletten Betrag versteuern und nicht nur den ersten Euro ab der Schwelle von 600 Euro.

Genau nachrechnen

Wichtig: Bei Veräußerung innerhalb des ersten Jahres betrachtet das Finanzamt alle Gewinne aus Veräußerungsgeschäften zusammen. Verkaufen Sie etwa ein Kunstwerk mit einem Gewinn von 1000 Euro, haben Sie Ihren steuerlichen Freibetrag bereits überschritten. Jeden Euro, den Sie etwa aus dem Kryptoverkauf erzielen, müssen Sie dann ohnehin versteuern. ZurBerechnung des Gewinns bevorzugen die Finanzämter das sogenannte FiFo-Verfahren (first in, first out): Das nimmt an, dass sie den zuerst angeschafften Coin auch zuerst wieder verkaufen. Also ist zur Gewinnberechnung dann der Kaufpreis dieses „alten“ Coins relevant. Vor allem bei Teilverkäufen wichtig.

SO TESTET COMPUTER BILD

Um herauszufinden, welche Hardware-Wallet die beste ist, testen COMPUTER BILD jedes Modell mit dem gleichen Verfahren. Zunächst öffnen die Tester die Verpackung und schauen genau, was drin ist: Liegt eine ordentliche Anleitung für die Inbetriebnahme des Geräts bei? Gehört ein USB-Kabel zum Lieferumfang? Im Anschluss machen die Tester die Hardware-Wallets Schritt für Schritt bereit zum Betrieb: Dabei prüfen sie etwa, ob es Stolpersteine bei der Einrichtung gibt. Anschließend bewerten die Experten die Qualität der verwendeten Materialien, die Tasten am Gehäuse und die Displays. Auch die Anschlüsse und Funkverbindungen fließen in die Bewertung ein. Danach steht die Sicherheit der Wallets auf dem Prüfstand: Wie gut schützen die Krypto-Portemonnaies die Coins und Token? Am Ende ist die Funktionalität an der Reihe: Was kann die Wallet? Versenden, Empfangen, Kaufen, Verkaufen – bestenfalls klappt das alles mit den Wallets, ohne auf Dienste von anderen Anbietern zurückzugreifen.

Noch besser: Die Bitbox kommt mit einem Sammelsurium an Adaptern – sie lässt sich darum ohne Schwierigkeiten an alle gängigen USB-Buchsen andocken.

Welten beim Gehäuse …

Große Unterschiede gibt es auch bei der Qualität der Gehäuse. Die bestehen zwar alle aus Plastik, aber die Secux W20 und die Ledger Nano X fühlen sich trotzdem schön wertig an. Die Nano X gefällt haptisch zudem mit aufklappbarer Metallhülle. Dagegen fallen die Gehäuse der D’Centund der Trezor-Wallet stark ab – deren Knöpfe haben etwas zu viel Spiel. Das wirkt billig.

Gut gemeint, aber schlecht gemacht: die Touch-Tasten am Gehäuserand der Bitbox02. Sie reagieren manchmal nicht, was besonders bei der Eingabe der PIN nervt – zumal Nutzer die relativ oft eingeben müssen. Praktisch: Wenn die Wallet nicht im Einsatz ist, verschließt sie sich nach kurzer Zeit automatisch – das gilt auch für die anderen Testgeräte.

… und beim Display

Beim Bildschirm gibt es einen klaren Sieger: die Secux W20 mit ihrem 2,8-Zoll-Touchdisplay. Das für Wallet-Verhältnisse gigantische Display lässt sich wunderbar bedienen und reagiert schnell. Bei allen anderen Wallets müssen die Besitzer mit kleinen Schwarz-Weiß-Bildschirmen auskommen, die nur sehr wenige Informationen anzeigen. Meist sind es simple Aufforderungen zur Bestätigung eines Installationsschritts oder einer Transaktion.

[pn]

FAZIT

Der Testsieger Ledger Nano X ist eine Luxus-Wallet mit vielen Funktionen. Einsteiger könnten davon überfordert sein, wer aber tiefer in die Kryptowelt eintauchen will, sollte sich eine Nano X leisten. Der Preis-Leistungs-Sieger kommt aus dem Hause Secux: Diese Wallet überzeugt mit großem Display, einfacher Handhabung und einem riesigen Kontospeicher. Perfekt für Coin-Liebhaber.

EINFACH E RKLÄRT:

FRAGE 1: WAS SIND EIGENTLICH TOKEN, UND WAS SIND COINS? Beides sind Kryptowährungen. Coins sind eigenständig, Token basieren dagegen auf Coins, aktuell meist auf Ethereum-Coins.

FRAGE 2: WIE LANGE HÄLT EINE HAR DWAR E-WALLET? Aussagekräftige Langzeittests von Wallets gibt es bislang nicht. Die meisten Hersteller geben zwei Jahre Garantie.

FRAGE 3: WAN N LOHNT SICH EINE HAR DWAR E-WALLET? Wenn Sie Ethereum oder Bitcoins besitzen oder mehr als 1000 Euro in andere Kryptos investiert haben.

FRAGE 4: WAS IST EINE COLD WALLET? Hardware-Wallets, wie die getesteten Geräte, werden auch Hot Wallets genannt. Cold Wallets sind dagegen Software-basiert und lassen sich über eine Webseite oder App abrufen.

1 LEDGER NANOX

Preis: 148 Euro Günstigere Variante: keine

Maße:7,2 x 1,8 x 1,7 cm Gewicht:34 Gramm Betriebssysteme:Windows, macOS, Linux, iOS, Android

Die Einrichtung klappt problemlos und intuitiv, hier helfen die deutschen Beschreibungen. Die Nano X fühlt sich wertig an und ist zudem dank Bluetooth auch auf Mobilgeräten nutzbar. Auch bei der Software lag Ledger im Test vorn, denn über Ledger Live lassen sich Coins auch ohne andere Trading-Plattformen verleihen.

+ Wertig, zugängliche Benutzerplattform, Bluetooth.

- Hoher Preis, Seed-Phrase-Einrichtung umständlich.

2 SECUX W20

Preis: 119 Euro Günstigere Variante: keine

Maße:13 x 1,1 x 6 cm Gewicht:62 Gramm Betriebssysteme:Windows, ChromeOS, macOS, Linux, Android, iOS

Wer kein Englisch spricht, könnte Probleme bei der Einrichtung haben. Dafür punktet Secux mit einem schicken 2,8-Zoll-Touchdisplay. Zudem verstaut die Wallet eine Menge verschiedener Coins. Top: Sie lässt sich auf dem Smartphone via Bluetooth nutzen. Wem das zu heikel ist, der greift zum USB-Kabel und nutzt den PC.

+ Großes Touchdisplay, kennt viele Coins, Bluetooth.

- Alles in englischer Sprache.

3 D’CENT BIOMETRIC WALLET

Preis: 129 Euro Günstigere Variante: keine

Maße:9 x1,4 x 1,5 cm Gewicht:36 Gramm Betriebssysteme:Android, iOS

Auch für die Einrichtung dieser Wallet sind Englisch-Kenntnisse erforderlich. Neben einem PIN-Code dürfen User den Finger zum Entsperren nutzen – das spart Zeit und ist bequem. Achtung: Diese Wallet funktioniert nur mit der dazugehörigen Smartphone-App für Android oder iPhone. Eín Betrieb nur mit PC ist nicht möglich.

+ Fingerabdrucksensor.

- Funktioniert nur auf mobilen Geräten.

4 BITBOX 02

Preis: 135 Euro Günstigere Variante: keine

Maße:5,5 x 2,5 x 1 cm Gewicht:12 Gramm Betriebssysteme:Windows, macOS, Linux

Die Bitbox02 ist keine schlechte Wallet, aber sehr speziell: Sie verwahrt hauptsächlich Ethereum-verwandte Coins und Token. Gut dagegen: Beim Einrichten kopieren Nutzer ein Duplikat der Wallet auf eine Speicherkarte. Im Notfall lässt sich die Wallet damit wiederherstellen. Die Touchtasten nerven aber mit verzögerten Reaktionen.

+ Sehr sicher, mehrere Wiederherstellungsmöglichkeiten.

- Rudimentäre Software, wenige Coins.

5 TREZOR MODEL ONE

Preis: 82 Euro Günstigere Variante: keine

Maße:6 x3 x1 cm Gewicht:12 Gramm Betriebssysteme:Windows, macOS, Linux

Die günstige Trezor hat Vor- und Nachteile: Es lassen sich beliebig viele Konten anlegen, aber das Gerät kann mit einigen wichtigen Coins nichts anfangen. Die Wallet wirkt nicht hochwertig, kostet dafür aber auch nur 82 Euro. Das beigelegte USB-Kabel zur Verbindung mit dem Rechner ist viel zu kurz, eine Handy-App oder Bluetooth gibt’s nicht.

+ Beliebig viele Konten anlegbar, günstig.

-Rudimentäre Software, einige wichtige Coins fehlen.